Die Buddhistische Meditationsgruppe im hessischen Marburg ist eine unabhängige und traditionsübergreifende Gemeinschaft von Praktizierenden (Sangha), die sich jeweils verschiedenen Traditionen verbunden fühlen und gemeinsam der Praxis der Meditation sowie dem Studium vor allem buddhistischer Texte widmen.

Programmhinweise (weitere Informationen unter „Termine“):

Weisheit für die Woche

Im Schweigen, im Nach-Innen-Horchen, lassen wir uns vom Leben berühren. Die Stille macht uns von einem Handelnden zu einem Empfangenden. Stille hat auch etwas Entlarvendes, Verdrängungsmechanismen haben weniger Chancen. In der Stille ist es schwieriger, Kränkung nicht zu spüren, Ungeduld nicht wahrzunehmen, eine innere Rührung nicht zuzulassen oder einen Gedanken des Neides nicht mitzubekommen. Stille macht uns sensibler für die leidhaften, schmerzhaften Erfahrungen, aber sie macht uns auch empfänglicher für die beglückenden. Sie eröffnet uns Bereiche, von denen wir nicht wussten, dass es sie gibt. Stille macht uns hellhörig. Ich möchte diese Gedanken mit einem Gedicht abschließen, das ich sehr schätze. Es ist von Bashō (1644-1694):
„Die Tempelglocke ist verstummt,
doch der Klang kommt weiterhin aus den Blumen.“

Ursula Flückiger in Tilmann Lhündrup, Ursula Flückiger, Fred von Allmen: Mahāmudrā & Vipassanā, Gewahr Sein – Retreat-Unterweisungen. Norbu Verlag, 2015, S. 90

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