9. Januar 2025: Zwei Arten von Gedanken

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)

Themenabend: „Die zwei Arten von Gedanken“ (Dvedhāvitakka Sutta, Majjhima Nikaya 19)

Wir starten die diesjährige Vortragsreihe mit einer Lehrrede des Buddha aus dem Palikanon. In dieser erläutert Gotama seiner Zuhörerschaft, wie er vor seinem Erwachen als Bodhisatta mit heilsamen und unheilsamen Gedankenmustern umgegangen ist und welche Wirkungen die Kultivierung der heilsamen Art hat sowie welchen Beitrag diese für die Verwirklichung von Nibbana leistet. Wie so oft geht er die Sache pragmatisch an und bezieht seine Unterweisung nicht nur auf die meditative Praxis, sondern auch auf unser alltägliches Verhalten, das auf den Denkgewohnheiten beruht. Djetsün Dragpa Gyaltsen sagt dazu:
„Die nichts Heilsames ansammeln, weil sie [schädliche Handlungen] nicht aufgeben, werden die niederen Daseinsbereiche ernten. Wo immer sie sind, sie sind bedauernswert.“ (Aus Tschogye Tritschen Rinpoche: Sich Lösen von den Vier Anhaftungen. Tushita Verlag, 2007, S. 58)

Wie unsereins mit den zwei Arten von Gedanken und Buddhas Erläuterungen dazu umgeht und umgehen könnte, lässt sich sicher angeregt diskutieren.

Wir schließen den Abend mit einer kurzen Meditation mit Wertschätzung und Widmung ab.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wer mag, kann sich die Dvedhāvitakka Sutta bereits hier anschauen.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Die buddhistische Lehre in ihrer Vielfalt könnt ihr natürlich nicht nur bei der Buddhistischen Gruppe Marburg kennenlernen und üben, sondern auch auch online. Zum Beispiel bei

Was ist Mahāmudrā?

Dieser Frage widmet sich Lama Tilmann Lhündrup am Sonntag, 19. Januar 2025, im Rahmen einer neuen Ausgabe des Buddha-Talk. Er beginnt um 18:00 Uhr. Den Zoom-Link findet ihr auf der Buddha-Talk Website.

Aus der Ankündigung: Lama Tilmann Lhündrup erklärt den besonderen Mahāmudrā-Stil zum Entwickeln geistiger Ruhe, Einsicht und Aktivität. Mahāmudrā verbindet uns mit unserer grundlegenden Natur. Das dafür notwendige Loslassen entsteht durch einsichtiges Vertrauen in die inhärent befreite, immaterielle Natur unseres Geistes. Ob in Ruhe oder in Bewegung, wir nehmen alle Erfahrungen als Tore ins zeitlose Sein. Wir erforschen ihre selbstbefreiende Natur und die Kräfte, die diesen Prozess prägen. 

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Gedanken für die Woche

Es gibt keine höhere Weisheit als den Geist im gegenwärtigen Augenblick. Die Gelegenheit, uns mit der uns innewohnenden selbst-existierenden Weisheit zu verbinden, ist auf jeder Ebene unserer Erfahrung vorhanden. Ganz gleich, ob wir gerade eine positive oder negative Eigenschaft zeigen, ob wir boshaft oder gemein zu anderen sind oder freundlich, sanft und mitfühlend: Wir müssen wahrnehmen, was ist, und darin präsent sein. Wenn wir uns eine Emotion, wie zum Beispiel Wut, direkt anschauen, können wir nichts Festes oder Reales ausmachen. Dabei spielt es keine Rolle, wohin wir schauen oder wie wir das machen. Unser Ärger erscheint wie eine Spiegelung des Mondes auf dem Wasser – klar und doch gänzlich ohne ein Selbst. Es ist nichts anderes als der Ausdruck der leuchtenden Energie des Geistes, die aus der Weisheit leeren Gewahrseins entsteht.
Wir können die illusionsgleiche Qualität der Wut sehen, indem wir auf die Wut von gestern aus der Perspektive von heute schauen, oder auf die Wut von heute aus der Perspektive von morgen.  […] Tun Sie für einen Moment so, als ob es morgen wäre und Sie auf heute zurückblicken, betrachten Sie irgendeinen Augenblick des Ärgers oder einer anderen Emotion, an die Sie sich erinnern. Was uns heute so real und überzeugend vorkommt, dass wir unser Reden und Handeln danach ausrichten, kann aus der Sicht von morgen so wenig substanziell wie eine Fata Morgana sein.
Dzogchen Ponlop Rinpoche: Der Geist überwindet den Tod. Das Tibetische Totenbuch für unsere Zeit. Theseus, 2009, S. 170

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2. Januar 2025: Einführung in die buddhistische Meditationspraxis

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen

Herzlich willkommen im Jahr 2025 (oder 2568 B. E, nach buddhistischer Zählung, wie sie vielen buddhistisch geprägten Ländern üblich ist).

Wir wünschen allen Freundinnen und Freunden der Buddhistischen Gruppe (und allen fühlenden Wesen) ein glückliches Jahr voller Achtsamkeit und Gewahrsein. Mögen alle Glück und die Ursachen des Glücks erfahren sowie freudvolle und schwierige Momente mit großem Gleichmut erleben.

Dieses Jahr wird sicherlich ein erlebnisreiches werden, mit vielen Überraschungen.

Den ersten Donnerstagabend des Jahres widmen wir wieder ohne Überraschung ganz grundlegend der Meditationspraxis, wie sie der Buddha gelehrt hat. In Form einer geführten Meditation lernen wir die Technik (wieder) kennen und hoffentlich schätzen:

Hier, ihr Meditierenden, verweilen Meditierende hinsichtlich des Körpers den Körper betrachtend, unermüdlich, wissensklar und achtsam, frei von Verlangen und Betrübtheit hinsichtlich der Welt. Hinsichtlich der Gefühle verweilen sie die Gefühle betrachtend, unermüdlich, wissensklar und achtsam, frei von Verlangen und Betrübtheit hinsichtlich der Welt. Hinsichtlich des Geistes verweilen sie … Hinsichtlich der dhammas verweilen sie… (nach: Anālayo: Der direkte Weg, S. 13)

Eigentlich ist es doch ganz einfach sich mal eine Weile auf die Wahrnehmung des Atems zu beschränken. Mehr gibt es ja erstmal nicht zu tun. Aber vielleicht ist dies für uns Menschen des 21. Jahrhunderts zu einfach, weil wir die Dinge allzu schnell verkomplizieren und von der Gesellschaft bereits so konditioniert sind, dass wir glauben, immer etwas tun und erreichen zu müssen, selbst beim Innehalten.

Vielleicht verpassen wir auf diese Weise etwas Wesentliches.

Vielleicht ist es deshalb eine gute Idee, das Jahr mit einer Meditation in einer Gemeinschaft von Übenden und passenden Erläuterungen zu beginnen.

Laut Erich Kästner gibt es ja „nichts Gutes, außer man tut es“ (durch Nicht-Tun, würde Buddha ergänzen).

Wir schließen den Abend mit einer kurzen Meditation mit Wertschätzung und Widmung ab.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf darauf, das neue Jahr mit dir begrüßen zu dürfen!

Die Theravada AG in der DBU bietet einige Angebote für Praktizierende des frühen Buddhismus. Es gibt einen Newsletter, der über die jeweiligen Aktivitäten der AG berichtet und immer wieder auf interessante Veranstaltungen aus dieser Traditionslinie aufmerksam macht.

Am 13. Januar findet das Frühjahrstreffen der AG mit dem Leitthema „Umgang mit den fünf Hemmungen“ statt. Diesmal noch online. Gestaltet wird der Tag von den  Referent:innen Bhikkhuni Phalanyani und Raimund Hopf. Teilnahme auf Spendenbasis.

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Gedanken für die Woche

„Es war einmal ein Ehepaar. Der Mann hieß Sam (Samatha), seine Frau Vi (Vipassana). Eines Tages beschlossen die beiden nach dem Mittagessen, mit ihren Hunden spazieren zu gehen, den Meditationsberg hoch. Der eine Hund hieß Metta, der andere Anapana (Anapanasati). Sam wollte auf den Gipfel, weil es dort so friedvoll war und er diese Stille einfach liebte. Vi ging es um die Aussicht. Deshalb nahm sie ihre neue Kamera mit, die ihr selbst auf große Entfernung unglaublich schöne Aufnahmen ermöglichte. Metta schloss sich an, weil sie Besteigung des Berges spaßig fand, und Anapana der guten Luft wegen.
Nachdem sie die erste Hälfte des Weges hinter sich gebracht hatten, wurde es  – sehr zu Sams Vergnügen – friedlich und still. Doch genoss er auch die Aussicht, schließlich hatte er Augen im Kopf. Vi ließ derweil den Blick in die Ferne schweifen und schoss bereits die ersten Fotos. Nicht jedoch, ohne sich ebenfalls an der schönen Harmonie des Augenblicks zu erfreuen. Metta wedelte heftig mit dem Schwanz, weil sie bereits auf halber Strecke so viel Liebe und Güte empfand. Anapana schließlich atmete ganz ruhig – die Luft war hier so gesund und köstlich, dass sie dem Hund wie von selbst in die Nase strömte. Doch genossen beide Tiere auch den Frieden und die Aussicht.
Am Gipfel herrschte vollkommene Ruhe. Auf der Kuppe des Meditationsberges bewegte sich absolut nichts mehr, und Sam hatte sein Ziel erreicht. Aber er genoss auch die Aussicht – er konnte endlos weit sehen, das ganze Universum schien sich vor ihm auszubreiten. Vi hatte so viel Schönes noch nie vor Augen gehabt – so viele Einsichten. Aber auch sie fand Gefallen an dem Frieden, der hier herrschte. Metta war unglaublich glücklich.
Denn zu der friedlichen Atmosphäre und der schönen Aussicht gesellten sich nun auch die Freude und Liebe der tiefen Meditation. Und Anapana – der war verschwunden! Wohin wusste keiner. Doch so ist es nun mal: Auf dem Gipfel des Meditationsberges verschwindet der Atem.“
–Ajahn Brahm. Zitiert nach: Buddhismus aktuell  4/24, S. 63

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26. Dezember 2024: Alle meditieren heute zuhause

Beginn: Wann und wo du möchtest.

Meditation im Sitzen und Gehen, solange du willst. Nicht zu lang und nicht zu kurz.

Am 26. Dezember fällt der Meditationsabend in der Biegenstraße 20 aus.

Viele unserer Gruppe treffen sich mit ihren Familien oder machen Urlaub vom Alltag (aber doch wohl nicht von der Dhammapraxis?). Deshalb findet dieser Praxisabend dort statt, wo ihr euch gerade befindet. Dies kann heißen, sich Extra-Zeit für die Meditation zu gönnen, sich achtsam dem Abendessen zu widmen oder eine z. B. während der Feiertage entstandenen Zwistigkeit (diese Tage scheinen dafür prädestiniert zu sein) mit Freundlichkeit (mettā) und Mitgefühl (karunā) zu beenden. Dann kann man sich angesichts der Freude der anderen Person mitfreuen (muditā) und den bewiesenen und entstandenen Gleichmut (upekkhā) genießen. Es gibt viele Gelegenheiten, die vier unermesslichen Geisteshaltungen (Brahmaviharas) zu kultivieren. Euch wird schon etwas einfallen.

Von Longchen Rabjam (Longchenpa), einem der größten Dzogchen-Meister der Nyingma Tradition des tibetischen Buddhismus aus dem 14. Jahrhundert, ist ein weiser Ratschlag überliefert, der uns durch diese Meditation, aber auch durch das nächste Jahr, begleiten könnte. Er wird zum Download und zur Kontemplation empfohlen. Ein Auszug: „Am Beispiel des Auftauchens von Spiegelbildern im Teiche erkenne, dass unterschiedliche Phänomene erscheinen, doch keine wahre (Existenz) besitzen. Sie sind wie Illusionen, eine Luftspiegelung, ein Wasser-Mond, und sicherlich leer von wahrer Existenz.“

Ende: Offen (Was fertig ist, ist fertig – Ajahn Brahm)

Wir wünschen euch einen friedlichen Jahresausklang, ein neues Jahr mit ganz viel Freundlichkeit, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut, und freuen uns darauf, möglichst viele von euch am 2. Januar 2025 oder einem der folgenden Donnerstage wiederzusehen.

Wir bedanken uns bei allen, die sich der Buddhistischen Gruppe Marburg verbunden fühlen, an unseren Abenden teilgenommen haben und unser Anliegen, ein traditionsverbindendes buddhistisches Angebot in Marburg zu aufrechtzuerhalten, unterstützen. Herzlichen Dank für eure großzügige ideelle und materielle Unterstützung, die wir in diesem Jahr erfahren durften.

Herzliche Grüße
mit Mega Metta
Birgit & Rüdiger

Meditation in der digitalen Welt

Wir freuen uns, dass unser Angebot, gemeinsam den dhamma zu praktizieren, in Marburg angenommen wird. Vielen ist es aus unterschiedlichen Gründen leider nicht möglich, donnerstags zu unseren Abenden zu kommen. Wer trotzdem ein Gefühl von Gemeinschaft haben möchte, kann sich bei „online Meditation“ einklinken. Morgens, mittags und abends kann via Zoom mit anderen meditiert werden. Das ist nicht so persönlich wie bei uns in der Biegenstraße, aber immer noch besser als nichts.
Diese Initiative ist aus einem Retreat im Meditationszentrum Beatenberg hervorgegangen und existiert seit 2020.

Wir arbeiten daran, unser analoges Angebot auszuweiten. Wenn sich entsprechende Wünsche manifestieren und Initiativen entstehen, werden sich die Dinge auch entwickeln.

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Inspiration für den Tag, die Woche, den Monat, den Rest des Jahres und für das neue Jahr von Sayadaw U Tejaniya

Welche Art von Anstrengung wenden wir in unserem täglichen Laben an? Wir wenden automatisch Druck an, der in erster Linie durch Verlangen, Aversion oder Verblendung motiviert ist. Dies ist uns zur Gewohnheit geworden. Viriya (Ausdauer) mit Weisheit weiß jedoch, dass Achtsamkeitspraxis wohltuend ist, und deshalb halten wir durch und kennen unsere Motivation zum Praktizieren. Wir laufen einen Marathon. Würde ein erfahrener Läufer schon am Anfang all seine Energie aufbrauchen? Nein! Er steigert seine Eigendynamik mit jeder Meile. Wir wollen die Art von dhamma-Schwungkraft, die in unserer Praxis auf ganz natürliche Weise entsteht. Es ist keine durch Forcieren hervorgebrachte Schwungkraft. Praktiziere in einer entspannten Weise, aber höre nicht auf zu praktizieren. […] Erinnere dich, dies ist kein 100-Meter-Sprint. Wir brauchen weises Bemühen und weise Energie, nicht begierige Energie. Wir tun also, was wir können, beständig, wir geben nicht auf!Ashin Tejaniya: Dhamma überall – Jeden Moment mit Gewahrsein+Weisheit willkommen heißen. Verein Vipassana Publikationen, Zürich, 2017, S. 31

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19. Dezember: Dukkha umarmen

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen.

Lesung: Heute werden wir ein Kapitel aus „Bekenntnisse eines ungläubigen Buddhisten“ von Stephen Batchelor (Mitbegründer des Bodhi College) hören. Nach dem schönen Vortrag Theos letzte Woche über den edlen Achtfachen Pfad, schließt sich zum Jahresende noch etwas sehr Grundlegendes an. Im Kapitel „Das Leiden umarmen“ entwickelt Stephen eine interessante Sichtweise auf die vier edlen Wahrheiten Buddhas, die er als vier edle Aufgaben übersetzt und den edlen Achtfachen Pfad:

„In dieser Lehrrede (über die vier edlen Wahrheiten, Rü) beschreibt er sein Erwachen eindeutig als Ergebnis, vier Aufgaben erkannt, ausgeübt und vollzogen zu haben:
1. Leiden vollkommen verstehen
2. Begehren loslassen
3. das Erlöschen [von Begehren] erfahren
4. einen achtfachen Pfad kultivieren
Diese Vier Edlen Wahrheiten sind, wie Ñānavira es ausdrückt, ‚die höchsten Aufgaben, zu denen ein Mensch fähig ist‘. (S. 196 f.)

„In der Praxis ist der achtfache Pfad keine gerade Linie von A nach Z, sondern eine komplexe rückgekoppelte Schleife, die immerzu erneuert und wiederhergestellt werden muss. Wenn Sie Achtsamkeit und Konzentration (d. h. die Stufen sieben und acht) erreicht haben, bedeutet das nicht, dass Sie am Ende des Pfades angelangt sind. […] Der Pfad liegt nicht da und wartet darauf, dass Sie auf ihm entlanggehen. Er muss entwickelt, genährt – wortwörtlich ‚ins Leben gebracht‘ – werden. Solch ein Pfad zeigt sich vielleicht in einem erhellenden Augenblick der Einsicht, geht aber verloren, wenn man ihn anschließend vernachlässigt. Der Glaube an einen Pfad allein reicht nicht. Man muss ihn erschaffen und in Stand halten. Die Praxis des achtfachen Pfades ist ein kreativer Akt.“ (S. 206)

Stephen Batchelor beschreibt Gotama hier als einen äußerst pragmatischen Lehrer, der einen gangbaren Weg gefunden hat, aus den Verstrickungen, die das Leben bereit hält, herauszufinden. Gehen müssen wir ihn selbst. „Die Vier Edlen Wahrheiten sind eher pragmatisch als dogmatisch. Sie schlagen einen Handlungsablauf vor, dem man folgen kann. Es sind keine Dogmen, die man glauben muss. Die Vier Edlen Wahrheiten sind Verhaltensanweisungen und keine Beschreibungen der Realität.“ (S. 197)

Der Abend verspricht wieder auf spannende Weise undogmatisch zu werden.

Nach der Lesung besteht Gelegenheit, über die Bedeutung der vier Edlen Aufgaben und die Konsequenzen, die sich daraus ergeben können, zu sprechen.

Wir schließen den Abend mit einer kurzen Meditation mit Wertschätzung und Widmung ab.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Bhāvanā – das Studienprogramm der Deutschen Buddhistischen Union (DBU) bietet immer wieder interessante Kurse, Kolloquien etc. an. Vieles online, manches als Hybrid-Veranstaltung. Ein Blick auf die Homepage enthüllt das Programm für 2025.

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Gedanken für die Woche

[…] Meditationen, die auf Ziele ausgerichtet sind, sind durch Gedanken ersonnene verstandesmäßige Meditationen. Wir tun nichts dergleichen.
Bleibt standhaft und fest in der Sicht, bleibt frei, belasst alle Wahrnehmungen der fünf Sinne in ihrem natürlichen Zustand. Meditiert nicht über etwas Bestimmtes, indem ihr denkt: „Dies ist dies und das ist das“. Wenn ihr „meditiert“, ist das der Verstand. Es gibt nichts, worüber man meditiern muss. Lasst euch nicht den Bruchteil einer Sekunde ablenken. Denn abgelenkt sein vom Ruhen im Gewahrsein selbst bedeutet bereits Verblendung. Seid daher nicht zerstreut! Gleich welche Gedanken entstehen, lasst sie entstehen; verfolgt sie nicht und versucht nicht, sie anzuhalten.
Vielleicht fragt ihr jetzt: „Was sollen wir dann tun?“ Bleibt in einem Zustand natürlicher Frische bei allem, was sich in der Welt der Phänomene manifestiert, ohne danach zu greifen, wie ein kleines Kind, das einen schön geschmückten Tempel anschaut. […] Wenn ihr die Welt der Erscheinungen durch Begehren und Anhaften nicht infiziert, dann ist sie zwar da, aber alle Erscheinungen und Gedanken werden sich erweisen als die unverhüllte, ursprüngliche Weisheit der strahlenden Leerheit.
– Dudjom Rinpoche: Die Klausur auf dem Berge. edition khordong im Wandel Verlag, 2016, S. 24

Dudjom Rinpoche (1904-1987) war Oberhaupt der Nyingma-Schule des tibetischen Buddhismus.
Er gilt als verwirklichter Dzogchen-Meister. Dudjom Rinpoche gründete 1980 ein Meditations- und Studienzentrum an der Dordogne in Frankreich, wo er auch starb.

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12. Dezember: Der edle Achtfache Pfad

Einladung zur Meditation

Beginn: 18:45 Uhr

Heute wird es um den edlen Achtfachen Pfad gehen. Er ist das letzte Glied der vier Edlen Aufgaben, die der Buddha den Praktizierenden für seinen Befreiungsweg vorschlägt. Bikkhu Anālayo sagt über sie: „Jede der vier Edlen Wahrheiten stellt ihren eigenen Anspruch an die Übenden: dukkha muss ‚verstanden‘, seine Ursachen ‚aufgegeben‘, sein Aufhören ‚verwirklicht‘ und der konkrete Pfad zu dieser Verwirklichung ‚entfaltet‘ werden.“ (Bikkhu Anālayo: Der direkte Weg – Satipatthāna. Beyerlein & Steinschulte, 2024, S. 275)

Der Weg im Einzelnen: „Der edle Achtfache Pfad beinhaltet Rechte Erkenntnis, Rechte Gesinnung, Rechte Rede, Rechtes Tun, Rechten Lebenserwerb, Rechtes Bemühen, Rechte Achtsamkeit und Rechte Sammlung. Der Begriff ‚Pfad‘ legt eine Entwicklung nahe, die wir durchlaufen können, wenn wir uns in den acht Bereichen des Geistes und des Herzens üben. ‚Pfad‘ kann aber auch zu der irrtümlichen Schlussfolgerung führen, dass es sich bei dieser Praxis um einen linearen Stufenweg handelt, der mit Rechter Erkenntnis beginnt und mit Rechter Sammlung als letzter und höchster Stufe endet. Die Übungsbereiche sollten aber nicht derart isoliert betrachtet und geübt werden. Vielmehr wirken sie in ihrer Gesamtheit und bedingen und unterstützen sich gegenseitig. Um einen Bereich vervollkommnen zu können, müssen wir auch die andere üben.“ (Fred von Allmen: Buddhismus – Lehren, Praxis, Meditation. Theseus, 2007, S.207

Der Begriff „Rechte“ (Pali: samma) ist natürlich in keiner Weise politisch zu verstehen, sondern deutet an, dass es sich z. B. um ent-täuschte Erkenntnis handelt, eine Erkenntnis die heilsam für uns selbst und andere ist, die geübt werden sollte.

Der Achtfache Pfad ist also eindeutig der wesentliche Kern, der das Wesen der Lehre des Buddha auszeichnet. Als der Buddha zu lehren begann, sagte er zunächst: ‚Ich habe einen mittleren Weg gefunden. Und was ist dieser mittlere Weg? Es ist der edle Achtfache Pfad.’ Und dann, ganz am Ende seines Lebens, finden wir dieselbe Aussage noch einmal gegenüber dem Mönchsnovizen Subhadda. Auf diese Weise ist der Achtfache Pfad wie das Alpha und das Omega der Lehre des Buddha. Sie beginnt und endet mit der Idee des Achtfachen Pfades.“ (Stephen Batchelor)

Heute Abend werden wir uns diesem zentralen Aspekte des buddhistischen Weges widmen.

Nach dem Vortrag besteht Gelegenheit zum Austausch über das Thema des Abends und alle Fragen zum Buddhismus, die gerade aufkommen.

Wir beenden den Abend mit einer kurzen Abschlussmeditation mit Wertschätzung und Widmung.

Ende: gegen 21:00 Uhr

BUDDHA DROP: „FRAUEN GESTALTEN BUDDHISMUS JETZT“ 
mit Lama Agnes Pollner

Lama Agnes Pollner engagiert sich seit über 30 Jahren im Buddhismus und ist Dharmalehrerin in der Mahamudra Tradtion. Sie lebt in Köln und wirkt in der Herz der Dinge Sangha (herz-der-dinge.de). Das buddhistische Herzens-Training ihrer Linie und die vielfältigen Online- und Präsenz-Angebote der Sangha zeigen Wege, die buddhistische Sicht ins Leben zu bringen und dabei Schritt für Schritt der Befreiung des Herzens näher zu kommen.

In ihrem Beitrag reflektiert Lama Agnes die Entwicklung des Dhamma im Westen und die besondere rolle, die Frauen dabei zukommen wird und muss. Sie beendet ihren Dharmatropfen mit dem Mantra der grünen Tara.

Den kleinen Tropfen des Dharma von Lama Agnes kann man sich auf Youtube anschauen.
Mehr findet ihr auf dem Kanal der Deutschen Buddhistischen Union (DBU)

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Retreats zum Jahresende

Im Seminarhaus Engl findet vom 29. Dezember 2024 bis zum 05. Januar 2025 ein Retreat mit Christine Kalkowski statt mit dem Titel „Grüne Tara – Ein abenteuerlicher Weg in die eigene Freiheit“. Das Retreat richtet sich ausschließlich an Frauen. Es gibt noch freie Plätze!

Aus der Ankündigung: Die Tara – Praxis eröffnet uns Räume jenseits unserer Vorstellungen. Hier geht es um das Unfassbare, das Loslassen von Schuldgefühlen und Lockern unserer alten eingefahrenen Muster. Als weibliches Symbol der Transzendenz ermöglicht uns die Praxis der grünen Tara einen direkten, kraftvollen Zugang zur offenen, klaren und feinfühligen Tiefenstruktur des Geistes.

Es wird stille Meditation im Sitzen und Gehen, Rezitationen, Vorträge und angeleitete Meditationen geben. Gruppen-, Einzelgespräche und leichte Körperübungen unterstützen den Prozess.

Dieser Kurs richtet sich sowohl an Frauen (FLINTA), die die Praxis kennenlernen wollen, als auch an die, die sie vertiefen möchten. Ein Highlight dieses Kurses ist die gemeinsame Tara-Nacht zu Silvester, ein altes tibetisches Ritual, das wir gemeinsam die ganze Nacht feiern. In dieser Nacht sind auch Gäste von außerhalb ganz herzlich eingeladen, das Ritual mit zu feiern.

Christine Kalkowski, Jg. 1968, Buddhistische Meditationslehrerin im Tara libre Netzwerk um Sylvia Wetzel, leitet zwei Meditationsgruppen in Münster und bietet regelmäßig Übungstage und Retreats für Meditation an.

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Im Buddha Haus im Allgäu, dem von Ayya Khema gegründeten Zentrum, leitet Charlie Pils vom 28. 12. 2024 bis 04. 01. 2025 ein Vipassana Retreat mit dem Titel „Still ins Neue Jahr 2025“. Es besteht die Möglichkeit online teilzunehmen. Genaue Infos finden sich auf deren Homepage.

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Gedanken für die Woche

Jedes Lebewesen wünscht sich ausschließlich Glück und keinerlei Leid. Daher besteht der Sinn und Zweck des Dharma darin, fehlerfrei aufzuzeigen, wie man sich die Ursachen für Glück – das Heilsame – aneignen und wie man die Ursachen für Leid – das Unheilsame – ablegen kann. Nur wenn wir uns von unserer Seite aus ernsthaft darum bemühen, kontinuierlich und mittels unterschiedlicher Methoden die heilsame Seite zu stärken – indem wir z. B. über Mitgefühl (karuna) und Vertrauen meditieren, aus den Schriften zitieren, logische Begründungen aufstellen sowie uns auf die [entsprechenden& Objekte konzentrieren –, können wir Schritt für Schritt solche Geisteshaltungen wie Mitgefühl in unserem Kontinuum erzeugen. Denn diese [Geisteshaltungen] entstehen nicht durch geringfügige Umstände, [ganz im Gegensatz zu den] ihnen entgegengesetzten Zuständen wie Ärger, anhaftende Begierde, Stolz oder Neid. Diese erfordern keinerlei Anstrengungen, sondern werden aufgrund von kleinlichen Umständen sofort stark auflodern, als würde man Öl als Brandbeschleuniger auf ein Feuer aus Gras und trockenem Holz gießen.“ – Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lama: Die Stufen des Pfades zum Erwachen. Die Essenz meiner Lehre. Herder, 2024, S. 146

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4. Dezember: Meditieren wie ein Buddha

Beginn: 18:45 Uhr

Wie stets am ersten Donnerstag des Monats bieten wir eine geführte Meditation mit Anleitung für Neueinsteiger und bereits erfahrenere Meditierer:innen an.

Über den Nutzen der Meditation sagt Ajahn Brahm:
„Wenn Sie dem Pfad der Meditation folgen, steigt Ihr Glück wie eine Flut, die keine Ebbe kennt. Sie ringen immer weniger mit Ihrem Innenleben, und die eingesparte Energie kommt der Achtsamkeit zugute. Einsichten tun sich auf wie köstliche Früchte an einem schwer tragenden Baum, Sie können sie gar nicht alle zugleich pflücken und essen. Es ist so vollkommen klar geworden, dass der Weg zum (inneren, d. Red.) Frieden in eben diesem Loslassen besteht, das Sie durch die Meditation gelernt haben. Sie können auch vom Weg der bedingungslosen liebevollen Freundlichkeit sprechen. Die Güte, Metta, lässt Ihre Urteile über sich selbst und andere milder werden. Alles Bewerten und Messen verblasst, weil es ohnehin nur ein Hirngespinst war.“ (Ajahn Brahm: Im stilllem Meer des Glücks – Handbuch der buddhistischen Meditation. Lotos, 2007, S. 366)

Ein guter Grund also, mit der Meditation zu beginnen, weiterzumachen oder die Technik aufzufrischen.

Nach der Einführung besteht Gelegenheit zum Austausch über die gemachten Erfahrungen.

Wir beenden den Abend mit einer kurzen Abschlussmeditation mit Wertschätzung und Widmung.

Ende: gegen 21:00 Uhr

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Im Anschluss besteht wieder die Gelegenheit, zum gemütlichen Plausch und Kennenlernen im „Early“ in der Oberstadt zusammenzukommen.

Kurzfristig

Der gemeinnützige Verein Mitgefühl in Aktion (M.i.A) bestreitet mit dem deutschen Mönch Ajahn Kemasiri den heutigen (1. Dezember 2024) Buddha Talk. Das könnte sich lohnen. Weitere Infos und den Zoom Link findet ihr auf der Buddha Talk Homepage.

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Mittelfristig

Anlässlich des bevorstehenden 80. Geburtstags von Bikkhu Bodhi veranstaltet Buddha Talk einen Abend für ihn. Weggefährten berichten über diesen außergewöhnlichen buddhistischen Mönch: Begegnungen mit Bikkhu Bodhi.

Infos ebenfalls auf der Homepage des Buddha Talks.

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Langfristig

Erich Fried: Was es ist

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Aus: Erich Fried: Es ist was es ist. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin, 1996, S. 43

Diesen Newsletter kannst du auch online lesen.

28. November 2024: Eine buddhistische Ethik

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)

Impuls und Austausch:
Wir Menschen sind geschaffen, in Gesellschaft miteinander zu leben; wir sind aufeinander angewiesen, leben voneinander, beackern miteinander die Erde und verbrauchen miteinander ihren Ertrag. Man mag diese Einrichtung der Natur als Vorzug oder als Benachteiligung gegenüber fast allen anderen Tieren bewerten: die Abhängigkeit des Menschen von den Menschen besteht, und sie zwingt unsern Instinkt in soziale Empfindungen. Sozial empfinden heißt somit, sich der Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Menschen bewußt sein; sozial handeln heißt im Geiste der Gemeinschaft wirken.“ – Aus: Erich Mühsam (1878 Berlin – 1935 KZ Oranienburg): Appell an den Geist

Ethische Regeln existieren stets in sozialen Zusammenhängen, sonst wären sie ja nicht nötig. Meist werden Moral und Ethik von der gesellschaftlich herrschenden Gruppe entwickelt und durchgesetzt, handelt es sich doch oft um Empfehlungen, trotz der erlebten Beschränkungen und Zwänge mit den gegebenen Umständen zurechtzukommen. „Du sollst nicht stehlen“ setzt schließlich ein Privateigentum und somit den Ausschluss anderer und gleichzeitig Armut/Mangel voraus (und es geht hier nicht um die berühmte Zahnbürste). Eine der ethischen Regeln im Buddhismus lautet, nicht zu nehmen, was nicht (freiwillig  und ausdrücklich) gegeben wurde. Interessant könnte sein zu überlegen, inwieweit beispielsweise die „silas“ (ethische Regeln für Ordinierte und Laien) mit den gesellschaftlichen Formationen zusammenhängen und ob und wie sie heutzutage in den marktwirtschaftlichen Gesellschaften sinnvoll mit Inhalt gefüllt werden können.

Spannend könnte auch z. B. die Frage sein, inwiefern Elemente des edlen achtfachen Pfades wie rechter Lebenserwerb und nicht zu nehmen, was nicht gegeben wurde, heute in Einklang gebracht werden können.

Grundlage des Gesprächs wird ein Text Prof. Karl Heinz Brodbecks über buddhistische Ethik sein („Auf die Absicht kommt es an“). Er wird am Abend vorliegen.

Nach dem Impuls besteht Gelegenheit zum Austausch darüber.

Wir beenden den Abend mit einer kurzen Abschlussmeditation mit Wertschätzung und Widmung.

Ende: gegen 21:00 Uhr

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Im Anschluss besteht wieder die Gelegenheit, zu gemütlichem Plausch und Kennenlernen im „Early“ in der Oberstadt zusammenzukommen.

Gedanken für die Woche

„Den Geist zu zähmen bedeutet nicht, Gedanken oder Gefühle zu unterdrücken, sondern sie zu transformieren. Wenn wir uns auf unsere Emotionen einlassen, können wir sie auflösen, sie befreien und unsere eigene Weisheit erkennen.“ 
– Lama Tsültrim Allione

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Diese Einladung kannst du auch online oder auf unserer Homepage unter Programm lesen.

21. November 2024: Ānāpānasati und Satipatthāna Sutta – Pfade zum Erwachen

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)

Impuls und Austausch: Ānāpānasati und Satipatthāna Sutta: Pfade zum Erwachen

Der Buddha hat unterschiedliche Formen de Meditation gelehrt. Wohl am bekanntesten sind die Ānāpānasati Sutta (Achtsamkeit auf den Atem) und die Satipatthāna Sutta, die Lehrrede über „eine besondere Weise des ‚Gegenwärtigseins‘ und der ‚begleitenden Anwesenheit‘ bei einem Geschehen mit Achtsamkeit“ (Bikkhu Anālayo).

Die Bedeutung beider Meditationen hat der Buddha eindrücklich hervorgehoben.

Welche Meditation denn nun zum Erwachen führt, wird gleichwohl immer wieder diskutiert. Heute werfen wir einen Blick auf beide Lehrreden und versuchen, die Frage für uns einer Klärung näher zu bringen. Auszüge aus beiden werden am Abend vorliegen. Vielleicht liegt die Wahrheit wieder einmal in der Mitte und die Unterweisungen schließen sich gar nicht aus, sondern passen recht gut zueinander. Wir werden sehen…

Wer sie sich schon zuvor (wieder) einmal anschauen möchte, kann dies z. B. hier tun:
Ānāpānasati Sutta Majjhima Nikaya 118 (Übers. Raimund Hopf)
Satipatthāna Sutta Majjhima Nikaya 10 (Übers. Bikkhu Anālayo)

Nach dem Impuls besteht Gelegenheit zum Austausch darüber.

Wir beenden den Abend mit einer kurzen Abschlussmeditation mit Wertschätzung und Widmung.

Ende: gegen 21:00 Uhr

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Im Anschluss besteht wieder die Gelegenheit, zu gemütlichem Plausch und Kennenlernen im „Early“ in der Oberstadt zusammenzukommen.

Das von Stephen Batchelor mitgegründete Bodhi College widmet sich der Erforschung der frühen buddhistischen Schriften und bietet Kurse und Retreats dazu an. Viele davon auch in deutscher Sprache.
Auf das 10-Jährige Jubiläum haben wir bereits hingewiesen.
Ein Blick in das Programm könnte sich lohnen.

Gedanken für die Woche

„Das Empfinden unserer selbst, unser Empfinden von ‚Ich‘ und ‚Mich‘, ist schrill und lautstark in seinen Wertungen, seinen Erinnerungen, Vorlieben und Abneigungen. Wenn Erscheinungen wahrgenommen werden, wird davon ausgegangen, dass diese ihren eigenen Wert per se in sich tragen. Wenn wir keinen Fisch essen mögen, finden wir, dass ‚Fisch fürchterlich ist‘, und die Tatsache, dass andere Leute Fisch gerne essen, beeinflusst unsere empfundene Erfahrung von Ekel keinesfalls. Wir erfahren die negative Qualität so, als ob sie ihren Sitz in dem von uns abgelehnten Objekt selbst hätte. Da wir eine komplexe Welt mit Myriaden von Objekten bewohnen, fällen wir ununterbrochen Urteile. Mit all diesen Objekten zugeschriebenen Wertigkeiten, die sich mit unseren Stimmungen, unserem Gesundheitszustand, mit unserer Arbeitsbelastung und dergleichen mehr stets ändern können, ist unser Geist ständig sehr geschäftig damit befasst, vergangene Ereignisse durchzugehen, sie zu sichten und zu klären und sich auf das, was sich ereignet hat, einen Reim zu machen. Daraus entwickeln wir Vorurteile, Annahmen, Hoffnungen und Befürchtungen. Wir schauen aber auch in die Zukunft, schmieden Pläne, versuchen unsere Interessen zu wahren, indem wir schauen, wie sich die Dinge entwickeln könnten. Aber natürlich ist es für uns nicht so klar ersichtlich, dass wir nicht so rational sind, wie wir annehmen. Wir sehen nicht, dass das, was wir als Wahrnehmung erfahren, weitgehend Projektion und Interpretation ist. Wir sind uns nicht einmal des Hintergrundlärms in unserem Geist, des stetigen Flusses von Gedanken und Fantasien bewusst.“ – James Low: Hier und Jetzt SEIN. Edition Mandarava, 2005, S. 120 f.

14. November 2024: Gedanken als Freunde der Meditation

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und gehen (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)

Lesung und Austausch:

Gefangen in Hoffnung und Furcht sorgen wir uns so sehr darum, Verwirklichung zu erlangen, dass wir sie gerade dadurch verhindern.


Gendün Rinpoche, ein tibetischer Meister des Mahamudra und Lehrer Lama Tilmanns, erläutert in seinem Buch „Herzensanweisungen eines Mahamudra-Meisters“, wie wir mit Gedanken und Wünschen in der Meditation umgehen sollten, um nicht in die Falle der Anhaftung an glückselige meditative Zustände zu geraten.

Im Gespräch nach der Lesung können wir uns über unsere Erfahrungen mit den vielfältigen Formen des Anhaftens in der Praxis austauschen und gegenseitig unterstützen.

Wir beenden den Abend mit einer kurzen Abschlussmeditation mit Wertschätzung und Widmung.

Ende: gegen 21:00 Uhr

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Im Anschluss besteht die Gelegenheit, zu gemütlichem Plausch und Kennenlernen im „Shamdan“ in der Weidenhäuser Straße zusammenzukommen.

Die Anleitung zur Anapanasati Meditation von letzter Woche kann jetzt heruntergeladen werden, ebenso wie Raimund Hopfs Übersetzung der Anapanasati Sutta.

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Das Buddha-Haus in Oy-Mittelberg (Allgäu), ein von Ayya Khema gegründetes Retreatzentrum hat uns ebenfalls sein Jahresprogramm 2025 zugeschickt. Es kann donnerstags in der Biegenstraße mitgenommen werden.

Gedanken für die Woche

Eine andere Quelle spiritueller Verdienste ist, sich an all dem Guten mitzufreuen, das von anderen Wesen bewirkt wird. Üben wir uns in Mitfreude, sobald wir sehen, dass jemand eine gute, heilsame Handlung ausführt, so entsteht für uns dieselbe positive Kraft wie für denjenigen, über dessen Tun wir uns freuen. Sind wir hingegen neidisch oder ärgerlich auf Menschen, die Gutes tun, dann wird es uns nie gelingen, positive Kraft aufzubauen. Wenn wir Menschen begegnen, die glücklich über etwas sind, das sie erlebt, in sich entwickelt oder erhalten haben, und unsere erste Reaktion ist, uns mit ihnen und für sie zu freuen, so ist das ein Zeichen, dass wir die erwachte Geisteshaltung hervorgebracht haben. – Gendün Rinpoche: Herzensanweisungen eines Mahamudra-Meisters. Norbu Verlag, 2017, S. 139 f.

7. November 2024: Einführung in die Anapanasati-Meditation

In der Anapanasati Sutta (Majjhima Nikàya 118) erläutert Gotama schrittweise, wie Geistesruhe und Einsicht kultiviert werden sollten und entwickelt damit eine vollständige Praxis, die zum Erwachen führen kann. Ana bedeutet Einatmen, pana Ausatmen und sati Gewahrsein.

Dass die Vier Edlen Aufgaben und der Edle Achtfache Pfad für die Verwirklichung von Nibbana dazugehören, ist selbstverständlich.
Nicht nur im frühen Buddhismus wird Anapanasati praktiziert, auch die VertreterInnen anderer Fahrzeuge werden nicht müde zu betonen, dass ohne die Entwicklung eines stillen Geistes die später entstandenen Übungen nicht angemessen praktiziert werden können.

Egal, welcher Tradition, welchem Fahrzeug (Yana) wir uns verbunden fühlen. Egal, welche Praxisform wir üben. Ohne Anapanasati und die Früchte dieser Meditation werden wir auf dem Pfad nicht vorankommen können. Deshalb ist dieser Abend für Neulinge ein wunderbarer Einstieg und vielleicht sogar vor allem für bereits erfahrene Dhamma-Praktizierende besonders wichtig, um wieder einmal alles auf Null zu setzen und Verbindung mit dieser über 2500 Jahre alten grundlegenden Anleitung des historischen Buddhas aufzunehmen.

Im September hatten zwei von uns die wunderbare Gelegenheit, diese Meditation unter der Anleitung von Jinavaro Raimund Hopf (Buddha-Talk Hamburg, Suttanta Gemeinschaft) intensiv zu üben. Die dabei entstandene Inspiration reicht locker bis in den November und wird hoffentlich an diesem Abend spürbar werden.

Im Anschluss an die Einführung ist Zeit zum Austausch über die damit gemachten Erfahrungen und wie immer über Fragen zum Buddhismus.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Im Anschluss besteht die Gelegenheit, zu gemütlichem Plausch und Kennenlernen im „Early“ in der Oberstadt zusammenzukommen.

Theravadanetz in der DBU – Materialien, Bücher und vieles mehr finden sich auf der Homepage des Theravadanetzes. Wer sich über frühen Buddhismus, Theravada und Suttanta informieren möchte, wird hier sicher fündig.

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Der Spendenaufruf der Deutschen Buddhistischen Union (DBU) hat schon gut gefruchtet. Die für den organisatorischen Weiterbetrieb notwendigen 50.000 € sind schon fast zusammengekommen. Wer noch beitragen möchte, findet auf der Homepage alle nötigen Informationen.

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Die bisherigen vier Kolloquien der DBU zur Frage „Was ist Geist?“ können auf Youtube nachträglich angesehen werden. Bei allen hat Gerd Scobel die Moderation übernommen.

Das dritte Kolloquium beschäftigte die Frage „Reines Bewußtsein und Mitgefühl – kann das eine ohne das andere?“. Es diskutieren Khenpo Dr. Karl Brunnhölzl, Dr. Christof Koch und Dr. Julia Stenzel.

Das vierte hatte den Titel „Vom reinen Bewusstsein zum aktiven Handeln“.

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Last not least

Zwischen Gedanken und Emotionen besteht kein grundsätzlicher Unterschied, beide sind nichts anderes als Bewegungen des Geistes. Emotionen sind Wellen eng aufeinanderfolgender Gedanken. Sie beginnen mit einem einzelnen Gedanken, dem wir große emotionale Bedeutung beimessen und an den wir weitere Gedanken knüpfen, bis diese schließlich alle unsere Überlegungen, Worte und Handlungen beeinflussen und den Geist quasi überfluten. Emotionale Verwicklung ist das Ergebnis von Unwissenheit: Der Geist, der sich selbst nicht erkennt, wird Opfer seines Anhaftens und lässt sich von Emotionen mitreißen. Unfähig sich selbst zu befreien, muss er kämpfen, um die Objekte, die ihn aufregen, zu bekommen oder abzuwehren. Dabei erschöpft er sich völlig, während er eigentlich entspannt in sich selbst ruhen könnte. Er bräuchte die Emotionen lediglich im Gewahrsein ihrer wahren Natur loszulassen. – Aus: Gendün Rinpoche: Herzensunterweisungen eines Mahamudra-Meisters. Norbu Verlag, 2017, S. 248

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