unser vorgesehener Abend mit der Buddhistischen Akademie Berlin Brandenburg muss leider ausfallen.
Der hohe Krankenstand und andere Verhinderungsgründe machen es unmöglich, den Abend wie geplant stattfinden zu lassen.
Gleichwohl könnt ihr von zuhause dem Vortrag zuschauen. Der Abend ist kostenlos, lediglich eine Spende für den Maitreya Fond wünschen sie sich. Näheres auf der Homepage der Akademie.
Wir hoffen, dass wir uns nächste Woche gesund und munter in der Biegenstraße wiedersehen. Wir starten mit einer Einführung in die Anapanasati-Meditation, entlang der entsprechenden Lehrrede des Buddha. Raimund Hopf (Buddha Talk) hat im Rahmen eines Retreats dazu eine sehr schöne Anleitung gegeben, die wir gerne vorstellen möchten. Mehr dazu im nächsten Newsletter am Sonntag.
Bleibt gesund! Birgit und Rüdiger für die Buddhistische Gruppe Marburg
Aus der Ankündigung der Akademie: „Mutter Erde ist die größte Bodhisattva„, sagt Thich Nhat Hanh. Sie schenkt uns alle Bedingungen, die wir zum Leben brauchen. Sie beschenkt uns mit Schönheit und einer unendlichen Vielfalt von Lebensformen. Sie hat unendliche Kapazitäten zur Heilung und Transformation. Das hat sie bei den vergangenen fünf Massenaussterben der Erdgeschichte bewiesen. Auch bei den gegenwärtigen Zerstörungen zeigt Gaia ihre Fähigkeiten zur Heilung und Wiederherstellung, wenn wir sie nur lassen. Wir müssen die Erde nicht retten, sie ist für uns da. Aber sind wir auch für Mutter Erde da? Wie können wir unsere Liebe zu ihr vertiefen und ihr auf geschickte Weise Ausdruck verleihen in einer Zeit der Krisen und Katastrophen? Wie können wir mit unserer Verzweiflung umgehen angesichts der gegenwärtigen und drohenden zukünftigen Katastrophen. Wie können wir uns in sinnvoller Weise um die Erde kümmern, ohne dabei auszubrennen?“ Wir sind gespannt, was Uli Pfeifer-Schaupp (emiritierter Hochschullehrer, Mitglied des Intersein-Ordens und Dharmalehrer in der Tradition von Thich Nhat Hanh) dazu zu sagen hat und welche Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten er entwickeln wird.
Dass Handlungsbedarf hinsichtlich des Klimawandels und seiner Folgen, der gesellschaftlichen Armut und Verrohung, des Niedergangs der politischen und religiösen Toleranz, der Kriege in aller Welt besteht, ist offensichtlich. Der gerade veröffentlichte Emissionsbericht 2024 des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) hat ermittelt, dass die Erderwärmung um 3,1 % steigen werde und die Emissionen im Berichtszeitraum nicht gesunken, sondern weiter gestiegen sind (vgl. FAZ vom 26. 10. 2024).
Dass Buddhisten sich diesen Erscheinungen widmen und sich damit auseinandersetzen, sollte selbstverständlich sein. Über die Antworten, die aus unseren Kreisen kommen, kann trefflich diskutiert werden und sollte es auch. Die meisten Vorschläge und Kritiken bleiben im gewohnten affirmativen Rahmen. Ansätze, die über den üblichen politökonomischen Tellerrand hinausgehen und den Dingen, wie Buddha es tat und empfahl, auf den Grund gehen, sind allerdings seltener zu hören.
Ob der persönliche Verzicht auf dieses und jenes den Klimawandel aufhalten kann, ist die Frage. Manchmal gewinnt man den Eindruck, dass diese Taktik hier im Norden/Westen einem Ablasshandel (Kohei Saito) ähnelt. Über die wirtschaftlichen und politischen Interessen, die sich seit sehr langer Zeit (Industrialisierung/Marktwirtschaft) klima- und menschenschädlich betätigen und sich die Welt diesen Interessen gemäß eingerichtet haben, hört man nicht sehr viel.
Deshalb sei an dieser Stelle auf das Buch von Dr. Kohei Saito, einem japanischen Philosophen, mit dem Titel „Systemsturz – Der Sieg der Natur über den Kapitalismus“ hingewiesen, das dem Redakteur gerade zugeflogen ist. Saito entwickelt und begründet darin die „Degrowth-Theorie“ und verknüpft sie mit den Erkenntnissen Karl Marx’ über die Funktionsweise einer Ökonomie, die auf dem Privateigentum beruht. Er kommt dabei ohne eine Mystifizierung und Personifikation der „Mutter Erde“ aus und hält für Buddhisten (nicht nur für sie) interessante Forschungsergebnisse bereit.
Der Abend wird sicherlich spannend und voller Einsichten sein.
Kurze Abschlussmeditation mit Wertschätzung und Widmung.
Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.
Wir freuen uns auf deine Teilnahme!
Im Anschluss besteht die Gelegenheit, zu gemütlichem Plausch und Kennenlernen im „Shamdan“ in der Weidenhäuserstraße zusammenzukommen.
„Würden Sie bitte, jetzt, überlegen, welche Eigenschaften Sie am liebsten verkörpern würden? Qualitäten wie Leichtigkeit, Vertrauen, Klarheit oder Freundlichkeit zum Beispiel? Halten Sie einen Moment inne und stellen Sie sich vor, diese Eigenschaften tatsächlich in vollem Umfang zu besitzen. Wie würde es sich anfühlen, durch Ihr Haus zu gehen, Freunde oder Fremde zu treffen, die diese Eigenschaften verkörpern? Können Sie sich vorstellen, dass andere dieselben Eigenschaften in vollem Umfang haben? Beeinflusst es Sie in irgendeiner Weise, sich diese Eigenschaften vorzustellen? Sind sie dann nicht bereits in Ihrer Erfahrung vorhanden, bereits ein Teil von Ihnen, auch wenn sie noch nicht stabil ausgeprägt sind?“ Aus: Prof. Dr. Anne C. Klein (Lama Rigzin Drölma): Being Human and a Buddha too – Longchenpa’s Sevenfold Mind Training for a Sunlit Sky, Wisdom Publication, New York City, 2023. S. 11 _____________________________
Unsere Einladungen zur Meditation kannst du auch online ansehen. Auf Instagram sind sie meist ebenfalls zu finden.
Meditation im Sitzen und Gehen (ca. 20 – 10 20 Minuten
Vortrag und Austausch
Von Buddhas. Bodhisattvas, Göttern und Gurus
Das diamantene Fahrzeug, wie das Vajrayana manchmal genannt wird, entwickelt den Buddhadharma wieder ein Stück weiter bzw. ergänzt ihn um neue Aspekte und Herangehensweisen. Nun treten neue Figuren auf den Plan, die teilweise bereits eine Geschichte im Hinduismus haben. Bodhisattvas, wie die 21 Taras (eine befindet sich auf dem Tangka oben), finden Eingang in die Praxis. Das ursprüngliche Ziel, ein erwachter Geist, wird nun zum Ausgangspunkt der Praxis (Buddhanatur/Tathāgatagarbha). Es wird mit Mantras und Visualisierungen gearbeitet. Die Bedeutung des erwachten Lehrers (Guru) gewinnt an Bedeutung wie auch die Ausführung ritueller Handlungen. Innerhalb der Anhängerschaft dieses Fahrzeugs besteht die Ansicht, dass dieser Pfad in einem Leben zum Erwachen führen könne. Heute Abend versuchen wir, eine erste Orientierung zu geben. Mehr wird aufgrund der Vielschichtigkeit dieses Weges und der Anzahl von Traditionen kaum möglich sein. Aber immerhin…
Austausch über das Thema des Abends und Zeit für Fragen zum Themenfeld „Buddhismus“.
Kurze Abschlussmeditation mit Wertschätzung und Widmung.
Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.
Wir freuen uns auf deine Teilnahme!
Im Anschluss besteht die Gelegenheit, zu gemütlichem Plausch und Kennenlernen im „Early“ in der Oberstadt zusammenzukommen.
Außerdem…
Blick zurück:
Am 10. Oktober ging es um die Idee einer buddhistischen Wirtschaftsethik. Angeregt haben wir das Thema nach dem inspirierenden Vortrag von Andreas ausgelotet. Für alle, die den Abend verpassen mussten, liegt das Skript nun zum Download bereit. Prof. Karl-Heinz Brodbeck (Buddhist, Philosoph, Wirtschaftsethiker, Geldtheoretiker) hat sich intensiv mit dem Verhältnis von Buddhismus, Ethik und Wirtschaft beschäftigt und einiges dazu veröffentlicht. Aufsätze zu diesem Themenbereich finden sich auf seiner Homepage.
Am 17. Oktober ging es wieder einmal ganz praktisch um die buddhistische Praxis. Anhand eines Kapitels aus „Nur dieser Moment“ von Ajahn Brahm, ging es um Anapanasati und das Gesetz den bedingten Entstehens. Das ausgegebene Blatt mit Zitaten von Ajahn Brahm kann ebenfalls heruntergeladen werden. Die Anapanasati Meditation werden wir an einem der kommenden Abende vorstellen und üben. Der Text der Anapanasati Sutta in der Übersetzung von Raimund Hopf könnt ihr euch bereits jetzt anschauen.
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Blick nach vorn:
Das Bodhi College feiert 10. Geburtstag
Die Redaktion gratuliert herzlich und dankbar. Zur Feier des Ereignisses gibt es am 1. Dezember 2024 einen ganzen Tag lang Gelegenheit, Vorträgen von Martine und Stephen Batchelor, Akincano Weber, Yuka Nakamura und anderen zu lauschen und sich mit vielen internationalen Freundinnen und Freunden des säkularen Buddhismus auszutauschen. Um die Lehrenden kennenzulernen, gibt es einen Trailer. Das Ganze findet live in London statt, wir können allerdings auch online teilnehmen!
Ein Klick auf das Bild führt zum Tagesplan
Bereits am 11. November 2024 beginnt ein 6-Wochen-Kurs (online) zum Thema Nibbana/Nirvana: Demystifying Nirvana. Der Begriff ist in aller Munde und genauso viele Vorstellungen und Konzepte gibt es dazu. Dieser Kurs bietet die Gelegenheit, darüber zu hören, zu kontemplieren, zu praktizieren und Nibbana zu entmystifizieren. Der Kurs findet in Zusammenarbeit mit der amerikanischen buddhistischen Zeitschrift „Tricycle“ statt. Auf deren Website finden sich die nötigen Informationen.
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Blick mach Innen:
Unsere Homepage hat eine neue Rubrik erhalten. Unter dem Menüpunkt „Über uns“ gibt es jetzt „Häufig gestellte Fragen“. Auch „Programm“ hat sich etwas verändert. Ergänzungen, Verbesserungen und weitere Vorschläge sind willkommen. Die Homepage bleibt unter dem Motto work in progress.
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Last not least: Anregungen des 14. Dalai Lama für diese Woche
„Jedes Lebewesen wünscht sich ausschließlich Glück und keinerlei Leid. Daher besteht der Sinn und Zwecke des Dharma darin, fehlerfrei aufzuzeigen, wie man sich die Ursachen für Glück – das Heilsame – aneignen und wie man die Ursachen für Leid – das Unheilsame – ablegen kann. Nur wenn wir uns von unserer eigenen Seite aus ernsthaft darum bemühen, kontinuierlich und mittels verschiedener Methoden die heilsame Seite zu stärken – indem wir z. B. über Mitgefühl und Vertrauen meditieren, aus den Schriften zitieren, logische Begründungen aufstellen sowie uns auf die entsprechenden Objekte konzentrieren –, können wir Schritt für Schritt solche Geisteshaltungen wie Mitgefühl in unserem Kontinuum erzeugen“. – Der 14. Dalai Lama: Die Stufen des Pfades zum Erwachen. Die Essenz meiner Lehre. Zusammengestellt von Dagyab Kyabgön Rinpoche. Herder Verlag, 2024, S. 130
„Eine buddhistische Schrift von nur vier Worten soll man ebenfalls als Juwel des Dharma ansehen. Hat man Zuflucht zum Dharma genommen, ist es gänzlich unangebracht, einen Lehrtext direkt auf den Boden, einem Sitz oder unbedeckten Tisch oder dergleichen zu platzieren. Man sollte in keinem Fall über ihn steigen, oder jemals Gegenstände wie seine Brille darauflegen. Es ist daher sehr wichtig, ihn wertzuschätzen.“ – Ebenda, S. 355
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Diese Einladung zur Meditation kannst du auch online ansehen.
Gemeinsame Meditation im Sitzen und Gehen (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)
Lesung und Austausch:
Nachdem wir in der letzten Woche die wirtschaftlichen Umstände, in denen wir im Westen leben, betrachtet haben und uns die Frage stellten, wie Buddhistische Wirtschaftsethik aussehen könnte und wie wir uns in diesem Spannungsfeld von Ethik und marktwirtschaftlichen Gesetzen bewegen können, geht es heute wieder mehr um Kernfragen der Praxis.
In seinem Buch „Nur dieser Moment – Anleitungen für die buddhistische Praxis“ geht Ajahn Brahm (Schüler Ajahn Chahs und Abt des Bodhinyana Klosters in Australien) auf das Gesetz der Bedingtheit ein und wie Bedingtheit und Vergänglichkeit in der Anapanasati-Meditation erfahrbar gemacht werden können.
Ajahn Brahm versteht es meisterhaft, den Dhamma tiefgründig und bodenständig zugleich zu vermitteln. Er ist bekannt für seine anekdotenreichen, witzigen und inspirierenden Vorträge, die er meist ohne Vorbereitung hält.
In diesem Vortrag erläutert er die Schritte der Anapanasati Sutta (Die Lehrrede über die Achtsamkeit auf den Atem. Ana=Einatmen, Pana=Ausatmen, sati=Gewahrsein) und verknüpft sie mit der Idee des bedingten Entstehens und den Erfahrungen der Jhanas, den Versenkungsstufen.
„Anapanasati ist eine fundamentale buddhistische Praxis, die uns dabei unterstützt, uns selbst besser kennenzulernen und den Geist zu schulen. Durch vermehrtes Gewahrsein mit dem Atem und erhöhte Achtsamkeit bei allen gleichzeitig ablaufenden geistigen Prozessen vertieft sich unser Erleben des gegenwärtigen Moments. Wir lösen uns aus dem Verstricktsein mit Vergangenem und Zukünftigem und finden in einen Zustand der inneren Ruhe und Klarheit. Der Buddha sieht die Atemmeditation als hervorragende Methode, um ein Gewahrsein der wahren Natur aller Erfahrungen zu entwickeln und dadurch das Erwachen zu verwirklichen. Atmen ist eine wunderbare Stütze für das Gewahrsein, weil es ein von selbst ablaufender Prozess ist, der unser Empfinden spiegelt und in dem Körper und Geist verbunden sind. Wir nehmen also etwas völlig Vertrautes als Übungsgrundlage.“ (Lama Tilmann Lhündrup)
Austausch über das Thema des Abends und Zeit für Fragen zum Themenfeld „Buddhismus“.
Kurze Abschlussmeditation mit Wertschätzung und Widmung.
Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.
Wir freuen uns auf deine Teilnahme!
Im Anschluss besteht die Gelegenheit, zu gemütlichem Plausch und Kennenlernen im „Shamdan“ in der Weidenhäuserstraße zusammenzukommen.
Außerdem…
Neuerscheinung
Im Norbu-Verlag ist am 2. Oktober ein interessantes Buch von Karma Lekshe Tsomo erschienen, das sich mit der Situation von Frauen im Buddhismus auseinandersetzt. In den meisten Traditionen wird ihnen das Leben im und mit dem Dharma/Dhamma nicht gerade leicht gemacht. Es war höchste Zeit dieses Werk wieder aufzulegen und zu aktualisieren.
Ayya Phalañāṇī schreibt in Ihrer Kurzrezension: „Als Theravada Bhikṣuṇī erfüllt mich beim Lesen dieses hervorragend recherchierten Buches große Freude, dass alle Begriffe in Pali und Sanskrit übersetzt und Theravada- wie Mahayana-Schriften zitiert werden. Dieses traditionsoffene Buch reflektiert wertungsfrei die Rolle von Frauen in buddhistischen Traditionen und macht Mut, einfach eine Tochter des Buddha zu sein, befähigt zum Höchsten.“
Das Buch kann beim Norbu-Verlag direkt bestellt werden. Der unabhängige örtliche Buchhandel, z. B. die Buchhandlung Roter Stern in Marburg, steht natürlich auch bereit. Was könnte schöner sein, als das Buch im Laden abzuholen und gleich damit nach nebenan ins Café zu gehen und darin zu schmökern…
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Tipp für die Meditation von Sayadaw U Tejaniya:
SAMĀDHI Samādhi bedeutet, einen steten, stabilen Geist zu haben; samādhi bedeutet nicht zu fokussieren. Erlangen wir wirklich Konzentration, indem wir uns konzentrieren? Erlangen wir jedes Mal, wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf ein Objekt fokussieren, einen ruhigen Geist? Viele Yogis leiden unter Kopfschmerzen und einem steifen Hals, weil sie zu viel Energie und falsches Bemühen darauf verwendet haben, sich auf Objekte zu fokussieren! Es wird auch ermüdend, wenn zu viel kraftvolle Energie eingesetzt wird, die daher kommt, etwas haben oder etwas weghaben zu wollen.
Meditation im Sitzen und Gehen (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)
Vortrag und Austausch
Buddhistische Wirtschaftsethik – Eine Einführung
„Was Du nicht willst, das man dir tu, das füg‘ auch keinem andern zu, lässt sich in Beziehung zu allen möglichen Arten von Lebensbedingungen in allen möglichen Teilen der Welt anwenden. Wir werden nur so lange diesen Planeten bewohnen dürfen, als wir die Natur mit Klugheit und Verständnis behandeln. Elementare Ökologie führt geradewegs zu elementarem Buddhismus.“ (Aldous Huxley).
Man könnte den letzten Satz vielleicht auch umdrehen: „Elementarer Buddhismus führt geradewegs zu elementarer Ökologie“. Angesichts der weltweiten Krisen in ökonomischer und ökologischer Sicht scheinen die Konzepte des aktuellen (kapitalistischen) Wirtschaftssystems keine Lösungsansätze für ein weltweit sozial gerechtes und ökologisch verantwortliches Wirtschaften zum Wohle des Planeten und seiner Bewohner:innen mehr zu liefern. Am 10. 10. 2024 wollen wir schauen, welche Erklärungen und Lösungsansätze der Dharma zum Dilemma unserer Zeit bereithält.
Wie wichtig eine kritische Betrachtung der herrschenden ökonomischen Prinzipien ist, drückte der Mitherausgeber der FAZ, Frank Schirrmacher (1959-2014), bereits 2011 aus, indem er sagte: „Realpolitik und Pragmatismus verdecken die gähnende Leere, und die Entschuldigung, Fehler machten ja auch die anderen, ist das Pfeifen im Walde. Aber es geht heute nicht allein um falsches oder richtiges politisches Handeln. Es geht darum, dass die Praxis dieser Politik wie in einem Echtzeitexperiment nicht nur belegt, dass die gegenwärtige ‚bürgerliche‘ Politik falsch ist, sondern, viel erstaunlicher, dass die Annahmen ihrer größten Gegner richtig sind.“ Er zitiert den erzkonservativen englischen Journalisten Charles Moore: „Das politische System dient nur den Reichen? Das ist so ein linker Satz, der immer falsch schien. […] Ein falscher Satz, so Moore, der nun plötzlich ein richtiger ist.“ (Frank Schirrmacher in der FAZ vom 14. 08. 2011, zitiert nach: Frank Schirrmacher: Ungeheuerliche Neuigkeiten. Blessing Verlag, 2014, S. 82)
Zeit zum Austausch und für Fragen werden wir haben.
Kurze Abschlussmeditation mit Wertschätzung und Widmung.
Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.
Wir freuen uns auf deine Teilnahme!
Im Anschluss besteht die Gelegenheit, zu gemütlichem Plausch und Kennenlernen im „Early“ in der Oberstadt zusammenzukommen.
PS:
Wer möchte, kann uns auf auf Instagram besuchen. Diese wöchentliche Einladung zur Meditation gibt es auch als Netzversion.
Außerdem…
Claude AnShin Thomas, ein bekannter Zen-Wandermönch wird im November 2024 in Frankfurt/Main einen Vortrag geben und ein Meditationsseminar leiten. Das wird sicherlich interessant und inspirierend sein. Nähere Infos auf der Homepage des Zaltho Sangha.
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Retreatplanung
Die Reihe der Retreathäuser und Meditationszentren, die ihre Jahresprogramme für 2025 veröffentlichen, wird langsam länger. In Auswahl sei auf die folgenden fünf nochmals hingewiesen. Viele Häuser leiden nach Corona immer noch an den erlittenen Verlusten und veränderten Gewohnheiten. Zeitige Anmeldungen könnten ihnen helfen, weiter zu machen. Alle Orte bieten einen sicheren Rahmen, laden erfahrene buddhistische Lehrerinnen und Lehrer aus verschiedenen Traditionen ein und können von uns empfohlen werden. Aber auch in diesem Jahr finden dort noch Retreats statt, für die sich eine Teilnahme lohnt.
Seminarhaus Engl in Unterdietfurt (Niederbayern). Anmeldungen sind bereits möglich!
Haus der Stille in Roseburg bei Hamburg. Anmeldungen werden ab 5. November entgegengenommen.
Das Buddha-Haus im Allgäu (Ayya Khema) hat ebenfalls die Programmvorschau 2025 veröffentlicht. Anmeldungen sind ab 4. November möglich.
Der Bendiktushof in Holzkirchen bietet unterschiedliche Kurse an, u. a. Vipassana und Zen. Anmeldungen für 2025 sind schon möglich.
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Last not least…
Aus einem Briefwechsel Gary Snyders (*1930, Poet, Friedens- und Umweltaktivist, Zen Praktizierender) nach der Zerstörung der großen Buddhafiguren in Bamiyan (Afghanistan) im Jahr 2001:
„Lieber Gary: Nun ja, aber, das manifeste Dharma ist inner-samsarisch und wird vergehen. – R.
– Ich schrieb zurück, Ah, ja … Unbeständigkeit. Aber das ist niemals ein Grund, das Mitgefühl und die Ausrichtung schleifen zu lassen oder das Leiden anderer zu übergehen, weil sie nur unbeständige Wesen sind. Issas Haiku geht so:
‚Diese Tautropfenwelt ist nur eine Tautropfenwelt und doch –‘
Das ‚und doch‚ ist unsere immerwährende Praxis. Und vielleicht die Wurzel des Dharma.“
Unruhe, Hektik, Abgelenktheit bestimmen nicht nur unseren Arbeitstag, auch in der Freizeit erleben wir dies immer wieder. Innere Enge, eingeschränkte Flexibilität und fehlende Gelassenheit kommen schnell hinzu.
In der von Gotama, dem historischen Buddha, überlieferten Praxis des ruhigen Verweilens üben wir uns darin, stiller und ruhiger zu werden und so den inneren Raum für unsere Erfahrungen zu öffnen. Ohne zu be- oder verurteilen verweilen wir beim Atem und unseren Erfahrungen und Empfindungen. So lernen wir uns selbst und die Natur der Erscheinungen kennen und verstehen.
Ajahn Chah, ein thailändischer Meditationsmeister sagte dazu:
„Sei einfach bloß achtsam. Gestatte allen Dingen, den ihnen gemäßen oder natürlichen Verlauf zu nehmen. Dann wird dein Geist stiller und stiller, wo du auch sein magst. Er wird so still wie ein klarer Waldteich. Dann werden alle Arten von großartigen und seltenen Tiere an diesen Teich herankommen, um aus ihm zu trinken. So wirst du die Natur aller Dinge in der Welt verstehen lernen. So wirst du viele wundervolle, sonderbare Dinge kommen und gehen sehen. Aber du wirst still bleiben. Probleme werden entstehen. Aber du wirst sie durchschauen. Dies ist das Glück eines Erwachten.“
Wir werden versuchen, dem Motto „Ruhig wie ein Fels – offen wie der weite Raum“ heute ein wenig näher zu kommen und geben dazu entsprechende Anleitungen und üben im Rahmen einer angeleiteten Meditation.
Zeit zum Austausch und für Fragen werden wir haben.
Kurze Abschlussmeditation mit Wertschätzung und Widmung.
Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.
Wir freuen uns auf deine Teilnahme!
Im Anschluss besteht die Gelegenheit, zu gemütlichem Plausch und Kennenlernen im „Shamdan“ in der Weidenhäuserstraße zusammenzukommen.
Außerdem …
Das Retreatprogramm 2025 des Seminarhauses Engl in Niederbayern steht jetzt online. Anmeldungen sind ab sofort möglich. Es werden wieder viele Lehrerinnen und Lehrer Kurse aus unterschiedlichen buddhistischen Traditionen (Theravada, Zen, Grüne Tara…) anbieten. Das Haus wird von einer gemeinnützigen Stiftung getragen. Die Preise wurden zwar angesichts gestiegener Allgemeinkosten angehoben, sind aber noch im überschaubaren Bereich. An Himmelfahrt und über Ostern bietet Ursula Flückiger wieder Kurse mit dem Schwerpunkt Vipassana und Karuna (Mitgefühl) bzw. Metta (Herzensgüte) an. Für das Retreat an Himmelfahrt wird es wieder eine Fahrgemeinschaft geben können.
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Auch das Meditationszentrum Beatenberg im Berner Oberland hat die Programmvorschau2025 bereits veröffentlicht. Man kann schon mal schauen, was es geben wird. Fred von Allmen und Ursula Flückiger werden einige Retreats leiten, aber auch u. a. Lama Irene, Yuka Nakamura, Carol Wilson, Akiñcano Weber und Lama Tilmann Lhündrup werden im Laufe des Jahres Kurse geben. Anmeldungen sind ab 21. Oktober möglich. Bei manchen Retreats empfiehlt sich eine frühe Entscheidung, um gleich einen Platz zu haben und nicht auf der Warteliste zu landen. Prophylaktische, nicht sehr ernstgemeinte Anmeldungen sollten allerdings unterlassen werden.
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Ajahn Sumedho über die Stille und den Geist:
„Der Geist ist nicht daran gewöhnt, auf diese Weise zu ruhen, er ist an Denken und an rastlose geistige Aktivität gewöhnt. Es dauert eine Weile, bis du dich beruhigst, dich entspannst und in der Stille des Geistes ruhst.
In dieser Stille kann man sich auch jeglicher aufkommender Emotionen gewahr sein. Sie ist keine vernichtende Leere und auch kein steriles Nichts, sie ist vielmehr voll und umarmend. Du kannst dir der Bewegung der Emotionen, Zweifel, Erinnerungen oder Gefühle gewahr sein, die in dein Bewusstsein dringen. Die Stille umarmt sie, beurteilt sie nicht, leistet ihnen keinen Widerstand und ist auch nicht von ihnen fasziniert. Sie erkennt sie einfach so an, wie sie sind.“ Aus: Ajahn Sumedho: Intuitives Gewahrsein – Vertrauen in unmittelbare Erkenntnis. Dhammapala Verlag, Kandersteg (Schweiz), 2014, S. 50 Das Buch ist ein Geschenk des Dhamma und darf kostenlos heruntergeladen werden.
Meditation im Sitzen und Gehen (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)
Vortrag und Austausch: Drei Fahrzeuge auf dem einen Weg – Teil 2: Mahayana
Letzten Donnerstag hat sich herausgestellt, dass die drei Fahrzeuge doch zu umfangreich sind, um an einem Abend angemessen vorgestellt zu werden. Früher Buddhismus und Theravada standen dementsprechend im Mittelpunkt des Abends.
Wir versuchen diesmal, uns an das Mahayana (großes Fahrzeug) und dessen verschiedenen Traditionen anzunähern. Wir tauchen ein in die faszinierende Welt der Buddhas, Bodhisattvas und des Großen Mitgefühls. Ausgehend von Indien hat sich die Sichtweise des Mahayana bis nach China, Japan, Vietnam und Tibet ausgebreitet. Aber auch in Südostasien, z. B. in Thailand, hat es Anhängerinnen und Praktizierende gefunden. Der Mönch Bikkhu Buddhadasa hat dort eine Verbindung von Theravada und Mahayana hergestellt, die sehr viele Anhänger, auch im Westen gefunden hat.
Das Vajrayana (das diamantene oder „unzerstörbare“ Fahrzeug) wird an einem späteren Abend im Oktober vorgestellt werden.
„Das geschichtliche Verständnis der ersten Jahrhunderte buddhistischer Geschichte – ebenso wie das tiefere Verständnis der menschlichen Tendenz, Dinge zu manipulieren und den eigenen Bedürfnissen anzupassen – lässt uns schließlich begreifen, dass keine der heute existierenden Traditionen und Schulen das absolut originalgetreue, unveränderte, wahre Wort Buddhas lehrt und damit die einzige ‚richtige‘ Tradition ist – obwohl manche Schulen genau das mit Vehemenz behaupten. Vielmehr sehen wir, dass die meisten Traditionen auch heute noch die ‚richtigen‘ sind und – wenn konsequent praktiziert – auch tatsächlich transformierend und befreiend wirken.“ (Aus: Fred von Allmen: Buddhismus. Leben, Praxis, Meditation. Theseus, 2007, S. 34 f.)
Zeit zum Austausch und für Fragen werden wir haben.
Kurze Abschlussmeditation mit Wertschätzung und Widmung.
Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.
Wir freuen uns auf deine Teilnahme!
Außerdem…
In der letzten Woche haben wir bereits auf das Gewahrseinswochenende mit Lama Tilmann Lhündrup in Freiburg (23. und 24. November) hingewiesen. Ausgehend von den Anleitungen des 9. Karmapa wird er wieder Unterweisungen geben und die entsprechenden Meditationsübungen anleiten. Es wird wohl eine Fahrgemeinschaft geben. Unsere Freunde vom Buddhistischen Zentrum Freiburg bieten allerdings keine Übernachtungsmöglichkeiten an. Um eine günstige Übernachtung in der Stadt zu ergattern, bietet es sich an, sich frühzeitig zu entscheiden. Das Wochenende findet in der Aula der Weiherhofschule in der Nähe statt. Der Teilnahmebeitrag ist mit 70,00 € (+ freiwillige Lehrerspende/Dana) noch überschaubar. Interessenten an einer Fahrgemeinschaft melden sich bitte bei Rüdiger oder tun dies an einem der nächsten Donnerstage kund.
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Die Deutsche Buddhistische Union (DBU), die Dachorganisation der Buddhistinnen und Buddhisten ist in finanzielle Schieflage geraten und benötigt zusätzliche Spenden. Auf unserer Homepage weisen wir darauf hin und haben auch den Spendenaufruf verlinkt.
„Der Buddha hat die Freigebigkeit (Dana) an die Spitze der zehn Tugenden (Paramis) gestellt, die wir in uns entwickeln müssen, um diesen Pfad der Freiheit zu vervollkommnen. Freigebigkeit verschafft uns sozusagen den Zugang dorthin.“ Aus: Ayya Khema: Komm und sieh selbst. Jhana Verlag, 1994, S. 109
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Tipp für die Meditation aus der Dzogchen Tradition:
„Beschäftigen Sie sich nicht länger mit dem Baugewerbe! Hören Sie auf, Brücken über tobende Wasser der samsārischen Existenz zu bauen, in dem Versuch, das ‚ferne Ufer‘, das Nirvāna, zu erreichen. Besser wäre es, wenn Sie sich einfach entspannten, gelassen und sorglos in völliger Natürlichkeit verweilten und einfach dem ursprünglichen Fluss der Dinge folgten, was immer gerade eintritt und geschieht. Und seien Sie sich dessen bewusst: Ob Sie nun mit dem Fluss gehen oder nicht, er geht immer mit Ihnen.“ Aus: Nyoshul Khen Rinpoche und Lama Surya Das: Der Buddha im Inneren
Meditation im Sitzen und Gehen (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)
Vortrag und Austausch:
Drei Fahrzeuge auf dem einen Weg (Ekayana)
Geplant ist ein kurzer Vortrag über die drei großen Fahrzeuge (Theravada, Mahayana, Vajrayana) des Buddhismus. Wir versuchen, einen kleinen Überblick über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Hauptrichtungen, in denen der Buddhadhamma praktiziert wird, zu geben. Eine Gewichtung, wie sie leider bei manchen Vertreter:innen einiger Schulen gelegentlich noch stattfindet, wird nicht stattfinden. Vielmehr soll es darum gehen, die Schulen kennenzulernen, um sich vielleicht irgendwann für eine, die für den eigenen Weg hilfreich sein kann, zu entscheiden. Tatsächlich weichen manche Trennlinien heute auf, weil viele unserer Lehrerinnen und Lehrer nicht nur in einer Tradition ausgebildet wurden und deshalb nicht starr aus einer Richtung unterrichten.
„Das geschichtliche Verständnis der ersten Jahrhunderte buddhistischer Geschichte – ebenso wie das tiefere Verständnis der menschlichen Tendenz, Dinge zu manipulieren und den eigenen Bedürfnissen anzupassen – lässt uns schließlich begreifen, dass keine der heute existierenden Traditionen und Schulen das absolut originalgetreue, unveränderte, wahre Wort Buddhas lehrt und damit die einzige ‚richtige‘ Tradition ist – obwohl manche Schulen genau das mit Vehemenz behaupten. Vielmehr sehen wir, dass die meisten Traditionen auch heute noch die ‚richtigen‘ sind und – wenn konsequent praktiziert – auch tatsächlich transformierend und befreiend wirken.“ (Aus: Fred von Allmen: Buddhismus. Leben, Praxis, Meditation. Theseus, 2007, S. 34 f.)
Zeit zum Austausch und für Fragen werden wir haben.
Kurze Abschlussmeditation mit Wertschätzung und Widmung.
Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.
Wir freuen uns auf deine Teilnahme!
Im Anschluss besteht die Gelegenheit, zu gemütlichem Plausch und Kennenlernen im „Shamdan“ in der Weidenhäuserstraße zusammenzukommen.
Außerdem…
Nach dem Retreat ist vor dem Retreat
An dem Anapasati-Retreat am letzten Wochenende mit Raimund Hopf im Haus der Stille in Roseburg bei Hamburg hat eine kleine Delegation aus Marburg teilgenommen. Wir werden bei Gelegenheit berichten und auch eine Meditation, die Raimund angeleitet hat, vorstellen. Nun steht auch schon ein weiteres meditatives Ereignis vor der Tür: Ein Gewahrseins-Wochenende mit Lama Tilmann Lhündrup in Freiburg. Das Wochenende besteht aus Unterweisungen Tilmanns zum Buch „Ozean des wahren Sinnes“ vom 9. Karmapa Wangchuk Dorje und entsprechenden Meditationen. Es findet vom 23. bis 24. November statt. Es gibt wieder die Gelegenheit, eine Fahrgemeinschaft zu bilden. Interessenten können sich wieder per Email bei Rüdiger melden oder an einem der kommenden Donnerstage Bescheid sagen. Man kann sich auch kurzfristig entscheiden, da genügend Platz zu Verfügung steht. Allerdings solltet ihr euch rechtzeitig um eine Übernachtungsmöglichkeit kümmern. Da die Veranstaltung am Samstag um 10:00 Uhr beginnt, ist es ratsam, bereits am Freitag anzureisen.
Meditation und Forschung
Im Anapanasati-Retreat haben wir Mathis Trautwein kennengelernt, der an der Uni-Klinik Freiburg am Contemplative Lab forscht. Dabei geht es u. a. darum, den „Zusammenhang zwischen dem subjektiven Erleben von Meditation und bestimmten Gehirnprozessen zu erforschen“ (Homepage). Mathis bat uns, den Link zu teilen, denn es gibt die Möglichkeit, selbst an den Studien als Proband teilzunehmen und über die aktuellen Ergebnisse auf dem Laufenden gehalten zu werden. Weitere Informationen und eine Anmeldemöglichkeit findet ihr auf der Homepage des Contemplative Lab.
Da wir uns, die Buddhistische Gruppe Marburg, als traditionsungebundene und traditionsverbindende Gemeinschaft verstehen, wird es Zeit, einmal wieder über den einen oder anderen Tellerrand zu blicken und uns mit einer besonderen Richtung des Buddhismus zu beschäftigen.
Nach einer Eingangsmeditation schauen wir uns einen sehr kraftvollen Teisho (Vortrag) von Roshi Genjo Marinello an, den er am zweiten Tag des fünftägigen Sesshins (ZEN-Retreat) im Januar 2024 im Waldhaus am Laacher See gehalten hat. Er handelt unter anderem von der Lebendigkeit allen Seins und von der Weisheit der Liebe. Der Vortrag wurde simultan ins Deutsche übersetzt. Englischkenntnisse sind daher nicht notwendig.
Genjo Marinello Roshi lebt mit seiner Frau Carolyn und seinem Hund Charlie in Seattle und bot zum vierten Mal ein Sesshin im Waldhaus an. Er wurde 1980 als Zen- “Unsui“ (Wolken- und Wasser-Person bzw. Priester Novize) ordiniert und dient seit 1999 als Abt des Rinzai- Zen-Tempels in Seattle (Chobo-Ji, www.choboji.org). Er ist ausgebildeter Psychotherapeut, Pilot und Autor.
Anfang 2021 wurde sein erstes Buch “Reflections on Awakening & Maturity for Spiritual Companions” veröffentlicht. 2022 veröffentlichte er sein zweites Buch „Intimate Infinite“ dass eine Anthologie seiner vielfältigen Vorträge/Teishos ist. Darüber hinaus veröffentlicht er regelmäßig Vorträge auf folgendem Podcast: https://genjo.libsyn.com/
Einige seiner SchülerInnen im Chobo-ji werden selbst Zen-LehrerInnen oder leiten eigene Tempel. Soziales Engagement zeigt Genjo in zahlreichen interreligiösen und buddhistischen Projekten. Als Zen Peacemaker nahm er an zahlreichen Retreats teil: Auschwitz, Ruanda, Black-Hills.
Nach dem Vortrag wird es Zeit für Fragen, Anmerkungen und Austausch geben.
Samuel Koelewijn, ein erfahrener Praktizierender des Zen und Schüler Genjo Roshis aus Marburg wird uns durch den Abend leiten.
Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.
Wir freuen uns auf deine Teilnahme!
Außerdem…
Um das Verständnis der verschiedenen Traditionen des Buddhismus zu vertiefen, planen wir, eine kleine Reihe über die wesentlichen Strömungen und Entwicklungen des Dharma anzubieten.
Beginnen werden wir wohl mit einem Überblick über die sog. drei Fahrzeuge in denen der Buddhadharma praktiziert wird: Früher Buddhismus/Theravada, Mahayana und Vajrayana. Anschließend ist geplant, diese Hauptrichtungen etwas genauer vorzustellen.
Dabei soll es nicht darum gehen, eine Gewichtung oder Be/Verurteilung vorzunehmen, sondern Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Denkungsart und Praxis deutlich werden zu lassen, um sich vielleicht für die eine oder andere Richtung zu entscheiden. „Das geschichtliche Verständnis der ersten Jahrhunderte buddhistischer Geschichte – ebenso wie das tiefere Verständnis der menschlichen Tendenz, Dinge zu manipulieren und den eigenen Bedürfnissen anzupassen – lässt uns schließlich begreifen, dass keine der heute existierenden Traditionen und Schulen das absolut originalgetreue, unveränderte, wahre Wort Buddhas lehrt und damit die einzige ‚richtige‘ Tradition ist – obwohl manche Schulen genau das mit Vehemenz behaupten. Vielmehr sehen wir, dass die meisten Traditionen auch heute noch die ‚richtigen‘ sind und – wenn konsequent praktiziert – auch tatsächlich transformierend und befreiend wirken.“ (Aus: Fred von Allmen: Buddhismus. Leben, Praxis, Meditation. Theseus, 2007, S. 34 f.)
– Einführung in die buddhistische Meditationspraxis
– Übung und Austausch
„Um das alltäglich Erhabene zu erfahren, ist es erforderlich, die konditionierte Wahrnehmung aufzulösen, die uns darauf bestehen lässt, uns selbst und die Welt als essentiell bequem, dauerhaft, beständig und „mein“ zu verstehen. Es bedeutet, vor Leiden und Konflikt nicht zurückzuweichen, sondern diese zu umarmen. Es bedeutet, eine im Körper verankerte Aufmerksamkeit zu kultivieren und damit die tragischen, veränderlichen, leeren und unpersönlichen Dimensionen des Lebens zu betrachten, statt sich Fantasien und Selbstverherrlichung oder Selbsthass hinzugeben.“ (Stephen Batchelor: Jenseits des Buddhismus. Eine säkulare Vision des Dharma. Berlin, 2017, S. 338)
Im Rahmen einer geleiteten Meditation werden wir uns heute der meditativen Praxis im Sitzen und Gehen annähern. Im Körper verankert, versuchen wir unser Gewahrsein aufrechtzuerhalten, ohne uns durch Gedanken, Geräusche oder andere Sinneseindrücke abzulenken. Alles was in unserem Bewusstsein aufscheint, darf sein. Wir verlängern keine Erfahrung und weisen keine zurück. So entspannt sich unser Geist und Erkenntnis über seine Natur wird möglich. „Es gibt nicht Gutes, außer man tut es“, sagte Erich Kästner und hatte damit auf seine Weise recht. Manchmal allerdings besteht die (meditative) Kunst darin, eben einmal nichts zu tun. Diese werden wir heute Abend vorstellen und üben.
Ganz im Sinne des Zen-Spruchs „Zen-Geist ist Anfänger-Geist“ ist dies nicht nur ein Abend für Neulinge oder weniger Erfahrene, sondern gerade auch für „Alte Häsinnen und Hasen“ von Gewinn.
– Anschließend besteht Gelegenheit, sich über die gerade gemachten Erfahrungen auszutauschen und über Fragen zum Buddhismus zu sprechen.
– Kurze Abschlussmeditation mit Wertschätzung und Widmung.
– Ende gegen 21:00 Uhr.
Wir freuen uns auf deine Teilnahme!
Im Anschluss besteht die Gelegenheit, zu gemütlichem Plausch und Kennenlernen im „Shamdan“ in der Weidenhäuserstraße zusammenzukommen.
Außerdem…
Vorletzten Donnerstag gab es einen Impuls zum Thema “Immer Ärger mit dem Selbst“. Das überarbeitete Skript mit den Zitaten liegt jetzt vor und kann heruntergeladen werden.
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In der Presse wurde gerade das neue Album von Laurie Anderson (Performancekünstlerin und Avantgardemusikerin) „Amelia“ besprochen und meist sehr gelobt. Das war ein Anlass, mal wieder in der Diskografie dieser Ausnahmekünstlerin zu stöbern. 2019 hat sie mit Tenzin Choegyal und Jesse Paris Smith (Tochter von Patti und Fred „Sonic“ Smith) ein sehr ungewöhnliches Album aufgenommen: „Songs From The Bardo“. Darin singt, spricht und spielt sie Stücke mit buddhistischen Inhalten. Da sie selbst seit langem praktiziert, ist dies eine sehr authentische Angelegenheit. Sie ist Schülerin von Yongey Mingyur Rinpoche, aber auch offen für andere Traditionen. In einem stellenweise schönen Interview auf „A Sceptic’s Path to Enlightenment“ spricht sie beispielsweise begeistert von Unterweisungen von Bikkhu Analayo zur Anapanasati Sutta. Ihre Alben finden sich auf den gängigen Streamingdiensten und natürlich auch als CD bzw. LP und seien euch ans Herz gelegt. Der Autor hört beim Schreiben dieser Zeilen gerade die LP „Landfall“, die Laurie Anderson mit dem Kronos Quartet eingespielt hat und fühlt sich äußerst nachdenklich-beschwingt.
„Du weißt, dass der erste Buchstabe im hebräischen Alphabet Aleph ist. Und der Buchstabe Aleph hat eigentlich keinen Klang. Es ist ein Buchstabe ohne Klang, ein mentaler Buchstabe. Um also Aleph zu sagen, öffnest du deinen Mund, denkst an den Buchstaben und beginnst ihn zu sagen. Und dann hörst du auf. Und das ist Aleph.“ Laurie Anderson: „Nothing Left But Their Names“
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Letzter Aufruf: Sollte sich noch jemand aus dem Marburger Raum spontan entscheiden, am Anapanasati Retreat vom 5. bis 8. September im Haus der Stille in Roseburg bei Hamburg teilzunehmen, sei auf die Fahrgemeinschaft hingewiesen, die von Marburg aus angeboten wird. Es ist noch Platz.