20. Februar: Über Buddha-Natur und grundlegende Gutheit

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen.

Vortrag: Buddha-Natur und grundlegende Gutheit – Sind wir bereits erleuchtet? Und wenn ja, warum merken wir es so oft nicht?

Der Weg zur Erleuchtung, den Buddhisten mit ihrer Praxis beschreiten, hat viele Tücken. Missverständnisse, Irrtümer und unterschiedliche Ansichten über den Weg, der zu gehen sei, ziehen sich durch die Geschichte.
So ist es auch mit dem Begriff der „Buddha-Natur“ (Tathagatagharba), der vor allem in den späteren Traditionen des Mahāyāna und Vajrayana von großer Bedeutung ist.
Müssen wir erst Buddha werden (also erwacht aus den Täuschungen und Illusionen über die Natur der Dinge) oder ist diese Qualität bereits von Anfang an ein Bestandteil unserer selbst und unseres Geistes?

In den alten Mahāyānatexten finden sich u. a. folgende Aussagen:
Lebende Wesen sind der Buddha selbst. Und sind sie auch durch akzidentielle Befleckungen verdunkelt, so sind sie doch, wenn die Verdunkelungen geklärt wurden, der Buddha selbst.“
(Longchen Rabjam (1308-1363): Buddha-Natur – Dzogchen in der Praxis. Eine Anthologie, ausgewählt von Tulku Thondup, Opus Verlag, 2012, S. 247)
Oder
Wäre das Buddha-Element nicht vorhanden,
entstände auch kein Überdruss an Leid.
Es gäbe weder Sehnsucht nach Nirvana,
noch Streben oder Hingabe an dieses Ziel.“

(Jamgon Kongtrul Lodrö Thaye: Buddha-Natur. Das Mahāyāna-Uttaratantra-Shastra mit Kommentar. Khampa Edition, 2014, S. 137 f.)Diese klare Natur des Geistes
ist unwandelbar wie der Raum.
Sie wird nicht geplagt von Begierde usw., der flüchtigen Verschmutzung,
die aus einem nicht der Wirklichkeit entsprechenden Denken hervorgeht.“

(Ebenda. S. 149)

Chögyam Trungpa, ein tibetischer Lehrer, der in den USA gelehrt hat, nutzte den Begriff basic goodness, der meist mit „grundlegendes Gutsein“ übersetzt wird. Dies sei „gut in dem Sinne, dass es so grundlegend und deshalb gut ist – also nicht in einem Gegensatz zu böse oder schlecht. […] Wir pflegen Freundschaften, wir wehren unsere Feinde ab und wir sind gelegentlich gleichgültig. Dass dem so ist, halten wir nicht für einen Mangel des Menschseins. Es ist einfach Teil der Vornehmheit und der natürlichen Ausstattung des Menschen. Wir haben alle Fähigkeiten, die wir brauchen, und darum müssen wir nicht mit der Welt kämpfen.“
(Chögyam Trungpa: Große Östliche Sonne. Arbor, 2004, S. 106 f.)

Die Sichtweisen auf die „Buddha-Natur“ sind also durchaus unterschiedlich. Heute Abend versuchen wir, die Begriffe und was dahinterstecken könnte gemeinsam auszuloten.

Wir schließen den Abend ab mit einer kurzen gemeinsamen Meditation und der Widmung der entstandenen Verdienst.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Erinnerung

Bis heute Abend besteht Gelegenheit zur Teilnahme an der Terminabfrage für den Praxissamstag im März. Hier geht es zur Umfrage.

Anfang der nächsten Woche werden wir mitteilen, an welchem Tag er stattfinden wird. Spontane Teilnahmen sind natürlich möglich, manchmal ergibt sich ja eine unerwartete Lücke im Terminkalender.
Für verbindliche, auch kurzfristige Anmeldungen sind wir sehr dankbar, dies erleichtert die Planung ungemein.

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Gedanken für die Woche

Niemand kann Ihnen vorschreiben, dass Sie Dharma praktizieren müssen, und auch kann Ihnen niemand sagen, dass Sie Buddhist sein müssen. Zu seinen Lebzeiten lehrte Buddha nur: ‚Derart ist meine Sicht und Philosophie‘. Er hat nie davon gesprochen, dass sämtliche Inder den Buddhadharma praktizieren oder alle Wesen in das Tor der Lehre eintreten sollten. In ihrer Darlegung und der Begründung der Inhalte der buddhistischen Schriften, ihrer Sichtweisen und philosophischen Lehrmeinungen widerlegten auch Nāgārjuna und dergleichen Meisterinnen die widersprüchlichen Positionen der anderen buddhistischen wie nichtbuddhistischen Ansichten nur mittels der Logik. Niemals griffen sie zu Schwert, Schusswaffe oder Schlagstock und versuchten, die anderen mit Gewalt zu besiegen.“
– Dalai Lama: Die Stufen des Pfades zum Erwachen – Die Essenz meiner Lehre. Herder Verlag, 2024, S. 336

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Einladung zum 5. Marburger Praxistag

Wenn Buddhas meditieren…

Im März soll unser 5. Praxissamstag stattfinden. Um möglichst vielen von uns eine Teilnahme zu ermöglichen, stehen drei Termine zur Auswahl.

Bei Interesse an einer Teilnahme, bitten wir euch bis Sonntag, den 16. Februar, an der Umfrage teilzunehmen. Der Tag mit den meisten Treffern, wird es dann werden. Sobald der Termin feststeht, bitten wir um eine kurze Anmeldung per Email, denn manchmal ist es schwer, bei Namensgleichheit herauszufinden, wer sich „eingeklickt“ hat. Auch die Kommunikation wird dann leichter.

Erste Infos zum Tag stehen bereits auf unserer Homepage

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

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13. Februar: Die Mahamangala Sutta und Einladung zum Praxistag

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen.

Vortrag und Austausch: Die Mahamangala Sutta

Die Lehrreden des Buddha haben sehr oft einen ganz pragmatischen Ansatz. Häufig wird er darin um Rat gefragt, wie man sich heilsam in bestimmten Lebenssituationen verhalten könnte oder welche Konsequenzen manche Verhaltensweisen haben können.

In der Mahamangala Sutta (AN 2.4) passiert etwas Besonderes: Gotama wird nicht von einem Menschen gefragt, sondern von einem Gott (in Indien haben Götter eine andere Bedeutung als  beispielsweise in den monotheistischen Glaubenswelten) gebeten, eine Unterweisung zu geben. Die Frage, die den Gott (Name und Funktion bleiben unerwähnt) umtreibt, ist die nach einem glücklichen Leben und was dem „höchsten Glück“, „the best fortune“ in der Übersetzung von Doug Smith, zuträglich ist. Der Buddha gibt als Antwort eine Liste von Umständen, die zu einem solchen guten, glücklichen Leben führen.

In unserem Vortrag werden wir uns wieder einmal auf ein Buch des amerikanischen Dhammalehrers Doug Smith beziehen, das er über dem Mahamangala Sutta gewidmet hat.

Das Thema dieser Lehrrede taucht immer wieder im Palikanon (der Zusammenstellung der Lehrreden Buddhas) auf. Meist wird gesagt, dass er sich dabei im Park des Anāthapiṇḍika aufgehalten habe.
Beispiele sind die Sappurisa Sutta (MN 113) und die Sevitabbāsevitabba Sutta (MN114).

Es wird interessant sein, darüber zu sprechen, wie Gotamas Vorschläge nach zweieinhalb Jahrtausenden auf uns wirken und inwiefern sie heute relevant für uns sein können.

Wir schließen den Abend mit einer kurzen Meditation mit Wertschätzung und Widmung ab.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Es ist wieder höchste Zeit für einen Praxissamstag!

Im März soll es endlich einen, unseren fünften, geben. Um den besten Termin zu finden, starten wir wieder eine kleine Umfrage.

Mögliche Termine sind der 1., 8. und 15. März.

Bitte tragt euch bis nächsten Sonntag, 16. Februar 2025 in die Onlineliste ein, wenn ihr teilnehmen möchtet.

Es wird wieder ein gemeinsames Mittagessen geben.

Hier ist der Link zur Umfrage.

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Gedanken für die Woche

Ich befürworte einen experimentellen Zugang zur Dhamma-Praxis: Welche Übung fühlt sich gut an? Welche Übung ist angenehm? Ganz wesentlich: Welche Übung funktioniert? Dieser Zugang basiert nicht auf einer Theorie von dem, was hilfreich sein sollte oder was der Ajahn sagt. Sie basiert darauf, Dinge auszuprobieren und die Ergebnisse zu beobachten. Das sollte der entscheidende Faktor sein. Dies nennt man vīmaṃsā oder „Überprüfen“, also die Ergebnisse der unternommenen Anstrengungen zu betrachten.

Wir könnten in der Praxis fragen: „Wenn ich mehr Aufmerksamkeit auf die Atem-Betrachtung lege – was kommt dabei heraus? Wenn ich sehr fokussiert und präzise bei der Gehmeditation bin – was ist der Effekt? Wenn ich bei der Gehmeditation entspannter und offener bin – wie ist das dann?“ Vīmaṃsā ist Teil eines Rückkopplungssystems. Wir sehen die Ergebnisse von dem, was wir getan haben und das prägt unsere Entscheidungen.
Ajahn Amaro: Auf den Geist kommt es an – Der phänomenologische Zugang zur Lehre des Buddhas. Muttodaya Dhamma, Stammbach, 2022, S. 95
Ajahn Amaro ist Abt des von Ajahn Sumedho gegründeten Klosters Amaravati in England.

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6. Februar: Einführung in die buddhistische Meditation

Seit dieser Woche werden wir als „Buddhistische Gruppe Marburg“ auf der Website der Deutschen Buddhistischen Union (DBU) unter der Rubrik „Gruppen und Zentren“ geführt. Diese Liste könnte auch für diejenigen hilfreich sein, die umziehen oder in anderen Städten Kontakt zu buddhistischen Gruppen suchen.

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Gedanken für die Woche

„Es erfordert Mut, sich der ganzen Bandbreite unserer Gefühle und Emotionen zu stellen, ohne darauf zu reagieren oder sie abzuschneiden. Und doch ist dies der Ort, an dem unsere Freiheit liegt. Oder wie Albert Camus sagt: ‚Wir alle tragen das Exil in uns, unsere Verbrechen, unsere Schandtaten. Unsere Aufgabe ist es, sie nicht auf die Welt loszulassen, sondern daraus uns selbst und andere hervorgehen zu lassen.’
Achtsamkeit hilft uns, machtvollen Gefühlen und Emotionen zu begegnen. Diese sind einfach nur Energie. Wenn sie erkannt, akzeptiert und erforscht werden, dann werden wir frei vom Anhaften. Dann haben wir die Wahl. Auf jene, die eine Antwort erfordern, können wir reagieren, die anderen aber können wir mit den Energien des Lebens sich verströmen lassen.“
– Jack Kornfield: Das weise Herz – Die universellen Prinzipien der buddhistischen Psychologie. Arkana, 2008, S. 195

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30. Januar 2025: Die sechs Daseinsbereiche

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen.

Meditation im Sitzen und Gehen (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)

Vortrag und Austausch:

Die sechs Daseinsbereiche

Unser Denken und Handeln wirkt

Unsere Alltagserfahrung zeigt dies sofort. Je nachdem in welchem geistigen Modus wir uns gerade befinden, wird sich uns die Welt zeigen. Sind wir gut gelaunt, erscheint uns vieles rosarot, was in negativer Stimmung als bedrohlich, manchmal höllisch empfunden wird. Genauso verhält es sich mit unseren Handlungen. Wir werden die Früchte unseres Tuns ernten. Dabei können wir alle der im Buddhismus definierten Lebensbereiche durchleben:

Höllenbereiche, Tierbereich, Bereiche der hungrigen Geister, Menschen und Götter. 

Dargestellt wird dies in Form des sogenannten Lebensrads, wie in der Abbildung oben aus den Buddhadasa Indapanno Archives in Bangkok.

Je nachdem wo wir uns gerade befinden, wirkt dies wieder auf unser Leben zurück. Insofern erleben wir das, was John Lennon mit „Instant Karma“ angedeutet hat. Darüber hinaus gehen viele Buddhisten davon aus, dass sich dies nicht nur auf aktuelle Lebenssituationen bezieht, sondern unser Handeln sich auch auf eine mögliche Reinkarnation auswirkt. Welche Variante man bevorzugt, mag jeder selbst entscheiden. Die Gemeinheiten, denen man beispielsweise in den Höllenbereichen ausgesetzt ist, wird in manchen Tempeln Asiens sehr plastisch dargestellt, wie im Wat Phai Rong Rua.

Worum es in diesen Daseinsbereichen geht und was sie bedeuten, wollen wir heute zum Thema des Vortrags und des Austauschs nach der Meditation machen.

Wir schließen den Abend mit einer kurzen Meditation mit Wertschätzung und Widmung ab.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!Wir schließen den Abend mit einer kurzen Meditation mit Wertschätzung und Widmung ab.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Das Lebensrad aus einem Kloster in Bhutan:

Auf das Bild klicken zum Vergrößern. Quelle: Wikipedia

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Winterretreat des Jungen Buddhistischen Netzwerks

Aus der Ankündigung: Das Junge Buddhistische Netzwerk (Junge Buddhistische Union) lädt am Buddhismus interessierte Menschen bis Mitte dreißig zum Winterretreat in die Metta Vihara im Allgäu ein! 
Das Junge Buddhistische Netzwerk, ehemals Junge Buddhistische Union, ist eine über Deutschland verteilte, traditionsübergreifende Vernetzung junger Menschen bis Mitte 30 mit Interesse am Buddhismus, Austausch und gemeinsamer Praxis. Seit 2023 findet jedes Jahr ein Sommercamp statt, in diesem Jahr laden wir zum ersten Mal zu einem Winterretreat ein. 

Termin: 14. bis 19. Februar 2025

Wir wollen gemeinsam meditieren und uns mit anderen jungen Buddhist:innen und buddhistisch interessierten Menschen austauschen. Begleitet werden wir von der erfahrenen Lehrerin Romy Schlichting. 
Weitere Informationen stehen auf der Homepage der DBU.

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Gedanken für die Woche

„Dieser karmische Prozess besitzt ein herausragendes Merkmal, nämlich seine Unausweichlichkeit. Karmische Reifung kann nicht nur stattfinden, sie tut es auf jeden Fall. Zusätzlich gibt es eine gewisse Vorhersagbarkeit, da bestimmte Tendenzen immer auch bestimmte Erfahrungen hervorbringen. Niemals kann eine heilsame Handlung unter zukünftigen Bedingungen zu leidhaften Erfahrungen führen, noch kann eine zerstörerische Handlung in der Zukunft jemals eine Erfahrung persönlichen Glücks zeitigen.
Was eine heilsame und was eine unheilsame Handlung ist, ergibt sich daraus, ob die aus ihr resultierende Erfahrung für den Handelnden glücklich oder unglücklich ist. Die Gleichung ist höchst einfach. Heilsame Handlungen führen zu positiven karmischen Tendenzen, die als Glück erlebt werden, die also zu körperlichem und/oder geistigem Wohlergehen führen. Unheilsame Handlungen schaffen negative karmische Tendenzen, die sich als Erfahrungen von körperlichem und/oder geistigem Schmerz manifestieren. Auch wenn es ein ganzen Leben, ja sogar mehrere Leben dauern kann, bis eine gegebene Tendenz tatsächlich reift, handelt es sich auf jeden Fall um einen unausweichlichen Prozess.“
Kalu Rinpoche: Geflüsterte Weisheit. Die Lehren des Eremiten vom Berge. Wolfgang Krüger Verlag, 1997, S. 61

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23. Januar 2025: Über Gehmeditation

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)

Vortrag und Austausch:
Gehmeditation – Die wohl meistunterschätzte Meditationsübung der Welt

Nicht ohne Grund wird in Retreats vor allem der Theravada Tradition, aber auch im Zen (Khinhin) sehr großer Wert auf die Meditation im Gehen gelegt. Die Dauer entspricht dabei meist derjenigen der Sitzmeditation. Sie ist also keineswegs ein Lückenfüller zwischen zwei „Sitzungen“, sondern eine vollständige Praxis der Achtsamkeit und des Gewahrseins. Sammlung und Einsicht gehen hier quasi Fuß in Fuß.
In der Kāyagatāsati Sutta (MN 119) stellt der Buddha die Gehmeditation in den Zusammenhang der Achtsamkeit auf den Körper. Die Besonderheit der Achtsamkeit beim „Hingehen und Zurückgehen“ ist allerdings, dass sie als eigene Praxisform über einen längeren Zeitabschnitt machbar ist. In den Vipassana Retreats beispielsweise wechseln sich meist jeweils 45 Minuten der Sitzpraxis mit denen der Gehpraxis ab. Viele Teilnehmer berichten von wesentlichen Einsichten, die sie während der Gehpraxis erlangten.
In der Caṅkama Sutta weist Gotama neben den gesundheitlich förderlichen Aspekten darauf hin, dass „die beim Auf- und Abwandeln erzielte Sammlung des Geistes“ lange anhält.
Lauter gute Gründe, der Gehmeditation einen Themenabend zu widmen.

Basierend auf den Unterweisungen des burmesischen Meditationsmeisters Sayadaw U Pandita (1921-2016) schauen wir uns heute die Formen der Praxis der Gehmeditation und ihre Früchte genauer an.

Wir schließen den Abend mit einer kurzen Meditation mit Wertschätzung und Widmung ab.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Online-Retreats

Am 11. Februar 2025 beginnt eine Reihe von Online Seminaren des Bodhi College mit Yuka Nakamura und Akincano M. Weber in deutscher Sprache.

  • Denken als Hindernis – Denken als Entschleierung ➤ mit Yuka Nakamura und Akincano Weber
    • Virtuelle Salongespräche über ausgewählte zeitgenössische Dharma-Texte
    • Die online Seminare finden (fast) wöchenlich jeweils am Dienstag statt: 11, 18, 25. Februar, 11., 18., 25. März
    • Geeignet für Anfänger und Erfahrene in der Ausübung des Dharma

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„Mondstrahlen des Mahāmudrā“ Teil 2

Lama Tilmann bietet vom 1. bis 8. März 2025 ein Online Retreat zu Dhagpo Tashi Namgyals „Mondstrahlen des Mahāmudrā“ an. Er wird Praxisanleitungen, geleitete Meditationen (Mahamudra) und Unterweisungen zu den Erläuterungen aus dem Buch geben, beginnend mit dem zweiten Kapitel.
Nähere Informationen stehen auf der Homepage des Ekayana Instituts.

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Gedanken für die Woche

„Wie weit wir in die echte Natur der Erscheinungen eindringen, hängt zu einem großen Teil von der Tiefe der Konzentration ab, die wir entwickeln. Je stärker sich der Geist auf ein Objekt konzentriert, desto tiefer dringt er ein und desto besser versteht er die Realität. Dies trifft in besonderem Maße zu, wenn man sich schmerzhafter Empfindungen bewusst ist. Wenn sich die Konzentration vertieft, wird selbst das geringste Unbehagen so klar, dass es übertrieben vergrößert wirkt. Die meisten Menschen sind in dieser Hinsicht kurzsichtig. Ohne die Brillengläser der Konzentration erscheint die Welt vernebelt, verschwommen und ungenau, doch wenn wir sie aufsetzen, wird alles hell und klar. Die Objekte haben sich dabei nicht geändert, nur unsere Sehschärfe ist besser geworden.

Wenn man mit bloßem Auge einen Wassertropfen beobachtet, sieht man nicht viel. Legt man eine Probe jedoch unter das Mikroskop, so erkennt man, dass sich dort viele Dinge zutragen. Zahlreiche Lebewesen sind da und bewegen sich. Wenn man bei der Meditation die Brillengläser der Konzentration aufsetzt, wird man überrascht sein über das vielfältige Geschehen, das sich plötzlich in einem scheinbar stagnierenden und uninteressanten Flecken dass Schmerzes abspielt. Je tiefer die Konzentration, desto größer auch das Verständnis des Schmerzes. Ihre Überraschung wird sich immer mehr steigern, je klarer sie erkennen, dass diese schmerzhaften Empfindungen sich andauernd verändern: Sie werden stärker und wieder schwächer, zeigen eine schwankende Intensität und scheinen zu tanzen. Konzentration und Achtsamkeit führen zu einer Vertiefung und Schärfung. Wenn die Show besonders faszinierend ist, kommt es gelegentlich vor, dass alles ein plötzliches, unerwartetes Ende findet, wie wenn der Vorhang fällt: Der Schmerz verschwindet auf wundersame Weise.

Wer nicht genügend Mut und Energie aufbringt, um den Schmerz zu beobachten, wird auch nie das Potenzial erfassen, das in diesem Schmerz liegt.“ – Sayadaw U Pandita: Im Augenblick liegt alles Leben. O. W. Barth, 1999, S. 62 f.

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16. Januar 2025: Buddhas langer Weg nach Europa

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen.

Lesung: In diesem Jahr feiern die Deutsche Buddhistische Union (DBU) ihr 70-jähriges und die Europäische Buddhistische Union (EBU) ihr 50-jähriges Bestehen. Ein guter Grund, sich mit dem Buddhismus im Westen und in dieser Zeit zu beschäftigen.

Nachdem wir letzten Donnerstag beim Studieren des Dvedhāvitakka Sutta viel über die Bedeutungen von Entsagung und Rückzug aus der Welt gesprochen haben, möchten wir an diesem Donnerstag andere Aspekte beleuchten: Engagement in dieser Welt.
Dazu bietet uns das Buch von Stephen Batchelor eine gute Diskussionsgrundlage:
Buddhas langer Weg nach Europa: 2500 Jahre der Begegnung von Buddhismus und europäischer Kultur

Stephen Batchelor, 1953 in Schottland geboren, lehrt weltweit buddhistische Philosophie und Meditation. Er ist Autor zahlreicher Bücher, unter anderem von Buddhismus für Ungläubige, Bekenntnisse eines ungläubigen Buddhisten und Jenseits des Buddhismus und Mitbegründer des Bodhi College, er lebt mit seiner Frau Martine in Frankreich.

Wir lesen aus Kapitel 21 – Thich Nhat Hanh: Engagement

„Der Buddhismus wird im Westen immer noch weiterhin als eine der Welt entsagende passive Religion wahrgenommen, die auf persönliche Erleuchtung und Nirvana ausgerichtet ist. Indem man die immensen sozialen, politischen und kulturellen Beiträge übersieht, die er in den vergangenen 2500 Jahren in ganz Asien geleistet hat, entsteht ein eindimensionales Bild des Dharma. […] So wie der Buddhismus seine Einsiedler, Kontemplativen, Philosophen und Heiligen hervorgebracht hat, so hat er auch seine Reformer, Sozialaktivisten, Künstler und Könige hervorgebracht.“ (S. 359)

Rezension von Anna Pesch erschienen in „Buddhismus aktuell“, der Zeitschrift der Deutschen Buddhistischen Union (DBU) in der Ausgabe 2/2020:

„Fast 30 Jahre nach Erscheinen der englischen Originalausgabe liegt Stephen Batchelors Buch über die verschlungenen Pfade, auf denen die Lehre des Buddha nach Europa gelangt ist, nun auch in deutscher Sprache vor. Vor allem durch die Porträts einzelner Persönlichkeiten, die für eine bestimmte Lehrtradition auf buddhistischer Seite oder für eine bestimmte Rezeption der Lehren im Westen stehen, vermittelt es einen sehr lebendigen Eindruck von diesen ganz unterschiedlichen Wegen und wie sie hier verstanden und entweder als „Götzendienst“ abgelehnt oder romantisch verklärt wurden. Auch wird deutlich, wie lange es brauchte, bis die Zeugnisse, die westliche Asienreisende (Missionare, Händler) mitbrachten, als Aspekte einer einzigen Religion verstanden wurden. Das Buch beginnt bei den ersten Begegnungen zwischen der Buddhalehre und der griechischen Philosophie, zeichnet nach, welche Vorstellungen christliche Missionare aus den asiatischen Ländern zurück nach Europa brachten, wie sich in der Kolonialzeit auch der Buddhismus in einzelnen asiatischen Ländern als Reaktion auf die Begegnung mit dem Westen veränderte und wie die Buddhalehre durch Arthur Schopenhauer Eingang in die westliche Philosophie fand. Im 20. Jahrhundert begannen sich dann, auch dank vieler buddhistischer Lehrender aus Asien, die unterschiedlichsten buddhistischen Traditionslinien und Praktiken hier im Westen zu etablieren. Das Buch endet mit dem Jahr 1992, als der Kongress der Europäischen Buddhistischen Union in Berlin stattfand. Etliche der dort anwesenden Lehrerinnen und Lehrer sind mittlerweile verstorben, über andere sind inzwischen Dinge bekannt geworden, die sie nicht mehr in solch positivem Licht erscheinen lassen wie noch in Batchelors Beschreibung. Das Buch ist also selbst ein historisches Dokument. Eine Darstellung der Wege und Irrwege der Inkulturation des Buddhismus hier im Westen von 1992 bis heute steht noch aus.“

Wir schließen den Abend mit einer kurzen Meditation mit Wertschätzung und Widmung ab.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Die Zeitschrift „Buddhismus aktuell“ hat einen YouTube Kanal eingerichtet, auf dem sie über ihre Aktivitäten berichtet. Vielleicht lohnt sich ein Blick.

Die neue Ausgabe mit dem Schwerpunkt „feiern“ ist gerade erschienen. Für Nichtbezieher (das Abo kostet 40 €, für Mitglieder der DBU ist sie im Beitrag enthalten) finden sich auf der Homepage immer einige Artikel.

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Gedanken für die Woche

„Buddha erkannte nicht eine einzige absolute Wahrheit, sondern erwachte zu einem Komplex von Wahrheiten, die sowohl Konflikte der menschlichen Existenz wie auch ihre Lösung umfassen. Er strandete durch dieses Erwachen nicht in einem permanenten mystischen Erleuchtungszustand, sondern es öffnete ihm einen Weg, dem er mitten im Auf und Ab des Lebens folgen konnte. Buddha beeinflusste die, denen er begegnete, nicht nur durch seine weisen Worte und barmherzigen Handlungen. Es scheint, dass er sich anderen als ein Mensch zeigte, in dem etwas auf radikale und aufrüttelnde Weise aufgehört hatte.
Um Buddha zur Reihe seiner Opfer hinzuzufügen, lauerte ihm der Serienmörder Angulimala auf und rannte hinter ihm dann hinterher. Aber so schnell er auch lief, er konnte den gemächlich gehenden Mönch nicht aufholen. So rief er: „Bleib stehen! Bleib stehen!“, worauf Buddha sagte: „Ich bin stehen geblieben. Jetzt bleibst du stehen“, und er erklärte: „Für immer bin ich stehen geblieben, enthalte mich aller Gewalt gegenüber den Wesen, doch du kennst Zurückhaltung nicht gegenüber dem Leben: Deshalb bin ich stehen geblieben, dagegen du nicht.“ Der Mörder war so beeindruckt, dass er seine Waffen wegwarf und um die Ordination als Mönch bat.“
(Stephen Batchelor: Mit dem Bösen leben. Theseus, 2005, S. 141 (16. 01. 2025)

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9. Januar 2025: Zwei Arten von Gedanken

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)

Themenabend: „Die zwei Arten von Gedanken“ (Dvedhāvitakka Sutta, Majjhima Nikaya 19)

Wir starten die diesjährige Vortragsreihe mit einer Lehrrede des Buddha aus dem Palikanon. In dieser erläutert Gotama seiner Zuhörerschaft, wie er vor seinem Erwachen als Bodhisatta mit heilsamen und unheilsamen Gedankenmustern umgegangen ist und welche Wirkungen die Kultivierung der heilsamen Art hat sowie welchen Beitrag diese für die Verwirklichung von Nibbana leistet. Wie so oft geht er die Sache pragmatisch an und bezieht seine Unterweisung nicht nur auf die meditative Praxis, sondern auch auf unser alltägliches Verhalten, das auf den Denkgewohnheiten beruht. Djetsün Dragpa Gyaltsen sagt dazu:
„Die nichts Heilsames ansammeln, weil sie [schädliche Handlungen] nicht aufgeben, werden die niederen Daseinsbereiche ernten. Wo immer sie sind, sie sind bedauernswert.“ (Aus Tschogye Tritschen Rinpoche: Sich Lösen von den Vier Anhaftungen. Tushita Verlag, 2007, S. 58)

Wie unsereins mit den zwei Arten von Gedanken und Buddhas Erläuterungen dazu umgeht und umgehen könnte, lässt sich sicher angeregt diskutieren.

Wir schließen den Abend mit einer kurzen Meditation mit Wertschätzung und Widmung ab.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wer mag, kann sich die Dvedhāvitakka Sutta bereits hier anschauen.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Die buddhistische Lehre in ihrer Vielfalt könnt ihr natürlich nicht nur bei der Buddhistischen Gruppe Marburg kennenlernen und üben, sondern auch auch online. Zum Beispiel bei

Was ist Mahāmudrā?

Dieser Frage widmet sich Lama Tilmann Lhündrup am Sonntag, 19. Januar 2025, im Rahmen einer neuen Ausgabe des Buddha-Talk. Er beginnt um 18:00 Uhr. Den Zoom-Link findet ihr auf der Buddha-Talk Website.

Aus der Ankündigung: Lama Tilmann Lhündrup erklärt den besonderen Mahāmudrā-Stil zum Entwickeln geistiger Ruhe, Einsicht und Aktivität. Mahāmudrā verbindet uns mit unserer grundlegenden Natur. Das dafür notwendige Loslassen entsteht durch einsichtiges Vertrauen in die inhärent befreite, immaterielle Natur unseres Geistes. Ob in Ruhe oder in Bewegung, wir nehmen alle Erfahrungen als Tore ins zeitlose Sein. Wir erforschen ihre selbstbefreiende Natur und die Kräfte, die diesen Prozess prägen. 

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Gedanken für die Woche

Es gibt keine höhere Weisheit als den Geist im gegenwärtigen Augenblick. Die Gelegenheit, uns mit der uns innewohnenden selbst-existierenden Weisheit zu verbinden, ist auf jeder Ebene unserer Erfahrung vorhanden. Ganz gleich, ob wir gerade eine positive oder negative Eigenschaft zeigen, ob wir boshaft oder gemein zu anderen sind oder freundlich, sanft und mitfühlend: Wir müssen wahrnehmen, was ist, und darin präsent sein. Wenn wir uns eine Emotion, wie zum Beispiel Wut, direkt anschauen, können wir nichts Festes oder Reales ausmachen. Dabei spielt es keine Rolle, wohin wir schauen oder wie wir das machen. Unser Ärger erscheint wie eine Spiegelung des Mondes auf dem Wasser – klar und doch gänzlich ohne ein Selbst. Es ist nichts anderes als der Ausdruck der leuchtenden Energie des Geistes, die aus der Weisheit leeren Gewahrseins entsteht.
Wir können die illusionsgleiche Qualität der Wut sehen, indem wir auf die Wut von gestern aus der Perspektive von heute schauen, oder auf die Wut von heute aus der Perspektive von morgen.  […] Tun Sie für einen Moment so, als ob es morgen wäre und Sie auf heute zurückblicken, betrachten Sie irgendeinen Augenblick des Ärgers oder einer anderen Emotion, an die Sie sich erinnern. Was uns heute so real und überzeugend vorkommt, dass wir unser Reden und Handeln danach ausrichten, kann aus der Sicht von morgen so wenig substanziell wie eine Fata Morgana sein.
Dzogchen Ponlop Rinpoche: Der Geist überwindet den Tod. Das Tibetische Totenbuch für unsere Zeit. Theseus, 2009, S. 170

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2. Januar 2025: Einführung in die buddhistische Meditationspraxis

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen

Herzlich willkommen im Jahr 2025 (oder 2568 B. E, nach buddhistischer Zählung, wie sie vielen buddhistisch geprägten Ländern üblich ist).

Wir wünschen allen Freundinnen und Freunden der Buddhistischen Gruppe (und allen fühlenden Wesen) ein glückliches Jahr voller Achtsamkeit und Gewahrsein. Mögen alle Glück und die Ursachen des Glücks erfahren sowie freudvolle und schwierige Momente mit großem Gleichmut erleben.

Dieses Jahr wird sicherlich ein erlebnisreiches werden, mit vielen Überraschungen.

Den ersten Donnerstagabend des Jahres widmen wir wieder ohne Überraschung ganz grundlegend der Meditationspraxis, wie sie der Buddha gelehrt hat. In Form einer geführten Meditation lernen wir die Technik (wieder) kennen und hoffentlich schätzen:

Hier, ihr Meditierenden, verweilen Meditierende hinsichtlich des Körpers den Körper betrachtend, unermüdlich, wissensklar und achtsam, frei von Verlangen und Betrübtheit hinsichtlich der Welt. Hinsichtlich der Gefühle verweilen sie die Gefühle betrachtend, unermüdlich, wissensklar und achtsam, frei von Verlangen und Betrübtheit hinsichtlich der Welt. Hinsichtlich des Geistes verweilen sie … Hinsichtlich der dhammas verweilen sie… (nach: Anālayo: Der direkte Weg, S. 13)

Eigentlich ist es doch ganz einfach sich mal eine Weile auf die Wahrnehmung des Atems zu beschränken. Mehr gibt es ja erstmal nicht zu tun. Aber vielleicht ist dies für uns Menschen des 21. Jahrhunderts zu einfach, weil wir die Dinge allzu schnell verkomplizieren und von der Gesellschaft bereits so konditioniert sind, dass wir glauben, immer etwas tun und erreichen zu müssen, selbst beim Innehalten.

Vielleicht verpassen wir auf diese Weise etwas Wesentliches.

Vielleicht ist es deshalb eine gute Idee, das Jahr mit einer Meditation in einer Gemeinschaft von Übenden und passenden Erläuterungen zu beginnen.

Laut Erich Kästner gibt es ja „nichts Gutes, außer man tut es“ (durch Nicht-Tun, würde Buddha ergänzen).

Wir schließen den Abend mit einer kurzen Meditation mit Wertschätzung und Widmung ab.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf darauf, das neue Jahr mit dir begrüßen zu dürfen!

Die Theravada AG in der DBU bietet einige Angebote für Praktizierende des frühen Buddhismus. Es gibt einen Newsletter, der über die jeweiligen Aktivitäten der AG berichtet und immer wieder auf interessante Veranstaltungen aus dieser Traditionslinie aufmerksam macht.

Am 13. Januar findet das Frühjahrstreffen der AG mit dem Leitthema „Umgang mit den fünf Hemmungen“ statt. Diesmal noch online. Gestaltet wird der Tag von den  Referent:innen Bhikkhuni Phalanyani und Raimund Hopf. Teilnahme auf Spendenbasis.

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Gedanken für die Woche

„Es war einmal ein Ehepaar. Der Mann hieß Sam (Samatha), seine Frau Vi (Vipassana). Eines Tages beschlossen die beiden nach dem Mittagessen, mit ihren Hunden spazieren zu gehen, den Meditationsberg hoch. Der eine Hund hieß Metta, der andere Anapana (Anapanasati). Sam wollte auf den Gipfel, weil es dort so friedvoll war und er diese Stille einfach liebte. Vi ging es um die Aussicht. Deshalb nahm sie ihre neue Kamera mit, die ihr selbst auf große Entfernung unglaublich schöne Aufnahmen ermöglichte. Metta schloss sich an, weil sie Besteigung des Berges spaßig fand, und Anapana der guten Luft wegen.
Nachdem sie die erste Hälfte des Weges hinter sich gebracht hatten, wurde es  – sehr zu Sams Vergnügen – friedlich und still. Doch genoss er auch die Aussicht, schließlich hatte er Augen im Kopf. Vi ließ derweil den Blick in die Ferne schweifen und schoss bereits die ersten Fotos. Nicht jedoch, ohne sich ebenfalls an der schönen Harmonie des Augenblicks zu erfreuen. Metta wedelte heftig mit dem Schwanz, weil sie bereits auf halber Strecke so viel Liebe und Güte empfand. Anapana schließlich atmete ganz ruhig – die Luft war hier so gesund und köstlich, dass sie dem Hund wie von selbst in die Nase strömte. Doch genossen beide Tiere auch den Frieden und die Aussicht.
Am Gipfel herrschte vollkommene Ruhe. Auf der Kuppe des Meditationsberges bewegte sich absolut nichts mehr, und Sam hatte sein Ziel erreicht. Aber er genoss auch die Aussicht – er konnte endlos weit sehen, das ganze Universum schien sich vor ihm auszubreiten. Vi hatte so viel Schönes noch nie vor Augen gehabt – so viele Einsichten. Aber auch sie fand Gefallen an dem Frieden, der hier herrschte. Metta war unglaublich glücklich.
Denn zu der friedlichen Atmosphäre und der schönen Aussicht gesellten sich nun auch die Freude und Liebe der tiefen Meditation. Und Anapana – der war verschwunden! Wohin wusste keiner. Doch so ist es nun mal: Auf dem Gipfel des Meditationsberges verschwindet der Atem.“
–Ajahn Brahm. Zitiert nach: Buddhismus aktuell  4/24, S. 63

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26. Dezember 2024: Alle meditieren heute zuhause

Beginn: Wann und wo du möchtest.

Meditation im Sitzen und Gehen, solange du willst. Nicht zu lang und nicht zu kurz.

Am 26. Dezember fällt der Meditationsabend in der Biegenstraße 20 aus.

Viele unserer Gruppe treffen sich mit ihren Familien oder machen Urlaub vom Alltag (aber doch wohl nicht von der Dhammapraxis?). Deshalb findet dieser Praxisabend dort statt, wo ihr euch gerade befindet. Dies kann heißen, sich Extra-Zeit für die Meditation zu gönnen, sich achtsam dem Abendessen zu widmen oder eine z. B. während der Feiertage entstandenen Zwistigkeit (diese Tage scheinen dafür prädestiniert zu sein) mit Freundlichkeit (mettā) und Mitgefühl (karunā) zu beenden. Dann kann man sich angesichts der Freude der anderen Person mitfreuen (muditā) und den bewiesenen und entstandenen Gleichmut (upekkhā) genießen. Es gibt viele Gelegenheiten, die vier unermesslichen Geisteshaltungen (Brahmaviharas) zu kultivieren. Euch wird schon etwas einfallen.

Von Longchen Rabjam (Longchenpa), einem der größten Dzogchen-Meister der Nyingma Tradition des tibetischen Buddhismus aus dem 14. Jahrhundert, ist ein weiser Ratschlag überliefert, der uns durch diese Meditation, aber auch durch das nächste Jahr, begleiten könnte. Er wird zum Download und zur Kontemplation empfohlen. Ein Auszug: „Am Beispiel des Auftauchens von Spiegelbildern im Teiche erkenne, dass unterschiedliche Phänomene erscheinen, doch keine wahre (Existenz) besitzen. Sie sind wie Illusionen, eine Luftspiegelung, ein Wasser-Mond, und sicherlich leer von wahrer Existenz.“

Ende: Offen (Was fertig ist, ist fertig – Ajahn Brahm)

Wir wünschen euch einen friedlichen Jahresausklang, ein neues Jahr mit ganz viel Freundlichkeit, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut, und freuen uns darauf, möglichst viele von euch am 2. Januar 2025 oder einem der folgenden Donnerstage wiederzusehen.

Wir bedanken uns bei allen, die sich der Buddhistischen Gruppe Marburg verbunden fühlen, an unseren Abenden teilgenommen haben und unser Anliegen, ein traditionsverbindendes buddhistisches Angebot in Marburg zu aufrechtzuerhalten, unterstützen. Herzlichen Dank für eure großzügige ideelle und materielle Unterstützung, die wir in diesem Jahr erfahren durften.

Herzliche Grüße
mit Mega Metta
Birgit & Rüdiger

Meditation in der digitalen Welt

Wir freuen uns, dass unser Angebot, gemeinsam den dhamma zu praktizieren, in Marburg angenommen wird. Vielen ist es aus unterschiedlichen Gründen leider nicht möglich, donnerstags zu unseren Abenden zu kommen. Wer trotzdem ein Gefühl von Gemeinschaft haben möchte, kann sich bei „online Meditation“ einklinken. Morgens, mittags und abends kann via Zoom mit anderen meditiert werden. Das ist nicht so persönlich wie bei uns in der Biegenstraße, aber immer noch besser als nichts.
Diese Initiative ist aus einem Retreat im Meditationszentrum Beatenberg hervorgegangen und existiert seit 2020.

Wir arbeiten daran, unser analoges Angebot auszuweiten. Wenn sich entsprechende Wünsche manifestieren und Initiativen entstehen, werden sich die Dinge auch entwickeln.

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Inspiration für den Tag, die Woche, den Monat, den Rest des Jahres und für das neue Jahr von Sayadaw U Tejaniya

Welche Art von Anstrengung wenden wir in unserem täglichen Laben an? Wir wenden automatisch Druck an, der in erster Linie durch Verlangen, Aversion oder Verblendung motiviert ist. Dies ist uns zur Gewohnheit geworden. Viriya (Ausdauer) mit Weisheit weiß jedoch, dass Achtsamkeitspraxis wohltuend ist, und deshalb halten wir durch und kennen unsere Motivation zum Praktizieren. Wir laufen einen Marathon. Würde ein erfahrener Läufer schon am Anfang all seine Energie aufbrauchen? Nein! Er steigert seine Eigendynamik mit jeder Meile. Wir wollen die Art von dhamma-Schwungkraft, die in unserer Praxis auf ganz natürliche Weise entsteht. Es ist keine durch Forcieren hervorgebrachte Schwungkraft. Praktiziere in einer entspannten Weise, aber höre nicht auf zu praktizieren. […] Erinnere dich, dies ist kein 100-Meter-Sprint. Wir brauchen weises Bemühen und weise Energie, nicht begierige Energie. Wir tun also, was wir können, beständig, wir geben nicht auf!Ashin Tejaniya: Dhamma überall – Jeden Moment mit Gewahrsein+Weisheit willkommen heißen. Verein Vipassana Publikationen, Zürich, 2017, S. 31

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