3. Juni 2025: Meditieren wie ein Buddha – Einführung in die Meditation

Wir beginnen wieder um 18:45 Uhr mit einer

Einführung in die Praxis der buddhistischen Meditation
im Sitzen und Gehen – manchmal auch im Stehen.

In Form einer geleiteten Meditation führen wir in eine der Meditationstechniken der buddhistischen Traditionen ein. Die Achtsamkeit auf den Atem (Anapanasati) wird dabei der Schwerpunkt sein. Vorkenntnisse sind dafür nicht erforderlich, Interesse an buddhistischer Praxis und Lehre sind natürlich hilfreich, um sich einmal darauf einzulassen. Gleichwohl ist der Abend wie stets auch für erfahrene Praktizierende hilfreich, weil wir immer wieder neu beginnen und nicht in vermeintlich guter Routine erstarren sollten.

Es wird wieder reichlich Gelegenheit geben, über das Thema und die eigenen Erfahrungen mit der Meditation, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Natürlich ist die Teilnahme an unseren Abenden wie stets kostenlos.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Praktisch lesbar

Gerade ist die neue Ausgabe von „Buddhismus aktuell“ erschienen. Das Schwerpunktthema sind die „Computerwelten“. Der Dhamma und das Digitale: sicherlich eine interessante Ausgabe. Einige Artikel stehen auch online zur Verfügung, manche auch nur dort. In Marburg sollte das Heft in der Bahnhofsbuchhandlung zu erstehen sein. Bei Interesse kann ein Exemplar (und auch ältere) über uns ausgeliehen werden.

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Praktisch machbar

Verfolgt nicht die Vergangenheit, geht nicht in die Zukunft voraus, bleibt natürlich im gegenwärtigen Bewusstsein, so wie es ist. Wenn ich sage, verfolgt nicht die Vergangenheit, so meine ich damit, dass wir mit unserem Intellekt nicht den vorangegangenen Gedanken verfolgen. Wenn ich sage, geht nicht in die Zukunft voraus, dann bedeutet das, nicht mit unserem Intellekt dem nächsten Gedanken entgegenzugehen. Wenn ich sage, bleibt natürlich im gegenwärtigen Bewusstsein, so wie es ist, dann bedeutet das, aus der Gegenwart kein Bezugsobjekt zu machen.

Es heißt: „Wenn du nichts im Geist fabrizierst, ist er klar, wenn du das Wasser nicht aufwühlst, ist es durchsichtig.“ Lasst den Geist einfach in seinem unveränderten Zustand. Darin werdet ihr eine Klarheit erfahren, frei von begrifflichem Denken, rein und transparent, welche nur ein Fingerschnippen dauert oder so lange, wie es braucht, eine Kuh zu melken. Meditiert, ohne eine längere Dauer dieser Erfahrung als Vorteil und eine kurze Dauer als Nachteil zu betrachten. Wenn dann wieder ein Gedanke auftaucht, entspannt euch in ihn hinein.

– Gampopa (1079-1153). Zitiert nach: Karmapa Wangtchug Dordje: Mahamudra – Der Ozean des wahren Sinnes. Edition Octopus, 2009, S. 127

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26. Juni 2025: Das Diamantsutra III – Freigebigkeit

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen – manchmal auch im Stehen. (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)

Lesung und Gespräch:

Thich Nhat Hanh über das Diamant Sutra

Das Diamantsutra gehört zu den wichtigsten Weisheitstexten des Mahayana-Buddhismus. Thich Nhat Hanhs ausführliche Erläuterungen lassen den Gehalt und die konkrete Bedeutung dieses Sutra für die heutige Zeit deutlich werden.
Es ist hilfreich, sich zu fragen: ,Haben diese Lehren des Buddha irgendetwas mit meinem täglichen Leben zu tun?‘ Abstrakte Ideen können wunderschön sein, doch wenn sie mit unserem Leben nichts zu tun haben, welchen Nutzen haben sie dann? Fragt euch also: ,Haben diese Worte irgendetwas damit zu tun, wie ich eine Mahlzeit zu mir nehme oder meinen Tee trinke?‘“ (Thich Nhat Hanh)

Letzte Woche haben wir wieder einen Abschnitt seines Kommentars gelesen und besprochen. Dieses angeregte Gespräch wollen wir gerne an diesem Donnerstagabend fortsetzen. Thematisch wird es sich um die Haltung der Freigebigkeit, der Großzügigkeit (Pali: dana) drehen. Auch wenn im Sutra die Großzügigkeit der Bodhisattvas besprochen wird, hat dies natürlich wieder mit uns, unserem Leben und unserer inneren Ausrichtung zu tun. Gerade an den kleinen Dingen zeigt sich doch immer wieder, inwiefern es uns bereits gelingt, Wunsch und Wirklichkeit zusammenzubringen.

Thay sagt dazu: „Bodhisattvas (aber warum nicht auch wir?/Red.) üben sechs Methoden, um das Ufer der Erleuchtung zu erreichen; diese sind als die sechs Paramitas (Pali: Paramis/Red.) bekannt – Freigebigkeit, tugendhaftes Handeln, Geduld, Tatkraft, Konzentration und Weisheit. Es wäre falsch zu glauben, wir könnten Freigebigkeit nur dann praktizieren, wenn wir Geld haben.“ (S. 77)

Es wird wieder reichlich Gelegenheit geben, über das Thema und die eigenen Erfahrungen mit der Meditation, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Natürlich ist die Teilnahme an unseren Abenden wie stets kostenlos.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Zukünftiges

Die kleine Umfrage, die wir in der letzten Woche verschickt haben, hat ein übersichtliches, gleichwohl positives Ergebnis gezeitigt:
Im Juli wird weiterhin in der Biegenstraße meditiert.
Es haben sich sich genügend Leute bereiterklärt, die Abende zu organisieren. Wie schön. Ein herzliches Dankeschön im Namen aller Buddhas. Wer auch dazu beitragen möchte, die Juliabende abzusichern, kann dies gerne tun. Die Umfrage ist noch offen.

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Gegenwärtiges

Selbst wenn ein Gefäß nicht umgestülpt ist, aber leckt, wird das Wasser, oder was auch immer man hineingießen mag, nicht das (Gefäß) anfüllen, sondern unten wieder heraustropfen. In gleicher Weise gilt: Auch wenn man die Dharma-Lehren der Lehrerin oder des Lehrers hört, der Geist jedoch währenddessen nicht von Vergegenwärtigung ergriffen (durchdrungen) ist, wird der Verstand nach Beendigung der Unterweisung die ganzen Inhalte vergessen haben. Weil man somit einem undichten Gefäß ähnelt, muss man beim Hören von Dharma den Entschluss fassen, die [Inhalte] nicht zu vergessen und sie dauerhaft erinnern. Entsprechend der jeweiligen Situation sollte man [die Unterweisungen] aufnehmen, sich Notizen machen oder ähnliche Mittel nutzen, um sich ihrer Inhalte immer wieder zu vergewissern.
Wenn man sich jedoch zu intensiv auf das Schreiben von Notizen o. Ä. verlässt, wird man sich im Falle, dass man sie nicht zur Hand hat, an überhaupt nichts erinnern – so wie es heißt: „Das Verständnis ist in den Büchern geblieben.“

Dalai Lama: Die Stufen des Pfades zum Erwachen. Die Essenz meiner Lehre. Zusammengestellt von Dagyab Kyabgön Rinpoche. Herder Verlag, 2024, S. 144

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19. Juni 2025: Das Diamantsutra II

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen – manchmal auch im Stehen. (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)

Lesung und Gespräch:

Thich Nhat Hanh über das Diamant Sutra

Das Diamantsutra gehört zu den wichtigsten Weisheitstexten des Mahayana-Buddhismus. Thich Nhat Hanhs ausführliche Erläuterungen lassen den Gehalt und die konkrete Bedeutung dieses Sutra für die heutige Zeit deutlich werden.
Es ist hilfreich, sich zu fragen: ,Haben diese Lehren des Buddha irgendetwas mit meinem täglichen Leben zu tun?‘ Abstrakte Ideen können wunderschön sein, doch wenn sie mit unserem Leben nichts zu tun haben, welchen Nutzen haben sie dann? Fragt euch also: ,Haben diese Worte irgendetwas damit zu tun, wie ich eine Mahlzeit zu mir nehme oder meinen Tee trinke?‘“ (Thich Nhat Hanh)

Vor vier Wochen haben wir bereits einen Abschnitt seines Kommentars gelesen und besprochen. Diese angeregte Gespräch wollen wir gerne an diesem Donnerstagabend fortsetzen.

Es wird wieder reichlich Gelegenheit geben, über das Thema und die eigenen Erfahrungen mit der Meditation, schöne wie auch schwierige, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Natürlich ist die Teilnahme an unseren Abenden wie stets kostenlos.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Vergangenheit

Letzten Donnerstag sprach Gioia über „tanha“ und stellte dies in den Zusammenhang von Buddhas Unterweisungen zu „paticcasamuppada“, dem abhängigem Entstehen. Wer sich damit und dessen zwölf Gliedern noch weiter beschäftigen möchte (tatsächlich ist die Erkenntnis des abhängigen Entstehens in der buddhistischen Lehre von zentraler Bedeutung), kann sich dazu zwei Dhamma Vorträge anhören.
Lama Tilman Lhündrup und Fred von Allmen haben darüber im Rahmen eines gemeinsamen Retreats gesprochen. Sie beleuchten das Thema auf unterschiedliche Weise. Tilmann kommt aus der tibetischen Karma Kagyü Tradition. Fred von Allmen lehrt Vipassana Meditation und widmet sich zugleich der Dzogchen Praxis. Als Team sind sie unschlagbar.

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Zukunft

Drittes Sommercamp des
Jungen Buddhistischen Netzwerks

24. bis 27. Juli 2025, Milarepa Retreat Zentrum, Schneverdingen

Das Junge Buddhistische Netzwerk bietet auch dieses Jahr wieder ein „Sommercamp“ an, um jungen Menschen Gelegenheit zu Praxis und Austausch zu geben.

Weitere Infos und Anmeldung über die Website der Deutschen Buddhistischen Union (DBU).

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Ein Leben in der FKK-Siedlung

Es gilt, direkt den Unterschied zwischen der Natur des Geistes und den Inhalten des Geistes zu erkennen. Unser Geist selbst ist von Anbeginn an rein. Er ist nackt. Er ist durch keinerlei Gedanken oder Erlebnisse verdeckt. Wir können das selbst sehen: In jedem Moment ziehen Erfahrungen vorbei. Doch durch diese Erfahrungen holen wir Erinnerungen zurück. Wir erschaffen Konstruktionen, in die wir uns einhüllen, wie in Kleider. So funktioniert Konditionierung.

Diese Einschränkung entsteht dadurch, dass man sich selbst als eine Entität auffasst. Eigentlich wissen wir nicht wirklich, wer wir sind. Wir haben nur Vorstellungen davon, wer wir sind. Um also klar  zu sehen, praktizieren wir. Wir ziehen uns alle Kleider aus: Hoffnungen, Ängste, Erinnerungen, und so weiter. Viele Erlebnisse tauchen auf, aber wir brauchen sie nicht anzuziehen, denn wir leben in einer FKK-Siedlung.

Unsere Schränke sind übervoll mit völlig nutzloser Kleidung. Die Sonne scheint, wir können uns entspannen, glückliche Gedanken kommen: „Oh, wie schön!“ Traurige Gedanken kommen: „Nun ja!“ Diese Gedanken werden von selbst verschwinden und wir, das offene Bewusstsein, brauchen sie ohnehin nicht.
James Low: Die heilende Kraft der Leerheit. Eine Anthologie von Dzogchen Texten. Wandel Verlag, 2025, S. 114

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12. Juni 2025: Gier – eine der drei Geistestrübungen

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen – manchmal auch im Stehen. (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)

Vortrag und Gespräch:

Die Auflösung der drei Geistestrübungen, manchmal auch Geistesgifte genannt, nimmt eine zentrale Rolle in der buddhistischen Praxis ein: Gier (Hahn), Hass (Schlange) und Verblendung/Nicht-Wissen (Schwein). In Thangkas oder Wandgemälden, die das Rad des Lebens darstellen, finden sie sich, in Tierform dargestellt, stets im Zentrum. Solange diese in unserem Geist dominieren, werden wir kein freies und entspanntes Leben führen. Da es sich „lediglich“ um Trübungen oder geistige Verunreinigungen handelt – auch wenn sie sehr hartnäckig sind – muss es möglich sein, sie zu minimieren oder gar zu überwinden.

Beim Erläutern der zweiten edlen Wahrheit spricht Gotama davon, dass „der sinnliche Durst, der Daseinsdurst, der Nichtseinsdurst“ (Pali: tanha) für unser Leiden verantwortlich ist (SN 56.11). Dazu gesellen sich dann noch die Gier, der Geiz (Pali: lobha). Sind wir darin gefangen, folgt uns das Leiden wie der Karren dem Ochsen.

Wie Gier, darum soll es heute gehen, entsteht und wie ein heilsamer Umgang damit aussehen könnte, wollen wir an diesem Abend im Anschluss an Gioias Vortrag besprechen.

Darstellung der drei Geistestrübungen in einem Wandgemälde im Kloster Thiksey bei Leh in Ladakh

Der burmesische Meditationslehrer Sayadaw U Tejaniya empfielt: „Lass dich nicht von Gier leiten. Nimm dir Zeit, um etwas über Gier zu lernen. Achte auf ihre typischen Eigenschaften. Wenn du weiter auf sie hereinfällst, wirst du niemals ihre Natur verstehen.“ (Sayadaw U Tejaniya: Schau nie auf die geistigen Verunreinigungen herunter, sie lachen dich nur aus. Verein Vipassana Publikationen, 2022, S. 161)

Es wird wieder reichlich Gelegenheit geben, über das Thema und die eigenen Erfahrungen mit Gier und Geiz sowie mit der Meditation, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Natürlich ist die Teilnahme an unseren Abenden wie stets kostenlos.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Zukünftiges

Laut nachgedacht

Unter diesem Titel wird im Herbst, vom 27. September bis 20. Dezember, eine Reihe von Online-Veranstaltungen des Bodhi College laufen. Das ist noch etwas hin, aber manche müssen ja länger im Voraus planen.
Aus der Ankündigung:
Perspektiven und Schritte auf dem Weg
In einer deutschsprachigen Online-Folge präsentieren jeweils zwei Lehrer:innen von Bodhi College im Wechselgespräch ihre Gedanken und Anregungen zur Praxis des Dharma für Menschen von heute. 
Themen: Unter dem Titel »Schritte auf dem Weg« laden jeweils zwei der zehn Lehrenden zu einer Vertiefung der eigenen Praxis ein, bieten Kurzpräsentationen und eine Gelegenheit zu Rückmeldungen und Austausch. 
Format: Jeweils Samstag 17:00 – 19:00 (MEZ): Präsentationen und Kleingruppen 

Für Nähere Informationen und Anmeldung: siehe Homepage des Bodhi College.

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Gegenwärtiges

Aber wenn da Wachheit und Gewahrsein ist, erscheint die Erkenntnis „Dies ist mögen“. Das führt zu „Bloß weil ich etwas mag, muss ich dem nicht nachjagen. Bloß weil ich etwas nicht mag, muss ich nicht dagegen ankämpfen oder es in ein Problem verwandeln.“ Mögen ist einfach nur mögen. Nicht Mögen ist einfach nur Nicht Mögen. Mit diesem Verständnis gibt es Frieden, Weite und Klarheit. Wir sind nicht träge; wir treffen immer noch Entscheidungen. Aber diese Entscheidungen basieren auf Achtsamkeit und Weisheit, anstatt auf Reaktivität.

[…] Je mehr die Qualitäten von Gewahrsein, Wachsamkeit und Klarheit etabliert sind, desto mehr besteht die Fähigkeit, auf das Leben einzugehen, anstatt nur darauf zu reagieren. Das ist ein großer Unterschied.

Ajahn Amaro (*1956): Auf den Geist kommt es an. Der phänomenologische Zugang zur Lehre des Buddha. Muttodaya Dhamma, 2022, S. 49 f.

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5. Juni 2025: Einführung in die Vipassana Meditation

Beginn: 18:45 Uhr

Einführung und geleitete Meditation im Sitzen, Gehen und Stehen

Wie an jedem ersten Donnerstag eines Monats findet heute wieder unser Einführungsabend für neue und erfahrenere Meditierer:innen statt.
Der Schwerpunkt wird dieses Mal bei der Vipassana- oder Einsichtsmeditation liegen. Auf der Grundlage einer stabilen Sammlung des Geistes durch die Achtsamkeit auf den Atem erweitern wir das Feld der Achtsamkeit auf die Wahrnehmung des Körpers und des Geistes. Mit gleichem Mut nehmen wir die erscheinenden angenehmen, unangenehmen und vielleicht neutralen Wahrnehmungen zur Kenntnis.
Wie dies funktionieren kann, welche Art von Einsichten dabei entstehen und welche Hindernisse dabei auftreten können, soll Thema der Einführung sein. Es wird reichlich Gelegenheit geben, in diese Übung hineinzuschnuppern. Raum für all die Fragen, die dabei aufkommen oder die man Buddhist:innen schon immer mal stellen wollte, wird natürlich ebenfalls zur Verfügung stehen.

Passenderweise sind drei von uns gerade in einem Vipassana Retreat mit Ursula Flückiger im „Engl“ in Niederbayern gewesen und können von ihren unmittelbaren Erfahrungen mit dieser Praxis berichten.

Und was hat man davon, wozu taugt das Ganze?
Fred von Allmen, ein Schweizer Vipassanalehrer sagt dazu:
„Meditation wird gelegentlich immer noch mit Weltflucht gleichgesetzt. Das kann unter Umständen auch zutreffend sein. Wie jede Form der komplexen inneren Veränderung, hat auch sie ihre Sackgassen und Fallen und kann zu völlig egozentrischen Zwecken missbraucht werden. Dies aber hat mit dem Wesen und ihrem Sinn nichts gemeinsam. 
Das Ziel der Meditation und der spirituellen Praxis – im Buddhismus auch ‚Dharma‘ oder ‚Dhamma‘ genannt – ist ein ganzheitliches: Sie will Freiheit von Leiden, von inneren Zwängen und Ängsten schaffen; sie bewirkt vertiefte Sensibilität, Ehrfurcht vor dem Leben und echtes Interesse am Wohlergehen alles Lebendigen. Über eine äußerlich sichtbare und praktizierbare Form und Lehre hinaus handelt es sich um eine Lebenshaltung; sie bedeutet eine realitäts- und alltagsbezogene Transformation. Wir können Meditation und Dharma-Praxis als Übung, Training und Lebensweise erfahren, die sich bis in sämtliche Bereiche unseres Lebens auswirkt.“
(Fred von Allmen: Die Freiheit entdecken – Grundlagen buddhistischer Erkenntnis-Meditation. Norbu Verlag, 2016, S. 19)

Wir beschließen den Abend mit einer kurzen Phase der Stille mit Wertschätzung und einer traditionellen Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

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Zukünftiges

Eine weitere gute Gelegenheit, intensiven Kontakt mit der Vipassana Meditation zu machen, besteht vom 2. bis 12. Oktober in Basthorst bei Hamburg. Raimund Hopf, ein erfahrener Meditationslehrer, der eine Zeit lang in der Theravadatradition ordiniert war, wird dieses Retreat leiten. Infos und Anmeldung über die Homepage der Suttanta Gemeinschaft.

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Gegenwärtiges

„Sei einfach bloß achtsam. Gestatte allen Dingen, den ihnen gemäßen oder natürlichen Verlauf zu nehmen. Dann wird dein Geist stiller und stiller, wo du auch sein magst. Er wird so still wie ein klarer Waldteich. Dann werden alle Arten von großartigen und seltenen Tiere an diesen Teich herankommen, um aus ihm zu trinken. So wirst du die Natur aller Dinge in der Welt verstehen lernen. So wirst du viele wundervolle, sonderbare Dinge kommen und gehen sehen. Aber du wirst still bleiben. Probleme werden entstehen. Aber du wirst sie durchschauen. Dies ist das Glück eines Erwachten.“ 

Ajahn Chah (1918-1992)

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29. Juni 2025: Diesmal kein Offener Abend

Beginn: Jetzt und jetzt und jetzt…

Die gemeinsame Meditation fällt am Donnerstag, den 29. Mai aus. Während des „Himmelfahrts“-Wochende sind einige von uns in einem Vipassana Retreat mit Ursula Flückiger im Seminarhaus Engl (für ganz Spontane: Es ist noch ein Platz im Wagen frei!), andere nutzen das verlängerte Wochenende für Ausflüge oder kümmern sich um ihre Familien. Deshalb treffen wir uns diesmal nicht in der Biegenstraße.

Zeit für die Praxis gibt es natürlich jederzeit. Auch solche Feiertage können wir mit Freundlichkeit, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut sowie Achtsamkeit&Gewahrsein begleiten. Wann soll es denn geschehen, wenn nicht in unseren mehr oder weniger herausfordernden Alltagssituationen.

Apropos „Mitgefühl“: Karuna, das Paliwort dafür, ist eng verknüpft mit einem anderen Wort, das in der buddhistischen Praxis eine große Rolle spielt, nämlich „ahimsa“. Dies bedeutet, davon Abstand zu nehmen, ein Lebewesen zu töten, zu verletzen oder auf andere Weise zu schädigen. Man könnte das Wort vielleicht mit „von der Anwendung von Gewalt Abstand nehmen“ (Danke Tilmann) übersetzen. Eine sehr alltagstaugliche Übung. Gewaltfreiheit hat ja nicht nur den körperlich en Aspekt, sondern kann in allen Situationen geübt werden. Mit einer ordentlichen Portion Alltagsgewahrsein könnten wir bemerken, wenn der Impuls zu harschen Aktionen oder Reaktionen aufsteigt und überlegen, ob wir dem folgen wollen oder lieber nicht.

Wir wünschen allen in nah und fern ein schööönes langes Wochenende!

Theorie und Praxis

Letzten Donnerstag sprachen wir über das Diamant Sutra und Thich Nhat Hanhs Erläuterungen. Dabei ging es auch immer wieder um die Unterschiede zwischen den buddhistischen Hauptlinien, dem frühen Buddhismus (Theravada, Suttanta) und später entstandenen Strömungen (Mahayana, Vajrayana), aber auch und vor allem um deren Gemeinsamkeiten. Um die Gedankenwelt des frühen Buddhismus, der sich auf die im Palikanon niedergelegten Lehrreden Gotamas beruft, einmal systematisch darzustellen, hat Raimund Hopf zwei Landkarten des Dhamma zur frühbuddhistischen Lehre und zum Praxispfad zusammengestellt. Raimund ist ein buddhistischer Lehrer, der einige Jahre in der Theravada Tradition ordiniert war (Ordensname „Jinavaro“). Es lohnt sich, die einzelnen Glieder dieser Systematik zu lesen und dann zu kontemplieren. Es ist wirklich alles Wichtige dabei. 

Wie wir in unserer Diskussion am 15. Mai festgestellt haben, geht es im Dhamma nicht um Glaubenssätze, die zu übernehmen sind, sondern um einen Übungsweg, auf dem wir aufgefordert (Buddha hätte vielleicht gesagt „gebeten“) sind, immer wieder zu überprüfen, ob die Schritte auf dem Weg tatsächlich für uns und andere heilsam sind. Gehen müssen wir sie natürlich schon selbst, wenn die Praxis Früchte tragen soll. Siehe auch: Kalama Sutta.

Auf Wunsch können wir DIN A3 Ausdrucke zur Verfügung stellen. Kurze Mitteilung genügt. Wer es größer möchte, müsste mit den Dateien eine Gehmeditation zum nächsten Kopierladen unternehmen.

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Praxis und Theorie

Die Kultivierung von Freigiebigkeit und Großzügigkeit spielt in allen buddhistischen Traditionen eine wichtige Rolle. Manchmal ist dies ganz einfach: Man werde Mitglied eines Vereins, der sich dies zur Aufgabe gemacht hat. Deshalb stellen wir an dieser Stelle M. i. A. vor: Mitgefühl in Aktion e. V. Dieser Verein unterstützt weltweit Projekte, die Menschen helfen, mit den Widrigkeiten, die ihnen die äußeren, meist gesellschaftlich bedingten Lebensverhältnisse aufherrschen, besser zurechtzukommen. M. i. A. braucht dringend neue Mitglieder. Wer Interesse an der Unterstützung des von Raimund Hopf mitbegründeten gemeinnützigen Vereins (Schirmherr ist der ehrw. Bhikkhu Bodhi) oder sogar an einer Mitarbeit hat, kann sich auf deren Homepage kundig machen.

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Gedanken zur Woche

Gleichmut ist das Vermögen des Geistes, einen klaren Überblick über alles, was sowohl äußerlich als auch innerlich geschieht, zu behalten. Außerdem ist er die Fähigkeit des Geistes, der Leidenschaft Raum zu geben, ohne dabei seine Ausgeglichenheit zu verlieren. Der klar sehende Geist stellt sich der Erfahrung mit herzlicher Absicht.

– Sylvia Boorstein: Was geschieht, das geschieht. Lotos, 2007, S. 56 f.

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22. Mai 2025: Das Diamant Sutrā

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen – manchmal auch im Stehen. (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)

Lesung und Gespräch:
Im Diamant-Sūtra, einem Teil aus dem Zyklus der Prajanaparamita Sutren führt Buddha ein ausführliches Gespräch mit dem Mönch Subhuti, in dem er ihm in Form eines Frage-Antwort-Spiels einiges erklärt. Über weite Strecken geht es ihm darum, das Anhaften an Worten und Begriffen zu untergraben, um ein tieferes Verständnis von Shunyatā (Abwesenheit von eigenständiger, dauerhafter Existenz der Phänomene) zu ermöglichen. Dieses Sūtra dürfte im ersten Jahrhundert n. u. Z. geschrieben worden sein.

Auch um das Verhalten eines Bodhisattvas (ein Wesen, das sich vollständig der Unterstützung der fühlenden Wesen auf dem Pfad der Befreiung gewidmet hat) geht es an einigen Stellen: 

Des weiteren, Subhuti, sollte ein Bodhisattva beim Ausüben von Freigiebigkeit losgelöst sein. Das bedeutet, er sollte Freigiebigkeit ausüben ohne Beachtung von äußerem Anschein, ohne Beachtung von Klang, Geruch, Berührung, Geschmack oder irgend einer Eigenschaft. Subhuti, so sollte der Bodhisattva Freigiebigkeit ausüben ohne Anhaftung. Warum? In so einem Fall ist sein Verdienst nicht zu ermessen.

Subhuti, was denkst Du? Kannst Du den gesamten Raum ausmessen, der sich ostwärts ausbreitet?

Nein Erhabener, ich kann es nicht.

Kannst Du dann, Subhuti, den gesamten Raum ausmessen, der sich südwärts, westwärts, nordwärts oder in irgend einer anderen Richtung ausbreitet, Nadir und Zenith einbegriffen?

Nein Erhabener, ich kann es nicht.

Nun, Subhuti, ebenso unermeßlich ist der Verdienst des Bodhisattvas, der Wohltätigkeit ohne Anhaftung an Erscheinungen ausübt. Subhuti, Bodhisattvas sollten in dieser Belehrung gründend ausdauern.„(https://www.prajna.de/files/Diamant_sutra_de.pdf)

An diesem Abend werden wir uns nach der Meditation das Diamant-Sūtra in Form der Erläuterungen von Thich Hat Hanh anschauen.

Es wird wieder reichlich Gelegenheit geben, über das Thema und die eigenen Erfahrungen mit der Meditation, schöne wie auch schwierige, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Natürlich ist die Teilnahme an unseren Abenden wie stets kostenlos.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Vergangenheit

Am 12. Mai war hierzulande Vollmond. Deshalb gibt es in dieser Zeit viele Vesakfeiern, mit denen Buddhas Geburt, seines Erwachens und Todes gedacht wird. Aus diesem Grunde haben wir uns am 15. Mai 2025 seiner ersten Lehrrede, Dhammacakkappavattana Sutta, mit der das Rad der Lehre in Gang gesetzt wurde und seinen letzten Worten gewidmet. Die Textgrundlage steht zum Download bereit.

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Gegenwart

Lasse den Geist, wie er ist, in seinem natürlichen Zustand. Wenn du mit dem Wunsch, es gut zu machen, etwas fabrizierst oider veränderst, führt dies nur zu Erschöpfung, wie immer du es anstellen magst. Seine Natur – strahlend, hellwach, nackt, leuchtend klar, rein, weit offen, frei von allen Benennungen und doch nicht im Widerspruch zu allen Benennungen – ist Dharmata, das kein beschreibbares Objekt ist. Lasse ihn frei in seinem natürlich klaren, selbsterkennenden, entspannten Zustand und spanne dich unter keinen Umständen an.
Siddha Orgyenpa, in: Karmapa Wangtschug Dordje: MAHAMUDRA – Der Ozean des wahren Sinnes. Edition Octopus, Münster, 2009, S. 134 f.

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15. Mai 2025: Lesung

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen.

Lesung:

Aus dem großen Fundus der Dharmaliteratur werden wir heute wieder einen Ausschnitt hören und besprechen. Welches Werk es sein wird, stellt sich diesmal erst kurz zuvor heraus. Bis dahin bleiben wir gelassen erwartungsvoll ohne Anhaftung an unsere Erwartungen.

Wir schließen den Abend mit einer kurzen Meditation mit Wertschätzung und Widmung ab.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Gelegenheit zur Stille

Vom 9. bis 23. August 2025 besteht Gelegenheit, intensiver in die Praxis einzusteigen. Das Meditationszentrum Beatenberg im Berner Oberland bietet ein 2-wöchiges Metta und Vipassana Retreat an. Geleitet wird es von Carol Wilson, Ursula Flückiger und Fred von Allmen.
Die Lage des Zentrums ist atemberaubend und zur Zeit sind noch Plätze frei. Eine Mitfahrgelegenheit besteht augenblicklich nicht, aber eine gemeinsame Bahnfahrt ließe sich organisieren, falls es weitere Interessenten aus dem Marburger Raum geben sollte.
Anmeldung und weitere Kursinformationen über die Website des Zentrums: www.karuna.ch

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Gedanken zur Stille

Normalerweise wird unser Geist von Hunderten von Gedanken, Emotionen und Empfindungen überschwemmt. In manches davon klinken wir uns ein, zum Beispiel in reizvolle Tagträume, aber auch in allerlei Sorgen. Anderes schieben wir weg, weil es allzu verstörend ist oder uns von dem ablenkt, was wir gerade tun wollen.

Statt sich nun auf das eine zu konzentrieren und das andere wegzuschieben, betrachten Sie jetzt all das, was in Ihrem Geist auftaucht, als Federn, die im Wind schweben. Der Wind ist ihr Geist, Ihre angeborenere Offenheit und Klarheit. Die Federn –  die Gedanken, Emotionen und körperlichen Empfindungen –  sind völlig ungefährlich. Einige sind schön, andere eher weniger, aber im Grunde sind es einfach nur Federn, flaumige, krause Dinger, die durch die Luft schweben.

Während Sie auf diese Weise meditieren, identifizieren Sie sich allmählich mit dem Gewahrsein, das die Federn beobachtet und sie, ob schön oder hässlich, einfach tanzen lässt. Sie akzeptieren sie, ohne dieser nachzulaufen und jene wegzuwedeln. Dieser einfache Akt des Akzeptieren, der vielleicht nur einen kurzen Augenblick andauert, vermittelt uns einen Vorgeschmack auf den offenen Raum ursprünglicher Liebe, lässt uns die Wärme unserer grundlegenden Natur annehmen, das Herz unseres wahren Seins.

In diesem Herzen, in dieser Offenheit und Klarheit, ist kein „Ich“ zu finden. Es ist ein mittelpunktsloser Mittelpunkt, der mit Worten nur schwer zu beschreiben ist.

Tsoknyi Rinpoche (*1966): Öffne dein Herz und lausche – Den inneren Frieden entdecken. Arkana, 2012, S. 115 f.

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8. Mai 2025: Geführte Meditation

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen.

An diesem Donnerstag wird es eine Einführung in die buddhistische Meditation geben. 

Der 8. Mai ist ein geschichtsträchtiges Datum. In u. a. Frankreich ist heute ein Feiertag, an dem die Niederlage Deutschlands im von ihm mit dem Angriffskrieg gegen Polen angezettelten 2. Weltkrieg vor 80 Jahren gefeiert wird. Hierzulande scheint dies zwar ein Anlass zum Gedenken, aber nicht zum Feiern zu sein.

Angesichts dessen werden heute auch die Brahmaviharas oder vier unermesslichen Geisteshaltungen eine Rolle spielen: Liebevolle Freundlichkeit (metta), Mitgefühl (karuna), Mitfreude (mudita) und Gleichmut (upekkha). Um wenigstens im zwischenmenschlichen Bereich und auch im eigenen Inneren friedvoll mit uns und anderen umgehen zu können, scheint es von besonderer Bedeutung, diese heilsamen Qualitäten zu fördern und zu kultivieren.

Zugleich ist der 8. Mai auch der 95. Geburtstag Gary Snyders, einem der bedeutendsten amerikanischen Lyriker, Friedensaktivisten, Mitbegründer der US-Umweltbewegung und last not least Zen-Praktizierenden. Er ist wohl der letzte Lebende aus der Gruppe der Beat Generation um Jack Kerouac, William S. Burroughs und Allen Ginsberg.
Wir sind Gary besonders verbunden, weil er uns erlaubte, Texte von ihm hier zu veröffentlichen. Wir werden ihm herzlich gratulieren und bereichern den Abend mit einigen seiner inspirierenden Gedichte, die sehr oft um Naturerleben und die Erfahrungen des Geistes in seiner sich wandelnden Umwelt kreisen.

Wir schließen den Abend mit einer kurzen Phase der Stille mit Wertschätzung und Widmung ab.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Aus dem Studienprogramm der DBU

Das ist sicherlich eine gute Gelegenheit, sich über die verschiedenen Stufenwege der buddhistischen Traditionen kundig zu machen.

Weitere Informationen und Anmeldung über die Website der DBU.

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Gedanken für diese Woche, die nächste Woche, die übernächste Woche, die…

Atomare Dämmerung (Atomic Dawn)

Der Tag, als ich das erste Mal den Mount St. Helens bestieg, war der 13. August 1945.

Der Spirit Lake lag weitab von den Städten im Tal, und Nachrichten brauchten lange bis dorthin. Obwohl die erste Atombombe am 6. August auf Hiroshima abgeworfen worden war und die zweite am 9. August auf Nagasaki, erschienen erst am 12. August Fotos im Portland Oregonian. Diese Zeitungen müssen den Spirit Lake am 13. erreicht haben. Am frühen Morgen des 14. ging ich zur Forsthütte hinüber, um das Schwarze Brett zu studieren. Ganze Zeitungsseiten waren dort angeheftet: Luftaufnahmen von einer zerstörten Stadt, die auf 150.000 geschätzte Zahl der Toten allein in Hiroshima, der zitierte amerikanische Wissenschaftler: „Dort wird in den nächsten 70 Jahren nichts mehr wachsen.“ Die Morgensonne auf meinen Schultern, der Geruch des Tannenwaldes und die Schatten der großen Bäume; Füße in dünnen Mokassins spürten den Boden, und mein Herz noch eins mit dem Schneegipfelberg in meinem Rücken. Entsetzt, Wissenschaftler und Politiker und die Regierungen der Welt verfluchend, legte ich vor mir ein Gelübde ab, etwas wie: „Bei der Reinheit des Mt. St. Helens, ich werde diese grausame, zerstörerische Kraft und jene, die danach trachten, sie zu benutzen, mein Leben lang bekämpfen.“

Aus:
Gary Snyder (*8. Mai 1930 in San Francisco): Gefahr auf den Gipfeln (Übers. Sebastian Schmidt). Stadtlichter Presse, Berlin, 2006. S. 19
Mit freundlicher Genehmigung Gary Snyders und des Verlags.

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1. Mai 2025: Der Meditationsabend fällt aus

Am 1. Mai, der Tag, an dem traditionellerweise abhängig Beschäftigte für die Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse auf die Straße gehen (oder den arbeitsfreien Tag in Wald und Flur genießen, nachdem ordentlich in den Mai getanzt wurde), fällt unser Abend einmal aus

Was der historische Buddha heute über die wirtschaftliche Ausbeutung des einen Menschen durch einen anderen Menschen (oder das Kapital) sagen würde, wissen wir nicht. Man kann ihn ja nicht mehr fragen. Was Buddhisten dazu einfallen könnte, wenn sie die Schriften von Gründerfiguren der emanzipatorischen Bewegungen wie Marx, Bakunin, Luxemburg, Mühsam, Landauer oder anderer betrachten, soll an einem der nächsten Abende zum Thema werden. Wäre der „Rebell Buddha“ (Dzogchen Ponlop Rinpoche) heute ein Revolutionär? Seit der Eisenzeit vor 2500 Jahren haben sich Staat, Gesellschaft, Wissenschaft und Arbeitswelt ja einigermaßen verändert.

Wie verhält sich Gotamas Empfehlung für ein heilsames Leben, nicht zu nehmen, was nicht freiwillig gegeben wurde, mit dem Prinzip der Marktwirtschaft, in dem die hergestellten Güter nicht gemeinschaftlich konsumiert werden, sondern, wie Marx es nannte, der Mehrwert bei den Kapitaleigner:innen verbleibt? Und wie ist es um die Freiwilligkeit der Unterschrift unter einen Arbeitsvertrag bestellt, zu der es keine Alternative gibt, weil ohne einen solchen kein Leben möglich ist? Georg Büchner hat diese „Freiwilligkeit“ bereits im frühen 19. Jahrhundert in seinem Drama „Woyzeck“ als Chimäre gekennzeichnet (Die Szene „Beim Doktor“). Was also würde der Erwachte uns heute im 21. Jahrhundert empfehlen?

Der Ökonom und Zen-Lehrer Ronald E. Purser postuliert in seinem Buch „McMindfulness – Wie Achtsamkeit die neue Spiritualität des Kapitalismus wurde“, dass die Auflösung inneren Leidens nicht bedeutet, die äußeren Faktoren, die physisches und mentales Leid verursachen, nicht aus dem Weg zu räumen. Dabei geht er mit der „Achtsamkeitsindustrie“ (MBSR & Co) kritisch ins Gericht. 

„Achtsamkeit mag zur Leidenslinderung beitragen, aber die Reduzierung von Stress auf biologische Faktoren hindert uns daran, soziale Leiden anzugehen. Die unvorhersehbaren Zyklen und Krisen des Kapitalismus erzeugen Stress.“ (S. 52) „Zudem schwingt im ideologischen Subtext der zeitgenössischen Achtsamkeitslehre mit, dass die Veränderung der Welt mit einem selbst beginne. Schließlich wird die Verantwortung für den Umgang mit dem eigenen Körper, den eigenen Emotionen und der eigenen Gesundheit auf das Individuum übertragen. Und diese Veränderung wird in erster Linie als persönliche Lifestylefrage betrachtet, statt sich direkt mit der Gesellschaft und Politik auseinanderzusetzen.“ (S. 63)

Literaturtipp

Ronald E. Purser: McMindfulness: Wie Achtsamkeit die neue Spiritualität des Kapitalismus wurde. Mabuse Verlag, 2021

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Gedanken für die Woche

Doch der Rebell Buddha besteht nicht aus Geist und klarem Denken allein. Der Rebell Buddha hat ein riesengroßes Herz mit ganz eigenen Begierden und Leidenschaften: mit einem Verlangen nach persönlicher Freiheit und einem leidenschaftlichen Engagement für die Freiheit und das Glück der anderen. Dies Herz bedarf ebenfalls der Schulung. Wenn sich diese Leidenschaften und Einsichten miteinander verbinden, betrachten wir die Welt aus einer alles umfassenden Blickrichtung.
– Dzogchen Ponlop Rinpoche: Rebell Buddha. Aufbruch in die Freiheit. O. W. Barth, 2011, S. 176

Achten Sie darauf, was in Ihrem Geist vor sich geht, wenn Sie morgens nach dem Aufstehen feststellen, dass für Ihren Kaffee keine Milch mehr im Haus ist, dass es schon wieder regnet, dass der Tank Ihres Autos fast bis auf den letzten Tropfen leer ist und dass sich die Kinder den Kopfhörer aufgesetzt haben und partout nicht bereit sind, ein Wort mit Ihnen zu wechseln. Wo bleibt in diesem Moment Ihr Gleichmut? Wo ihr Mitgefühl? Falls Sie ab und an eine Gedächtnisstütze benötigen sollten, die Sie an Ihre Praxis erinnert: Im Alltag kann man sie leicht finden.
– ebenda, S. 202 f.

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