13. März 2025: Shunyatā/Suññatā: Ein Versuch über Leerheit

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen

Vortrag und Austausch:

Der Begriff Shunyatā (Pali: suññatā) ist in den buddhistischen Traditionen von großer Bedeutung. Obwohl er, vor allem im Mahāyāna, einer der zentralen ist, fällt es immer wieder schwer, ihn mit Inhalt zu füllen. Traditionell wird er mit „Leerheit“ übersetzt. Dies führt schnell zu Assoziationen, die mit unserem Alltagsverständnis von Leere verknüpft sind, die aber nicht notwendigerweise den Kern der Sache treffen. Wir versuchen, etwas mit Worten zu beschreiben, was aber, um vollständig verstanden werden zu können, auch auf der intuitiven Ebene erfahrbar geworden sein muss. Kognition und Intuition müssen also angemessen zusammenfinden.

Der Vipassanalehrer Fred von Allmen beschreibt die Schwierigkeit, Shunyatā zu erklären, mit dem Problem, eine entwischte schwarze Katze in einem dunklen, fensterlosen Kohlenkeller zu finden – aber sie befindet sich gar nicht darin.

Verwirrt werden wir möglicherweise auch durch Formulierungen, wie sie sich im Herz Sūtra finden: 

„Form ist Leerheit. Leerheit ist Form. Leerheit ist nichts anderes als Form. Form ist nichts anderes als Leerheit.“ (Zitiert nach Khenpo Karl Brunnhölzl: Das Herzinfarktsutra. Ein neuer Kommentar zum Herzsutra. edition steinrich, 2014, S. 298)

Im Palikanon, der Sammlung der Lehrreden Buddhas des frühen Buddhismus, taucht der Begriff der Leerheit als auf diese Weise substantiviertes Adjektiv selten auf. Beispiele finden sich allerdings in der Cūlasuññatā Sutta (MN 121) und in der Mahasuññatā Sutta (MN 122).

Wir werden also versuchen, an diesem Abend etwas Licht in den dunklen Kohlenkeller zu bringen. Mal sehen, ob sich nicht doch eine Katze darin finden lässt.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Online

Fred von Allmen bietet in der nächsten Zeit zwei Vorträge an, bei denen es lohnenswert sein könnte, sich via Zoom zuzuschalten.

Bereits am Mittwoch, 12. März findet ein Abendvortrag im ZfB (Zentrum für Buddhismus) in Bern mit Fred von Allmen statt, vor Ort und online. Es gibt einen Flyer mit den nötigen Daten.

Am Dienstag, 15. April wird er zum Thema „Rechtes Bemühen – Die Triebkraft unserer Praxis“ für die Online-Meditationsgruppe www.onlinemeditation.info  sprechen. Neulinge sind dort herzlichst willkommen.

Da unsere Lehrenden nur von den Spenden leben, die wir ihnen zukommen lassen, sollte bei Teilnahme eine Überweisung erwogen werden. Die karmischen Folgen dieser Übung der Großzügigkeit sind unermesslich.

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Gedanken für die Woche

„Kein Töten und kein Stehlen,
Kein Missbrauch und kein Lügen,
Keine üble Nachrede, Schmähung, Klatsch,
Keine Gier, Übelwollen oder Fixierung:

Diese klaren Handlungen
Sind Wege der Praxis
Und reifen zu Schönheit und Freude,
Hier und anderswo.“

Nagarjuna (2. Jhdt.)

Aus: Stephen Batchelor: Nagarjuna – Verse aus der Mitte. Eine buddhistische Vision des Lebens. Theseus, 2002, S. 117

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6. März 2025: Einführung in die Vipassana-Meditation

Beginn: 18:45 Uhr

Einführung und geleitete Meditation im Sitzen und Gehen 

Wie an jedem ersten Donnerstag eines Monats findet heute wieder unser Einführungsabend für neue und erfahrenere Meditierer:innen statt.
Der Schwerpunkt wird dieses Mal bei der Vipassana- oder Einsichtsmeditation liegen. Auf der Grundlage einer stabilen Sammlung des Geistes durch die Achtsamkeit auf den Atem erweitern wir das Feld der Achtsamkeit auf die Wahrnehmung des Körpers und des Geistes. Mit gleichem Mut nehmen wir die erscheinenden angenehmen, unangenehmen und vielleicht neutralen Wahrnehmungen zur Kenntnis.
Wie dies funktionieren kann, welche Art von Einsichten dabei entstehen und welche Hindernisse dabei auftreten können, soll Thema der Einführung sein. Es wird Gelegenheit geben, in diese Übung hineinzuschnuppern. Raum für all die Fragen, die dabei aufkommen oder die man Buddhist:innen schon immer mal stellen wollte, wird natürlich ebenfalls zur Verfügung stehen.

Und was hat man davon, wozu taugt das Ganze?
Fred von Allmen, ein Schweizer Vipassanalehrer sagt dazu:
„Meditation wird gelegentlich immer noch mit Weltflucht gleichgesetzt. Das kann unter Umständen auch zutreffend sein. Wie jede Form der komplexen inneren Veränderung, hat auch sie ihre Sackgassen und Fallen und kann zu völlig egozentrischen Zwecken missbraucht werden. Dies aber hat mit dem Wesen und ihrem Sinn nichts gemeinsam. 
Das Ziel der Meditation und der spirituellen Praxis – im Buddhismus auch ‚Dharma‘ oder ‚Dhamma‘ genannt – ist ein ganzheitliches: Sie will Freiheit von Leiden, von inneren Zwängen und Ängsten schaffen; sie bewirkt vertiefte Sensibilität, Ehrfurcht vor dem Leben und echtes Interesse am Wohlergehen alles Lebendigen. Über eine äußerlich sichtbare und praktizierbare Form und Lehre hinaus handelt es sich um eine Lebenshaltung; sie bedeutet eine realitäts- und alltagsbezogene Transformation. Wir können Meditation und Dharma-Praxis als Übung, Training und Lebensweise erfahren, die sich bis in sämtliche Bereiche unseres Lebens auswirkt.“
(Fred von Allmen: Die Freiheit entdecken – Grundlagen buddhistischer Erkenntnis-Meditation. Norbu Verlag, 2016, S. 19)

Wir beschließen den Abend mit einer kurzen Phase der Stille mit Wertschätzung und einer traditionellen Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Natürlich ist die Teilnahme an unseren Abenden wie stets kostenlos.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Retreat I

Am 27. März wird Samuel Koelewijn wieder einen Zen-Abend gestalten, wobei wir wieder einen Vortrag seines Zenlehrers Genjo Roshi hören werden. Vom 13. bis 18. Mai gibt es die Gelegenheit, diesen außergewöhnlichen Lehrer im Rahmen eines Sesshins/Retreats in England kennenzulernen. Gerne könnt ihr Samuel auch nach dem Zen-Abend dazu ansprechen. Es sind noch Plätze verfügbar.

Retreat II

Am 5. und 6. April 2025 findet in Freiburg wieder ein meditatives Wochenende mit Lama Tilmann statt: „Gewahrsein entwickeln“.
Nähere Infos findet ihr wie immer auf der Homepage unserer Freunde vom Buddhistischen Zentrum Freiburg. Lama Tilmann lehrt anhand der Meditationsunterweisungen des 9. Karmapas aus dem Buch „Der Ozean des wahren Sinnes“. Die bisherigen Erfahrungen von Teilnehmern aus unserer Gruppe waren überaus positiv.
Sollten sich mehrere Interessenten aus Marburg finden, könnte wieder eine Fahrgemeinschaft gebildet werden.

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Umwerfende Gedanken für die Woche

„Es ist also nötig, eine veränderte Haltung zu erzeugen, eine Haltung, die von Verantwortung und aktivem Mitgefühl geprägt ist. Aber wie? […] Der Beitrag des Buddhismus zu diesem Thema ist im Grunde von umwerfender Einfachheit. Er lautet: Unsere Ego-Verhärtungen sowie Gier, Hass und Stumpfheit mit all ihren verheerenden Konsequenzen können wir ruhig aufgeben, da sie ohnehin auf falscher Einschätzung der Lage und Illusionen beruhen. Wir verlieren dabei nichts. Wir riskieren nichts. Wir werfen nur Ballast ab.“ – (Dagyab Kyabgön Rinpoche in: Fred von Allmen: Die Freiheit entdecken. Norbu Verlag, 2016, S. 10f.)

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Einladung zum 5. Marburger Praxistag

Liebe Freundinnen und Freunde,

unsere Umfrage bezüglich unseres nächsten Praxissamstags hat den 15. März als für die meisten passenden Termin ergeben.

Erste Infos findet ihr auf unserer Homepage. Den genauen Tagesplan erstellen wir gerade. Wenn alle Fragen geklärt sind, schicken wir ihn herum. Geplant ist, dass wir, wie letztes Mal, um 9:00 Uhr beginnen und um 17:00 Uhr mit dem gemeinsamen Aufräumen enden. Ein Mittagessen wird es auch wieder geben. Wer noch Kleinigkeiten mitbringen möchte, kann dies natürlich gerne tun.

Es sind noch Plätze frei. Bitte meldet euch zeitig an, das erleichtert die Planung.

Wir freuen uns auf eure Teilnahme!
Birgit und Rüdiger

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27. Februar 2025: Der Dalai Lama und die Logik der Liebe

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen.

Lesung und Austausch:
An diesem Abend werden wir ein Kapitel aus dem Buch „Logik der Liebe“ des Dalai Lamas lesen und diskutieren: „Religiöse Werte und die menschliche Gesellschaft“.

Als Appetithappen möge folgendes Zitat aus dem Werk dienen:

„Es gibt viele Philosophien; von grundlegender Bedeutung aber sind heilende Hinwendung, Liebe, Fürsorge für das Leid anderer und Reduzierung der Selbstsucht. Ich glaube, dass ein Denken, das zu heilender Hinwendung führt, das Kostbarste überhaupt ist.“

Es wird sicherlich ein anregender Abend mit einem interessanten Gespräch über die Gedanken des Dalai Lamas werden.

Wir schließen den Abend mit einer kurzen Meditation mit Wertschätzung und Widmung ab.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Gedanken für die Woche

„Eine buddhistische Schrift von nur vier Wörtern soll man ebenfalls als Juwel des Dharma sehen. Hat man Zuflucht zum Dharma genommen, ist es gänzlich unangebracht, einen Lehrtext direkt auf den Boden, einem Sitz oder unbedeckten Tisch oder dergleichen zu platzieren. man sollte in keinem Fall über ihn steigen, oder jemals Gegenstände wie seine Brille darauflegen. Es ist daher sehr wichtig, ihn wertzuschätzen.“ – Der XIV. Dalai Lama: Die Stufen des Pfades zum Erwachen. Die Essenz meiner Lehre. Herder Verlag, 2024, S. 355

Der Potala Palast in Lhasa

Der Potala Palast, Lhasa. Sitz der Dalai Lamas in Tibet.

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20. Februar: Über Buddha-Natur und grundlegende Gutheit

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen.

Vortrag: Buddha-Natur und grundlegende Gutheit – Sind wir bereits erleuchtet? Und wenn ja, warum merken wir es so oft nicht?

Der Weg zur Erleuchtung, den Buddhisten mit ihrer Praxis beschreiten, hat viele Tücken. Missverständnisse, Irrtümer und unterschiedliche Ansichten über den Weg, der zu gehen sei, ziehen sich durch die Geschichte.
So ist es auch mit dem Begriff der „Buddha-Natur“ (Tathagatagharba), der vor allem in den späteren Traditionen des Mahāyāna und Vajrayana von großer Bedeutung ist.
Müssen wir erst Buddha werden (also erwacht aus den Täuschungen und Illusionen über die Natur der Dinge) oder ist diese Qualität bereits von Anfang an ein Bestandteil unserer selbst und unseres Geistes?

In den alten Mahāyānatexten finden sich u. a. folgende Aussagen:
Lebende Wesen sind der Buddha selbst. Und sind sie auch durch akzidentielle Befleckungen verdunkelt, so sind sie doch, wenn die Verdunkelungen geklärt wurden, der Buddha selbst.“
(Longchen Rabjam (1308-1363): Buddha-Natur – Dzogchen in der Praxis. Eine Anthologie, ausgewählt von Tulku Thondup, Opus Verlag, 2012, S. 247)
Oder
Wäre das Buddha-Element nicht vorhanden,
entstände auch kein Überdruss an Leid.
Es gäbe weder Sehnsucht nach Nirvana,
noch Streben oder Hingabe an dieses Ziel.“

(Jamgon Kongtrul Lodrö Thaye: Buddha-Natur. Das Mahāyāna-Uttaratantra-Shastra mit Kommentar. Khampa Edition, 2014, S. 137 f.)Diese klare Natur des Geistes
ist unwandelbar wie der Raum.
Sie wird nicht geplagt von Begierde usw., der flüchtigen Verschmutzung,
die aus einem nicht der Wirklichkeit entsprechenden Denken hervorgeht.“

(Ebenda. S. 149)

Chögyam Trungpa, ein tibetischer Lehrer, der in den USA gelehrt hat, nutzte den Begriff basic goodness, der meist mit „grundlegendes Gutsein“ übersetzt wird. Dies sei „gut in dem Sinne, dass es so grundlegend und deshalb gut ist – also nicht in einem Gegensatz zu böse oder schlecht. […] Wir pflegen Freundschaften, wir wehren unsere Feinde ab und wir sind gelegentlich gleichgültig. Dass dem so ist, halten wir nicht für einen Mangel des Menschseins. Es ist einfach Teil der Vornehmheit und der natürlichen Ausstattung des Menschen. Wir haben alle Fähigkeiten, die wir brauchen, und darum müssen wir nicht mit der Welt kämpfen.“
(Chögyam Trungpa: Große Östliche Sonne. Arbor, 2004, S. 106 f.)

Die Sichtweisen auf die „Buddha-Natur“ sind also durchaus unterschiedlich. Heute Abend versuchen wir, die Begriffe und was dahinterstecken könnte gemeinsam auszuloten.

Wir schließen den Abend ab mit einer kurzen gemeinsamen Meditation und der Widmung der entstandenen Verdienst.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Erinnerung

Bis heute Abend besteht Gelegenheit zur Teilnahme an der Terminabfrage für den Praxissamstag im März. Hier geht es zur Umfrage.

Anfang der nächsten Woche werden wir mitteilen, an welchem Tag er stattfinden wird. Spontane Teilnahmen sind natürlich möglich, manchmal ergibt sich ja eine unerwartete Lücke im Terminkalender.
Für verbindliche, auch kurzfristige Anmeldungen sind wir sehr dankbar, dies erleichtert die Planung ungemein.

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Gedanken für die Woche

Niemand kann Ihnen vorschreiben, dass Sie Dharma praktizieren müssen, und auch kann Ihnen niemand sagen, dass Sie Buddhist sein müssen. Zu seinen Lebzeiten lehrte Buddha nur: ‚Derart ist meine Sicht und Philosophie‘. Er hat nie davon gesprochen, dass sämtliche Inder den Buddhadharma praktizieren oder alle Wesen in das Tor der Lehre eintreten sollten. In ihrer Darlegung und der Begründung der Inhalte der buddhistischen Schriften, ihrer Sichtweisen und philosophischen Lehrmeinungen widerlegten auch Nāgārjuna und dergleichen Meisterinnen die widersprüchlichen Positionen der anderen buddhistischen wie nichtbuddhistischen Ansichten nur mittels der Logik. Niemals griffen sie zu Schwert, Schusswaffe oder Schlagstock und versuchten, die anderen mit Gewalt zu besiegen.“
– Dalai Lama: Die Stufen des Pfades zum Erwachen – Die Essenz meiner Lehre. Herder Verlag, 2024, S. 336

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Einladung zum 5. Marburger Praxistag

Wenn Buddhas meditieren…

Im März soll unser 5. Praxissamstag stattfinden. Um möglichst vielen von uns eine Teilnahme zu ermöglichen, stehen drei Termine zur Auswahl.

Bei Interesse an einer Teilnahme, bitten wir euch bis Sonntag, den 16. Februar, an der Umfrage teilzunehmen. Der Tag mit den meisten Treffern, wird es dann werden. Sobald der Termin feststeht, bitten wir um eine kurze Anmeldung per Email, denn manchmal ist es schwer, bei Namensgleichheit herauszufinden, wer sich „eingeklickt“ hat. Auch die Kommunikation wird dann leichter.

Erste Infos zum Tag stehen bereits auf unserer Homepage

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

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13. Februar: Die Mahamangala Sutta und Einladung zum Praxistag

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen.

Vortrag und Austausch: Die Mahamangala Sutta

Die Lehrreden des Buddha haben sehr oft einen ganz pragmatischen Ansatz. Häufig wird er darin um Rat gefragt, wie man sich heilsam in bestimmten Lebenssituationen verhalten könnte oder welche Konsequenzen manche Verhaltensweisen haben können.

In der Mahamangala Sutta (AN 2.4) passiert etwas Besonderes: Gotama wird nicht von einem Menschen gefragt, sondern von einem Gott (in Indien haben Götter eine andere Bedeutung als  beispielsweise in den monotheistischen Glaubenswelten) gebeten, eine Unterweisung zu geben. Die Frage, die den Gott (Name und Funktion bleiben unerwähnt) umtreibt, ist die nach einem glücklichen Leben und was dem „höchsten Glück“, „the best fortune“ in der Übersetzung von Doug Smith, zuträglich ist. Der Buddha gibt als Antwort eine Liste von Umständen, die zu einem solchen guten, glücklichen Leben führen.

In unserem Vortrag werden wir uns wieder einmal auf ein Buch des amerikanischen Dhammalehrers Doug Smith beziehen, das er über dem Mahamangala Sutta gewidmet hat.

Das Thema dieser Lehrrede taucht immer wieder im Palikanon (der Zusammenstellung der Lehrreden Buddhas) auf. Meist wird gesagt, dass er sich dabei im Park des Anāthapiṇḍika aufgehalten habe.
Beispiele sind die Sappurisa Sutta (MN 113) und die Sevitabbāsevitabba Sutta (MN114).

Es wird interessant sein, darüber zu sprechen, wie Gotamas Vorschläge nach zweieinhalb Jahrtausenden auf uns wirken und inwiefern sie heute relevant für uns sein können.

Wir schließen den Abend mit einer kurzen Meditation mit Wertschätzung und Widmung ab.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Es ist wieder höchste Zeit für einen Praxissamstag!

Im März soll es endlich einen, unseren fünften, geben. Um den besten Termin zu finden, starten wir wieder eine kleine Umfrage.

Mögliche Termine sind der 1., 8. und 15. März.

Bitte tragt euch bis nächsten Sonntag, 16. Februar 2025 in die Onlineliste ein, wenn ihr teilnehmen möchtet.

Es wird wieder ein gemeinsames Mittagessen geben.

Hier ist der Link zur Umfrage.

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Gedanken für die Woche

Ich befürworte einen experimentellen Zugang zur Dhamma-Praxis: Welche Übung fühlt sich gut an? Welche Übung ist angenehm? Ganz wesentlich: Welche Übung funktioniert? Dieser Zugang basiert nicht auf einer Theorie von dem, was hilfreich sein sollte oder was der Ajahn sagt. Sie basiert darauf, Dinge auszuprobieren und die Ergebnisse zu beobachten. Das sollte der entscheidende Faktor sein. Dies nennt man vīmaṃsā oder „Überprüfen“, also die Ergebnisse der unternommenen Anstrengungen zu betrachten.

Wir könnten in der Praxis fragen: „Wenn ich mehr Aufmerksamkeit auf die Atem-Betrachtung lege – was kommt dabei heraus? Wenn ich sehr fokussiert und präzise bei der Gehmeditation bin – was ist der Effekt? Wenn ich bei der Gehmeditation entspannter und offener bin – wie ist das dann?“ Vīmaṃsā ist Teil eines Rückkopplungssystems. Wir sehen die Ergebnisse von dem, was wir getan haben und das prägt unsere Entscheidungen.
Ajahn Amaro: Auf den Geist kommt es an – Der phänomenologische Zugang zur Lehre des Buddhas. Muttodaya Dhamma, Stammbach, 2022, S. 95
Ajahn Amaro ist Abt des von Ajahn Sumedho gegründeten Klosters Amaravati in England.

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6. Februar: Einführung in die buddhistische Meditation

Seit dieser Woche werden wir als „Buddhistische Gruppe Marburg“ auf der Website der Deutschen Buddhistischen Union (DBU) unter der Rubrik „Gruppen und Zentren“ geführt. Diese Liste könnte auch für diejenigen hilfreich sein, die umziehen oder in anderen Städten Kontakt zu buddhistischen Gruppen suchen.

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Gedanken für die Woche

„Es erfordert Mut, sich der ganzen Bandbreite unserer Gefühle und Emotionen zu stellen, ohne darauf zu reagieren oder sie abzuschneiden. Und doch ist dies der Ort, an dem unsere Freiheit liegt. Oder wie Albert Camus sagt: ‚Wir alle tragen das Exil in uns, unsere Verbrechen, unsere Schandtaten. Unsere Aufgabe ist es, sie nicht auf die Welt loszulassen, sondern daraus uns selbst und andere hervorgehen zu lassen.’
Achtsamkeit hilft uns, machtvollen Gefühlen und Emotionen zu begegnen. Diese sind einfach nur Energie. Wenn sie erkannt, akzeptiert und erforscht werden, dann werden wir frei vom Anhaften. Dann haben wir die Wahl. Auf jene, die eine Antwort erfordern, können wir reagieren, die anderen aber können wir mit den Energien des Lebens sich verströmen lassen.“
– Jack Kornfield: Das weise Herz – Die universellen Prinzipien der buddhistischen Psychologie. Arkana, 2008, S. 195

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30. Januar 2025: Die sechs Daseinsbereiche

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen.

Meditation im Sitzen und Gehen (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)

Vortrag und Austausch:

Die sechs Daseinsbereiche

Unser Denken und Handeln wirkt

Unsere Alltagserfahrung zeigt dies sofort. Je nachdem in welchem geistigen Modus wir uns gerade befinden, wird sich uns die Welt zeigen. Sind wir gut gelaunt, erscheint uns vieles rosarot, was in negativer Stimmung als bedrohlich, manchmal höllisch empfunden wird. Genauso verhält es sich mit unseren Handlungen. Wir werden die Früchte unseres Tuns ernten. Dabei können wir alle der im Buddhismus definierten Lebensbereiche durchleben:

Höllenbereiche, Tierbereich, Bereiche der hungrigen Geister, Menschen und Götter. 

Dargestellt wird dies in Form des sogenannten Lebensrads, wie in der Abbildung oben aus den Buddhadasa Indapanno Archives in Bangkok.

Je nachdem wo wir uns gerade befinden, wirkt dies wieder auf unser Leben zurück. Insofern erleben wir das, was John Lennon mit „Instant Karma“ angedeutet hat. Darüber hinaus gehen viele Buddhisten davon aus, dass sich dies nicht nur auf aktuelle Lebenssituationen bezieht, sondern unser Handeln sich auch auf eine mögliche Reinkarnation auswirkt. Welche Variante man bevorzugt, mag jeder selbst entscheiden. Die Gemeinheiten, denen man beispielsweise in den Höllenbereichen ausgesetzt ist, wird in manchen Tempeln Asiens sehr plastisch dargestellt, wie im Wat Phai Rong Rua.

Worum es in diesen Daseinsbereichen geht und was sie bedeuten, wollen wir heute zum Thema des Vortrags und des Austauschs nach der Meditation machen.

Wir schließen den Abend mit einer kurzen Meditation mit Wertschätzung und Widmung ab.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!Wir schließen den Abend mit einer kurzen Meditation mit Wertschätzung und Widmung ab.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Das Lebensrad aus einem Kloster in Bhutan:

Auf das Bild klicken zum Vergrößern. Quelle: Wikipedia

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Winterretreat des Jungen Buddhistischen Netzwerks

Aus der Ankündigung: Das Junge Buddhistische Netzwerk (Junge Buddhistische Union) lädt am Buddhismus interessierte Menschen bis Mitte dreißig zum Winterretreat in die Metta Vihara im Allgäu ein! 
Das Junge Buddhistische Netzwerk, ehemals Junge Buddhistische Union, ist eine über Deutschland verteilte, traditionsübergreifende Vernetzung junger Menschen bis Mitte 30 mit Interesse am Buddhismus, Austausch und gemeinsamer Praxis. Seit 2023 findet jedes Jahr ein Sommercamp statt, in diesem Jahr laden wir zum ersten Mal zu einem Winterretreat ein. 

Termin: 14. bis 19. Februar 2025

Wir wollen gemeinsam meditieren und uns mit anderen jungen Buddhist:innen und buddhistisch interessierten Menschen austauschen. Begleitet werden wir von der erfahrenen Lehrerin Romy Schlichting. 
Weitere Informationen stehen auf der Homepage der DBU.

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Gedanken für die Woche

„Dieser karmische Prozess besitzt ein herausragendes Merkmal, nämlich seine Unausweichlichkeit. Karmische Reifung kann nicht nur stattfinden, sie tut es auf jeden Fall. Zusätzlich gibt es eine gewisse Vorhersagbarkeit, da bestimmte Tendenzen immer auch bestimmte Erfahrungen hervorbringen. Niemals kann eine heilsame Handlung unter zukünftigen Bedingungen zu leidhaften Erfahrungen führen, noch kann eine zerstörerische Handlung in der Zukunft jemals eine Erfahrung persönlichen Glücks zeitigen.
Was eine heilsame und was eine unheilsame Handlung ist, ergibt sich daraus, ob die aus ihr resultierende Erfahrung für den Handelnden glücklich oder unglücklich ist. Die Gleichung ist höchst einfach. Heilsame Handlungen führen zu positiven karmischen Tendenzen, die als Glück erlebt werden, die also zu körperlichem und/oder geistigem Wohlergehen führen. Unheilsame Handlungen schaffen negative karmische Tendenzen, die sich als Erfahrungen von körperlichem und/oder geistigem Schmerz manifestieren. Auch wenn es ein ganzen Leben, ja sogar mehrere Leben dauern kann, bis eine gegebene Tendenz tatsächlich reift, handelt es sich auf jeden Fall um einen unausweichlichen Prozess.“
Kalu Rinpoche: Geflüsterte Weisheit. Die Lehren des Eremiten vom Berge. Wolfgang Krüger Verlag, 1997, S. 61

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23. Januar 2025: Über Gehmeditation

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)

Vortrag und Austausch:
Gehmeditation – Die wohl meistunterschätzte Meditationsübung der Welt

Nicht ohne Grund wird in Retreats vor allem der Theravada Tradition, aber auch im Zen (Khinhin) sehr großer Wert auf die Meditation im Gehen gelegt. Die Dauer entspricht dabei meist derjenigen der Sitzmeditation. Sie ist also keineswegs ein Lückenfüller zwischen zwei „Sitzungen“, sondern eine vollständige Praxis der Achtsamkeit und des Gewahrseins. Sammlung und Einsicht gehen hier quasi Fuß in Fuß.
In der Kāyagatāsati Sutta (MN 119) stellt der Buddha die Gehmeditation in den Zusammenhang der Achtsamkeit auf den Körper. Die Besonderheit der Achtsamkeit beim „Hingehen und Zurückgehen“ ist allerdings, dass sie als eigene Praxisform über einen längeren Zeitabschnitt machbar ist. In den Vipassana Retreats beispielsweise wechseln sich meist jeweils 45 Minuten der Sitzpraxis mit denen der Gehpraxis ab. Viele Teilnehmer berichten von wesentlichen Einsichten, die sie während der Gehpraxis erlangten.
In der Caṅkama Sutta weist Gotama neben den gesundheitlich förderlichen Aspekten darauf hin, dass „die beim Auf- und Abwandeln erzielte Sammlung des Geistes“ lange anhält.
Lauter gute Gründe, der Gehmeditation einen Themenabend zu widmen.

Basierend auf den Unterweisungen des burmesischen Meditationsmeisters Sayadaw U Pandita (1921-2016) schauen wir uns heute die Formen der Praxis der Gehmeditation und ihre Früchte genauer an.

Wir schließen den Abend mit einer kurzen Meditation mit Wertschätzung und Widmung ab.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Online-Retreats

Am 11. Februar 2025 beginnt eine Reihe von Online Seminaren des Bodhi College mit Yuka Nakamura und Akincano M. Weber in deutscher Sprache.

  • Denken als Hindernis – Denken als Entschleierung ➤ mit Yuka Nakamura und Akincano Weber
    • Virtuelle Salongespräche über ausgewählte zeitgenössische Dharma-Texte
    • Die online Seminare finden (fast) wöchenlich jeweils am Dienstag statt: 11, 18, 25. Februar, 11., 18., 25. März
    • Geeignet für Anfänger und Erfahrene in der Ausübung des Dharma

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„Mondstrahlen des Mahāmudrā“ Teil 2

Lama Tilmann bietet vom 1. bis 8. März 2025 ein Online Retreat zu Dhagpo Tashi Namgyals „Mondstrahlen des Mahāmudrā“ an. Er wird Praxisanleitungen, geleitete Meditationen (Mahamudra) und Unterweisungen zu den Erläuterungen aus dem Buch geben, beginnend mit dem zweiten Kapitel.
Nähere Informationen stehen auf der Homepage des Ekayana Instituts.

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Gedanken für die Woche

„Wie weit wir in die echte Natur der Erscheinungen eindringen, hängt zu einem großen Teil von der Tiefe der Konzentration ab, die wir entwickeln. Je stärker sich der Geist auf ein Objekt konzentriert, desto tiefer dringt er ein und desto besser versteht er die Realität. Dies trifft in besonderem Maße zu, wenn man sich schmerzhafter Empfindungen bewusst ist. Wenn sich die Konzentration vertieft, wird selbst das geringste Unbehagen so klar, dass es übertrieben vergrößert wirkt. Die meisten Menschen sind in dieser Hinsicht kurzsichtig. Ohne die Brillengläser der Konzentration erscheint die Welt vernebelt, verschwommen und ungenau, doch wenn wir sie aufsetzen, wird alles hell und klar. Die Objekte haben sich dabei nicht geändert, nur unsere Sehschärfe ist besser geworden.

Wenn man mit bloßem Auge einen Wassertropfen beobachtet, sieht man nicht viel. Legt man eine Probe jedoch unter das Mikroskop, so erkennt man, dass sich dort viele Dinge zutragen. Zahlreiche Lebewesen sind da und bewegen sich. Wenn man bei der Meditation die Brillengläser der Konzentration aufsetzt, wird man überrascht sein über das vielfältige Geschehen, das sich plötzlich in einem scheinbar stagnierenden und uninteressanten Flecken dass Schmerzes abspielt. Je tiefer die Konzentration, desto größer auch das Verständnis des Schmerzes. Ihre Überraschung wird sich immer mehr steigern, je klarer sie erkennen, dass diese schmerzhaften Empfindungen sich andauernd verändern: Sie werden stärker und wieder schwächer, zeigen eine schwankende Intensität und scheinen zu tanzen. Konzentration und Achtsamkeit führen zu einer Vertiefung und Schärfung. Wenn die Show besonders faszinierend ist, kommt es gelegentlich vor, dass alles ein plötzliches, unerwartetes Ende findet, wie wenn der Vorhang fällt: Der Schmerz verschwindet auf wundersame Weise.

Wer nicht genügend Mut und Energie aufbringt, um den Schmerz zu beobachten, wird auch nie das Potenzial erfassen, das in diesem Schmerz liegt.“ – Sayadaw U Pandita: Im Augenblick liegt alles Leben. O. W. Barth, 1999, S. 62 f.

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