21. Mai 2026: Die ethischen Wurzeln des Buddhismus

Wir beginnen wieder um 18:45 Uhr. Wer etwas früher kommt, kann noch beim Auslegen der Kissen helfen.

Wie üblich wechseln sich Sitz- und Gehmeditation ab.

Am 1. Mai fand in Heidelberg der Workshop der Buddhastiftung mit dem Titel „Die ethischen Wurzeln des Buddhismus“ statt. Referent:innen waren u . a. Stephen Batchelor, Akincano Weber, Sylvia Wetzel und Ulla König. Zwei unserer Mitglieder haben teilgenommen. Daraus ist die Idee eines Vortrags entstanden, der um die während des Workshops angesprochenen Themen kreisen soll.

In diesem Vortrag wird es um die Frage gehen, wie Schuld und Scham unser inneres Erleben, unser Selbstbild und auch unser ethisches Handeln prägen – oft weit stärker, als uns bewusst ist.

Der Vortrag nähert sich diesem Thema zunächst über die ethischen Wurzeln der Achtsamkeit, die Bedeutung der inneren Haltung und des bewussten Handelns. Dabei wird deutlich, dass Achtsamkeit nicht nur Aufmerksamkeit schult, sondern auch einen Raum eröffnet, in dem wir bewusster und freier mit uns selbst und anderen umgehen können.

Der eigentliche Schwerpunkt liegt dann auf der Frage:
Wie kann ein ethischer und achtsamer Weg gelingen, ohne von Selbstkritik, Schuld und Scham überlagert zu werden?

Anhand buddhistischer Perspektiven und psychologischer Reflexionen geht es unter anderem um:
• Schuld und Scham als unterschiedliche innere Dynamiken
• den Einfluss von Scham auf Selbstwert und persönliche Entwicklung
• die Gefahr, Werte in innere Druck- und Bewertungssysteme zu verwandeln
• die Bedeutung von Selbstachtung und innerer Autorität
• einen achtsamen Umgang mit Fehlern als Teil eines lebendigen Lernprozesses

Im Anschluss besteht reichlich Gelegenheit, uns über die angesprochenen Themen auszutauschen.

Wir beschließen den Abend mit einer kurzen Phase der stillen Wertschätzung und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Natürlich ist die Teilnahme an unseren Abenden einer guten buddhistischen Tradition folgend kostenlos.
Gleichwohl freut sich unser Spendenschweinchen über kleine Zuwendungen, um die Anschaffung neuer Praxismaterialien und anderer Notwendigkeiten zu erleichtern.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Vorträge

Am Dienstag, 26. Mai beginnt die dreiteilige Online-Vortragsreihe zum Abhidhamma/Abhidharma „Kosmos, Karma, Pfad“.

Nähere Infos auf der Website der Deutschen Buddhistischen Union (DBU).

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Retreat

Opening to the Open
mit James Low im Retreathaus „Berghof“ im Spessart vom 4. bis 11. Juli 2026

Es ist geplant, dass James zwei Dzogchen-Unterweisungen am Tag geben wird, sofern es seine Gesundheit zulässt. Retreatsprache ist Englisch.

Nähere Informationen auf deren Homepage.

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Gedanken

Alle Arten von Gedanken in unserem Kopf unterscheiden sich nicht allzu sehr von den Gedanken, die andere Menschen im Kopf haben. Doch allein die Tatsache, dass ein Gedanke innerhalb dessen auftaucht, was ich als mich ansehe, macht ihn zu meinem Gedanken. Es scheint gewiss und offensichtlich, dass diese Gedanken etwas mit mir zu tun haben müssen.

Wenn jedoch in der Meditation Gedanken auftauchen, Gefühle usw., bleiben wir offen für sie, ohne sie uns anzueignen. Es ist die Eigenbewegung des Geistes, die den Gedanken bindet und ihm eine bestimmte Bedeutung oder einen bestimmten Wert abzugewinnen versucht.

Wird der Gedanke als eine Bewegung von Energie erlebt, die einfach entsteht und vergeht, sind wir uns über seinen Inhalt nicht weniger klar und dennoch nicht von ihm gefangen. Das heißt, was wir für unsere Aktivität halten, unsere Gedanken, unser Sprechen, Gehen, Reden und so weiter, offenbart sich als Energiebewegung in der Welt.

Wir können das Geschehen als Beweis für unsere Existenz nehmen und den semantischen Inhalt eines Gedankens als Bestätigung dafür, dass es mein Gedanke ist, dass er etwas mit mir zu tun hat. Beenden wir aber diese selbstreferenzielle Bewegung der Interpretation, ist alles, was unsere individuelle Identität ausmacht, bloß irgendein Kram, der kommt und geht.

– James Low: Die heilende Kraft der Leerheit, Eine Anthologie von Dzogchen-Texten. Wandel Verlag, Berlin, 2025, S. 121

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