
Einladung zur Meditation
Wir beginnen wieder um 18:45 Uhr mit Meditation im Sitzen und Gehen. (ca. 20-10-20 Min.)
Die vier grundlegenden Gedanken,
die den Geist dem Dharma zuwenden
Wir beginnen wie stets mit Meditationspraxis im Sitzen und Gehen (ca. 20-10-20 Min.)
Anschließend an das bewegende Gespräch in der letzten Woche soll es nach der Meditation um die vier Gedanken gehen, die den Geist dem Dharma zuwenden.
Mit diesen Kontemplationen hat Gotama uns eine gute Orientierungshilfe an die Hand gegeben. Sie umfassen in kurzer Form das, was unser Leben oft so schwer macht. Je mehr wir uns über diese vier Punkte klarwerden, desto inniger wird die Verbindung zum Dharma, zum Leben und zur Praxis.
Heute Abend werden wir uns etwas näher mit der Bedeutung dieser vier Gedanken auseinandersetzen.
In den vier grundlegenden Gedanken geht es um
- Wertschätzung für die Kostbarkeit und Seltenheit menschlichen Lebens
- Kontemplation von Vergänglichkeit und Tod
- Einsicht in Karma: Unser Denken und Handeln wirkt
- Die Nachteile von Samsara
Stützen werden wir uns u. a. auf Ausführungen Gendün Rinpoches in den „Herzensunterweisungen eines Mahamudra-Meisters“.
Den Abend beschließen wir mit einer kurzen Phase der stillen Wertschätzung und der Widmung.
Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.
Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.
Die Teilnahme an unseren Abenden ist einer guten buddhistischen Tradition folgend kostenlos.
Gleichwohl freut sich unser Spendenschweinchen über kleine Zuwendungen, um die Anschaffung neuer Praxismaterialien und anderer Notwendigkeiten zu erleichtern.
Ein Link zum Prinzip „Dāna“.
Wir freuen uns auf deine Teilnahme!
Eine traurige Mitteilung
Dr. Jochen Link (9. 5. 1943 – 23. 4. 2026)

Schweren Herzens nehmen wir Abschied von unserem Jochen.
Mit seiner gedanklichen Klarheit, seiner Lebensfreude und seinem großen Herzen hat er als Mann der ersten Stunde der Buddhistischen Gruppe Marburg unseren Sangha mitgeprägt.
Seine inspirierenden Vorträge und Beitrage leitete er oft mit der ihm eigenen Bescheidenheit mit der Bemerkung ein, dass er zwar kein Buddhist sei und von Meditation keine Ahnung habe, aber… Dann folgten tiefgründige Gedanken, die er nie als absolut sehen wollte, könnten sich doch die Bedingungen seiner Schlussfolgerungen schon verändert haben oder dies irgendwann tun. Die jederzeitige Möglichkeit des Irrtums, der Täuschung, war einer seiner Leitgedanken, weshalb er oft mit Montaigne von der „toxischen Gewissheit“ sprach.
Jede Form der geistigen oder traditionellen Enge war ihm fremd. So las er zum Beispiel mit Begeisterung die Werke Stephen Batchelors und Nagarjunas. Einen Gesprächsbeitrag zu machen, ohne zumindest einmal auf Shakespeare – er konnte ihn fast komplett auswendig zitieren – oder Michel de Montaigne hinzuweisen, war, zu unser aller Freude, nahezu undenkbar.
Wir sind sehr traurig, dass wir nun ohne seine Inspiration und seinen mitfühlenden, kritischen Geist auskommen müssen und zugleich glücklich, dass wir einen Teil unseres Weges mit ihm gehen durften. Der Gedanke „Was würde Jochen jetzt sagen?“ wird uns sicherlich noch lange begleiten, vor allem wenn wir uns mal wieder unserer vorschnellen Be- und Verurteilungen bewusst werden.
In seiner Erzählung „Das goldene Zeitalter“ findet sich der Satz: „Wichtiger als das Denken ist das, was zu denken gibt“. Wir werden uns daran erinnern, wenn Gedanken während der Meditation uns wieder einmal vorgaukeln, wichtiger als das ihnen zugrundeliegende Geschehen zu sein.
Für die Buddhistische Gruppe Marburg
mit großer Dankbarkeit
Birgit Wilbert und Rüdiger Meier
______________________
„Wie sieht die Kommunikation aus, denkt Max, die aus voneinander abgeschotteten Subjekten entsteht? Wie können Menschen miteinander kommunizieren, wo sie doch auf etwas zurückgreifen müssen, was nicht kommuniziert? Der Verkehr zwischen Monaden, die ohne Tür und Fenster sind. Der Austausch der Einsamen dieser Erde. Es gibt keinen Leibniz’schen Gott mehr, der eine Korrespondenz zwischen ihnen dank einer prästabilierten Harmonie herstellt. Sie verkehren miteinander aufgrund von Mißverständnissen, und wenn sie einander verstehen, so nur, weil sie das gleiche Mißverständnis vorausgesetzt haben. Wenn zwei Leute miteinander sprechen, so bewahren sie sich vor Irrtümern am besten, wenn sie in diesem Augenblick nicht von einer Wahrheit ausgehen, sondern von vier Wahrheiten. Jeder hat seine eigene Erkenntnis von der Welt und seine eigene Welt, die seiner Erkenntnis entspricht. Wenn er seinen Sehpunkt für wahr hält und auch die Welt, die diesem Sehpunkt entspricht, und dem andern dasselbe zugesteht, dann macht das im Gespräch zusammen vier Wahrheiten. Er muß davon ausgehen, daß es nicht darauf ankommt, Wahrheit zu suchen, sondern Irrtümer auszusprechen, um Wahrheiten freizulassen.„
– Jochen Link: Das goldene Zeitalter. Suhrkamp, 1981, S. 89

______________________
Übrigens: Du kannst den Newsletter auch online lesen.
Auf Instagram sind wir ebenfalls zu finden, auf „X“ nicht.






























