4. September: Unter dem Bodhibaum – Einführung in die buddhistische Meditationspraxis

Wir beginnen wie jeden ersten Donnerstag im Monat um 18:45 Uhr mit einer

Einführung in die buddhistische Meditationspraxis

„Freunde, sowohl früher wie auch jetzt ist das, was ich verkünde, nur dukkha und das rückstandslose Erlöschen von dukkha.“* (Majjhima Nikaya 22)

Was der Buddha hier vorstellt, fasst in kurzer Form zusammen, worum es ihm über 40 Jahre ging: Wir sollten erkennen, dass es dukkha (Leiden an der Vergänglichkeit aller Phänomene), Ursachen für Leiden und die Möglichkeit des Erlöschens dessen gibt. In seinem edlen achtfachen Pfad hat er den Weg dargelegt, der dazu führt. Meditation (Pali: bhavana, tib.: gom) ist eines der Elemente dieses Wegs.

In Form einer geführten Meditation besteht heute wieder die Gelegenheit, Meditation so kennenzulernen, wie sie bereits vor über 2.500 Jahren vom historischen Buddha gelehrt wurde und seitdem geübt wird. Umrahmt von ein paar Worten über den Sinn und Zweck der Übung, dient der Abend dem Kennenlernen dieser Praxis sowie der Vertiefung und Rückerinnerung für diejenigen, die damit bereits vertraut sind.

Der burmesische Meditationslehrer Sayadaw U Pandita sagt: „Bei der Meditation streben wir nach einem tieferen, klareren und genaueren Bewusstsein des Geistes und des Körpers. Dieses direkte Bewusstsein zeigt uns die Wahrheit über unser Leben und über die Natur geistiger und physischer Prozesse.“**

Die unbefangene Wahrnehmung der Moment-zu-Moment-Erfahrungen ermöglicht uns, die Natur der Erscheinungen zu erkennen und nicht mehr auf sie hereinzufallen. Dies kultivieren wir mit unserer Praxis. „Bhavana“, der Palibegriff für unsere Übung bedeutet „etwas kultivieren“. Was kultivieren wir? Eine offene innere Haltung, frei von Vorurteilen, die es ermöglicht, Erfahrungen endlich einmal nur wahrzunehmen, anstatt uns sogleich in Geschichten und Konzepte darüber zu verstricken. So, wie wir unsere Tomaten immer wieder gießen müssen, damit sie gedeihen, pflegen wir regelmäßig unseren Geist, damit er die befreiende Geschmeidigkeit zeigen kann, die in ihm angelegt ist. Der Buddha spricht von den vier satipaṭṭhānas, auf die wir unsere Achtsamkeit richten sollten: Körper, Gefühle, Geist und Phänomene. Dies ist die „besondere Haltung des Achtsamseins“ (Bikkhu Analayo), die er als den „direkten Weg zur Läuterung der Wesen“*** bezeichnet. Schauen wir sie uns an.

Beobachte deine Gedanken,
aber lasse dich nicht von ihnen verführen! ****

Es wird wieder reichlich Gelegenheit geben, über das Gehörte, Geübte, Gespürte und die eigenen Erfahrungen mit der Meditation, schöne wie auch schwierige, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Wie stets ist dieser Abend für Neulinge und Erfahrenere gleichermaßen empfehlenswert.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Natürlich ist die Teilnahme an unseren Abenden wie stets kostenlos.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

* in Buddhadasa Bikkhu: Unter dem Bodhibaum – Buddhas ursprüngliche Sicht auf die bedingte Zusammenentstehung. Buddhistische Gesellschaft München (Hrsg.), 2024, S. 3
** Sayadaw U Pandita: Im Augenblick liegt alles Leben. Buddhas Weg der Befreiung. München, 1991, S. 17

*** Buddha, zitiert nach Analayo: Der direkte Weg – Satipaṭṭhāna. Beyerlein&Steinschulte, 2010, S. 37
**** Zeichnung: Hor Tuck Loon. Aus Ashin Tejaniya: Schau niemals auf die geistigen Verunreinigungen herunter, sie lachen dich nur aus. Verein Vipassana Publikationen (Hrsg.), 2022, S. 33

Hilfreich I

Vom 2. bis 12. Oktober findet in Basthorst, in der Nähe Hamburgs, ein 10-Tage-Vipassanā-Retreat auf der Grundlage der Satipaṭṭhāna Sutta statt. Es wird von dem sehr erfahrenen Meditationslehrer und ehemaligen Mönch in der Theravadatradion Raimund Hopf geleitet.

Raimund wird systematisch durch die Satipaṭṭhāna Sutta leiten, um einen authentischen Zugang zu dieser Praxis zu ermöglichen.

Aus der Ankündigung: Dieses Retreat richtet sich an Menschen mit Meditationserfahrung und buddhistischer Orientierung. Während des ganzen Retreats wird die innere Beschäftigung mit der Einsichtspraxis aufrecht erhalten. Bewusst verzichten wir auf Eindrücke, Augenkontakt, Lesen oder Ablenkung und beschäftigen uns schrittweise mit den „Anwendungen der Achtsamkeit“ bezogen auf den Körper, die Gefühle, das Herz und die Kontemplationen der Dhammas.  
Anmeldeschluss: 4. September 2025

Anmeldung und weitere Informationen über die Website der Suttanta Gemeinschaft.

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Hilfreich II

„Mein Fokus lag schon immer darauf, wie diese Lehren im täglichen Leben angewendet werden können. Wenn mir eine Lehre nicht dabei hilft, mein tägliches Leben geschickter oder freudvoller zu gestalten, sehe ich keinen Grund, sie anzuwenden – sie mag zwar interessant sein, aber die eigentliche Frage lautet: Hilft sie mir?“

– Larry Ward (1948-2025) in „Tricycle“, Fall 2025, S. 24

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Hilfreich III

Vom 3. bis 5. Oktober 2025 findet in Marburg erneut ein Maitri-Raumgewahrsein-Wochenende statt. Angeleitet wird es wieder von Anja Hutwelker und Hans-Peter Hulliger.
Näheres zu Maitri, der Anmeldung und den Kosten findet ihr in deren Flyer.

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28. August 2025: Der 14. Dalai Lama über Geistesschulung

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen – manchmal auch im Stehen. (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)

Lesung und Gespräch: Geistesschulung

Da wir unser Programm etwas umgestellt haben, kommen wir an diesem Donnerstag zur „Schulung des Geistes“, wieder aus dem Buch „Die Essenz der Meditation“ des 14. Dalai Lamas.
Noch einmal der Appetithappen:

„Wir müssen erkennen, wie wichtig es ist, den Geist zu schulen. Das ergibt sich aus der fundamentalen Tatsache, dass jeder Einzelne von uns von Natur aus nach Glück strebt und kein Leid wünscht. Das sind ganz natürliche menschliche Eigenschaften, die nicht erst erzeugt werden müssen. An diesem Verlangen ist nichts Falsches. Die Frage ist, wie wir diese Ziele, glücklich zu werden, dem Leid zu entgehen, erreichen können.“

Es wird wieder reichlich Gelegenheit geben, über das Thema und die eigenen Erfahrungen mit der Meditation, schöne wie auch schwierige, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Natürlich ist die Teilnahme an unseren Abenden wie stets kostenlos.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Lesenswert

Das lange vergriffene Standardwerk „Buddhismus“ von Fred von Allmen ist als erweiterte Neuauflage erschienen. Mit vielen Ergänzungen von Lama Tilmann Lhündrup Borghardt hat es der Norbu Verlag unter dem Titel „Grundlagen des Buddhismus“ herausgegeben.

Fred hat unserer Gruppe ein Exemplar geschenkt und lässt herzlich grüßen. Bei Interesse kann es donnerstags ausgeliehen werden. Einfach vorher Bescheid sagen, dann liegt es bereit.

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Bedenkenswert

„Im Buddhismus gehen wir nicht davon aus, dass Glück und Leid von einem anthropomorphen Gott kommen. Noch entstehen sie aus dem „alten kamma“ vergangener Leben, noch sind sie eine Angelegenheit des Schicksals. Vielmehr gehen wir davon aus, dass Glück und Leiden davon abhängen, ob wir richtig oder falsch handeln, in Bezug auf das natürliche Gesetz der Kausalität (idappaccayatā), den Strom und die Verflechtung von Ursachen und Bedingungen.“

– Buddhadasa Bikkhu: Unter dem Bodhibaum. Buddhas ursprüngliche Sicht auf die bedingte Zusammenentstehung. Buddhistische Gesellschaft München (Hrsg.), 2024, S. 36

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21. August 2025: Der 14. Dalai Lama über Weisheit

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen – manchmal auch im Stehen. (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)

Lesung und Gespräch: Über Weisheit
Viele Religionen und Religionsstifter:innen beziehen sich auf „höchste Instanzen“, die natürlich fehlerfrei, tadellos und unhinterfragbar „absolute Wahrheiten“ verkündet haben sollen. Eine Überprüfung auf Logik, dahinterstehende Interessen und Absichten gilt bereits als Frevel und qualvolle Strafen im Dies- und Jenseits stehen ins Haus. Wie sieht dies im Dhamma, der buddhistischen Lehre von der Natur der Dinge, aus? Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lama, hat diesem Thema ein Kapitel in seinem Buch über die „Essenz der Meditation“ gewidmet. Mit seinen Gedanken darüber werden wir uns heute nach der Meditation beschäftigen.

Ein Appetithappen:
„Nach buddhistischer Tradition wird die Gültigkeit einer philosophischen Lehre durch logische Beweisführung erwiesen.
Der Buddha hat eindeutig erklärt:

Bikshus und Gelehrte sollten meine Worte prüfen,
Wie ein Goldschmied Gold durch Erhitzen, schneiden und Reihen prüft.
Nur dann sollten meine Worte akzeptiert werden,
Nicht aus Respekt vor mir.

Daher müssen wir uns im Prozess des Erweisens äußerer und innerer Phänomene auf Beweisführung verlassen. Es besteht keine Notwendigkeit, sich allein auf die Autorität der kanonischen Schriften zu verlassen. Was in solchen Texten gelehrt wird, kann im Lichte der Vernunft analysiert werden. Auch die Worte des Buddha stehen der Prüfung offen.“
(Dalai Lama: Die Essenz der Meditation. Praktische Erklärungen zum Herzstück buddhistischer Spiritualität. München, 2005, S. 113)

Es wird wieder reichlich Gelegenheit geben, über das Thema und die eigenen Erfahrungen mit der Meditation, schöne wie auch schwierige, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Natürlich ist die Teilnahme an unseren Abenden wie stets kostenlos.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Standpunkt

Warum … wir den Weg der Mitte neu berechnen müssen
In der aktuellen Ausgabe von Buddhismus aktuell (wir wiesen letzte Woche bereits darauf hin) findet sich ein wichtiger Artikel von Robert Pauli: Die Menschheit hat sich selbst und den gesamten Planeten an den Rand der Klimakatastrophe manövriert. In einer solchen Situationen stellen sich buddhistisch ganz neue Fragen, erklärt Robert Pauli, Umweltaktivist und engagiert im Jungen Buddhistischen Netzwerk. Was bedeutet es, in einer Welt der Klimakipppunkte den Weg der Mitte zu gehen?

Roberts Artikel ist online abrufbar.

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Gegenstandpunkt

Achtsamkeit ist im Mainstream angekommen und wird von Promis wie Oprah Winfrey, Madonna und Angelina Joli empfohlen. Während Meditationslehrer:innen Mönche, Nonnen und Neurowissenschaftler:innen mit CEOs beim Weltwirtschaftsforum in Davos zusammenkommen, haben die Vordenker:innen dieser Bewegung einen missionarischen Eifer entwickelt. So hat Jon Kabat-Zin, der Erfinder des Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR), größere Ambitionen als die Überwindung von Stress. Schließlich prophezeit er, dass diese hybride Mischung aus wissenschaftlicher und meditativer Disziplin ‚das Potenzial hat, eine universelle oder weltweite Renaissance zu entfachen‘. Achtsamkeit ‚könnte tatsächlich die einzige Hoffnung sein, welche der Spezies und dem Planeten bleibt, um die nächsten paar 100 Jahre zu überstehen‘, verkündet er.

Worum handelt es sich also bei diesem Allheilmittel? Unter der Überschrift ‚The Mindful Revolution‘ (Die Achtsame Revolution) lichtete das Nachrichtenmagazin Time 2014 eine junge, blone Frau auf seiner Titelseite ab, die Glückseligkeit ausstrahlte. Der zugehörige Artikel beschrieb eine Schlüsselszene der standardisierten Lehrinhalte von MBSR, nämlich das bewusst langsame Verspeisen einer Rosine: „Das Vermögen, sich für wenige Minuten auf eine einzige Rosine zu konzentrieren, ist nicht albern, wenn die dafür notwendigen Fähigkeiten der Schlüssel für Durchsetzungsfähigkeit und Erfolg im 21. Jahrhundert sind“, erklärte die Autorin.

Demgegenüber bleibe ich skeptisch. All das, was in unserer ungerechten Gesellschaft Erfolg verspricht, aber keine Änderungen einfordert, ist nicht revolutionär. Es bietet Menschen lediglich ein Hilfsmittel, um das tägliche Leben zu meistern. Schlimmstenfalls könnte es die Lebensumstände sogar verschlechtern. Statt zu radikalem Handeln anzuregen, wird behauptet, dass die Ursachen von Leid überwiegend bei uns selbst zu suchen seien und nichts mit den politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen zu tun hätten, die unser Leben prägen. Und dennoch glauben Achtsamkeitsfanatiker:innen, dass das genauere Achten auf den aktuellen Moment bei gleichzeitigem Verzicht auf Werturteile die revolutionäre Kraft in sich trage, die gesamte Welt grundlegend zu verändern. Das ist eine ausgesprochen märchenhafte Vorstellung.“
Ronald E. Purser: McMindfulness – Wie Achtsamkeit die neue Spiritualität des Kapitalismus wurde. Mabuse Verlag, Frankfurt/M., 2021, S 7

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Seltener Standpunkt

Bücher müssen keinesfalls zwingend bei Onlineriesen bestellt werden. In Marburg gibt es (noch) einige Buchläden (z. B. Buchladen Roter Stern, Am Grün 28-30 oder Sirius in der Barfüßerstraße 13), die kompetent und persönlich beraten und innerhalb eines Tages jedes verfügbare Buch besorgen.

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14. August 2025: Der 14. Dalai Lama über „Geistesschulung“

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen – manchmal auch im Stehen. (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)

Lesung und Gespräch:
„Die Essenz der Meditation“ so lautet der Titel des Buches des 14. Dalai Lamas aus dem heute ein Kapitel vorgelesen und besprochen werden soll. Darin geht es um „Schulung des Geistes“.

„Wir müssen erkennen, wie wichtig es ist, den Geist zu schulen. Das ergibt sich aus der fundamentalen Tatsache, dass jeder Einzelne von uns von Natur aus nach Glück strebt und kein Leid wünscht. Das sind ganz natürliche menschliche Eigenschaften, die nicht erst erzeugt werden müssen. An diesem Verlangen ist nichts Falsches. Die Frage ist, wie wir diese Ziele, glücklich zu werden, dem Leid zu entgehen, erreichen können.“

Das Thema bildet somit eine Ergänzung der Einführung in die Meditationspraxis der letzten Woche.

Da gerade drei unserer Mitglieder von einer Reise nach Ladakh zurückgekehrt sind und das Glück hatten, den 14. Dalai Lama dort persönlich treffen zu können, liegt es nahe, diesen und auch den nächsten Abend ihm zu widmen, zumal er Anfang Juli seinen 90. Geburtstag feiern konnte.

Es wird wieder reichlich Gelegenheit geben, über das Thema und die eigenen Erfahrungen mit der Meditation, schöne wie auch schwierige, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Natürlich ist die Teilnahme an unseren Abenden wie stets kostenlos.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Nachtrag

Letzte Woche gab es wieder eine Einführung in die buddhistische Meditationspraxis. Der kurzer Leitfaden mit Ergänzungen und einer kurzen Literaturliste, der an diesem Abend auslag, kann nun heruntergeladen werden.

Gewiss

Die neue Ausgabe der Zeitschrift der Deutschen Buddhistischen Union (DBU) ist erschienen und enthält wieder einige interessante Artikel und Meldungen aus der Welt des Dharma. Viele Texte sind auch online zugänglich. Wir haben ein analoges Exemplar zur Verfügung, das auf Wunsch ausgeliehen werden kann.

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Unglaublich

Etwas ein „grundlegendes Prinzip des Buddhismus“ zu nennen ist nur dann richtig, wenn es sich hierbei zum einen um ein Prinzip handelt, das auf das Erlöschen von dukkha (Schmerz, Verzweiflung, Leid) abzielt und zum anderen, wenn es eine Logik besitzt, die man selbst erkennen kann ohne anderen glauben zu müssen. Dies sind die wichtigen Merkmale einer solchen Aussage.

Der Buddha lehnte es ab, sich mit Dingen zu beschäftigen, die nicht zum Erlöschen von dukkha führen. Er sprach nicht über sie. Nehmt zum Beispiel die Frage, ob es eine Wiedergeburt nach dem Tod gibt oder nicht. Was wird denn wiedergeboren? Wie wird es wiedergeboren? Worin besteht seine „karmische Erbschaft“? Diese Fragen zielen nicht auf das Erlöschen von dukkha ab. Da dem so ist, sind sie nicht die Lehre des Buddha, noch stehen sie damit in Zusammenhang. Sie liegen einfach nicht im Bereich des Buddhismus. Es hat ja auch derjenige, der nach diesen Dingen fragt, keine andere Wahl als blind jeder Antwort zu glauben, die er bekommt, denn der Antwortende wird nicht in der Lage sein, Beweise vorzulegen, sondern er wird einfach nur aufgrund seiner Erinnerung und seines Gefühls sprechen. Der Zuhörer kann es nicht selbst erkennen und muss folglich wahllos den Worten des anderen Glauben schenken. Nach und nach entfernt sich das Thema vom Dhamma, bis es etwas völlig anderes wird, das mit dem Erlöschen von dukkha nichts mehr zu tun hat.

– Buddhadasa Bikkhu: Kernholz des Bodhibaums. Buddhistische Gesellschaft München (Hg.), 2017, S. 27

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7. August: EINFACH SEIN – Einführung in die buddhistische Meditationspraxis

Wir beginnen wieder um 18:45 Uhr mit einer

Einführung in die buddhistische Meditationspraxis

In Form einer geführten Meditation besteht heute wieder die Gelegenheit, Meditation so kennenzulernen, wie sie bereits vor über 2.500 Jahren vom historischen Buddha gelehrt wurde und seitdem geübt wird. Umrahmt von ein paar Worten über den Sinn und Zweck der Übung, dient der Abend dem Kennenlernen dieser Praxis sowie der Vertiefung und Rückerinnerung für diejenigen, die damit bereits vertraut sind.

Offenheit war dem Buddha dabei äußerst wichtig. Einer der ersten deutschen buddhistischen Mönche, der ehrw. Nyanatiloka Mahathera (1878-1957), sagte:
„Die Lehre des Buddha ist vielleicht die einzige religiöse Lehre, die keinerlei Glauben an Traditionen oder geschichtliche Begebenheiten fordert. Sie appelliert lediglich an das Verständnis eines jeden Menschen. Denn wo immer es denkfähige Wesen gibt, da können die von dem Buddha verkündeten Wahrheiten erkannt und verwirklicht werden […] Der wahre Jünger (w/m/d – Anm. d. Red.) des Buddha ist frei von jeder Theorie, frei von jedem Dogmatismus. Er ist ein Freidenker im edelsten Sinne des Wortes. Er verfällt weder positiven noch negativen Dogmen, denn er weiß, daß beides bloße Meinungen sind, die der Verblendung und Selbsttäuschung entsprungen sind.“ (Nyanatiloka Mahathera: Grundlagen des Buddhismus. Jhana Verlag, Uttenbühl, 1995, S. 19 f.)

Es wird wieder reichlich Gelegenheit geben, über das Gehörte, Geübte, Gespürte und die eigenen Erfahrungen mit der Meditation, schöne wie auch schwierige, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Natürlich ist die Teilnahme an unseren Abenden wie stets kostenlos.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Es wird wieder reichlich Gelegenheit geben, über das Thema und die eigenen Erfahrungen mit der Meditation, schöne wie auch schwierige, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Natürlich ist die Teilnahme an unseren Abenden wie stets kostenlos.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Zukunft

Das Tibethaus Frankfurt feiert heuer sein 20-jähriges Bestehen und den 90. Geburtstags seines Schirmherrn, des 14. Dalai Lamas.
Am 23. und 24. August 2025 besteht Gelegenheit, diese glückliche Überschneidung in Frankfurt/M. ordentlich zu feiern.

Vielleicht besteht Interesse gemeinsam nach Frankfurt zu fahren und eine Fahrgemeinschaft zu bilden. Darüber könnten wir am Abend sprechen.

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Gegenwart

Die Lehrrede „Das Rad der Lehre drehen“, die Gotama im Wildpark hielt und in der er seine Erkenntnis von den vier Edlen Wahrheiten dargestellt hat, lässt sich folgendermaßen auf den Punkt bringen:

Umarme,
Lass los,
Halt inne:
Handle!

Diese Formel lässt sich auf jede Situation im Leben anwenden. Anstatt sich von dem, was geschieht, abzuwenden oder es zu ignorieren, umarmen Sie es mit achtsamer Aufmerksamkeit; anstatt danach zu streben, etwas zu bekommen oder loszuwerden, entspannen Sie ihr Greifen danach; anstatt sich in eine Reaktionskette verwickeln zu lassen, halten Sie inne und bleiben ruhig; anstatt tausendmal zu wiederholen, was Sie bisher gesagt und getan haben, handeln Sie auf eine emphatische und kreative Weise.

– Stephen Batchelor: Bekenntnisse eines ungläubigen Buddhisten – Eine spirituelle Suche. München 2010, 206 f.

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31. Juli: Rechte Rede

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen – manchmal auch im Stehen. (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)

Vortrag und Gespräch:
Über den Umgang mit Sprache – Rechte Rede

Oft haben wir donnerstags schon darüber gesprochen, wie wenig unsere Sprache dafür geeignet ist, innere Prozesse, komplexe Vorgänge und Emotionen auszudrücken. Gleichwohl sind wir auf verbale Kommunikation angewiesen und beherrschen diese oft recht ordentlich. Sprache hat Wirkungen im Inneren und Äußeren. Es kommt deshalb darauf an, mit welcher inneren Haltung wir miteinander ins Gespräch kommen. Der Buddha hat nicht ohne Grund angemessenes, rechtes, Sprechen in den edlen achtfachen Pfad aufgenommen, der zur Befreiung von Herz und Geist führt. Mit unseren Worten können wir uns selbst und andere verletzen, ob wir wollen oder nicht.
Wie wir „rechter Rede“ näher kommen können und warum sie häufig nicht gelingt, könnte heute Abend zum Thema werden. Dass wir der rechten Rede nicht im politischen Sinne das Wort reden werden, versteht sich von selbst.

Es wird wieder reichlich Gelegenheit geben, über das Thema und die eigenen Erfahrungen mit der Meditation, schöne wie auch schwierige, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Natürlich ist die Teilnahme an unseren Abenden wie stets kostenlos.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Rückblick

Letzten Donnerstag hat Andreas uns aus einem Buch Ajahn Brahms vorgelesen. Unter anderem ging es auch um den „Affengeist“, den viele von uns sicher kennen. Wie ein kluger Umgang damit aussehen könnte, haben wir besprochen: Wahrnehmen, nicht kämpfen, hüpfen lassen, nicht verstärken, einfach in Ruhe lassen. Ohne Nahrung in Form von Widerstand oder Zuwendung springt er ins Leere.

Was sicherlich nicht hilft, sind heftige Reaktionen, wie Tick es in diesem von Frau Dr. Erika Fuchs übersetzten Panel Carl Barks’ versucht.

Wenn der unruhige Geist so vermöbelt wird, hält er sich für besonders wichtig und denkt sich entsprechend etwas neues aus. Und am Ende grüßt das Wolkenkuckucksheim…

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Ausblick

Geht freundlich mit euch selbst um und verwendet euren Körper, eure Rede und euren Geist für die Praxis, die euch zum Erwachen führen wird. Das ist der größte Gefallen, den ihr euch selbst tun könnt. Keine andere Person könnte jemals so freundlich zu euch sein. Vielleicht verlasst ihr euch auf die heilsamen Handlungen, die andere während eures Todes für euch ausführen. Das ist jedoch eine leere Hoffnung; es kann sich sehr wohl herausstellen, dass es zu schwierig ist, wirklichen Gewinn daraus zu ziehen. Übt euren Geist in der Entwicklung umfassenden Mitgefühls und erkennt, wie tief das Leiden von Samsara ist. Arbeitet das Wesentliche heraus, nämlich Sicht und Meditation. […] und durch eure tägliche Dharma-Praxis tiefes Mitgefühl zu entwickeln ist von unermesslichem Vorteil für euch.
– Dudjom Rinpoche: Die Klausur auf dem Berge. Wandel Verlag, Berlin, 2016, S. 154

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24. Juli 2025: Der Elefant, der das Glück vergaß

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen – manchmal auch im Stehen. (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)

Lesung und Gespräch: Ajahn Brahm und der Elefant, der das Glück vergaß

Ajahn Brahm ist bekannt für seine präzisen Unterweisungen und seinen sense of humour. In dem Buch, aus dem wir an diesem Abend lesen wollen, hat er 108 kleine hintersinnige Geschichten zusammengestellt, die gleichermaßen für Aha- und Haha-Effekte sorgen.
Er wurde 1951 in London geboren und studierte theoretische Physik in Cambridge. Seit 50 Jahren lebt er als buddhistischer Mönch, in dieser Zeit verbrachte er neun Jahre unter der Leitung Ajahn Chahs in dessen Waldkloster Wat Pa Phong im Issan/Thailand. Gegenwärtig leitet er das Bodhinyana-Kloster in Westaustralien.
Zur Frage des zahlenmäßigen Verhältnisses von Christen und Buddhisten in Australien meinte er:„Dass es in Australien mehr Christen als Buddhisten gibt, liegt vielleicht daran, dass es buddhistischen Mönchen untersagt ist, Wasser in Wein zu verwandeln.“

Wir können uns auf einen heiteren Abend mit viel Tiefgang freuen, ganz im Sinne Ajahn Brahms Idee des „Hahayana“.

Es wird wieder reichlich Gelegenheit geben, über das Gehörte und die eigenen Erfahrungen mit der Meditation, schöne wie auch schwierige, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Natürlich ist die Teilnahme an unseren Abenden wie stets kostenlos.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Bewusst handeln

Die Hilfsorganisation „Mitgefühl in Aktion (M.i.A.)“ hat in ihrem aktuellen Newsletter auf die aktuelle Situation von Unterstützungsprojekten hingewiesen. Hier ein Auszug daraus und der Link zum Newsletter:

„Die USAID hat zwar ihre Arbeit nicht ganz eingestellt, doch Budgetkürzungenhaben dazu geführt, dass 144 Millionen Menschen dieses Jahr vom Welternährungsprogramm der UN nicht mehr ausreichend versorgt werden können. Dies zeigt, wie zerbrechlich die humanitäre Hilfe ist, wenn Gelder ausbleiben.

Auch in Deutschland gab es Kürzungen im Etat für Entwicklungs-zusammenarbeit, der insgesamt mehrere Milliarden Euro umfasst. Dies macht es nicht leichter, nachhaltige Hilfe zu leisten. Gleichzeitig steigt der Verteidigungshaushalt auf etwa 2% des Bruttoinlandsprodukts, einschließlich eines Sondervermögens von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr.

Gerade in dieser angespannten Lage ist es wichtiger denn je, Hoffnung zu schenken und Leben zu verbessern. Unsere kleine Hilfsorganisation unterstützt direkt und nachhaltig Menschen in Not – etwa durch Ernährung und Bildung. Seit 2020 konnten wir so jährlich mind. 6.000 Menschen direkt helfen.“

Hinweis der Redaktion: Bei der Prozentzahl hinsichtlich des „Verteidigungshaushalts“ ist den lieben Leuten von M.i.A. wohl eine Fehleinschätzung unterlaufen. Der SPD und ihr Verteidigungsminister peilen deutlich mehr an. Vgl. die Verlautbarung des BMVG

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Bewusst sein

Das abhängige Entstehen hat ein Gegenstück, nämlich das abhängige Aufhören. Wenn ihr diesen Geist durchschaut habt und seht, dass niemand da ist, der etwas tut, endet Avijja, die Unwissenheit oder Verblendung. Das Tun ist einfach ein Prozess, und man kann all die äußeren Ursachen und Bedingungen sehen, aus denen man tut, was man tut. Auch das Erkennen ist einfach ein Prozess, niemand tut es. Auch Bewusstsein ist einfach ein Prozess. Hier ist kein „Wesen“, dass alles hört, was es zu hören gibt, hier drinnen ist keine Person, die all diese Gedanken denkt. Bewusstsein kommt und geht, auf und ab.Mal ist es dieses Bewusstsein, mal jenes. Macht euch die Unterschiede zwischen den sechs Arten von Bewusstsein klar, dann ist es viel einfacher zu verfolgen, welches Bewusstsein gerade ausklingt und welches an seine Stelle tritt.

– Ajahn Brahm: Nur dieser Moment. Anleitungen für die buddhistische Praxis. München, 2009, S. 249

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Bewusst durch den Tag

Manchmal ist es hilfreich, sich an Wichtiges zu erinnern (sati). Vielleicht hilft dieses kleine Suchspiel dabei, etwas achtsamer durch die Tage zu kommen. Durch darauf Klicken kann es in größerer Form heruntergeladen werden.

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17. Juli 2025: Die erste edle Wahrheit

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen – manchmal auch im Stehen. (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)

Lesung und Gespräch:

Das Wesen des Daseins erkennen, so lautet die Überschrift, die Fred von Allmen seinem Abschnitt über die erste edle Wahrheit gegeben hat, die er in seinem Werk „Buddhismus. Lehren-Praxis-Meditation“ erörtert. Es handelt sich nicht um eine „ewige Wahrheit“, die im Besitz von Auserwählten ist, sondern um eine Aufgabe, die uns Gotama, der historische Buddha, stellt, um aus dem Kreislauf des Leidens herausfinden zu können. Stephen Batchelor nennt sie dementsprechend die erste edle Aufgabe.

Aus diesem Buch lesen wir heute einen Abschnitt vor und überlegen anschließend gemeinsam, was es mit „dukkha“ (das Paliwort, welches meist mit Leiden übersetzt wird) auf sich hat. Die Auseinandersetzung damit ist immer wieder lohnenswert. Nicht umsonst sind die vier edlen Wahrheiten (oder Aufgaben) von zentraler Bedeutung in der buddhistischen Lehre.

Zwei Appetithappen:

„Die erste edle Wahrheit weist also mit unübersehbarer Deutlichkeit auf unsere Situation hin: ‚Sabbe sańkhāra dukkhā’ti‘ – Das Dasein ist erfüllt von Dukkha. Das Wort Dukkha wird gewöhnlich mit Leiden übersetzt. Doch diese Bedeutung allein wird der Tragweite des Begriffs nicht gerecht. Dukkha umschreibt vielmehr die Tatsache, dass nichts unter den entstandenen, erschaffenen Dingen des Daseins eine immerwährende Befriedigung geben kann. Weder materielle Dinge noch Gedanken, noch Gefühle ermöglichen dies, und zwar deshalb, weil alles, was erschaffen worden ist, sich ständig wandelt und wieder vergeht. Die Belange dieser Welt lassen sich nur zu einem kleinen Teil kontrollieren und folgen ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten.“ (S. 78)

„Wollen wir die Tragweite der ersten edlen Wahrheit begreifen, so ist es wichtig, unsere täglichen kleinen Leiden zu betrachten. Wir müssen uns vor Augen halten, wie oft wir uns nicht wohlfühlen, weil wir mit etwas konfrontiert sind, das wir nicht möchten, aber nicht loswerden können.“ (S. 81)
Fred von Allmen: Buddhismus. Lehren – Praxis – Meditation. Bielefeld, 2007

Es wird wieder reichlich Gelegenheit geben, über das Thema und die eigenen Erfahrungen mit der Meditation, schöne wie auch schwierige, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

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Dhamma studieren

Die Lehrreden aus der angereihten Sammlung sind seit Mai 2025 als Download verfügbar. Sie finden sich auf der Homepage der Suttanta Gemeinschaft. Die hier vorliegende Übersetzung wurde zuerst von dem ehrwürdigen Nyantiloka erstellt und dann von seinem Schüler, dem ehrwürdigen Nyanaponika, überarbeitet.

Wer lieber Papier in Händen hält, kann das gedruckte Buch beim Verlag Beyerlein & Steinschulte bestellen.
Großer Dank gebührt Raimund Hopf und seinen MitstreiterInnen.

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Dhamma anwenden

„Buddhas Lehren sind unvorstellbar tiefgründig und umfassend. Sie voll intellektuell auszuschöpfen, wäre für sich allein schon eine bemerkenswerte und ungewöhnliche Leistung. Aber selbst damit wäre nicht viel erreicht. Solange wir nicht zusätzlich innere Verwirklichung erlangen, indem wir die Lehren tatsächlich anwenden und einswerden lassen mit unserem Geist, wird alles Wissen, das wir erwerben, Theorie bleiben und nur dazu führen, dass unser Ich sich aufbläht.
Wir haben eine Menge Bücher gelesen und uns viele Belehrungen angehört, doch nichts hat wirklich dazu beigetragen, unser Sein zu verwandeln. Wenn man das Rezept des Arztes auf seinem Nachttisch liegen lässt, wird die Krankheit nicht kuriert. Wenden Sie also den Geist nach innen und erforschen Sie durch tiefes Nachsinnen das Wesen des Dharma, bis er Ihr ganzes Sein durchdringt.“
– Dilgo Khyentse Rinpoche: Das Herzjuwel der Erleuchteten. Berlin, 1996, S. 79

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10. Juli: Offener Meditationsabend

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen – manchmal auch im Stehen. (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)

An diesem Abend steht die Praxis im Vordergrund.

Nach der Meditation besteht wieder reichlich Gelegenheit, über die eigenen Erfahrungen mit der Meditation, miteinander ins Gespräch zu kommen. Das Feld der Themen ist weit geöffnet.

Wir sind sehr froh, dass wir keine Sommerpause machen müssen, weil sich genügend EnthusiastInnen gefunden haben, die es ermöglichen, die Donnerstagabende im Juli für alle an buddhistischer Praxis Interessierte anbieten zu können.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Natürlich ist die Teilnahme an unseren Abenden wie stets kostenlos.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lama, feiert heute seinen 90. Geburtstag!
Wir gratulieren von Herzen und wünschen ihm, dass er noch lange zum Wohle der fühlenden Wesen wirken kann.

Der Dalai Lama in Leh, 2012

Im Juli wird der Dalai Lama Leh, die Hauptstadt von Ladakh, besuchen. Da genügend Ursachen und Bedingungen zusammenkamen, werden Birgit, Sabine und Manfred zur selben Zeit vor Ort sein und können ihm unsere guten Wünsche direkt übermitteln und ihm ein herzliches „Julley“ zurufen.

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Nahe Zukunft

Die ARD wird heute Abend um 23:15 Uhr eine 45-minütige Dokumentation über das Geburtstagskind ausstrahlen. In der Mediathek steht der Bericht bereits zur Verfügung.

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Vom buddhistischen Standpunkt aus glaube ich, dass Mitleiden ein wichtiger Aspekt der menschlichen Natur ist, ein Bestandteil des menschlichen Geistes. Es ist eine der guten Eigenschaften des menschlichen Wesens. Die verschiedenen Religionen versuchen, diese grundlegende menschliche Eigenschaft zu fördern und zu stärken, aber sie ist keine äußerliche, dem Menschen hinzukommende Erwerbung oder irgendeine vom religiösen Glauben aufgestellte Erfindung. Sie ist immer schon da, ob ich nun Buddhist bin oder nicht. Es gibt heute so viele Religionen auf der Welt, dass die religiöse Praxis nicht notwendigerweise das gleiche ist wie praktiziertes Mitgefühl. Man kann Güte und Mitleiden durchaus ohne religiöse Nebenbedeutung zeigen und fördern.

– Daniel Goleman (Hrsg.): Gespräche mit dem Dalai Lama über Achtsamkeit, Emotion und Gesundheit. Die heilende Kraft der Gefühle. Lico, 2005, S. 28 f.

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3. Juni 2025: Meditieren wie ein Buddha – Einführung in die Meditation

Wir beginnen wieder um 18:45 Uhr mit einer

Einführung in die Praxis der buddhistischen Meditation
im Sitzen und Gehen – manchmal auch im Stehen.

In Form einer geleiteten Meditation führen wir in eine der Meditationstechniken der buddhistischen Traditionen ein. Die Achtsamkeit auf den Atem (Anapanasati) wird dabei der Schwerpunkt sein. Vorkenntnisse sind dafür nicht erforderlich, Interesse an buddhistischer Praxis und Lehre sind natürlich hilfreich, um sich einmal darauf einzulassen. Gleichwohl ist der Abend wie stets auch für erfahrene Praktizierende hilfreich, weil wir immer wieder neu beginnen und nicht in vermeintlich guter Routine erstarren sollten.

Es wird wieder reichlich Gelegenheit geben, über das Thema und die eigenen Erfahrungen mit der Meditation, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

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Praktisch lesbar

Gerade ist die neue Ausgabe von „Buddhismus aktuell“ erschienen. Das Schwerpunktthema sind die „Computerwelten“. Der Dhamma und das Digitale: sicherlich eine interessante Ausgabe. Einige Artikel stehen auch online zur Verfügung, manche auch nur dort. In Marburg sollte das Heft in der Bahnhofsbuchhandlung zu erstehen sein. Bei Interesse kann ein Exemplar (und auch ältere) über uns ausgeliehen werden.

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Praktisch machbar

Verfolgt nicht die Vergangenheit, geht nicht in die Zukunft voraus, bleibt natürlich im gegenwärtigen Bewusstsein, so wie es ist. Wenn ich sage, verfolgt nicht die Vergangenheit, so meine ich damit, dass wir mit unserem Intellekt nicht den vorangegangenen Gedanken verfolgen. Wenn ich sage, geht nicht in die Zukunft voraus, dann bedeutet das, nicht mit unserem Intellekt dem nächsten Gedanken entgegenzugehen. Wenn ich sage, bleibt natürlich im gegenwärtigen Bewusstsein, so wie es ist, dann bedeutet das, aus der Gegenwart kein Bezugsobjekt zu machen.

Es heißt: „Wenn du nichts im Geist fabrizierst, ist er klar, wenn du das Wasser nicht aufwühlst, ist es durchsichtig.“ Lasst den Geist einfach in seinem unveränderten Zustand. Darin werdet ihr eine Klarheit erfahren, frei von begrifflichem Denken, rein und transparent, welche nur ein Fingerschnippen dauert oder so lange, wie es braucht, eine Kuh zu melken. Meditiert, ohne eine längere Dauer dieser Erfahrung als Vorteil und eine kurze Dauer als Nachteil zu betrachten. Wenn dann wieder ein Gedanke auftaucht, entspannt euch in ihn hinein.

– Gampopa (1079-1153). Zitiert nach: Karmapa Wangtchug Dordje: Mahamudra – Der Ozean des wahren Sinnes. Edition Octopus, 2009, S. 127

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