24. 11. 2022

Liebe Freundinnen und Freunde der buddhistischen Lehre und Praxis in Marburg,
dies ist unser Plan für das

Programm für den 24. November 2022:

  • Beginn: 18:45 Uhr
  • Meditation (ca. 2 x 20 Minuten mit einer Gehmeditation dazwischen)
  • Vortrag/Lesung:
    Letzten Donnerstag haben wir einen Teil des Kapitels 17 aus „Ways of Enlightenment“ (Wege des Erwachens) des tibetischen Gelehrten Ju Mipham (1846-1912) besprochen. Es ging um die Annahme eines selbstexistierenden „Selbst“ und wie unsere Wahrnehmung diese Illusion immer wieder nahelegt. Die vollständige Übersetzung ist noch nicht ganz abgeschlossen. Da wir mit dem Kapitel noch nicht fertig sind, werden wir dies in Kürze fortsetzen, müssen aber aus persönlichen Gründen noch etwas warten.
    Das Nyingma Institute in Berkeley, dessen Verlag Dharma Publishing das Buch herausgegeben hat und als Grundlagenwerk nutzt, bittet uns, doch eine genauere Biografie Tarthang Tulku Rinpoches, seines Gründers, vorzustellen. Dem kommen wir gerne nach. (siehe unten*)
    Eine umfassendere Darstellung seines Lebens und bisherigen Wirkens kann man hier herunterladen.
    Nächsten Donnerstag, 24. 11. 2022, machen wir auf unserer Forschungsreise durch die Vielfalt des Buddhadharma mal wieder einen Halt beim frühen Buddhismus.
    Der deutsche Mönch Nyanatiloka Mahathera (1878-1957) hat sehr früh Texte aus dem Palikanon (Die Worte des Buddha) übersetzt. Die Sprache dieser frühen Übersetzungen wirkt heute auf uns oft sehr altmodisch und gestelzt. Man merkt ihr die damaligen gesellschaftlichen Haltungen und Hintergründe an. Ajahn Brahm hat nun die modernisierten Übersetzungen Bikkhu Bodhis herausgegeben (The Words of the Buddha). Thematisch geht es an diesem Abend um die Konzepte von Bewusstsein im Zusammenhang mit den fünf Khandhas (sanskr. Skandhas), den Mengen des Erlebens. Wir werden wieder einen Teil übersetzen. Die englische Version findet sich hier. Der Text wird vom Nonnenkloster „Mettarāmā“ in Australien zur Verfügung gestellt. Wenn ihr es herunterladen solltet, bedenkt eine Spende an das Kloster (dana).

    *Lama Tarthang Tulku Rinpoche:
    Tarthang Tulku Rinpoche wurde 1935 in Golok, Osttibet, geboren. Schon in jungen Jahren wurde er als reinkarnierter Lama (Tulku) erkannt und erhielt eine außergewöhnliche Ausbildung in Tibet, bevor er 1958 nach Indien ging. Er erhielt die Übertragung wichtiger tibetisch-buddhistischer Linien von fast 40 Meistern, darunter so außergewöhnliche Persönlichkeiten wie Jamyang Khyentse Chokyi Lodro, Adzom Gyalse Gyurme Dorje, Zhechen Kongtrul und Tarthang Chogtrul. Während seines Aufenthaltes in Indien erhielt er auch seltene Lehrübertragungen von S.H. Dudjom Rinpoche, S.H. Dilgo Khyentse Rinpoche, S.H. Trulshik Rinpoche und S.E. Tulku Urgyen Rinpoche, neben anderen.
    Im Jahr 1969 wurde Tarthang Tulku der erste Lama der Nyingma-Linie, der sich in den Vereinigten Staaten niederließ. Er hat über 34 Bücher geschrieben, die in verschiedene westliche Sprachen übersetzt und von Universitäten auf der ganzen Welt für den Unterricht übernommen wurden. Seine Bücher und privaten Belehrungen bilden den Kern der vielfältigen Studiengänge des Nyingma Instituts. Unter seinen vielen einzigartigen Errungenschaften ist Tarthang Tulku der Gründer des Odiyan Buddhist Retreat Center und der Nyingma Monlam Chenmo Weltfriedenszeremonie, die jährlich in Bodh Gaya, Indien, stattfindet, wo er seit 1989 mehr als fünf Millionen heilige Texte an Lamas, Mönche und Nonnen der tibetischen Gemeinschaft verteilt hat.
  • Meditation und Widmung
  • Ende: Gegen 21:00 Uhr
  • Gesellige Fortsetzung mit Austausch und Plausch bei „Lotte“ in der Frankfurter Straße


    Wir freuen uns auf euren Besuch.

17. 11. 2022

Programm für den 17. November 2022:

  • Beginn: 18:45 Uhr
  • Meditation (ca. 2 x 20 Minuten mit einer Gehmeditation dazwischen)
  • Vortrag/Lesung: An diesem Donnerstag werden wir uns einem kurzen Kapitel aus dem Buch „Wege des Erwachens“, von Ju Mipham Gyamtso (1846-1912) widmen. Dieser Abschnitt wendet sich der Abhidharma-Analyse zu und stellt den Begriff des „Selbst“ und unser Verständnis davon in Frage. Wir sprechen die „Vier Irrtümer“ an und den Weg, der uns aus dem Missverständnis führen könnte.
    Im Jahr 1972 gründete Lama Tarthang Tulku das erste Nyingma-Institut in den Vereinigten Staaten mit dem Ziel, buddhistische Lehren dem Westen zugänglich zu machen. Tarthang Tulku wurde 1959 durch die Besetzung Tibets gezwungen, Tibet zu verlassen. Ein Flüchtling, der im Alter von acht Jahren Schüler des Klosters Nyingma Tarthang war. Er verbrachte einen Großteil seines Lebens als Lehrer und Verfasser buddhistischer Texte. Viele seiner Bücher wurden ins Deutsche übersetzt. Er ist auch ein bedeutender Experte für tibetische Medizin und Heilmethoden, hat „Kum Nye“ im Westen bekanntgemacht und viele Lehrer:innen ausgebildet. Tarthang Tulku ist Gründer der jährlichen Weltfriedenszeremonie in Bodo Gaya.
    Das oben erwähnte Buch von Dharma Publishing dient als Handbuch für buddhistische Studien am Nyingma Institute in Berkeley, Kalifornien.
  • Meditation und Widmung
  • Ende: Gegen 21:00 Uhr
  • Gesellige Fortsetzung mit Austausch und Plausch bei „Lotte“ in der Frankfurter Straße

10. 11. 2022

Unser Programm für den 10. November 2022:

  • Meditation (ca. 2 x 20 Minuten mit ein Gehmeditation dazwischen)
  • Vortrag/Lesung: Unser menschlicher Geist neigt allzu oft dazu, sich in Gewohnheitsmustern einzurichten, auch wenn sie uns nicht immer gut tun. Chögyam Trungpa nennt dies sich in einen „Kokon“ einzuspinnen. Er sagt: „Der Weg der Feigheit besteht darin, sich in einem Kokon einzuspinnen, in dem alles beim alten bleiben kann. Wenn wir immer aufs neue unsere alten Verhaltens- und Denkmuster abspulen, brauchen wir nie einen Sprung an die frische Luft oder auf neues Terrain zu wagen.“ (Das Buch vom meditativen Leben, O. W. Barth Verlag, 1987, S. 65)
    Wir werden das kurze Kapitel (vor)lesen und textkritisch besprechen und schauen, wie es sich in der frischen Luft des Geistes anfühlen könnte.
    Es verspricht, ein interessanter Abend zu werden, mit vielen Gelegenheiten, das eigene Leben, die eigene Praxis zu reflektieren. Es soll Menschen geben, die behaupten, buddhistische Meditation sei ein geeigneter Weg, sich damit auseinanderzusetzen und den eigenen Gewohnheitsmustern auf die Spur zu kommen (die der anderen scheinen wir meist schneller zu bemerken). Lassen wir es darauf ankommen!
  • Meditation und Widmung
  • Beginn: 18:45 Uhr
  • Ende: Gegen 21:00 Uhr
  • Gesellige Fortsetzung mit Austausch und Plausch bei „Lotte“ in der Frankfurter Straße

03. November 2022

Der 3. November ist der erste Donnerstag des Monats. Es wird deshalb heute wieder eine Einführung in eine der Meditationstechniken gegeben, mit einer anschließenden sanft geleiteten Meditation. Die Einführung ist für Erfahrenere und Beginnende gleichermaßen geeignet. (Zengeist = Anfängergeist)

Der Schwerpunkt der Einführung wird diesmal bei der Vipassana Meditation liegen, angelehnt an die Maha-Satipatthana-Sutta, der Lehrrede über die Grundlagen der Achtsamkeit. Die Vipassana Meditation wurde im Westen z. B. durch Joseph Goldstein, Fred von Allmen, Jack Kornfield, Tara Brach und andere bekannt gemacht. Die Technik wurde in Burma durch Mahasi Sayadaw „wiederentdeckt“ als Gelegenheit für Laien, sich der Praxis zu widmen. Gleichwohl ist sie mit tibetischen Übungen des Geistestrainings wie Mahamudra oder Dzogchen eng verwandt.

Beginn: 18:45 Uhr

Ende: Gegen 21:00 Uhr

Anschließend bei Zeit und Interesse: Gesellige Fortsetzung mit Austausch und Plausch bei „Lotte“ in der Frankfurter Straße.

27. 10. 2022

Programm für den 27. Oktober 2022:

  • Meditation (ca. 2 x 20 Minuten mit einer Gehmeditation dazwischen)
  • Vortrag/Austausch: ONLINE DHARMA-ABEND
    Das Zentrum Kalyana Mitta Basel und der Vipassanalehrer Fred von Allmen bieten einen Online Dharma-Abend mit einem Vortrag zum Thema: «Die acht Winde der Welt ‒ Erkenntnis und Gelassenheit» an, auf Spendenbasis. Wir werden gemeinsam daran teilnehmen.
    Der Abend via Zoom beginnt in Basel um 19:25 Uhr. Um zuvor noch Gelegenheit zur Gruppenpraxis zu haben, treffen wir uns diesmal bereits um 18:30 Uhr. Wir bitten um pünktlichens Erscheinen.
  • Meditation und Widmung (Ende gegen 21:00 Uhr)
  • Gesellige Fortsetzung mit Austausch und Plausch bei „Lotte“ in der Frankfurter Straße

Themen und Materialien

An dieser Stelle findet ihr meist die Themen, die Gegenstand der Vorträge oder Lesungen am Donnerstag sein werden oder waren. Wenn möglich, verlinken wir auch zu entsprechenden Videos oder Skripten. Diese Seite ist als Blog konzipiert. Wenn ihr die Neuigkeiten direkt erhalten möchtet, empfielt sich der Klick auf das beim Scrollen erscheinende „Abonnieren“-Feld.
Ein Blick auf „Buddha hier und da“ könnte sich ebenfalls lohnen. Dort findet ihr Buchempfehlungen, Hinweise auf Retreats, Aktuelles aus der buddhistischen Welt u. ä.

20. 10. 2022

Thema: ANGST – FURCHT
Verlust- und andere Ängste können uns schwer zu schaffen machen. Wie Ängste aus buddhistischer Sicht entstehen und wie wir uns von ihnen befreien können, wollen wir heute anhand eines persönlichen Erfahrungsberichts untersuchen und diskutieren.

„Furcht ist eine Form des Leidens, die Ahnung, dass etwas Schlimmes kommen wird. Uns bekümmert, dass wir irgendwann in der Zukunft nicht haben werden, was wir uns wünschen, oder dass wir sogar verlieren, was wir jetzt haben. Wir möchten diesen Schmerz nicht fühlen. Wir möchten nicht einmal ein simples Unbehagen ertragen müssen.
Furcht ist ein ebenso körperlicher wie ein seelischer Zustand. Sie macht uns verkrampft und erlaubt uns nicht, entspannt und bewusst in der Gegenwart zu sein. Sie färbt unser Denken und Fühlen.
Wir sind daran gewöhnt, dass es in unserem Leben Ängste und Befürchtungen gibt. Ein Großteil unseres normalen Verhaltens ist durch Furcht bedingt.“
(Philip Martin: Der Zen-Weg aus der Depression, O. W. Barth Verlag, Bern, 2000, S. 37)

Inwiefern der Satz Gotamas aus dem Dhammapada umsetzbar ist, werden wir erforschen: „Für diejenigen, deren Geist frei von Leidenschaft ist, deren Denken nicht aufgerührt ist und die über Tugend und Laster hinausgegangen sind, gibt es keine Furcht.“

13. 10. 2022

Thema: Die Hindernisse bei der Meditationspraxis. Schwierige Emotionen und Geisteszustände, aber auch andere Hindernisse wie Schläfrigkeit oder Ruhelosigkeit können uns schnell aus der Praxis hinauskatapultieren. Dazu haben wir einen Vortrag bzw. eine Meditationsanleitung Fred von Allmens gehört und besprochen.

Der Vortrag kann hier nachgehört werden: Gewahrsein von und Umgang mit Geisteszuständen und Emotionen.

Ergänzend bietet sich dieser Vortrag an: Herz und Geist von Hemmnissen befreien.

Als Text wurde ausgeteilt: Die fünf Hindernisse in der Meditation