30. April 2026: Vier Gedanken, die den Geist dem Dharma zuwenden

Wir beginnen wieder um 18:45 Uhr mit Meditation im Sitzen und Gehen. (ca. 20-10-20 Min.)

Die vier grundlegenden Gedanken,
die den Geist dem Dharma zuwenden

Wir beginnen wie stets mit Meditationspraxis im Sitzen und Gehen (ca. 20-10-20 Min.)

Anschließend an das bewegende Gespräch in der letzten Woche soll es nach der Meditation um die vier Gedanken gehen, die den Geist dem Dharma zuwenden.

Mit diesen Kontemplationen hat Gotama uns eine gute Orientierungshilfe an die Hand gegeben. Sie umfassen in kurzer Form das, was unser Leben oft so schwer macht. Je mehr wir uns über diese vier Punkte klarwerden, desto inniger wird die Verbindung zum Dharma, zum Leben und zur Praxis.

Heute Abend werden wir uns etwas näher mit der Bedeutung dieser vier Gedanken auseinandersetzen.

In den vier grundlegenden Gedanken geht es um

  • Wertschätzung für die Kostbarkeit und Seltenheit menschlichen Lebens
  • Kontemplation von Vergänglichkeit und Tod
  • Einsicht in Karma: Unser Denken und Handeln wirkt
  • Die Nachteile von Samsara

Stützen werden wir uns u. a. auf Ausführungen Gendün Rinpoches in den „Herzensunterweisungen eines Mahamudra-Meisters“.

Den Abend beschließen wir mit einer kurzen Phase der stillen Wertschätzung und der Widmung.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Die Teilnahme an unseren Abenden ist einer guten buddhistischen Tradition folgend kostenlos.
Gleichwohl freut sich unser Spendenschweinchen über kleine Zuwendungen, um die Anschaffung neuer Praxismaterialien und anderer Notwendigkeiten zu erleichtern.
Ein Link zum Prinzip „Dāna“.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Dr. Jochen Link (9. 5. 1943 – 23. 4. 2026)

Schweren Herzens nehmen wir Abschied von unserem Jochen.

Mit seiner gedanklichen Klarheit, seiner Lebensfreude und seinem großen Herzen hat er als Mann der ersten Stunde der Buddhistischen Gruppe Marburg unseren Sangha mitgeprägt.

Seine inspirierenden Vorträge und Beitrage leitete er oft mit der ihm eigenen Bescheidenheit mit der Bemerkung ein, dass er zwar kein Buddhist sei und von Meditation keine Ahnung habe, aber… Dann folgten tiefgründige Gedanken, die er nie als absolut sehen wollte, könnten sich doch die Bedingungen seiner Schlussfolgerungen schon verändert haben oder dies irgendwann tun. Die jederzeitige Möglichkeit des Irrtums, der Täuschung, war einer seiner Leitgedanken, weshalb er oft mit Montaigne von der „toxischen Gewissheit“ sprach.

Jede Form der geistigen oder traditionellen Enge war ihm fremd. So las er zum Beispiel mit Begeisterung die Werke Stephen Batchelors und Nagarjunas. Einen Gesprächsbeitrag zu machen, ohne zumindest einmal auf Shakespeare – er konnte ihn fast komplett auswendig zitieren – oder Michel de Montaigne hinzuweisen, war, zu unser aller Freude, nahezu undenkbar.

Wir sind sehr traurig, dass wir nun ohne seine Inspiration und seinen mitfühlenden, kritischen Geist auskommen müssen und zugleich glücklich, dass wir einen Teil unseres Weges mit ihm gehen durften. Der Gedanke „Was würde Jochen jetzt sagen?“ wird uns sicherlich noch lange begleiten, vor allem wenn wir uns mal wieder unserer vorschnellen Be- und Verurteilungen bewusst werden.

In seiner Erzählung „Das goldene Zeitalter“ findet sich der Satz: „Wichtiger als das Denken ist das, was zu denken gibt“. Wir werden uns daran erinnern, wenn Gedanken während der Meditation uns wieder einmal vorgaukeln, wichtiger als das ihnen zugrundeliegende Geschehen zu sein.

Für die Buddhistische Gruppe Marburg
mit großer Dankbarkeit
Birgit Wilbert und Rüdiger Meier

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Wie sieht die Kommunikation aus, denkt Max, die aus voneinander abgeschotteten Subjekten entsteht? Wie können Menschen miteinander kommunizieren, wo sie doch auf etwas zurückgreifen müssen, was nicht kommuniziert? Der Verkehr zwischen Monaden, die ohne Tür und Fenster sind. Der Austausch der Einsamen dieser Erde. Es gibt keinen Leibniz’schen Gott mehr, der eine Korrespondenz zwischen ihnen dank einer prästabilierten Harmonie herstellt. Sie verkehren miteinander aufgrund von Mißverständnissen, und wenn sie einander verstehen, so nur, weil sie das gleiche Mißverständnis vorausgesetzt haben. Wenn zwei Leute miteinander sprechen, so bewahren sie sich vor Irrtümern am besten, wenn sie in diesem Augenblick nicht von einer Wahrheit ausgehen, sondern von vier Wahrheiten. Jeder hat seine eigene Erkenntnis von der Welt und seine eigene Welt, die seiner Erkenntnis entspricht. Wenn er seinen Sehpunkt für wahr hält und auch die Welt, die diesem Sehpunkt entspricht, und dem andern dasselbe zugesteht, dann macht das im Gespräch zusammen vier Wahrheiten. Er muß davon ausgehen, daß es nicht darauf ankommt, Wahrheit zu suchen, sondern Irrtümer auszusprechen, um Wahrheiten freizulassen.

– Jochen Link: Das goldene Zeitalter. Suhrkamp, 1981, S. 89

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23. April 2026: UNBESCHWERT – mit unerwünschten Emotionen

Wir beginnen wieder um 18:45 Uhr mit Meditation im Sitzen und Gehen. (ca. 20-10-20 Min.)

An diesem Abend werden wir im Anschluss einen Vortrag der Schweizer Dharmalehrerin Ursula Flückiger hören, der sich mit dem Umgang mit unerwünschten Emotionen beschäftigt. gehalten wurde er auf dem wegweisenden tradionsverbindenden Mahamudra & Vipassana Retreat mit ihr, Lama Tilmann Lhündrup und Fred von Allmen auf dem Beatenberg (siehe auch das Zitat am Ende dieser Einladung zur Meditation).

Wie oft werden wir uns von unerwünschten Emotionen getrieben und merken es noch nicht einmal. Ursula Flückiger gibt hilfreiche Hinweise, wie wir lernen können, schneller zu erkennen, wenn eine Gefühlslage beginnt, von uns Besitz zu ergreifen und wie wir klug und achtsam damit umgehen können.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Die Teilnahme an unseren Abenden ist einer guten buddhistischen Tradition folgend kostenlos.
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Vipassana Retreat mit Ursula Flückiger

Das Pfingst-Retreat im Meditationszentrum Beatenberg (Schweiz) mit Ursula Flückiger, Ingeborg Mösching und Doris Eckstein, an Pfingsten, 22. bis 25. Mai 2026, ist vor Ort bereits ausgebucht, aber die Teilnahme am Livestream (online) ist noch möglich:
Info und Anmeldung

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Karuna und Upekkha

Es sind die Qualitäten von Mitgefühl und Gelassenheit, die in uns das Vertrauen schaffen, angesichts der Unsicherheit des Lebens und der Panik zu entspannen, ja, uns sogar innerlich davor zu verbeugen. Sie machen es möglich, dass sich unsere Gefühle von Angst und Isolation aufweichen können. Es sind jene Herzens- und Geistesqualitäten, welche die scheinbaren Barrieren zwischen mir und dir, zwischen uns und den anderen, zwischen unterschiedlichen Teilen in uns selbst, als Illusionen entlarven.
Es geht nicht darum, sich in der Praxis abzumühen, um eines Tages, wenn wir den Kampf gewonnen haben, liebevollere, weisere Menschen zu werden. Vielmehr lernen wir, uns stetig mit der Güte, der Weisheit und dem Gleichmut in uns zu verbinden.

Ursula Flückiger in: Tilmann Lhündrup, Ursula Flückiger, Fred von Allmen: Mahamudra & Vipassana – Gewahr Sein. Norbu Verlag, 2015, S. 323

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16. April 2026: Die fünf Skandhas/Kandhas – Die Mengen unseres Erlebens

Wir beginnen wieder um 18:45 Uhr mit Meditation im Sitzen und Gehen (ca. 20-10-20 Min.).

Heute soll es um die Skandhas (Pali: Kandhas), die Mengen unseres Erlebens, gehen, die dafür sorgen, dass wir so schnell von einem festen Ich anstatt einem dynamischen ausgehen, was uns so viele vermeidbare Probleme bereiten kann.

Es geht darum, zu erkennen wie wir auf der Grundlage unserer Wahrnehmung unsere Welt bauen und gestalten. Am Ende des Prozesses und des Zusammenwirkens der Skandhas stehen wir allzuoft als vemeintlich feste stabile Wesen da, die von Gewohnheitsmustern getrieben manches Gutes, aber viel Unheilsames denken und tun. (Siehe auch das Zitat am Ende dieser Einladung)

Grundlage des Gesprächs werden zwei kurze Vorträge von Lama Tilmann Lhündrup und Karl-Heinz Brodbeck sein, die sich auf durchaus unterschiedliche Weise diesem Thema widmen.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Die Teilnahme an unseren Abenden ist einer guten buddhistischen Tradition folgend kostenlos.
Gleichwohl freut sich unser Spendenschweinchen über kleine Zuwendungen, um die Anschaffung neuer Praxismaterialien und anderer Notwendigkeiten zu erleichtern.
Ein Link zum Prinzip „Dāna“.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Entwicklungslinien der buddhistischen Lehre

In einem der letzten Einladungen haben wir auf einen einjährigen Kurs der Deutschen Buddhistischen Union (DBU) aufmerksam gemacht. Er beginnt am 21. April. Hiermit sei an ihn erinnert. Weitere Infos zu auf der Homepage der DBU. Einige von uns werden teilnehmen und bieten einen Austausch darüber an, wenn gewünscht.

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Grundlagen der buddhistischen Lehre II

Das von Lama Tilmann Lhündrup mitgegründete Ekayana Institut bietet einen Grundlagenkurs an, der systematisch in die buddhistische Lehre einführt. Vom 18. bis 26. April 2026 findet der Dharma Grundkurs 5 mit dem Schwerpunkt „Unsere Geistestrübungen auf den Weg bringen“ statt. Auch wer die ersten vier Grundkurse nicht mitgemacht hat, kann problemlos einsteigen. Alle vorherigen Aufzeichnungen werden zugänglich gemacht, wenn man dies möchte. Es geht aber auch einfach so. Der gesamte Kurszyklus ist auf zehn Jahre angelegt und kann Neulingen und Erfahreneren Praktizierenden nur empfohlen werden.

Der Kurs findet analog am Titisee (Schwarzwald) und online statt. Es gilt das Prinzip von Dana, der Übung der Großzügigkeit. Deshalb wird der Kurs kostenlos angeboten. Lediglich für die Vorortteilnahme sind 50 € für die Raummiete fällig.

Lehren werden Lama Tilmann Lhündrup und Lama Heiko.

Nähere Infos finden sich auf der Homepage des Ekayana Instituts.

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Skandhas – unsere psychophysischen Bestandteile

Weisheit entsteht nur, wenn wir erkennen, dass die Dinge, die wir für real und substanziell halten, überhaupt nicht real und substanziell sind. Alle unsere negativen Gewohnheiten und verzerrten Sichtweisen kommen daher, dass wir nicht verstehen, wie die Dinge wirklich sind, und uns stattdessen darauf konzentrieren, wie sie uns erscheinen. So interpretieren wir alles falsch. Diese Fixierung lässt den Glauben entstehen, dass unsere psychophysischen Bestandteile (Skandhas) ein „Selbst“ sind, und verstärkt das Missverständnis, dass die Objekte, die durch unsere Sinnesbewusstseine wahrgenommen werden, real und substanziell sind. Dies wiederum stört den Geist und führt zu diskursiven Gedanken und widerstreitenden Emotionen. Daraus ergeben sich zwangsläufig negative Verhaltensweisen und wir gelangen schließlich zu unseren Erfahrungen von Leiden und Unzufriedenheit zurück. Dies wiederum führt zur weiteren Erzeugung diskursiver Gedanken und widerstreitender Emotionen.

Nur wenn wir die Natur des Geistes und die Natur der Dinge erkennen, kehren wir diesen Abwärtstrend in die samsarische Existenz um. Aus dieser Erkenntnis ergibt sich eine direkte Wahrnehmung der leuchtenden, spontan entstandenen Weisheit, die von Natur aus klar ist.

Diese Weisheit manifestiert sich auf unablässige Weise. Sie ist gänzlich ungeschmückt von den Vorstellungen von Subjekt und Objekt. Nur unser Unvermögen, diesen selbst-leuchtenden Zustand zu erkennen, hat zu unserer Verstrickung in den dualistischen Fixierungen geführt, die unser samsarisches Leiden verursachen. Wenn wir der Unzufriedenheit ein Ende setzen wollen, müssen wir unseren Verblendungen ein Ende setzen. Es ist daher unerlässlich, die Wahrheit zu begreifen, dass die Natur der Dinge leer von einer inhärenten Existenz ist. Wir müssen wahrhaft erkennen, dass es kein selbst-existierendes Subjekt oder Objekt gibt, das letztendlich real ist.

 – Traleg Kyabgön Rinpoche: Leuchtend klare Glückseligkeit. Meditation und Philosophie der Mahamudra-Tradition. Manjugosha Edition, 2020, S. 105

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9. April 2026: Simply Being – Einfach Sein

Wir beginnen wieder um 18:45 Uhr.

Anstatt am ersten Donnerstag eines Monats gibt es diesmal am zweiten eine Einführung in eine der buddhistischen Meditationstechniken in Form einer geleiteten Meditation.

Heute werden wir, neben der Achtsamkeit auf den Atem – der Grundübung der Meditation – versuchen, im „einfachen Sein“ zu verweilen. Die Mahamudra-Unterweisungen Lama Tilmann Lhündrups werden dafür die Basis sein.

Natürlich besteht anschließend wieder reichlich Gelegenheit über das Geübte und Gehörte zu diskutieren und unsere Erfahrungen zu teilen.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Die Teilnahme an unseren Abenden ist einer guten buddhistischen Tradition folgend kostenlos.
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Leerheit erfahren

Alles Negative wird selbst befreit, denn wenn wir im Zustand des Gleichmuts in der Leerheit verweilen, werden wir nicht zwischen Hoffnung und Angst hin und her pendeln. Es gibt weder Angst davor, durch emotionale Konflikte korrumpiert zu werden, wodurch es zu Schaden kommt, noch die Hoffnung, Befreiung von diesem Schaden zu erlangen. Wenn wir auf diese Weise über die Dinge kontemplieren, werden wir Einsicht in die ursprüngliche Reinheit all unserer Erfahrungen gewinnen, sowohl in Bezug auf den Geist als auch auf die Außenwelt. Das ist die Essenz von Einsicht in der Mahamudra-Tradition.

Es reicht nicht aus, flüchtige Einblicke in die Natur des Geistes oder ein gewisses Verständnis von „der Einheit von Leerheit und Gewahrsein“ oder „der Einheit von Leerheit und der Welt der Phänomene“ zu haben. Wir müssen über ein angemessenes Verständnis für die harmonische Koexistenz aller drei verfügen. Dies muss zu einer direkten Erfahrung werden, da nur eine direkte, unmittelbare Erfahrung der nicht-dualen Leerheit über die Verbalisierung dieser Realität hinausgeht.

 – Traleg Kyabgon Rinpoche: Leuchtend klare Glückseligkeit – Meditation und Philosophie der Mahamudra-Tradition, Manjugosha Edition, 2020, S. 229

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Karma erleben

„Handlungen sind, wie Verträge,

So unwiderruflich wie Schulden –

Ihre Unwiderruflichkeit

Lässt sie reifen.“

– Nagarjuna

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2. April 2026: Der Meditationsabend fällt aus

Am Gründonnerstag fällt der Meditationsabend in der Biegenstraße aus.

Am 9. April sehen wir uns wieder. Dann wird die ausgefallene Einführung in die Meditation nachgeholt.

Wir wünschen allen Freundinnen und Freunden der Buddhistischen Gruppe Marburg schöne und erholsame Feiertage.

Aktuell

Das Schwerpunktthema der Ausgabe 2/2026 von Buddhismus aktuell lautet „Macht“. Machtstrukturen durchdringen nahezu alle Bereiche unseres sozialen Lebens – von der Politik und Religion bis zu den persönlichen Beziehungen in Familie und Beruf. In der buddhistischen Praxis stellt sich die Frage, wie Macht heilsam eingesetzt werden kann, etwa um sich selbst zu befreien, und wo die Gefahren des Machtmissbrauchs, der Unterdrückung und Manipulation lauern. Wir beleuchten in dieser Ausgabe, wie die Lehren des Buddha uns helfen können, Machtverhältnisse zu reflektieren und eine Ethik der Achtsamkeit und des Mitgefühls zu bewahren.

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Gegenwart

Würden Sie bitte, jetzt, überlegen, welche Eigenschaften Sie am liebsten verkörpern würden? Qualitäten wie Leichtigkeit, Vertrauen, Klarheit oder Freundlichkeit zum Beispiel? Halten Sie einen Moment inne und stellen Sie sich vor, diese Eigenschaften tatsächlich in vollem Umfang zu besitzen. Wie würde es sich anfühlen, durch Ihr Haus zu gehen, Freunde oder Fremde zu treffen, die diese Eigenschaften verkörpern? Können Sie sich vorstellen, dass andere dieselben Eigenschaften in vollem Umfang haben? Beeinflusst es Sie in irgendeiner Weise, sich diese Eigenschaften vorzustellen? Sind sie dann nicht bereits in Ihrer Erfahrung vorhanden, bereits ein Teil von Ihnen, auch wenn sie noch nicht stark ausgeprägt sind?

 – Prof. Dr. Anne C. Klein (Lama Rigzin Drölma): Being Human and a Buddha too – Longchenpa’s Sevenfold Mind Training for a Sunlit Sky, Wisdom Publication, New York City, 2023, S. 11

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26. März 2026: Rechte Achtsamkeit im Alltagsleben

Wir beginnen wieder um 18:45 Uhr mit Meditation im Sitzen und Gehen (ca. 20-10-20 Min.).

Das Thema Achtsamkeit ist ein wichtiger Aspekt in der buddhistische Lehre und Praxis. Dabei geht es nicht um Entspannung im Sinne von Zerstreuung und Unterhaltung, sondern um ein tiefes Verständnis unseres Geistes und der grundlegenden Qualität der Realität. Achtsamkeit ist ein Bestandteil des von Gotama empfohlenen „Edlen Achtfachen Pfads“: Rechte (angemessene/heilsame) Achtsamkeit. Dieser Weg ist das Mittel, das hilft, unsere Leiden zu überwinden, indem wir aus unseren Täuschungen und Illusionen erwachen. 

Am heutigen Abend wollen wir uns Texten von Tulku Lobsang Rinpoche und Dagyab Kyabgön Rinpoche widmen, die sich mit „Achtsamkeit“ befassen.

Tulku Lobsang ist ein buddhistischer Lehrer, der im Bön (eine animistisch-schamanistische Religion, die vor dem Buddhismus in Tibet vorherrschte) und den großen tibetischen buddhistischen Traditionen ausgebildet wurde. 

Dagyab Kyabgön Rinpoche ist der spirituelle Leiter des Tibethauses Deutschland.

Wenn wir Achtsamkeit entwickeln, blühen wir im jetzigen Moment auf. Uns der gegenwärtigen Erfahrung bewusst zu sein, ermöglicht uns, aus der gewohnten Reaktivität auszusteigen und uns schrittweise von den inneren Schleiern zu befreien.

Die Lesung wird von praktischen Übungen begleitet, die uns über das Hören hinaus ein intuitives Verständnis ermöglichen können.

Natürlich besteht anschließend wieder reichlich Gelegenheit über das Geübte und Gehörte zu diskutieren und unsere Erfahrungen zu teilen.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Die Teilnahme an unseren Abenden ist einer guten buddhistischen Tradition folgend kostenlos.
Gleichwohl freut sich unser Spendenschweinchen über kleine Zuwendungen, um die Anschaffung neuer Praxismaterialien und anderer Notwendigkeiten zu erleichtern.
Ein Link zum Prinzip „Dāna“.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Zukunft

Am 21. April 2026 beginnt ein Online Studienprogramm mit Dr. Karsten Schmidt, Wissenschaftler und Dharmapraktizierender.
Laut Ankündigung soll es um die folgenden Fragen gehen: „Wer war der historische Buddha? In welchem Umfeld hat er gelebt? Worin bestehen die zentralen Aussagen seiner Lehre und wie hat diese sich verbreitet und entwickelt? Was sind die Besonderheiten der einzelnen Traditionslinien? Welche interkulturellen und interreligiösen Kontakte haben sich ergeben? Wie wurden die buddhistischen Traditionen von europäischer Seite wahrgenommen, und wie kam der Buddhismus in den Westen?
Und nicht zuletzt: Welche speziellen Herausforderungen ergeben sich für das Verständnis buddhistischer Lehren vor einem europäischen und modernen Hintergrund.“

Dieser einjährige Kurs findet immer dienstags im zweiwöchigen Rhythmus statt. Mehr auf der Website der Deutschen Buddhistischen Union (DBU).

Vielleicht ist für diejenigen unter uns, die sich wirklich tief mit dem Dharma beschäftigen wollen, folgender Hinweis interessant:
Modalitäten: In einer ausgewogenen Mischung aus Vorträgen, Diskussionen sowie Frage und Antwort- Sequenzen wird der Buddhismus aus historischer, philosophischer, religionswissenschaftlicher und erfahrungsbasierter Perspektive vermittelt. Umfassende Unterrichtsmaterialien werden regelmäßig zur eigenständigen Vertiefung und weiterführenden Auseinandersetzung zur Verfügung gestellt. Teilnehmende, die die Lehrerausbildung im Rahmen des Studienprogramms in rund 20 Modulen absolvieren, können mit diesem einjährigen Kurs fünf Module erwerben.
Nach Abschluss wird eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt.

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Vergangenheit

Letzten Donnerstag sahen wir in der Biegenstraße einen Dharmavortrag Lama Tilmann Lhündrups. Er hatte den Titel „Wo, bitte, geht es zur Buddhanatur?“. Tilmann sprach von dem Weg von A nach A. Wer ihn versäumen musste oder noch einmal hören und sehen möchte kann dies einfach tun. Mit einem Klick zur Buddhanatur.

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Gegenwart

Irgendwo in dieser Welt und in diesem Leben werdet ihr Zufriedenheit finden müssen, sonst rennt ihr immer nur herum, als wäre ein Schwarm Bienen hinter euch her, und findet keine Freiheit vom endlosen Ringen eures Lebens. Wenn wir von Freiheit sprechen, wissen manche nicht, was darunter zu verstehen ist. Gemeint ist nicht die Freiheit, sich dem Haften und Begehren hinzugeben. Weltmenschen mögen das meinen, wenn sie Freiheit sagen – die Freiheit, herumzulungern, sich zu betrinken und so weiter.
Das ist überhaupt keine Freiheit, weil wir darin einfach nur den groben Begierden nachgeben und doch nichts Brauchbares finden, nichts, was uns erfüllt oder glücklich macht. Jeder hat das bei anderen schon beobachten können und sollte sich sagen, dass es bei ihm selbst genauso ist: All das zieht nur mehr Verwicklungen, mehr Probleme, mehr Leid nach sich.

Wahre Freiheit ist die Freiheit, nein zu sagen, nein zu den Kräften in unserem Geist, die keinen Frieden zulassen, die uns von Ort zu Ort und von Mensch zu Mensch wehen. Es muss eine Zeit kommen und es muss sich ein Ort finden, an dem man Halt macht und still stehen bleibt wie ein Berg. Der Wind weht weiter, aber du regst dich nicht. Der Wind kann wehen, wie er will, und da er nichts erreicht, legt er sich schließlich. Der Berg ist das Symbol des Arahant, der vom Begehren und von den geistigen Verunreinigungen nicht mehr zu bewegen ist. Wir müssen den Entschluss fassen, anzuhalten, einfach nur noch hier zu sein und uns nicht mehr vom gegenwärtigen Augenblick zu entfernen.

 – Ajahn Brahm: Nur dieser Moment – Anleitungen für die buddhistische Praxis. Lotos Verlag, 2009, S. 61 f.

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19. März 2026: Wo, bitte, geht es zur Buddhanatur?

Wir beginnen wieder um 18:45 Uhr mit Meditation im Sitzen und Gehen (ca. 20-10-20 Min.).

Letzten Donnerstag wurden spannende Fragen an unseren Gast Lama Dorje gestellt, die um das Thema Nirvana/Nibbana und Erwachen/Erleuchtung kreisten. Dieses Interesse aufgreifend, schauen wir uns heute Abend gemeinsam einen Videovortrag von Lama Tilmann Lhündrup an:

Wo, bitte, geht es zur Buddhanatur?
Wegweiser von A nach A“

Lama Tilmann zeigt darin den Weg auf, mitsamt all den Fallstricken, Verwirrungen und Umwegen.

Anschließend besteht Gelegenheit, gemeinsam zu reflektieren, an welchem Punkt des Weges wir uns gerade befinden: A oder A oder doch A.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

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Nachlese zum Abend mit Lama Tenzin Dorje

Der Abend war sehr gut besucht. Lama Dorje hat eindrücklich geschildert, unter welchen Bedingungen die Menschen in seinem sehr abgelegenen Dorf Rana in einer Höhe von 4000 Metern leben. Ohne die Unterstützung aus Europa wären die Krankenstation und der Unterricht für die Kinder dort nicht möglich gewesen.

Lama Dorje ist inzwischen wohlbehalten an der nächsten Station seiner Reise angekommen. Er lässt alle herzlich grüßen – sowohl jene, die letzten Donnerstag dabei sein konnten, als auch diejenigen, die verhindert waren. 
Sein besonderer Dank gilt den so großzügigen Spenderinnen und Spendern: An diesem Abend kamen unglaubliche 855 € für sein Krankenhaus- und Schulprojekt in Rana/Zanskar zusammen! Dieses Geld wird dort sehr viel bewirken können. Sadhu Sadhu Sadhu!

Wir bleiben mit Lama Dorje in Kontakt und werden an dieser Stelle immer wieder über den Stand der Dinge in Rana berichten.

Wer ebenfalls zum weiteren Gelingen des Projekts beitragen möchte, findet auf dem Flyer des Unterstützervereins in Konstanz weitere Informationen und die Kontonummer. Der gemeinnützige Verein „First Aid Amchi Center e. V.“ stellt selbstverständlich Spendenquittungen aus und dokumentiert seine Tätigkeit in seinem Jahresbericht.

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„Gewahrsein entwickeln“ mit Lama Tilmann

Am 28. und 29. März 2026 findet das erste Wochenende mit Lama Tilmann im Rahmen der neuen Reihe mit Wochenenden (ca. drei pro Jahr) zum Buch seines Lehrers Gendün Rinpoche „Herzensunterweisungen eines Mahamudrameisters“ in Freiburg statt. Eine gute Gelegenheit, Lama Tilmann persönlich kennenzulernen. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Einfach kommen, ist das Motto. Weitere Infos finden sich auf der Homepage des Buddhistischen Zentrums Freiburg. Birgit und Rüdiger haben schon an verschiedenen Wochenenden teilgenommen und stehen für persönliche Infos zur Verfügung.

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Emotionen in Meditation und Alltag

Zwischen Gedanken und Emotionen besteht kein grundsätzlicher Unterschied, beide sind nichts anderes als Bewegungen des Geistes. Emotionen sind Wellen eng aufeinanderfolgender Gedanken. Sie beginnen mit einem einzelnen Gedanken, dem wir große emotionale Bedeutung beimessen und an den wir weitere Gedanken knüpfen, bis diese schließlich alle unsere Überlegungen, Worte und Handlungen beeinflussen und den Geist quasi überfluten. Emotionale Verwicklung ist das Ergebnis von Unwissenheit: Der Geist, der sich selbst nicht erkennt, wird Opfer seines Anhaftens und lässt sich von Emotionen mitreißen. Unfähig, sich von ihnen zu befreien, muss er kämpfen, um die Objekte, die ihn so aufregen, zu bekommen oder abzuwehren. Dabei erschöpft er sich völlig, während er eigentlich entspannt in sich selbst ruhen könnte. Er bräuchte die Emotionen lediglich im Gewahrsein ihrer wahren Natur loszulassen.

Um die wahre Natur der Emotionen zu erkennen, sollten wir unseren Blick direkt im Moment ihres Auftauchens auf sie richten, genauso wie es bereits für Gedanken im Allgemeinen beschrieben wurde. Jedesmal, wenn eine Emotion den Geist aufwühlt, schauen wir direkt in sie hinein und versuchen herauszufinden, ob sie eine Form, Farbe oder irgendein anderes Merkmal besitzt, das ihre konkrete Existenz bezeugen würde. Als Folge des wiederholten Hineinschauens erkennen wir, dass Emotionen in ihrer Essenz nicht fassbar sind. Sie haben keine konkrete Existenz, sondern sind eine flüchtige Erscheinung im Geist, ähnlich wie ein Traum. Die Emotion ist kein „Etwas“, kein Ding – es ist nichts Konkretes zu finden. Das Gewahrwerden der Tatsache, dass nichts zu finden ist, führt zur direkten Erkenntnis der Natur einer jeden Emotion. Sie enthüllt sich als eine illusorische Erscheinung und wird als Ausdruck des unaufhörlich schöpferischen, ursprünglichen Gewahrseins erkannt. Obwohl diese Praxis des direkten Hineinschauens in die Emotionen zunächst nicht leicht ist, sollten wir uns doch darum bemühen.

Gendün Rinpoche: Herzensunterweisungen eines Mahamudra-Meisters. Norbu Verlag, 2017, S. 248 f.

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12. März 2026: Ein Abend mit Lama Tenzin Dorje

Beginn: 18:45 Uhr

Dieser Abend wird etwas Besonderes sein.

Lama Tenzin Dorje aus Zanskar (Nordwestindien) wird uns an diesem Abend besuchen.

Im vergangenen Sommer hatten Mitglieder unserer Gruppe die besondere Gelegenheit, die Region Zanskar im indischen Himalaya zu bereisen. Diese wilde und beeindruckende Landschaft ist geprägt von jahrhundertealten Klöstern, buddhistischer Kultur und einer einzigartigen Bergwelt.

Dort wohnten sie im Gästehaus des Klosters Muney, in dem Lama Dorje mit weiteren Mönchen lebt. Mit ihm verbrachten sie zwei Wochen in Zanskar und Nordindien, um Klöster zu besuchen, Mönche zu treffen und einen Einblick in eine Kultur zu gewinnen, die vom Rhythmus der Berge, der Spiritualität und einer großen inneren Ruhe geprägt ist.

Nun ist Lama Dorje zum „Gegenbesuch“ in Marburg und wird aus seiner Heimat berichten und Einblicke in das Leben, die Traditionen und die buddhistische Praxis in Zanskar geben. Er wird uns auch von seinem Krankenhausprojekt und dessen Fortschritten berichten. Wir bitten deshalb an diesem Abend ausdrücklich um Spenden für den Weiterbau des Krankenhauses. Es fehlt immer noch an so vielem.

Natürlich werden wir gemeinsam mit ihm meditieren. Lama Dorje wird die Praxis anleiten und mit tibetischen Wunschgebeten einrahmen.

Wir haben viel Zeit für das Gespräch mit ihm eingeplant. Er spricht gut Englisch und für schnelle Übersetzung wird gesorgt sein.

Alle Interessierten, die schon länger zu unseren Donnerstagen kommen, sind herzlich eingeladen. Da unsere räumlichen Kapazitäten recht begrenzt sind, können Neueinsteiger in der nächsten Woche gerne wieder teilnehmen.

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Aus gegebenem Anlass

Die Welt wird zurzeit nicht gerade friedlicher. Politische und wirtschaftliche Interessen werden zunehmend mit direkter kriegerischer Gewalt durchgesetzt.

Der US-amerikanische Mönch Thanissaro Bikkhu hat bereits vor ein paar Jahren einen Text, „At war with the Dhamma“ verfasst, der sich mit der Frage beschäftigt, wie eine dem Dhamma entsprechende Haltung zu Krieg und Gewalt aussehen sollte. Er sei an dieser Stelle dringend zur Lektüre empfohlen. Unsere übersetzte Fassung steht zum Download bereit.

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Atomare Dämmerung

Der Tag, als ich das erste Mal den Mount St. Helens bestieg, war der 13 August 1945.

Der Spirit Lake lag weitab von den Städten im Tal, und Nachrichten brauchten lange bis dorthin. Obwohl die erste Atombombe am 6. August auf Hiroshima abgeworfen worden war und die zweite am 9. August auf Nagasaki, erschienen erst am 12. August Fotos im Portland Oregonian. Diese Zeitungen müssen den Spirit Lake am 13. erreicht haben. Am frühen Morgen des 14. ging ich zur Forsthütte hinüber, um das Schwarze Brett zu studieren. Ganze Zeitungsseiten waren dort angeheftet: Luftaufnahmen von einer zerstörten Stadt, die auf 150.000 geschätzte Zahl der Toten allein in Hiroshima, der zitierte amerikanische Wissenschaftler: „Dort wird in den nächsten 70 Jahren nichts mehr wachsen.“ Die Morgensonne auf meinen Schultern, der Geruch des Tannenwaldes und die Schatten der großen Bäume; Füße in dünnen Mokassins spürten den Boden, und mein Herz noch eins mit dem Schneegipfelberg in meinem Rücken. Entsetzt, Wissenschaftler und Politiker und die Regierungen der Welt verfluchend, legte ich vor mir ein Gelübde ab, etwas wie: „Bei der Reinheit des Mt. St. Helens, ich werde diese grausame, zerstörerische Kraft und jene, die danach trachten, sie zu benutzen, mein Leben lang bekämpfen.“

Aus:
Gary Snyder (*8. Mai 1930 in San Francisco), Buddhist, Dichter, Umweltaktivist, Pulitzerpreisträger: Gefahr auf den Gipfeln (Übers. Sebastian Schmidt), Stadtlichter Presse, Berlin, 2006. S. 19

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5. März 2026: Sayadaw U Tejaniyas Anleitung zur Meditation

Wir beginnen wieder um 18:45 Uhr.

Beginn: 18:45 Uhr

Wie immer gibt es am ersten Donnerstag eines Monats wieder eine Einführung in eine der buddhistischen Meditationstechniken in Form einer geleiteten Meditation. Heute geht es um die Einsichts- oder Vipassanameditation.

Sayadaw U Tejaniya ist ein burmesischer Meditationsmeister, der schon oft im Westen gelehrt hat. Einige seiner Bücher liegen mittlerweile auch in deutscher Übersetzung vor. Wir orientieren uns diesmal an seinen Anleitungen.

Bei der Meditation geht es um das Kultivieren der guten Geistesqualitäten. Wir versuchen es einfach von Moment zu Moment, ganz einfach. Vergesst nicht, was geschieht. Wenn Gewahrsein da ist, ist auch Weisheit da und der Geist ist frei, befreit. Er ist frei von falscher Sichtweise und frei von Leiden.
Achtsamkeitsmeditation ist ein Lernprozess, kein kreativer Prozess. Deshalb versuchen wir nicht, irgendetwas zu tun. Wir warten einfach ab und beobachten, was geschieht, so wie es ist, ohne Wollen, ohne Erwartungen. Wir praktizieren einfach und kontinuierlich.“
(Sayadaw U Tejaniya: Dhamma überall – Jeden Moment mit Gewahrsein+Weisheit willkommen heißen. Verein Vipassana Publikationen (Schweiz), 2017, S. 170)

Natürlich besteht anschließend wieder reichlich Gelegenheit über das Geübte und Gehörte zu diskutieren und unsere Erfahrungen zu teilen.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Die Teilnahme an unseren Abenden ist einer guten buddhistischen Tradition folgend kostenlos.
Gleichwohl freut sich unser Spendenschweinchen über kleine Zuwendungen, um die Anschaffung neuer Praxismaterialien und anderer Notwendigkeiten zu erleichtern.
Ein Link zum Prinzip „Dāna“.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

In Marburg

Für alle, die den letzten Donnerstag verpasst haben oder sich noch einmal mit dem Thema Widmung des Verdiensts beschäftigen möchten, liegt das Skript mit Gedanken zu puñña, der Widmung des Heilsamen, zum Download bereit.
Großer Dank an alle, die den Weg in die Biegenstraße gefunden und das wunderbare Gespräch über die verschiedenen Zugänge zu dieser wichtigen Praxis ermöglicht haben.

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Im Süden

Über Ostern, vom 2. bis 6. April 2026, findet im Seminarhaus Engl in Niederbayern ein Retreat mit Ursula Flückiger statt. Es gibt noch ein paar freie Plätze. Ursula ist eine großartige Lehrerin, die den Dhamma auf einzigartige Weise verkörpert.

Vipassana und Metta über Ostern – Erkenntnis und Herzensgüte

Offenes Gewahrsein, befreiende Erkenntnis, mitfühlende Verbundenheit: Mit achtsamem Gewahrsein erforschen wir die wahre Natur von Körper, Herz und Geist. Die unmittelbare Einsicht in ihre unbeständige, nicht-erfassbare Natur ermöglicht tiefes inneres Loslassen und Annehmen, wodurch Gelassenheit entsteht und innere Befreiung möglich wird. Durch das Kultivieren einer altruistischen Motivation und der Erfahrung der Verbundenheit allen Seins werden Liebe und Mitgefühl vertieft.
Außer beim Austausch zur Praxis mit der Kursleitung findet der Kurs für die Teilnehmenden im Schweigen statt, was auch beinhaltet, dass auf die Benutzung von elektronischen Kommunikationsmitteln verzichtet wird.

Infos und Anmeldung über die Website des Engl.

PS: Für das Retreat „Vipassana an Himmelfahrt“ (13. bis 17. Mai) im Seminarhaus Engl gibt es bereits eine Mitfahrgelegenheit von Marburg. Interessenten melden sich bitte per Email oder sprechen Rüdiger an einem der nächsten Donnerstage an.

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Im Westen

Die Deutsche Buddhistische Union veranstaltet nächsten Freitag das zweite Online-Kolloquium in der Reihe „The Buddha Goes West?“.

Aus der Ankündigung: „Diese Kolloquienreihe widmet sich den essentiellen Fragen zur Zukunftsgestalt des Buddhismus: Wie bewahren wir seine lebendige Essenz und Vielfalt? Wie kann der Buddhismus sowohl persönliche als auch gesellschaftliche Herausforderungen wirksam adressieren?
Unter der Moderation von Prof. Gert Scobel und mit wissenschaftlicher Begleitung von Dr. Jan-Ulrich Sobisch bringen wir Fachleute verschiedener buddhistischer Traditionen zusammen, um historische Entwicklungslinien nachzuzeichnen, kulturelle Adaptionsprozesse zu analysieren und gegenwärtige Herausforderungen zu beleuchten. Im Zentrum dieses Kolloquiums steht die Frage, wie buddhistische Institutionen Machtstrukturen, Ethik und gesellschaftliche Ordnung prägen und durch sie geprägt werden.
Wir laden euch herzlich ein, diesen kritischen Diskurs mitzugestalten.“

Weitere Informationen finden sich auf der Website der DBU.

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Im Osten

Auf dem Geierberg:
wer stünde dort und sähe
den Mond nicht leuchten? –
Es hinge ihm denn die Wolke
vor dem eigenen Herzen.

– Saigyô Hôshi (1118-1190)

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Übrigens: Du kannst den Newsletter auch online lesen.

Auf Instagram sind wir ebenfalls zu finden, auf „X“ nicht.

26. Februar 2026: Widmung des Verdienstes – Leeres Ritual oder wirkungsvolle Praxis?

Wir beginnen wieder um 18:45 Uhr mit Meditation im Sitzen und Gehen (ca. 20-10-20 Min.).

Entsprechend guter alter buddhistischer Gepflogenheit widmen wir in allen Traditionen am Ende einer Praxisphase die erworbenen „Verdienste“ allen(!) fühlenden Wesen. Dies drückt auf formelle Weise unsere Großzügigkeit aus, nicht für uns allein zu praktizieren, sondern alle Lebewesen im Blick zu haben. Ob Andere direkt von der Widmung profitieren, ist eine Glaubenssache. Diese Haltung der Freundlichkeit (metta) und des Mitgefühls (karuna) zu kultivieren, den Weg des Erwachens nicht nur für sich allein, sondern für alle Mitwesen zu beschreiten, hat sicher eine Wirkung auf uns und die Wesen um uns herum.

„Das Verdienst zu widmen ist wie das Speichern unserer Arbeit auf einem Computer. Egal, wie lange wir gearbeitet haben, wenn wir unsere Dateien nicht gesichert haben und der Rechner herunterfährt, werden wir alle unsere Arbeitsergebnisse verloren haben. Genau das passiert, wenn wir unsere Verdienste nicht allen fühlenden Wesen widmen. Wenn wir später wütend werden oder uns in anderen widersprüchlichen Emotionen oder Geisteszuständen wiederfinden, werden wir die Weisheit, den Verdienst und die Tugenden verlieren, die wir zuvor angesammelt haben.“ (Khenpo Gawang Rinpoche: Your Mind Is your Teacher, Boston, 2013, S. 50 f.)

An diesem Abend wollen wir uns damit beschäftigen, was „Verdienst“ bedeutet und warum es heilsam für uns und andere sein könnte, ihn zu widmen. Alle, die schon einmal donnerstags dabei waren, kennen ja unsere gelben Kärtchen mit dem Widmungstext. Heute wollen wir versuchen, diesen mit mehr Inhalt und Inspiration zu versehen. 
Natürlich besteht anschließend wieder reichlich Gelegenheit über das Geübte und Gehörte zu diskutieren und unsere Erfahrungen zu teilen.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Die Teilnahme an unseren Abenden ist einer guten buddhistischen Tradition folgend kostenlos.
Gleichwohl freut sich unser Spendenschweinchen über kleine Zuwendungen, um die Anschaffung neuer Praxismaterialien und anderer Notwendigkeiten zu erleichtern.
Ein Link zum Prinzip „Dāna“.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Mara, Nachtrag

Letzen Donnerstag haben wir uns mit „Mara“, den wenig heilsamen inneren Tendenzen, beschäftigt. Das zu Beginn vorgestellte Gedicht Baudelaires und einige ergänzenden Gedanken können jetzt heruntergeladen werden.

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Metta-Montag

Morgen ist wieder MettaMontag

Die Deutsche Buddhistische Union hat den MettaMontag ins Leben gerufen und regt dazu an, die Woche mit der Übung und der Haltung von Metta (Freundlichkeit/Wohlwollen) zu beginnen. Das können wir doch nur unterstützen!

Auf Instgram schreibt die DBU dazu:

„❤️ Es ist ein weit verbreitetes Missverständnis, dass Mettā „Liebe“ oder „Liebende Güte“ bedeutet. Das schreibt Thānissaro Bhikkhu in dem kleinen Büchlein „Die erhabenen Haltungen des Geistes“* (S.38), das die Theravada AG der Deutschen Buddhistischen Union herausgegeben hat.

🍀Metta ist, anders als Liebe, ein 𝒖𝒏𝒑𝒂𝒓𝒕𝒆𝒊𝒊𝒔𝒄𝒉𝒆𝒓 Wunsch nach Glück für alle Menschen, für alle Wesen, seien sie einem angenehm oder nicht. Daher übersetzt man es besser mit „Wohlwollen“.

❗️Und wenn Wohlwollen im Einklang mit rechter Ansicht steht, dann erkennt man, dass die Wesen nur glücklich sein werden, wenn 𝒔𝒊𝒆 𝒔𝒆𝒍𝒃𝒆𝒓 𝒅𝒊𝒆 𝑼𝒓𝒔𝒂𝒄𝒉𝒆𝒏 für echtes Glück verstehen und danach handeln.“

🙏 Das können wir nur unterstützen und wünschen euch eine Woche voller Metta und Karuna und Mudita und Upekkha.

*Eine Rezension zum Buch Thanissaros findet ihr auf:
buddhismus-aktuell.de/rezension/die-erhabenen-haltungen-des-geistes

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Maitri-Wochenende

Anja Hutwelker und Hans-Peter Hulliger bieten wieder ein Maitri-Wochenende an.

Weitere Infos und Anmeldedaten findet ihr in deren Flyer.

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Was ist die richtige Einstellung zur Meditation?

Bitte prüfe deine Einstellung, bevor du mit der Sitzmeditation beginnst. Mit welchen grundlegenden Ideen oder Einstellungen meditierst du? Möchtest du einfach nur einen friedlichen Geisteszustand oder möchtest du etwas über das, was geschieht, lernen und verstehen? Der Geist kann nicht gelassen und ruhig sein, wenn du andere Erfahrungen möchtest als jene, die im jetzigen Moment geschehen.

Man braucht nicht umherzuirren und zu versuchen, den Geist dazu zu zwingen, etwas zu erkennen, weil er dies nämlich bereits weiß. Es liegt in der Natur des Geistes, Objekte, die geschehen, zu erkennen. Du beobachtest Objekte und Erfahrungen, die, im Einklang mit ihrer eigenen dhamma-Natur entstehen. Alles, was du machst, ist abwarten und mit Intelligenz zuschauen.

Keine Erfahrung ist eine Störung oder eine Ablenkung, da alle Erfahrungen dhamma-Natur sind. Was im Körper geschieht, ist dhamma-Natur und was im Geist geschieht, ist dhamma-Natur. Nichts gehört mir oder dir. Hitze zu spüren ist einfach nur Hitze zu spüren und dhamma-natur. Wir verspüren nur noch mehr Hitze, wenn wir die Hitze als die unsere in Besitz nehmen und eine Aversion gegen sie entwickeln.

– Sayadaw U Tejaniya: DHAMMA überall – jeden Augenblick mit Gewahrsein+Weisheit willkommen heißen. Verein Vipassana Publikationen, 2017, S. 56 f.

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Übrigens: Du kannst den Newsletter auch online lesen.

Auf Instagram sind wir ebenfalls zu finden, auf „X“ nicht.