
Einladung zur Meditation
Wir beginnen wieder pünktlich um 19:00 Uhr mit der Meditation. Bitte nicht auf den letzten Drücker kommen.
Wer früher kommt, kann noch beim Auslegen der Kissen helfen und hat Zeit, in Ruhe anzukommen.
An diesem Abend hören wir als Grundlage des Dharma-Gesprächs ein oder zwei kurze Abschnitte aus dem Buch „HIER UND JETZT SEIN“ von James Low. In diesem Werk erläutert der Dzogchen Lehrer einen sogenannten Schatztext in 40 Versen von Nuden Dorje mit dem Titel „Der Spiegel der klaren Bedeutung“. Darin geht um die Kultivierung der Gewahrseinspraxis. Die kurzen Kapitel tragen die Titel „Ich und Mein“ (Vers 17) und „Sei gut zu dir“ (Vers 34). Sie könnten gut zum Gespräch in der letzten Woche (s. u.) passen.
Dzogchen ist neben Mahamudra eine der Erkenntnispraktiken aus den tibetischen Traditionen, in denen wir üben, uns direkt und unverstellt der unmittelbaren Erfahrung unseres Seins und unseres Geistes zu öffnen. Sie ähnelt der Vipassana Praxis, die im frühen Buddhismus kultiviert wird.
Im Anschluss an die Lesung besteht wieder reichlich Gelegenheit zum Austausch über unsere Erfahrungen mit der Praxis sowie die vorgestellten Gedanken.
Wir beschließen den Abend mit einer kurzen Phase der stillen Wertschätzung und der Widmung.
Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.
Wir freuen uns auf deine Teilnahme!
Natürlich ist die Teilnahme an unseren Abenden einer guten buddhistischen Tradition folgend kostenlos.
Gleichwohl freut sich unser Spendenschweinchen über Zuwendungen, um die Anschaffung neuer Praxismaterialien und den Zugang zum Dhamma in Marburg zu sichern.
Außerdem…
Der nächste Praxistag kommt bestimmt
Die Abstimmung für den Termin unseres nächsten Praxistages geht weiter. Wer Interesse hat, einen Tag (9:30 bis 17:30) der meditativen Praxis zu widmen, kann sich für die entsprechenden Termine hier eintragen.
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Ein persönliches Wort des Redakteurs
Am letzten Donnerstag hatten sich trotz Wärme und Ferienzeit eine ganze Reihe von Interessierten in der Biegenstraße eingefunden. Dieser Abend hatte wieder etwas von einer Sternstunde des Dharma in Marburg.
Nach dem Vortrag über die vierfache Aufgabe, die mit den vier edlen Wahrheiten verknüpft ist, schloss sich ein inspirierendes offenes Gespräch über die Implikationen dieses Konzepts an. Schnell standen die Gefühlstönungen (vedanas) und das große Thema der Unbeständigkeit der Phänomene im Zentrum. Gemeinsam näherten wir uns den Stolpersteinen an, die sich so schnell in den Weg stellen, wenn wir unsere Vorstellungen darüber, wie es sein sollte oder könnte, in die Runde werfen. Am Ende fanden wir große Übereinstimmungen und merkten wieder einmal, wie schnell wir uns an Worten orientieren, die doch nur versuchen, Realität oder unsere Sicht davon abzubilden. Die Abbildung ist eben nie das Original. Schwarmintelligenz in Aktion!
Dank Ulis achtsamen Einwands, dass doch nichts gegen Freude spräche und man beim Freuen nicht schon an das Ende denken müsse, kamen wir überein, dass wir all das Schöne, das uns immer wieder begegnet, natürlich in vollen Zügen genießen sollten. Niemandem darf es erlaubt sein, uns dies zu untersagen. Die Kunst liegt doch gerade darin, den angenehmen und unangenehmen Erfahrungen mit Freundlichkeit, Mitgefühl, Freude und Gelassenheit zu begegnen. „Hier und Jetzt Sein“ ist der Schlüssel, fanden wir heraus. Nur mit offenem Gewahrsein können wir die schönen Seiten genießen, weil wir dann nicht schon das Ende dieser Erfahrung vorwegnehmen und damit den Genuss vorzeitig selbst beenden. Wenn wir das Verwelken einer wunderbaren Blüte bemerken, bleibt die Freude über die Schönheit. Gerade weil auch Schönheit der Unbeständigkeit und Veränderung unterworfen ist, können wir sie bemerken. Alles andere wäre dumpfer Stillstand, in dem keinerlei Erfahrung möglich ist. Wir können also entspannt und gelassen bleiben. Zumal Schönheit bekanntlich im Auge des Betrachters liegt – „Wat dem eenen sien Uul, is dem annern sien Nachtigall“, sagen wir in Norddeutschland. Eine Objektivität ist schwer zu finden.
Hundertmal können wir zum Augenblicke sagen: „Verweile doch, du bist so schön“, er wird sich unserem Wunsch nicht beugen. Dies bedeutet allerdings nicht, ihn nicht in vollen Zügen auszukosten, solange er entsprechend seiner Natur verweilt. Mit den schwierigen Erfahrungen ist es ebenso. Begegnen wir ihnen mit Gewahrsein und spüren wir, was sie in uns anstoßen, haben sie geringere Chancen, uns so zu dominieren, dass wir dem Schmerz noch inneres Leiden hinzufügen. Verlust, Vergänglichkeit bzw. Prozesshaftigkeit ist weder gut noch schlecht, sondern die Natur aller Erscheinungen. Es ist an uns, etwas Heilsames daraus zu machen und dem Leiden die Chance zu geben, ein Ende zu finden.
Nichts von all dem werden die meisten von uns bereits vollständig realisiert haben. Wir sind schließlich auf dem Weg. Aber der Entschluss, es mit der buddhistischen Herzens- und Geistesschulung zu versuchen, ist ein erster, entscheidender Schritt. Alles Weitere hängt davon ab, wie sehr wir dies durch unsere formale Meditations- und unsere achtsame Lebenspraxis kultivieren.
Dieser wunderbare Abend hat uns sehr bestärkt, den Weg, den wir mit der Buddhistischen Gruppe Marburg begonnen haben, freudig und zuversichtlich weiter zu gehen. Ein Blick in die Akten ergab, dass wir seit dem 1. August 2022 Mieter des Raums in der Biegenstraße sind. Bald haben wir vierjähriges Jubiläum! Wie schön.
Deshalb an dieser Stelle endlich einmal: Vielen Dank an alle, die schon einmal den Weg in die Biegenstraße gefunden haben bzw. immer wieder finden. Danke für all die Unterstützung aus nah und fern. Dadurch ermöglicht ihr, dass der Dharma in Marburg auf diese Weise und so einfach zugänglich sein kann.
Natürlich tragen auch eure großzügigen Futtergaben für das Spendenschweinchen ordentlich dazu bei, dass dieses Projekt eine Zukunft haben kann.
Danke!
Rüdiger

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M.D.S.P.
MarburgerDharmaSommerPreisausschreiben 2026
S.A.N.G.H.A. könnte Sehr Angenehme Nichtkommerzielle Gemeinschaft, Heilsames Anstrebend bedeuten. Aber ist dies die einzig mögliche Bedeutung?
Findet weitere innovative und treffende Auflösungen des Akronyms S.A.N.G.H.A.
Schickt uns eure kreativen Vorschläge. Wie wir alle wissen, sind Gedanken kein Fehler. Unbestelltes reaktives Denken trägt allerdings wenig zum Erwachen bei, strengt bitte deshalb eure grauen Dharma-Zellen zielgerichtet an. Dann weitet sich der Gedankenraum ins Unendliche.
Die prachtvollste, radikalste, intelligenteste, mitfühlendste, anregendste Idee gewinnt einen noch unbekannten im Dharma begründeten Preis.
Im Sinne der S.A.N.G.H.A. Selbsthilfe bitten wir dafür um stoffliche oder ideelle Spenden. Sollte mehr als ein Preis gespendet werden, sorgen wir dafür, dass sich der Segen der Großzügigkeit auf möglichst viele Akronymisten verteilen wird. Alles hat seinen Preis, wird behauptet. Aber warum soll es nur einen geben? Gar nicht einzusehen. Zack!
Einsendeschluss ist weiterhin der 22. August.
Die feierliche Übergabe der Preise und die Lobpreisung der Gewinnerinnen und Gewinner könnte an einem sommerlich-geselligen Treffen der BGM-S.A.N.G.H.A. in der folgenden Woche stattfinden. Auch dafür werden noch vor allem räumliche Vorschläge gesucht.
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Dharmabutter
Die Tibeter sagen, man könne Butter benutzen, um Leder weich zu machen; wenn man jedoch Butter in einem Ledersack aufbewahrt, wird das Leder allmählich trocken und brüchig. In ähnlicher weise können wir den Dharma gebrauchen, um uns weich zu machen, um diese Stellen unserer Rigidität zu öffnen, so dass wir flexibel werden und fähig, auf Situationen offen und angemessen zu antworten. Wir können uns aber auch mit Dharma anfüllen, so dass wir zu einem sehr starren Topf werden, zu jemandem, der viel über den Dharma weiß, in Wirklichkeit aber keinerlei Bewegungsfreiheit oder Spielraum mehr besitzt. Wir müssen den Dharma in uns hineinmassieren, so dass wir dadurch weich werden.
– James Low: Hier und Jetzt Sein. Ein Kommentar zu „Don Sal Melong – Der „Spiegel der klaren Bedeutung“ ein Dzogchen-Schatztext von Nuden Dorje. Edition Mandarava, 2005, S. 88

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