28. November 2024: Eine buddhistische Ethik

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)

Impuls und Austausch:
Wir Menschen sind geschaffen, in Gesellschaft miteinander zu leben; wir sind aufeinander angewiesen, leben voneinander, beackern miteinander die Erde und verbrauchen miteinander ihren Ertrag. Man mag diese Einrichtung der Natur als Vorzug oder als Benachteiligung gegenüber fast allen anderen Tieren bewerten: die Abhängigkeit des Menschen von den Menschen besteht, und sie zwingt unsern Instinkt in soziale Empfindungen. Sozial empfinden heißt somit, sich der Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Menschen bewußt sein; sozial handeln heißt im Geiste der Gemeinschaft wirken.“ – Aus: Erich Mühsam (1878 Berlin – 1935 KZ Oranienburg): Appell an den Geist

Ethische Regeln existieren stets in sozialen Zusammenhängen, sonst wären sie ja nicht nötig. Meist werden Moral und Ethik von der gesellschaftlich herrschenden Gruppe entwickelt und durchgesetzt, handelt es sich doch oft um Empfehlungen, trotz der erlebten Beschränkungen und Zwänge mit den gegebenen Umständen zurechtzukommen. „Du sollst nicht stehlen“ setzt schließlich ein Privateigentum und somit den Ausschluss anderer und gleichzeitig Armut/Mangel voraus (und es geht hier nicht um die berühmte Zahnbürste). Eine der ethischen Regeln im Buddhismus lautet, nicht zu nehmen, was nicht (freiwillig  und ausdrücklich) gegeben wurde. Interessant könnte sein zu überlegen, inwieweit beispielsweise die „silas“ (ethische Regeln für Ordinierte und Laien) mit den gesellschaftlichen Formationen zusammenhängen und ob und wie sie heutzutage in den marktwirtschaftlichen Gesellschaften sinnvoll mit Inhalt gefüllt werden können.

Spannend könnte auch z. B. die Frage sein, inwiefern Elemente des edlen achtfachen Pfades wie rechter Lebenserwerb und nicht zu nehmen, was nicht gegeben wurde, heute in Einklang gebracht werden können.

Grundlage des Gesprächs wird ein Text Prof. Karl Heinz Brodbecks über buddhistische Ethik sein („Auf die Absicht kommt es an“). Er wird am Abend vorliegen.

Nach dem Impuls besteht Gelegenheit zum Austausch darüber.

Wir beenden den Abend mit einer kurzen Abschlussmeditation mit Wertschätzung und Widmung.

Ende: gegen 21:00 Uhr

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Im Anschluss besteht wieder die Gelegenheit, zu gemütlichem Plausch und Kennenlernen im „Early“ in der Oberstadt zusammenzukommen.

Gedanken für die Woche

„Den Geist zu zähmen bedeutet nicht, Gedanken oder Gefühle zu unterdrücken, sondern sie zu transformieren. Wenn wir uns auf unsere Emotionen einlassen, können wir sie auflösen, sie befreien und unsere eigene Weisheit erkennen.“ 
– Lama Tsültrim Allione

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Diese Einladung kannst du auch online oder auf unserer Homepage unter Programm lesen.

21. November 2024: Ānāpānasati und Satipatthāna Sutta – Pfade zum Erwachen

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)

Impuls und Austausch: Ānāpānasati und Satipatthāna Sutta: Pfade zum Erwachen

Der Buddha hat unterschiedliche Formen de Meditation gelehrt. Wohl am bekanntesten sind die Ānāpānasati Sutta (Achtsamkeit auf den Atem) und die Satipatthāna Sutta, die Lehrrede über „eine besondere Weise des ‚Gegenwärtigseins‘ und der ‚begleitenden Anwesenheit‘ bei einem Geschehen mit Achtsamkeit“ (Bikkhu Anālayo).

Die Bedeutung beider Meditationen hat der Buddha eindrücklich hervorgehoben.

Welche Meditation denn nun zum Erwachen führt, wird gleichwohl immer wieder diskutiert. Heute werfen wir einen Blick auf beide Lehrreden und versuchen, die Frage für uns einer Klärung näher zu bringen. Auszüge aus beiden werden am Abend vorliegen. Vielleicht liegt die Wahrheit wieder einmal in der Mitte und die Unterweisungen schließen sich gar nicht aus, sondern passen recht gut zueinander. Wir werden sehen…

Wer sie sich schon zuvor (wieder) einmal anschauen möchte, kann dies z. B. hier tun:
Ānāpānasati Sutta Majjhima Nikaya 118 (Übers. Raimund Hopf)
Satipatthāna Sutta Majjhima Nikaya 10 (Übers. Bikkhu Anālayo)

Nach dem Impuls besteht Gelegenheit zum Austausch darüber.

Wir beenden den Abend mit einer kurzen Abschlussmeditation mit Wertschätzung und Widmung.

Ende: gegen 21:00 Uhr

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Im Anschluss besteht wieder die Gelegenheit, zu gemütlichem Plausch und Kennenlernen im „Early“ in der Oberstadt zusammenzukommen.

Das von Stephen Batchelor mitgegründete Bodhi College widmet sich der Erforschung der frühen buddhistischen Schriften und bietet Kurse und Retreats dazu an. Viele davon auch in deutscher Sprache.
Auf das 10-Jährige Jubiläum haben wir bereits hingewiesen.
Ein Blick in das Programm könnte sich lohnen.

Gedanken für die Woche

„Das Empfinden unserer selbst, unser Empfinden von ‚Ich‘ und ‚Mich‘, ist schrill und lautstark in seinen Wertungen, seinen Erinnerungen, Vorlieben und Abneigungen. Wenn Erscheinungen wahrgenommen werden, wird davon ausgegangen, dass diese ihren eigenen Wert per se in sich tragen. Wenn wir keinen Fisch essen mögen, finden wir, dass ‚Fisch fürchterlich ist‘, und die Tatsache, dass andere Leute Fisch gerne essen, beeinflusst unsere empfundene Erfahrung von Ekel keinesfalls. Wir erfahren die negative Qualität so, als ob sie ihren Sitz in dem von uns abgelehnten Objekt selbst hätte. Da wir eine komplexe Welt mit Myriaden von Objekten bewohnen, fällen wir ununterbrochen Urteile. Mit all diesen Objekten zugeschriebenen Wertigkeiten, die sich mit unseren Stimmungen, unserem Gesundheitszustand, mit unserer Arbeitsbelastung und dergleichen mehr stets ändern können, ist unser Geist ständig sehr geschäftig damit befasst, vergangene Ereignisse durchzugehen, sie zu sichten und zu klären und sich auf das, was sich ereignet hat, einen Reim zu machen. Daraus entwickeln wir Vorurteile, Annahmen, Hoffnungen und Befürchtungen. Wir schauen aber auch in die Zukunft, schmieden Pläne, versuchen unsere Interessen zu wahren, indem wir schauen, wie sich die Dinge entwickeln könnten. Aber natürlich ist es für uns nicht so klar ersichtlich, dass wir nicht so rational sind, wie wir annehmen. Wir sehen nicht, dass das, was wir als Wahrnehmung erfahren, weitgehend Projektion und Interpretation ist. Wir sind uns nicht einmal des Hintergrundlärms in unserem Geist, des stetigen Flusses von Gedanken und Fantasien bewusst.“ – James Low: Hier und Jetzt SEIN. Edition Mandarava, 2005, S. 120 f.

14. November 2024: Gedanken als Freunde der Meditation

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und gehen (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)

Lesung und Austausch:

Gefangen in Hoffnung und Furcht sorgen wir uns so sehr darum, Verwirklichung zu erlangen, dass wir sie gerade dadurch verhindern.


Gendün Rinpoche, ein tibetischer Meister des Mahamudra und Lehrer Lama Tilmanns, erläutert in seinem Buch „Herzensanweisungen eines Mahamudra-Meisters“, wie wir mit Gedanken und Wünschen in der Meditation umgehen sollten, um nicht in die Falle der Anhaftung an glückselige meditative Zustände zu geraten.

Im Gespräch nach der Lesung können wir uns über unsere Erfahrungen mit den vielfältigen Formen des Anhaftens in der Praxis austauschen und gegenseitig unterstützen.

Wir beenden den Abend mit einer kurzen Abschlussmeditation mit Wertschätzung und Widmung.

Ende: gegen 21:00 Uhr

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Im Anschluss besteht die Gelegenheit, zu gemütlichem Plausch und Kennenlernen im „Shamdan“ in der Weidenhäuser Straße zusammenzukommen.

Die Anleitung zur Anapanasati Meditation von letzter Woche kann jetzt heruntergeladen werden, ebenso wie Raimund Hopfs Übersetzung der Anapanasati Sutta.

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Das Buddha-Haus in Oy-Mittelberg (Allgäu), ein von Ayya Khema gegründetes Retreatzentrum hat uns ebenfalls sein Jahresprogramm 2025 zugeschickt. Es kann donnerstags in der Biegenstraße mitgenommen werden.

Gedanken für die Woche

Eine andere Quelle spiritueller Verdienste ist, sich an all dem Guten mitzufreuen, das von anderen Wesen bewirkt wird. Üben wir uns in Mitfreude, sobald wir sehen, dass jemand eine gute, heilsame Handlung ausführt, so entsteht für uns dieselbe positive Kraft wie für denjenigen, über dessen Tun wir uns freuen. Sind wir hingegen neidisch oder ärgerlich auf Menschen, die Gutes tun, dann wird es uns nie gelingen, positive Kraft aufzubauen. Wenn wir Menschen begegnen, die glücklich über etwas sind, das sie erlebt, in sich entwickelt oder erhalten haben, und unsere erste Reaktion ist, uns mit ihnen und für sie zu freuen, so ist das ein Zeichen, dass wir die erwachte Geisteshaltung hervorgebracht haben. – Gendün Rinpoche: Herzensanweisungen eines Mahamudra-Meisters. Norbu Verlag, 2017, S. 139 f.

7. November 2024: Einführung in die Anapanasati-Meditation

In der Anapanasati Sutta (Majjhima Nikàya 118) erläutert Gotama schrittweise, wie Geistesruhe und Einsicht kultiviert werden sollten und entwickelt damit eine vollständige Praxis, die zum Erwachen führen kann. Ana bedeutet Einatmen, pana Ausatmen und sati Gewahrsein.

Dass die Vier Edlen Aufgaben und der Edle Achtfache Pfad für die Verwirklichung von Nibbana dazugehören, ist selbstverständlich.
Nicht nur im frühen Buddhismus wird Anapanasati praktiziert, auch die VertreterInnen anderer Fahrzeuge werden nicht müde zu betonen, dass ohne die Entwicklung eines stillen Geistes die später entstandenen Übungen nicht angemessen praktiziert werden können.

Egal, welcher Tradition, welchem Fahrzeug (Yana) wir uns verbunden fühlen. Egal, welche Praxisform wir üben. Ohne Anapanasati und die Früchte dieser Meditation werden wir auf dem Pfad nicht vorankommen können. Deshalb ist dieser Abend für Neulinge ein wunderbarer Einstieg und vielleicht sogar vor allem für bereits erfahrene Dhamma-Praktizierende besonders wichtig, um wieder einmal alles auf Null zu setzen und Verbindung mit dieser über 2500 Jahre alten grundlegenden Anleitung des historischen Buddhas aufzunehmen.

Im September hatten zwei von uns die wunderbare Gelegenheit, diese Meditation unter der Anleitung von Jinavaro Raimund Hopf (Buddha-Talk Hamburg, Suttanta Gemeinschaft) intensiv zu üben. Die dabei entstandene Inspiration reicht locker bis in den November und wird hoffentlich an diesem Abend spürbar werden.

Im Anschluss an die Einführung ist Zeit zum Austausch über die damit gemachten Erfahrungen und wie immer über Fragen zum Buddhismus.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Im Anschluss besteht die Gelegenheit, zu gemütlichem Plausch und Kennenlernen im „Early“ in der Oberstadt zusammenzukommen.

Theravadanetz in der DBU – Materialien, Bücher und vieles mehr finden sich auf der Homepage des Theravadanetzes. Wer sich über frühen Buddhismus, Theravada und Suttanta informieren möchte, wird hier sicher fündig.

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Der Spendenaufruf der Deutschen Buddhistischen Union (DBU) hat schon gut gefruchtet. Die für den organisatorischen Weiterbetrieb notwendigen 50.000 € sind schon fast zusammengekommen. Wer noch beitragen möchte, findet auf der Homepage alle nötigen Informationen.

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Die bisherigen vier Kolloquien der DBU zur Frage „Was ist Geist?“ können auf Youtube nachträglich angesehen werden. Bei allen hat Gerd Scobel die Moderation übernommen.

Das dritte Kolloquium beschäftigte die Frage „Reines Bewußtsein und Mitgefühl – kann das eine ohne das andere?“. Es diskutieren Khenpo Dr. Karl Brunnhölzl, Dr. Christof Koch und Dr. Julia Stenzel.

Das vierte hatte den Titel „Vom reinen Bewusstsein zum aktiven Handeln“.

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Last not least

Zwischen Gedanken und Emotionen besteht kein grundsätzlicher Unterschied, beide sind nichts anderes als Bewegungen des Geistes. Emotionen sind Wellen eng aufeinanderfolgender Gedanken. Sie beginnen mit einem einzelnen Gedanken, dem wir große emotionale Bedeutung beimessen und an den wir weitere Gedanken knüpfen, bis diese schließlich alle unsere Überlegungen, Worte und Handlungen beeinflussen und den Geist quasi überfluten. Emotionale Verwicklung ist das Ergebnis von Unwissenheit: Der Geist, der sich selbst nicht erkennt, wird Opfer seines Anhaftens und lässt sich von Emotionen mitreißen. Unfähig sich selbst zu befreien, muss er kämpfen, um die Objekte, die ihn aufregen, zu bekommen oder abzuwehren. Dabei erschöpft er sich völlig, während er eigentlich entspannt in sich selbst ruhen könnte. Er bräuchte die Emotionen lediglich im Gewahrsein ihrer wahren Natur loszulassen. – Aus: Gendün Rinpoche: Herzensunterweisungen eines Mahamudra-Meisters. Norbu Verlag, 2017, S. 248

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Du kannst diesen Newsletter auch online anschauen.
Die donnerstäglichen Themen finden sich in Kurzform auch auf Instagram.

31.10.24 – Leider fällt der heutige Abend aus

Liebe Freundinnen und Freunde der Dharmapraxis,

unser vorgesehener Abend mit der Buddhistischen Akademie Berlin Brandenburg muss leider ausfallen.

Der hohe Krankenstand und andere Verhinderungsgründe machen es unmöglich, den Abend wie geplant stattfinden zu lassen.

Gleichwohl könnt ihr von zuhause dem Vortrag zuschauen. Der Abend ist kostenlos, lediglich eine Spende für den Maitreya Fond wünschen sie sich. Näheres auf der Homepage der Akademie.

Dies sind die Zoom-Zugangsdaten:

https://us02web.zoom.us/j/89157255761?pwd=amtiQ3ZMM1JQTzJGNHZmUnRydlZiZz09

Meeting-ID: 891 5725 5761
Kenncode: BAkademie

Wir hoffen, dass wir uns nächste Woche gesund und munter in der Biegenstraße wiedersehen.
Wir starten mit einer Einführung in die Anapanasati-Meditation, entlang der entsprechenden Lehrrede des Buddha. Raimund Hopf (Buddha Talk) hat im Rahmen eines Retreats dazu eine sehr schöne Anleitung gegeben, die wir gerne vorstellen möchten.
Mehr dazu im nächsten Newsletter am Sonntag.

Bleibt gesund!
Birgit und Rüdiger für die Buddhistische Gruppe Marburg

31. Oktober 2024: Verliebt in Mutter Erde – Buddhistische Praxis und Ökologie

Beginn: 18:45 Uhr

Gemeinsame Meditation

Thema des Abends:
Verliebt in Mutter Erde – Buddhistische Praxis und Ökologie
mit Prof. Dr. Uli Pfeifer-Schaupp, Freiburg

Die Buddhistische Akademie Berlin Brandenburg veranstaltet einen Online Abend zum Thema Ökologie und Dharmapraxis. Wir werden uns via Zoom dazuschalten.

Aus der Ankündigung der Akademie:
Mutter Erde ist die größte Bodhisattva„, sagt Thich Nhat Hanh. Sie schenkt uns alle Bedingungen, die wir zum Leben brauchen. Sie beschenkt uns mit Schönheit und einer unendlichen Vielfalt von Lebensformen. Sie hat unendliche Kapazitäten zur Heilung und Transformation. Das hat sie bei den vergangenen fünf Massenaussterben der Erdgeschichte bewiesen. Auch bei den gegenwärtigen Zerstörungen zeigt Gaia ihre Fähigkeiten zur Heilung und Wiederherstellung, wenn wir sie nur lassen. Wir müssen die Erde nicht retten, sie ist für uns da. Aber sind wir auch für Mutter Erde da? Wie können wir unsere Liebe zu ihr vertiefen und ihr auf geschickte Weise Ausdruck verleihen in einer Zeit der Krisen und Katastrophen? Wie können wir mit unserer Verzweiflung umgehen angesichts der gegenwärtigen und drohenden zukünftigen Katastrophen. Wie können wir uns in sinnvoller Weise um die Erde kümmern, ohne dabei auszubrennen?“
Wir sind gespannt, was Uli Pfeifer-Schaupp (emiritierter Hochschullehrer, Mitglied des Intersein-Ordens und Dharmalehrer in der Tradition von Thich Nhat Hanh) dazu zu sagen hat und welche Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten er entwickeln wird.

Dass Handlungsbedarf hinsichtlich des Klimawandels und seiner Folgen, der gesellschaftlichen Armut und Verrohung, des Niedergangs der politischen und religiösen Toleranz, der Kriege in aller Welt besteht, ist offensichtlich. Der gerade veröffentlichte Emissionsbericht 2024 des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) hat ermittelt, dass die Erderwärmung um 3,1 % steigen werde und die Emissionen im Berichtszeitraum nicht gesunken, sondern weiter gestiegen sind (vgl. FAZ vom 26. 10. 2024).

Dass Buddhisten sich diesen Erscheinungen widmen und sich damit auseinandersetzen, sollte selbstverständlich sein. Über die Antworten, die aus unseren Kreisen kommen, kann trefflich diskutiert werden und sollte es auch. Die meisten Vorschläge und Kritiken bleiben im gewohnten affirmativen Rahmen. Ansätze, die über den üblichen politökonomischen Tellerrand hinausgehen und den Dingen, wie Buddha es tat und empfahl, auf den Grund gehen, sind allerdings seltener zu hören.

Ob der persönliche Verzicht auf dieses und jenes den Klimawandel aufhalten kann, ist die Frage. Manchmal gewinnt man den Eindruck, dass diese Taktik hier im Norden/Westen einem Ablasshandel (Kohei Saito) ähnelt. Über die wirtschaftlichen und politischen Interessen, die sich seit sehr langer Zeit (Industrialisierung/Marktwirtschaft) klima- und menschenschädlich betätigen und sich die Welt diesen Interessen gemäß eingerichtet haben, hört man nicht sehr viel.

Deshalb sei an dieser Stelle auf das Buch von Dr. Kohei Saito, einem japanischen Philosophen, mit dem Titel „Systemsturz – Der Sieg der Natur über den Kapitalismus“ hingewiesen, das dem Redakteur gerade zugeflogen ist. Saito entwickelt und begründet darin die „Degrowth-Theorie“ und verknüpft sie mit den Erkenntnissen Karl Marx’ über die Funktionsweise einer Ökonomie, die auf dem Privateigentum beruht. Er kommt dabei ohne eine Mystifizierung und Personifikation der „Mutter Erde“ aus und hält für Buddhisten (nicht nur für sie) interessante Forschungsergebnisse bereit.

Der Abend wird sicherlich spannend und voller Einsichten sein.

Kurze Abschlussmeditation mit Wertschätzung und Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Im Anschluss besteht die Gelegenheit, zu gemütlichem Plausch und Kennenlernen im „Shamdan“ in der Weidenhäuserstraße zusammenzukommen.

Das Seminarhaus Engl und das Meditationszentrum Beatenberg haben uns ihre Jahresprogramme 2025 in Papierform geschickt. Sie liegen ab sofort in der Biegenstraße aus.

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Last not least

Würden Sie bitte, jetzt, überlegen, welche Eigenschaften Sie am liebsten verkörpern würden? Qualitäten wie Leichtigkeit, Vertrauen, Klarheit oder Freundlichkeit zum Beispiel? Halten Sie einen Moment inne und stellen Sie sich vor, diese Eigenschaften tatsächlich in vollem Umfang zu besitzen. Wie würde es sich anfühlen, durch Ihr Haus zu gehen, Freunde oder Fremde zu treffen, die diese Eigenschaften verkörpern? Können Sie sich vorstellen, dass andere dieselben Eigenschaften in vollem Umfang haben? Beeinflusst es Sie in irgendeiner Weise, sich diese Eigenschaften vorzustellen? Sind sie dann nicht bereits in Ihrer Erfahrung vorhanden, bereits ein Teil von Ihnen, auch wenn sie noch nicht stabil ausgeprägt sind?“
Aus: Prof. Dr. Anne C. Klein (Lama Rigzin Drölma): Being Human and a Buddha too – Longchenpa’s Sevenfold Mind Training for a Sunlit Sky, Wisdom Publication, New York City, 2023. S. 11
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Unsere Einladungen zur Meditation kannst du auch online ansehen.
Auf Instagram sind sie meist ebenfalls zu finden.

24. Oktober 2024: Vajrayana – Der schnelle Weg zum Erwachen?

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen (ca. 20 – 10 20 Minuten

Vortrag und Austausch

Von Buddhas. Bodhisattvas, Göttern und Gurus

Das diamantene Fahrzeug, wie das Vajrayana manchmal genannt wird, entwickelt den Buddhadharma wieder ein Stück weiter bzw. ergänzt ihn um neue Aspekte und Herangehensweisen. Nun treten neue Figuren auf den Plan, die teilweise bereits eine Geschichte im Hinduismus haben. Bodhisattvas, wie die 21 Taras (eine befindet sich auf dem Tangka oben), finden Eingang in die Praxis. Das ursprüngliche Ziel, ein erwachter Geist, wird nun zum Ausgangspunkt der Praxis (Buddhanatur/Tathāgatagarbha). Es wird mit Mantras und Visualisierungen gearbeitet. Die Bedeutung des erwachten Lehrers (Guru) gewinnt an Bedeutung wie auch die Ausführung ritueller Handlungen. Innerhalb der Anhängerschaft dieses Fahrzeugs besteht die Ansicht, dass dieser Pfad in einem Leben zum Erwachen führen könne.
Heute Abend versuchen wir, eine erste Orientierung zu geben. Mehr wird aufgrund der Vielschichtigkeit dieses Weges und der Anzahl von Traditionen kaum möglich sein. Aber immerhin…

Austausch über das Thema des Abends und Zeit für Fragen zum Themenfeld „Buddhismus“.

Kurze Abschlussmeditation mit Wertschätzung und Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Im Anschluss besteht die Gelegenheit, zu gemütlichem Plausch und Kennenlernen im „Early“ in der Oberstadt zusammenzukommen.

Blick zurück:

Am 10. Oktober ging es um die Idee einer buddhistischen Wirtschaftsethik. Angeregt haben wir das Thema nach dem inspirierenden Vortrag von Andreas ausgelotet.
Für alle, die den Abend verpassen mussten, liegt das Skript nun zum Download bereit.
Prof. Karl-Heinz Brodbeck (Buddhist, Philosoph, Wirtschaftsethiker, Geldtheoretiker) hat sich intensiv mit dem Verhältnis von Buddhismus, Ethik und Wirtschaft beschäftigt und einiges dazu veröffentlicht. Aufsätze zu diesem Themenbereich finden sich auf seiner Homepage.

Am 17. Oktober ging es wieder einmal ganz praktisch um die buddhistische Praxis. Anhand eines Kapitels aus „Nur dieser Moment“ von Ajahn Brahm, ging es um Anapanasati und das Gesetz den bedingten Entstehens. Das ausgegebene Blatt mit Zitaten von Ajahn Brahm kann ebenfalls heruntergeladen werden.
Die Anapanasati Meditation werden wir an einem der kommenden Abende vorstellen und üben. Der Text der Anapanasati Sutta in der Übersetzung von Raimund Hopf könnt ihr euch bereits jetzt anschauen.

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Blick nach vorn:

Das Bodhi College feiert 10. Geburtstag

Die Redaktion gratuliert herzlich und dankbar.
Zur Feier des Ereignisses gibt es am 1. Dezember 2024 einen ganzen Tag lang Gelegenheit, Vorträgen von Martine und Stephen Batchelor, Akincano Weber, Yuka Nakamura und anderen zu lauschen und sich mit vielen internationalen Freundinnen und Freunden des säkularen Buddhismus auszutauschen. Um die Lehrenden kennenzulernen, gibt es einen Trailer. Das Ganze findet live in London statt, wir können allerdings auch online teilnehmen!

Ein Klick auf das Bild
führt zum Tagesplan

Bereits am 11. November 2024 beginnt ein 6-Wochen-Kurs (online) zum Thema Nibbana/Nirvana: Demystifying Nirvana. Der Begriff ist in aller Munde und genauso viele Vorstellungen und Konzepte gibt es dazu. Dieser Kurs bietet die Gelegenheit, darüber zu hören, zu kontemplieren, zu praktizieren und Nibbana zu entmystifizieren.
Der Kurs findet in Zusammenarbeit mit der amerikanischen buddhistischen Zeitschrift „Tricycle“ statt. Auf deren Website finden sich die nötigen Informationen.

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Blick mach Innen:

Unsere Homepage hat eine neue Rubrik erhalten. Unter dem Menüpunkt „Über uns“ gibt es jetzt „Häufig gestellte Fragen“. Auch „Programm“ hat sich etwas verändert.
Ergänzungen, Verbesserungen und weitere Vorschläge sind willkommen. Die Homepage bleibt unter dem Motto work in progress.

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Last not least:
Anregungen des 14. Dalai Lama für diese Woche

Jedes Lebewesen wünscht sich ausschließlich Glück und keinerlei Leid. Daher besteht der Sinn und Zwecke des Dharma darin, fehlerfrei aufzuzeigen, wie man sich die Ursachen für Glück – das Heilsame – aneignen und wie man die Ursachen für Leid – das Unheilsame – ablegen kann. Nur wenn wir uns von unserer eigenen Seite aus ernsthaft darum bemühen, kontinuierlich und mittels verschiedener Methoden die heilsame Seite zu stärken – indem wir z. B. über Mitgefühl und Vertrauen meditieren, aus den Schriften zitieren, logische Begründungen aufstellen sowie uns auf die entsprechenden Objekte konzentrieren –, können wir Schritt für Schritt solche Geisteshaltungen wie Mitgefühl in unserem Kontinuum erzeugen“.
– Der 14. Dalai Lama: Die Stufen des Pfades zum Erwachen. Die Essenz meiner Lehre. Zusammengestellt von Dagyab Kyabgön Rinpoche. Herder Verlag, 2024, S. 130

Eine buddhistische Schrift von nur vier Worten soll man ebenfalls als Juwel des Dharma ansehen. Hat man Zuflucht zum Dharma genommen, ist es gänzlich unangebracht, einen Lehrtext direkt auf den Boden, einem Sitz oder unbedeckten Tisch oder dergleichen zu platzieren. Man sollte in keinem Fall über ihn steigen, oder jemals Gegenstände wie seine Brille darauflegen. Es ist daher sehr wichtig, ihn wertzuschätzen.“ – Ebenda, S. 355

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Diese Einladung zur Meditation kannst du auch online ansehen.

17. Oktober 2024: Anapanasati und das Gesetz der Bedingtheit

Beginn: 18:45 Uhr

Gemeinsame Meditation im Sitzen und Gehen (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)

Lesung und Austausch:

Nachdem wir in der letzten Woche die wirtschaftlichen Umstände, in denen wir im Westen leben, betrachtet haben und uns die Frage stellten, wie Buddhistische Wirtschaftsethik aussehen könnte und wie wir uns in diesem Spannungsfeld von Ethik und marktwirtschaftlichen Gesetzen bewegen können, geht es heute wieder mehr um Kernfragen der Praxis.

In seinem Buch „Nur dieser Moment – Anleitungen für die buddhistische Praxis“ geht Ajahn Brahm (Schüler Ajahn Chahs und Abt des Bodhinyana Klosters in Australien) auf das Gesetz der Bedingtheit ein und wie Bedingtheit und Vergänglichkeit in der Anapanasati-Meditation erfahrbar gemacht werden können.

Ajahn Brahm versteht es meisterhaft, den Dhamma tiefgründig und bodenständig zugleich zu vermitteln. Er ist bekannt für seine anekdotenreichen, witzigen und inspirierenden Vorträge, die er meist ohne Vorbereitung hält.

In diesem Vortrag erläutert er die Schritte der Anapanasati Sutta (Die Lehrrede über die Achtsamkeit auf den Atem. Ana=Einatmen, Pana=Ausatmen, sati=Gewahrsein) und verknüpft sie mit der Idee des bedingten Entstehens und den Erfahrungen der Jhanas, den Versenkungsstufen.

Anapanasati ist eine fundamentale buddhistische Praxis, die uns dabei unterstützt, uns selbst besser kennenzulernen und den Geist zu schulen. Durch vermehrtes Gewahrsein mit dem Atem und erhöhte Achtsamkeit bei allen gleichzeitig ablaufenden geistigen Prozessen vertieft sich unser Erleben des gegenwärtigen Moments. Wir lösen uns aus dem Verstricktsein mit Vergangenem und Zukünftigem und finden in einen Zustand der inneren Ruhe und Klarheit.
Der Buddha sieht die Atemmeditation als hervorragende Methode, um ein Gewahrsein der wahren Natur aller Erfahrungen zu entwickeln und dadurch das Erwachen zu verwirklichen. Atmen ist eine wunderbare Stütze für das Gewahrsein, weil es ein von selbst ablaufender Prozess ist, der unser Empfinden spiegelt und in dem Körper und Geist verbunden sind. Wir nehmen also etwas völlig Vertrautes als Übungsgrundlage.“ (Lama Tilmann Lhündrup)

Austausch über das Thema des Abends und Zeit für Fragen zum Themenfeld „Buddhismus“.

Kurze Abschlussmeditation mit Wertschätzung und Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Im Anschluss besteht die Gelegenheit, zu gemütlichem Plausch und Kennenlernen im „Shamdan“ in der Weidenhäuserstraße zusammenzukommen.

Neuerscheinung

Im Norbu-Verlag ist am 2. Oktober ein interessantes Buch von Karma Lekshe Tsomo erschienen, das sich mit der Situation von Frauen im Buddhismus auseinandersetzt. In den meisten Traditionen wird ihnen das Leben im und mit dem Dharma/Dhamma nicht gerade leicht gemacht. Es war höchste Zeit dieses Werk wieder aufzulegen und zu aktualisieren.

Ayya Phalañāṇī schreibt in Ihrer Kurzrezension: „Als Theravada Bhikṣuṇī erfüllt mich beim Lesen dieses hervorragend recherchierten Buches große Freude, dass alle Begriffe in Pali und Sanskrit übersetzt und Theravada- wie Mahayana-Schriften zitiert werden. Dieses traditionsoffene Buch reflektiert wertungsfrei die Rolle von Frauen in buddhistischen Traditionen und macht Mut, einfach eine Tochter des Buddha zu sein, befähigt zum Höchsten.“

Das Buch kann beim Norbu-Verlag direkt bestellt werden.
Der unabhängige örtliche Buchhandel, z. B. die Buchhandlung Roter Stern in Marburg, steht natürlich auch bereit. Was könnte schöner sein, als das Buch im Laden abzuholen und gleich damit nach nebenan ins Café zu gehen und darin zu schmökern…

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Tipp für die Meditation von Sayadaw U Tejaniya:

Aus: Ashin Tejaniya: Dhamma überall

10. Oktober: Buddhistische Wirtschaftsethik – Eine Einführung

Beginn: 18:45

Meditation im Sitzen und Gehen (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)

Vortrag und Austausch

Buddhistische Wirtschaftsethik – Eine Einführung

„Was Du nicht willst, das man dir tu, das füg‘ auch keinem andern zu, lässt sich in Beziehung zu allen möglichen Arten von Lebensbedingungen in allen möglichen Teilen der Welt anwenden. Wir werden nur so lange diesen Planeten bewohnen dürfen, als wir die Natur mit Klugheit und Verständnis behandeln. Elementare Ökologie führt geradewegs zu elementarem Buddhismus.“ (Aldous Huxley).

Man könnte den letzten Satz vielleicht auch umdrehen: „Elementarer Buddhismus führt geradewegs zu elementarer Ökologie“. Angesichts der weltweiten Krisen in ökonomischer und ökologischer Sicht scheinen die Konzepte des aktuellen (kapitalistischen) Wirtschaftssystems keine Lösungsansätze für ein weltweit sozial gerechtes und ökologisch verantwortliches Wirtschaften zum Wohle des Planeten und seiner Bewohner:innen mehr zu liefern. 
Am 10. 10. 2024 wollen wir schauen, welche Erklärungen und Lösungsansätze der Dharma zum Dilemma unserer Zeit bereithält.

Wie wichtig eine kritische Betrachtung der herrschenden ökonomischen Prinzipien ist, drückte der Mitherausgeber der FAZ, Frank Schirrmacher (1959-2014), bereits 2011 aus, indem er sagte: „Realpolitik und Pragmatismus verdecken die gähnende Leere, und die Entschuldigung, Fehler machten ja auch die anderen, ist das Pfeifen im Walde. Aber es geht heute nicht allein um falsches oder richtiges politisches Handeln. Es geht darum, dass die Praxis dieser Politik wie in einem Echtzeitexperiment nicht nur belegt, dass die gegenwärtige ‚bürgerliche‘ Politik falsch ist, sondern, viel erstaunlicher, dass die Annahmen ihrer größten Gegner richtig sind.“ Er zitiert den erzkonservativen englischen Journalisten Charles Moore: „Das politische System dient nur den Reichen? Das ist so ein linker Satz, der immer falsch schien. […] Ein falscher Satz, so Moore, der nun plötzlich ein richtiger ist.“ (Frank Schirrmacher in der FAZ vom 14. 08. 2011, zitiert nach: Frank Schirrmacher: Ungeheuerliche Neuigkeiten. Blessing Verlag, 2014, S. 82)

Zeit zum Austausch und für Fragen werden wir haben.

Kurze Abschlussmeditation mit Wertschätzung und Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Im Anschluss besteht die Gelegenheit, zu gemütlichem Plausch und Kennenlernen im „Early“ in der Oberstadt zusammenzukommen.

PS:

Wer möchte, kann uns auf auf Instagram besuchen.
Diese wöchentliche Einladung zur Meditation gibt es auch als Netzversion.

Claude AnShin Thomas, ein bekannter Zen-Wandermönch wird im November 2024 in Frankfurt/Main einen Vortrag geben und ein Meditationsseminar leiten. Das wird sicherlich interessant und inspirierend sein. Nähere Infos auf der Homepage des Zaltho Sangha.

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Retreatplanung

Die Reihe der Retreathäuser und Meditationszentren, die ihre Jahresprogramme für 2025 veröffentlichen, wird langsam länger. In Auswahl sei auf die folgenden fünf nochmals hingewiesen. Viele Häuser leiden nach Corona immer noch an den erlittenen Verlusten und veränderten Gewohnheiten. Zeitige Anmeldungen könnten ihnen helfen, weiter zu machen. Alle Orte bieten einen sicheren Rahmen, laden erfahrene buddhistische Lehrerinnen und Lehrer aus verschiedenen Traditionen ein und können von uns empfohlen werden.
Aber auch in diesem Jahr finden dort noch Retreats statt, für die sich eine Teilnahme lohnt.

Seminarhaus Engl in Unterdietfurt (Niederbayern). Anmeldungen sind bereits möglich!

Meditationszentrum Beatenberg (Berner Oberland, Schweiz). Anmeldungen für 2025 sind ab ab 21. 10. 24 möglich

Haus der Stille in Roseburg bei Hamburg. Anmeldungen werden ab 5. November entgegengenommen.

Das Buddha-Haus im Allgäu (Ayya Khema) hat ebenfalls die Programmvorschau 2025 veröffentlicht. Anmeldungen sind ab 4. November möglich.

Der Bendiktushof in Holzkirchen bietet unterschiedliche Kurse an, u. a. Vipassana und Zen. Anmeldungen für 2025 sind schon möglich.

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Last not least…

Aus einem Briefwechsel Gary Snyders (*1930, Poet, Friedens- und Umweltaktivist, Zen Praktizierender) nach der Zerstörung der großen Buddhafiguren in Bamiyan (Afghanistan) im Jahr 2001:

„Lieber Gary:
Nun ja, aber, das manifeste Dharma ist inner-samsarisch
und wird vergehen.
– R.

– Ich schrieb zurück,
Ah, ja … Unbeständigkeit. Aber das ist niemals ein Grund, das
Mitgefühl und die Ausrichtung schleifen zu lassen oder das Leiden anderer zu übergehen, weil sie nur unbeständige Wesen sind. Issas Haiku geht so:

‚Diese Tautropfenwelt 
 ist nur eine Tautropfenwelt 
 und doch –‘

Das ‚und doch‚ ist unsere immerwährende Praxis. Und vielleicht die Wurzel des Dharma.“

Aus: Gary Snyder: Gefahr auf den Gipfeln. Stadtlichter Presse, 2006, S. 193

3. Oktober: Einführung in die Meditation

Einführung in die buddhistische Meditationspraxis

Beginn: 18:45 Uhr

Unruhe, Hektik, Abgelenktheit bestimmen nicht nur unseren Arbeitstag, auch in der Freizeit erleben wir dies immer wieder. Innere Enge, eingeschränkte Flexibilität und fehlende Gelassenheit kommen schnell hinzu.

In der von Gotama, dem historischen Buddha, überlieferten Praxis des ruhigen Verweilens üben wir uns darin, stiller und ruhiger zu werden und so den inneren Raum für unsere Erfahrungen zu öffnen. Ohne zu be- oder verurteilen verweilen wir beim Atem und unseren Erfahrungen und Empfindungen. So lernen wir uns selbst und die Natur der Erscheinungen kennen und verstehen.

Ajahn Chah, ein thailändischer Meditationsmeister sagte dazu:

„Sei einfach bloß achtsam. Gestatte allen Dingen, den ihnen gemäßen oder natürlichen Verlauf zu nehmen. Dann wird dein Geist stiller und stiller, wo du auch sein magst. Er wird so still wie ein klarer Waldteich. Dann werden alle Arten von großartigen und seltenen Tiere an diesen Teich herankommen, um aus ihm zu trinken. So wirst du die Natur aller Dinge in der Welt verstehen lernen. So wirst du viele wundervolle, sonderbare Dinge kommen und gehen sehen. Aber du wirst still bleiben. Probleme werden entstehen. Aber du wirst sie durchschauen. Dies ist das Glück eines Erwachten.“ 

Wir werden versuchen, dem Motto „Ruhig wie ein Fels – offen wie der weite Raum“ heute ein wenig näher zu kommen und geben dazu entsprechende Anleitungen und üben im Rahmen einer angeleiteten Meditation.

Zeit zum Austausch und für Fragen werden wir haben.

Kurze Abschlussmeditation mit Wertschätzung und Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Im Anschluss besteht die Gelegenheit, zu gemütlichem Plausch und Kennenlernen im „Shamdan“ in der Weidenhäuserstraße zusammenzukommen.

Das Retreatprogramm 2025 des Seminarhauses Engl in Niederbayern steht jetzt online. Anmeldungen sind ab sofort möglich.
Es werden wieder viele Lehrerinnen und Lehrer Kurse aus unterschiedlichen buddhistischen Traditionen (Theravada, Zen, Grüne Tara…) anbieten. Das Haus wird von einer gemeinnützigen Stiftung getragen. Die Preise wurden zwar angesichts gestiegener Allgemeinkosten angehoben, sind aber noch im überschaubaren Bereich. An Himmelfahrt und über Ostern bietet Ursula Flückiger wieder Kurse mit dem Schwerpunkt Vipassana und Karuna (Mitgefühl) bzw. Metta (Herzensgüte) an.
Für das Retreat an Himmelfahrt wird es wieder eine Fahrgemeinschaft geben können.

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Auch das Meditationszentrum Beatenberg im Berner Oberland hat die Programmvorschau 2025 bereits veröffentlicht. Man kann schon mal schauen, was es geben wird. Fred von Allmen und Ursula Flückiger werden einige Retreats leiten, aber auch u. a. Lama Irene, Yuka Nakamura, Carol Wilson, Akiñcano Weber und Lama Tilmann Lhündrup werden im Laufe des Jahres Kurse geben. Anmeldungen sind ab 21. Oktober möglich. Bei manchen Retreats empfiehlt sich eine frühe Entscheidung, um gleich einen Platz zu haben und nicht auf der Warteliste zu landen. Prophylaktische, nicht sehr ernstgemeinte Anmeldungen sollten allerdings unterlassen werden.

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Ajahn Sumedho über die Stille und den Geist:

„Der Geist ist nicht daran gewöhnt, auf diese Weise zu ruhen, er ist an Denken und an rastlose geistige Aktivität gewöhnt. Es dauert eine Weile, bis du dich beruhigst, dich entspannst und in der Stille des Geistes ruhst.

In dieser Stille kann man sich auch jeglicher aufkommender Emotionen gewahr sein. Sie ist keine vernichtende Leere und auch kein steriles Nichts, sie ist vielmehr voll und umarmend. Du kannst dir der Bewegung der Emotionen, Zweifel, Erinnerungen oder Gefühle gewahr sein, die in dein Bewusstsein dringen. Die Stille umarmt sie, beurteilt sie nicht, leistet ihnen keinen Widerstand und ist auch nicht von ihnen fasziniert. Sie erkennt sie einfach so an, wie sie sind.“
Aus: Ajahn Sumedho: Intuitives Gewahrsein – Vertrauen in unmittelbare Erkenntnis. Dhammapala Verlag, Kandersteg (Schweiz), 2014, S. 50
Das Buch ist ein Geschenk des Dhamma und darf kostenlos heruntergeladen werden.