15. Mai 2025: Lesung

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen.

Lesung:

Aus dem großen Fundus der Dharmaliteratur werden wir heute wieder einen Ausschnitt hören und besprechen. Welches Werk es sein wird, stellt sich diesmal erst kurz zuvor heraus. Bis dahin bleiben wir gelassen erwartungsvoll ohne Anhaftung an unsere Erwartungen.

Wir schließen den Abend mit einer kurzen Meditation mit Wertschätzung und Widmung ab.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Gelegenheit zur Stille

Vom 9. bis 23. August 2025 besteht Gelegenheit, intensiver in die Praxis einzusteigen. Das Meditationszentrum Beatenberg im Berner Oberland bietet ein 2-wöchiges Metta und Vipassana Retreat an. Geleitet wird es von Carol Wilson, Ursula Flückiger und Fred von Allmen.
Die Lage des Zentrums ist atemberaubend und zur Zeit sind noch Plätze frei. Eine Mitfahrgelegenheit besteht augenblicklich nicht, aber eine gemeinsame Bahnfahrt ließe sich organisieren, falls es weitere Interessenten aus dem Marburger Raum geben sollte.
Anmeldung und weitere Kursinformationen über die Website des Zentrums: www.karuna.ch

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Gedanken zur Stille

Normalerweise wird unser Geist von Hunderten von Gedanken, Emotionen und Empfindungen überschwemmt. In manches davon klinken wir uns ein, zum Beispiel in reizvolle Tagträume, aber auch in allerlei Sorgen. Anderes schieben wir weg, weil es allzu verstörend ist oder uns von dem ablenkt, was wir gerade tun wollen.

Statt sich nun auf das eine zu konzentrieren und das andere wegzuschieben, betrachten Sie jetzt all das, was in Ihrem Geist auftaucht, als Federn, die im Wind schweben. Der Wind ist ihr Geist, Ihre angeborenere Offenheit und Klarheit. Die Federn –  die Gedanken, Emotionen und körperlichen Empfindungen –  sind völlig ungefährlich. Einige sind schön, andere eher weniger, aber im Grunde sind es einfach nur Federn, flaumige, krause Dinger, die durch die Luft schweben.

Während Sie auf diese Weise meditieren, identifizieren Sie sich allmählich mit dem Gewahrsein, das die Federn beobachtet und sie, ob schön oder hässlich, einfach tanzen lässt. Sie akzeptieren sie, ohne dieser nachzulaufen und jene wegzuwedeln. Dieser einfache Akt des Akzeptieren, der vielleicht nur einen kurzen Augenblick andauert, vermittelt uns einen Vorgeschmack auf den offenen Raum ursprünglicher Liebe, lässt uns die Wärme unserer grundlegenden Natur annehmen, das Herz unseres wahren Seins.

In diesem Herzen, in dieser Offenheit und Klarheit, ist kein „Ich“ zu finden. Es ist ein mittelpunktsloser Mittelpunkt, der mit Worten nur schwer zu beschreiben ist.

Tsoknyi Rinpoche (*1966): Öffne dein Herz und lausche – Den inneren Frieden entdecken. Arkana, 2012, S. 115 f.

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8. Mai 2025: Geführte Meditation

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen.

An diesem Donnerstag wird es eine Einführung in die buddhistische Meditation geben. 

Der 8. Mai ist ein geschichtsträchtiges Datum. In u. a. Frankreich ist heute ein Feiertag, an dem die Niederlage Deutschlands im von ihm mit dem Angriffskrieg gegen Polen angezettelten 2. Weltkrieg vor 80 Jahren gefeiert wird. Hierzulande scheint dies zwar ein Anlass zum Gedenken, aber nicht zum Feiern zu sein.

Angesichts dessen werden heute auch die Brahmaviharas oder vier unermesslichen Geisteshaltungen eine Rolle spielen: Liebevolle Freundlichkeit (metta), Mitgefühl (karuna), Mitfreude (mudita) und Gleichmut (upekkha). Um wenigstens im zwischenmenschlichen Bereich und auch im eigenen Inneren friedvoll mit uns und anderen umgehen zu können, scheint es von besonderer Bedeutung, diese heilsamen Qualitäten zu fördern und zu kultivieren.

Zugleich ist der 8. Mai auch der 95. Geburtstag Gary Snyders, einem der bedeutendsten amerikanischen Lyriker, Friedensaktivisten, Mitbegründer der US-Umweltbewegung und last not least Zen-Praktizierenden. Er ist wohl der letzte Lebende aus der Gruppe der Beat Generation um Jack Kerouac, William S. Burroughs und Allen Ginsberg.
Wir sind Gary besonders verbunden, weil er uns erlaubte, Texte von ihm hier zu veröffentlichen. Wir werden ihm herzlich gratulieren und bereichern den Abend mit einigen seiner inspirierenden Gedichte, die sehr oft um Naturerleben und die Erfahrungen des Geistes in seiner sich wandelnden Umwelt kreisen.

Wir schließen den Abend mit einer kurzen Phase der Stille mit Wertschätzung und Widmung ab.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Aus dem Studienprogramm der DBU

Das ist sicherlich eine gute Gelegenheit, sich über die verschiedenen Stufenwege der buddhistischen Traditionen kundig zu machen.

Weitere Informationen und Anmeldung über die Website der DBU.

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Gedanken für diese Woche, die nächste Woche, die übernächste Woche, die…

Atomare Dämmerung (Atomic Dawn)

Der Tag, als ich das erste Mal den Mount St. Helens bestieg, war der 13. August 1945.

Der Spirit Lake lag weitab von den Städten im Tal, und Nachrichten brauchten lange bis dorthin. Obwohl die erste Atombombe am 6. August auf Hiroshima abgeworfen worden war und die zweite am 9. August auf Nagasaki, erschienen erst am 12. August Fotos im Portland Oregonian. Diese Zeitungen müssen den Spirit Lake am 13. erreicht haben. Am frühen Morgen des 14. ging ich zur Forsthütte hinüber, um das Schwarze Brett zu studieren. Ganze Zeitungsseiten waren dort angeheftet: Luftaufnahmen von einer zerstörten Stadt, die auf 150.000 geschätzte Zahl der Toten allein in Hiroshima, der zitierte amerikanische Wissenschaftler: „Dort wird in den nächsten 70 Jahren nichts mehr wachsen.“ Die Morgensonne auf meinen Schultern, der Geruch des Tannenwaldes und die Schatten der großen Bäume; Füße in dünnen Mokassins spürten den Boden, und mein Herz noch eins mit dem Schneegipfelberg in meinem Rücken. Entsetzt, Wissenschaftler und Politiker und die Regierungen der Welt verfluchend, legte ich vor mir ein Gelübde ab, etwas wie: „Bei der Reinheit des Mt. St. Helens, ich werde diese grausame, zerstörerische Kraft und jene, die danach trachten, sie zu benutzen, mein Leben lang bekämpfen.“

Aus:
Gary Snyder (*8. Mai 1930 in San Francisco): Gefahr auf den Gipfeln (Übers. Sebastian Schmidt). Stadtlichter Presse, Berlin, 2006. S. 19
Mit freundlicher Genehmigung Gary Snyders und des Verlags.

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1. Mai 2025: Der Meditationsabend fällt aus

Am 1. Mai, der Tag, an dem traditionellerweise abhängig Beschäftigte für die Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse auf die Straße gehen (oder den arbeitsfreien Tag in Wald und Flur genießen, nachdem ordentlich in den Mai getanzt wurde), fällt unser Abend einmal aus

Was der historische Buddha heute über die wirtschaftliche Ausbeutung des einen Menschen durch einen anderen Menschen (oder das Kapital) sagen würde, wissen wir nicht. Man kann ihn ja nicht mehr fragen. Was Buddhisten dazu einfallen könnte, wenn sie die Schriften von Gründerfiguren der emanzipatorischen Bewegungen wie Marx, Bakunin, Luxemburg, Mühsam, Landauer oder anderer betrachten, soll an einem der nächsten Abende zum Thema werden. Wäre der „Rebell Buddha“ (Dzogchen Ponlop Rinpoche) heute ein Revolutionär? Seit der Eisenzeit vor 2500 Jahren haben sich Staat, Gesellschaft, Wissenschaft und Arbeitswelt ja einigermaßen verändert.

Wie verhält sich Gotamas Empfehlung für ein heilsames Leben, nicht zu nehmen, was nicht freiwillig gegeben wurde, mit dem Prinzip der Marktwirtschaft, in dem die hergestellten Güter nicht gemeinschaftlich konsumiert werden, sondern, wie Marx es nannte, der Mehrwert bei den Kapitaleigner:innen verbleibt? Und wie ist es um die Freiwilligkeit der Unterschrift unter einen Arbeitsvertrag bestellt, zu der es keine Alternative gibt, weil ohne einen solchen kein Leben möglich ist? Georg Büchner hat diese „Freiwilligkeit“ bereits im frühen 19. Jahrhundert in seinem Drama „Woyzeck“ als Chimäre gekennzeichnet (Die Szene „Beim Doktor“). Was also würde der Erwachte uns heute im 21. Jahrhundert empfehlen?

Der Ökonom und Zen-Lehrer Ronald E. Purser postuliert in seinem Buch „McMindfulness – Wie Achtsamkeit die neue Spiritualität des Kapitalismus wurde“, dass die Auflösung inneren Leidens nicht bedeutet, die äußeren Faktoren, die physisches und mentales Leid verursachen, nicht aus dem Weg zu räumen. Dabei geht er mit der „Achtsamkeitsindustrie“ (MBSR & Co) kritisch ins Gericht. 

„Achtsamkeit mag zur Leidenslinderung beitragen, aber die Reduzierung von Stress auf biologische Faktoren hindert uns daran, soziale Leiden anzugehen. Die unvorhersehbaren Zyklen und Krisen des Kapitalismus erzeugen Stress.“ (S. 52) „Zudem schwingt im ideologischen Subtext der zeitgenössischen Achtsamkeitslehre mit, dass die Veränderung der Welt mit einem selbst beginne. Schließlich wird die Verantwortung für den Umgang mit dem eigenen Körper, den eigenen Emotionen und der eigenen Gesundheit auf das Individuum übertragen. Und diese Veränderung wird in erster Linie als persönliche Lifestylefrage betrachtet, statt sich direkt mit der Gesellschaft und Politik auseinanderzusetzen.“ (S. 63)

Literaturtipp

Ronald E. Purser: McMindfulness: Wie Achtsamkeit die neue Spiritualität des Kapitalismus wurde. Mabuse Verlag, 2021

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Gedanken für die Woche

Doch der Rebell Buddha besteht nicht aus Geist und klarem Denken allein. Der Rebell Buddha hat ein riesengroßes Herz mit ganz eigenen Begierden und Leidenschaften: mit einem Verlangen nach persönlicher Freiheit und einem leidenschaftlichen Engagement für die Freiheit und das Glück der anderen. Dies Herz bedarf ebenfalls der Schulung. Wenn sich diese Leidenschaften und Einsichten miteinander verbinden, betrachten wir die Welt aus einer alles umfassenden Blickrichtung.
– Dzogchen Ponlop Rinpoche: Rebell Buddha. Aufbruch in die Freiheit. O. W. Barth, 2011, S. 176

Achten Sie darauf, was in Ihrem Geist vor sich geht, wenn Sie morgens nach dem Aufstehen feststellen, dass für Ihren Kaffee keine Milch mehr im Haus ist, dass es schon wieder regnet, dass der Tank Ihres Autos fast bis auf den letzten Tropfen leer ist und dass sich die Kinder den Kopfhörer aufgesetzt haben und partout nicht bereit sind, ein Wort mit Ihnen zu wechseln. Wo bleibt in diesem Moment Ihr Gleichmut? Wo ihr Mitgefühl? Falls Sie ab und an eine Gedächtnisstütze benötigen sollten, die Sie an Ihre Praxis erinnert: Im Alltag kann man sie leicht finden.
– ebenda, S. 202 f.

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24. April 2025: Rastlosigkeit und Co – Was tun?

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen.

Lesung und Austausch:

Nachdem wir uns jüngst sehr angeregt über einen Text von Stephen Batchelor unterhalten haben, starten wir heute ein Fortsetzung. In einem kurzen Abschnitt nimmt sich Stephen Rastlosigkeit, Langeweile und Lethargie in der Meditation vor und erläutert, woran dies liegt und woran nicht. Zugleich zeigt er auf, wie ein sinnvoller und ertragreicher Umgang damit aussehen könnte.

Der Text ist kurz und prägnant. Es wird also reichlich Zeit für einen Austausch über die eigenen Erfahrungen mit diesen Phänomenen geben.

Ein Appetithappen sei schon mal verabreicht:
„Anstatt dagegen anzukämpfen, lasse ich mich lieber darauf ein. Hinnehmen, dass es eben jetzt nun einmal so ist: Ich schweife geradezu zwanghaft ab. Dieses Annehmen kann sogar dazu führen, dass ich begreife, wovor ich da weglaufe.“

Wir schließen den Abend mit einer kurzen Meditation mit Wertschätzung und Widmung ab.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Gedanken für die Woche

Was ist gemeint mit Befreiung?

Ganz kurz formuliert bedeutet es: Frei sein von Klesha (Pali: Kilesa) und Karma.

  • Frei sein von den „Klesha“ heisst, frei sein von getäuschter Wahrnehmung der Wirklichkeit und von den daraus entstehenden unheilsamen, leidvollen und Leiden bewirkenden Emotionen wie Verlangen, Anhaften, Ärger und Hass, Neid und Eifersucht, Dünkel und dem ganzen Rest.
  • Und frei sein von Karma heisst, in Kürze: Frei sein von all den vielen leidvollen Tendenzen und Gewohnheiten, die wir uns im Laufe unseres Lebens durch unbewusstes, aber hartnäckiges Wiederholen angewöhnt haben.

Befreiung von Klesha und Karma also: Es ist die Befreiung von allem inneren Leiden. Also eine grosse Nummer und unendlich viel mehr als Entspannung und physisches oder psychisches Wohlergehen! Der Buddha lehrte:

„Was ist dieses Ziel?

Es ist das Versiegen von Begierde, Hass und Verblendung – es ist das Endes des Leidens.

Und für die Befreiten, in deren Herz Friede wohnt,
gibt es nichts mehr, was noch zu tun wäre.
Still sind ihr Herz und ihr Geist – und frei.“

Natürlich ist das ein sehr langer Weg. Aber jeder Schritt in die richtige Richtung wirkt befreiend…

– Fred von Allmen

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17. April 2025: Sitzen-Gehen-Sitzen–Hören-Sprechen–Widmen–Aufräumen

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen.

Vortrag und Austausch
Es wird wieder einen Impulsvortrag von Franz Lüke geben.
Vom Thema lasst ihr euch diesmal freudig überraschen. Auf die sich anschließende Diskussion sind wir gespannt.

Wir schließen den Abend mit einer kurzen Meditation mit Wertschätzung und Widmung ab.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Nach-denkliches / Be-denkliches

In Chicago fand kürzlich ein (notwendiges) wissenschaftliches Symposium zu sexualisierter Gewalt im Buddhismus statt. Die Zeitschrift „Buddhismus aktuell“ der Deutschen Buddhistischen Union (DBU) hat die Ergebnisse in der neuen Ausgabe zusammengefasst und dies auf ihrer Website zur Verfügung gestellt.

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Ge-dankliches

Absolute Wahrheit?

Wie steht es mit der Ansicht, der Buddha habe zwei verschiedene Arten von Wahrheit gelehrt: konventionelle und absolute Wahrheit? Diese Idee ist weltverbreitet. Aber in Wahrheit sprach er nur Wahrheit. Wenn er über Dinge sprach, die man auch verstehen kann, wenn man kein Edler (Erwachte/r oder schon sehr dicht dran oder zumindest auf dem Pfad unterwegs, Anm. d. Red.) ist, gab er das wieder, was er sich erschlossen hatte. Zum Beispiel wenn er erklärt, wie man eine Toilette in Ordnung hält. Wenn er über Dinge sprach, die nur ein Edler verstehen kann, gab er ebenfalls wieder, was er erschlossen hatte. Aber das meint die Theorie von den zwei Wahrheiten nicht.
Die Vorstellung von der absoluten Wahrheit geht eher in Richtung einer transzendenten letztendlichen Wahrheit, die „hinter“ all den normalen Wahrheiten verborgen ist. Eine Wahrheit, deren Existenz nicht davon abhängt, dass sie jemand erschließt, sondern die von Bewegungen „losgelöst“ (das genau ist die Bedeutung von „absolut“) auf ewig herumschwebt und darauf wartet entdeckt zu werden.

Dass es „ewige Wahrheiten“ gibt, wird erst dann zureichend bewiesen sein, wenn der Nachweis gelungen ist, dass in alle Ewigkeit Dasein war und sein wird. Solange dieser Beweis aussteht, bleibt der Satz eine phantastische Behauptung, die dadurch nicht an Glaubwürdigkeit gewinnt, dass sie von den Philosophen gemeinhin „geglaubt“ wird.
Die Behauptung „ewiger Wahrheiten“, ebenso wie die Vermengung der phänomenal gegründeten „Idealität“ des Daseins mit einem idealisierten absoluten Subjekt gehören zu den längst noch nicht radikal ausgetriebenen Resten von christlicher Theologie innerhalb der philosophischen Problematik. (Martin Heidegger)

Heidegger deutet an, dass da ein gewisser Bedarf besteht, an „ewige Wahrheit“ zu glauben. Viel aufschlussreicher als die Frage, ob es absolute Wahrheit gibt und was das sein könnte, ist daher die Frage, warum sich Menschen wünschen, dass es eine geben möge.

Aus: Ehrw. Ajahn Mettiko Bikkhu: Gegen den Strich. Erschließende unwissenschaftliche Nachschrift zu Satipatthāna. Hrsg. Muttodaya Dhamma und Verlag Beyerlein und Steinschulte, 2024, S. 193 f. (Download)

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Nach-trägliches

Das Buch „Gegen den Strich“ hat einen interessanten Rückentext:
„Dieses Buch handelt von der Lehre des Buddha.
Es schmeckt nach Freiheit.
Es eignet sich nur für Erspürende.
Es enthält keine Ballaststoffe historischer Perspektiven.
Es ist frei von Konservierungsstoffen distanzierter Objektivität.
Es verzichtet auf Geschmacksverstärker idealistischer Positionen.“

Der ehrw. Mettiko Bikkhu vom Waldkloster Muttodaya im Frankenwald hat unserer Gruppe sein Buch freundlicherweise in gedruckter Form geschenkt. Es kann also ausgeliehen werden – sobald es von der aktuellen Ausleihe zurück ist. 😉

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10. April 2025: Meditation und mehr

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen

Lesung und Austausch: Stephen Batchelor über Bewusstheit und Meditation

„Man kann Meditation als formale Praxis betreiben, ein-oder zweimal am Tag für jeweils eine halbe Stunde oder so, aber ihr eigentliches Ziel ist es, frisches Bewusstsein in alles hineinzutragen, was wir tun. Ob ich gehe oder stehe, sitze oder liege, ausruhe oder arbeite, allein oder in Gesellschaft bin – stets versuche ich, diese gleiche Aufmerksamkeit walten zu lassen. Wenn ich also Milch hole, werde ich das schabende Geräusch der Blätter auf dem Gehsteig ebenso wahrnehmen wie meinen verletzten Ärger über die von XY gemachte Bemerkung.
Bewusstheit ist ein Prozess des zunehmenden Annehmens unserer selbst. Sie ist weder kühle Zergliederung des Lebens noch das Mittel, mit dem man sich vollkommen macht Was sie wahrnimmt, das umfängt sie. Es gibt nichts, was dieses Annehmens unwürdig wäre.“

Im Anschluss an die, kurze, Vorstellung des Textes können wir uns über die eigenen Erfahrungen austauschen und überlegen, wie sich die Bewusstheit auch im Alltag intensivieren lässt.

Wir schließen den Abend mit einer kurzen Phase der Stille mit Wertschätzung und Widmung ab.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Neu lesen

In der Edition Khordong im Wandel Verlag Berlin ist gerade ein neues lesenswertes Buch von James Low erschienen. Es schließt sich nahtlos an die Themen der letzten Donnerstage an: Die heilende Kraft der Leerheit. All jenen, die sich mit diesem Thema aus der Perspektive eines Dzogchen Lehrers beschäftigen möchten, sei es zum Studium empfohlen.
James hat bereits einige inspirierende Bücher veröffentlicht, manche können über uns ausgeliehen werden.

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Nachlesen

Am 3. April fand wie üblich der monatliche Einführungsabend mit einer geführten Meditation statt. Das Skript dazu liegt in Papierform an den kommenden Donnerstagen in der Biegenstraße aus. Es kann aber auch von unserer Website heruntergeladen werden. Ein Klick genügt.

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Gedanken für die Woche

Wenn wir von Leid geplagt sind, wenn wir uns wünschen, das Leid, das wir in der Welt sehen, möge ein Ende haben, dann sollten wir uns an die Dritte Edle Wahrheit des Buddha erinnern: „Es gibt ein Ende des Leids.“ Das Leid hat einen Ursprung und es hat ein Ende. Leid ist nicht innewohnend, sondern erzeugt, fabriziert. Wenn wir aufhören, es zu erzeugen, wird es nicht mehr da sein. Wir erschaffen unser Leid selbst.
Wie machen wir das? Wir betrachten den Fluss der Erfahrung, der sich ständig verändert, und schneiden mit der Schere der Dualität kleine Stücke heraus und stecken sie in unsere Tasche, um sie für später aufzubewahren. Jetzt habe ich etwas! Vielleicht, aber es verfault bereits, es verwest, es stirbt. Also schneiden wir weiter, nehmen und verstecken, schneiden und nehmen und verstecken. Das ist Leiden. es ist niemals stabil, niemals sicher.

James Low: Die heilende Kraft der Leerheit. Eine Anthologie von Dzogchen-Texten. Wandel Verlag, Berlin, 2025, S. 43

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3. April 2025: Lass den Buddha in dir meditieren

Beginn: 18:45 Uhr

Anregungen für die buddhistische Vipassana Meditation.

Nach einer kurzen Einführung in die Grundlagen der buddhistischen Achtsamkeitsmeditation üben wir diese in Form einer geleiteten Meditation. Es spielt keine Rolle, ob und wie viel Erfahrungen mitgebracht werden. Wir starten jedesmal ganz von vorn, mit dem ersten bewussten Atemzug, wenn wir mit der Praxis beginnen.

In der Anapanasati Meditation steht zunächst der Atem im Mittelpunkt der Achtsamkeit, bis sich das Feld immer weiter öffnet. So auch, wenn wir Vipassana üben. Aus der Ruhe des Samatha heraus öffnen wir unser Gewahrsein für das momentane Erleben. Alles darf erscheinen, nichts muss vermieden oder abgelehnt bzw. hergestellt werden. Dies klingt sehr anstrengungslos, scheint aber zugleich nicht einfach zu sein, weil unsere Reaktivitätsmuster sich so schnell kommentierend und bewertend zu Wort melden. Was würde ein Buddha bzw. unsere innere Weisheit (Genjo Roshi sprach letzten Donnerstag davon) jetzt wohl tun?

Wir werden gemeinsam üben und spüren, wie es sich anfühlt, in der Großen Offenheit zu verweilen
Ajahn Chah (einer der großen Meister der thailändischen Waldklostertradition) beschrieb dies so:
„Sei einfach bloß achtsam. Gestatte allen Dingen, den ihnen gemäßen oder natürlichen Verlauf zu nehmen. Dann wird dein Geist stiller und stiller, wo du auch sein magst. Er wird so still wie ein klarer Waldteich. Dann werden alle Arten von großartigen und seltenen Tiere an diesen Teich herankommen, um aus ihm zu trinken. So wirst du die Natur aller Dinge in der Welt verstehen lernen. So wirst du viele wundervolle, sonderbare Dinge kommen und gehen sehen. Aber du wirst still bleiben. Probleme werden entstehen. Aber du wirst sie durchschauen. Dies ist das Glück eines Erwachten.“ 

Im Anschluss besteht genügend Zeit für Fragen zu Meditation und allem, was man schon immer über die Unterweisungen des Buddha wissen wollte.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Natürlich ist die Teilnahme an unseren Abenden wie stets kostenlos.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Lesen

Die Buddhistische Gesellschaft München (BGM) gibt als Dhamma-Dana, also kostenlos bzw. gegen Spende, viele Dhamma-Bücher heraus. Sie haben uns drei Bücher von Buddhadasa Bikkhu (1906-1993) zur Verfügung gestellt. Er war einer der wichtigsten und einflussreichsten buddhistischen Lehrer Thailands. Buddhadasa verband die Lehren des frühen Buddhismus mit denen des späteren Mahayana. Seine Werke und Unterweisungen werden heute in den „Buddhadasa Indapanno Archives“ in Bangkok bewahrt, studiert, gelehrt und geübt. Denjenigen, die einmal Gelegenheit haben, nach Bangkok zu kommen, sei ein Besuch dieses Orts empfohlen. Er liegt wunderbar eingerahmt von tosendem Verkehr auf der einen und einem großen Park auf der anderen Seite. Ein perfekter Praxisort also.

  • Unter dem Bodhibaum – Buddhas ursprüngliche Sicht auf die bedingte Zusammenentstehung
  • DHAMMA-SOZIALISMUS – Eine Zusammenfassung seiner Vorträge zu Dhammic Socialism
  • Kernholz des Bodhibaums – Suññatā verstehen und leben

Bei Interesse können sie ausgeliehen werden. Eine kurze Mitteilung vor dem Donnerstagabend genügt.

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Lesen und bedenken

Die Worte „spirituell“ und „geistig“ haben sehr verschiedene Bedeutungen. „Geistig“ bezieht sich auf die geistigen Faktoren, die mit dem Körper verbunden und in Beziehung zu ihm stehen. Wenn wir an einer geistigen Krankheit leiden, gehen wir in ein psychiatrisches Krankenhaus oder eine Nervenheilanstalt. Das ist keine spirituelle Angelegenheit. Das Wort „spirit“ (Geist, Geist-Herz) hat hier nichts mit einem Geist oder einem Wesen zu tun, das Menschen besetzt. Hier bezieht es sich auf die subtilen Aspekte des Geistes, der krank ist durch die Kraft der in ihm wirkenden Herzenstrübungen, besonders durch Ignoranz und falsche Anschauung. Der Geist, der sich aus Unwissenheit oder falscher Ansicht zusammensetzt, leidet an der spirituellen Krankheit; er sieht falsch. Falsches Sehen veranlasst den Geist, falsch zu denken, falsch zu reden und falsch zu handeln. Folglich drückt sich die Krankheit gerade in falschen Gedanken, falscher Rede und falschen Handlungen aus.
Euch wird sofort auffallen, dass jeder ohne Ausnahme die spirituelle Krankheit hat. Soweit es körperliche und geistige Krankheiten betrifft, so treten diese nur in manchen Menschen zu bestimmten Zeiten auf. Sie sind nicht so schrecklich. Sie verursachen nicht das beständige Leid bei jeder Einatmung und jeder Ausatmung, wie es die spirituelle Krankheit tut. Körperliche und geistige Krankheiten werden deshalb im Buddhismus nicht behandelt. Die Lehren des Buddha sind die Heilmittel für die spirituelle Krankheit und der Buddha ist der Arzt des „Geist-Herzens“ (spirit).

Buddhadasa Bikkhu: Kernholz des Bodhibaums. BGM, 2017, S. 33

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27. März 2025: ZEN Abend mit Genjo Roshi

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen.

Ein Impulsabend aus dem ZEN mit Genjo Marinello Roshi – Seattle/USA

Nach einer Eingangsmeditation schauen wir uns einen sehr kraftvollen Teisho (Vortrag) von Roshi Genjo Marinello an, den er am zweiten Tag des fünftägigen Sesshins (ZEN-Retreat) im Januar 2024 im Waldhaus am Laacher See gehalten hat. Der Vortrag handelt unter anderem von der Lebendigkeit allen Seins und von der Weisheit der Liebe. Er wurde simultan ins Deutsche übersetzt, sodass Englischkenntnisse nicht erforderlich sind.

Genjo Marinello Roshi lebt mit seiner Frau Carolyn und seinem Hund Charlie in Seattle und bot bereits zum vierten Mal ein Sesshin im Waldhaus an. Er wurde 1980 als Zen-„Unsui“ (Wolken- und Wasser-Person bzw. Priester-Novize) ordiniert und dient seit 1999 als Abt des Rinzai-Zen-Tempels in Seattle (Chobo-Ji, www.choboji.org). Zudem ist er ausgebildeter Psychotherapeut, Pilot und Autor.

Anfang 2021 wurde sein erstes Buch „Reflections on Awakening & Maturity for Spiritual Companions“ veröffentlicht. 2022 folgte sein zweites Buch „Intimate Infinite“, das eine Anthologie seiner vielfältigen Vorträge/Teishos ist. Darüber hinaus veröffentlicht er regelmäßig Vorträge auf folgendem Podcast: https://genjo.libsyn.com/.

Einige seiner Schüler:innen im Chobo-Ji werden selbst Zen-Lehrer:innen oder leiten eigene Tempel. Genjo zeigt soziales Engagement in zahlreichen interreligiösen und buddhistischen Projekten. Als Zen Peacemaker nahm er an verschiedenen Retreats teil, darunter Auschwitz, Ruanda und die Black Hills.

Das nächste Sesshin mit Genjo in Europa findet vom 13. bis 18. Mai 2025 in England statt. Die Anmeldung erfolgt unter: https://www.touching-heart-mind.com/home.

Durch den Abend wird uns Samuel Koelewijn (www.koelewijn.de), ein langjähriger Schüler von Genjo, führen.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Natürlich ist die Teilnahme an unseren Abenden wie stets kostenlos.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Wir schließen den Abend mit einer kurzen Meditation mit Wertschätzung und Widmung ab.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Rückblick

Letzten Donnerstag ging es um „abhängiges Entstehen“. Der Text kann, gesprochen von Lama Tilmann Lhündrup selbst, auf Youtube nachgehört werden. Aus Urheberrechtsgründen können wir ihn hier nicht als Kopie veröffentlichen. Er entstammte dem Buch von Lama Tilmann, Ursula Flückiger und Fred von Allmen: Mahamudra und Vipassana – Gewahr Sein, erschienen im Norbu Verlag. Dort und über den örtlichen Buchhandel kann es bezogen werden.

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Ausblick

Dharma der Freude

THE DHARMA OF PLEASURE: Eine Folge von Online-Veranstaltungen des Bodhi College in englischer Sprache
Manchmal hat es den Anschein, dass wir viel besser im Leiden sind als im Genießen und im Wohlfühlen. Der frühe Buddhismus ist weit davon entfernt, gegen Vergnügen zu sein, er ist eine Form des verfeinerten Hedonismus. Er baut auf unserer natürlichen Tendenz auf, das zu suchen, was sich gut anfühlt, und ermöglicht es uns, sie zu trainieren und zu verfeinern, so dass wir, anstatt in ungesunden Mustern gefangen zu sein, diese natürliche Tendenz nutzen können, um auf Befreiung hinzuarbeiten.
Diese Perspektive, die viele aus den Augen verloren haben, kann ein Gegengewicht zu Ansätzen der Dharma-Praxis bilden, die übermäßig „rationalistisch“ sind oder die unsere Tendenz, uns auf das Leiden und das Negative zu konzentrieren, noch verstärken.
In vier Online-Sitzungen werden wir sehen, wie die Erforschung des Angenehmen unser Leben verbessern, unseren Altruismus nähren, unsere Meditationspraxis vertiefen und ein fruchtbarer Boden für Einsichten sein kann.

– Vier aufeinanderfolgende Sonntagnachmittage, 16 -18 Uhr britischer Zeit am 18. und 25. Mai, 1. und 8. Juni

– Offen für alle – neue und erfahrene Praktizierende gleichermaßen

Infos auf der Homepage des Bodhi College.

PS: Dass es in der buddhistischen Praxis um Freude gehen sollte, hat Ajahn Brahm vor Jahren in seinem Vortrag „Which Yana? Hahayana!“ erläutert. Er kann auf der Homepage der Buddhist Society of Western Australia nachgehört werden.

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Klarblick

Geist geht allem Tun voraus,
alles Tun ist vom Geist geleitet, vom Geist erschaffen.

Spricht oder handelt einer mit unlauterem Geist,
folgt Leid wie Räder dem Huf des Zugochsen folgen.

Geist geht allem Tun voraus,
alles Tun ist vom Geist geleitet, vom Geist erschaffen.
Spricht oder handelt einer mit heiter-klarem Geist,
folgt Glück so sicher wie der eigene Schatten.

Aus dem Dhammapada

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20. März 2025: Paticcasamuppada – Bedingtes Entstehen

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen (ca. 20 – 10 – 20 Min.)

Vortrag und Austausch:

Paticcasamuppada: 
Buddhas Lehre vom Abhängigen Entstehen

Nach dem inspirierenden Vortrag von Franz Lüke über Shunyata/Leerheit in der letzten Woche wagen wir einen weiteren Schritt in dieses Themenfeld. Eng verknüpft mit „Leerheit“ ist „abhängiges/bedingtes Entstehen“. Buddha maß seinen Unterweisungen darüber sehr große Bedeutung bei, denn er ging davon aus, dass ohne dieses Prinzip verstanden zu haben, Leiden vorprogrammiert sei, während dessen Durchdringung dem Leiden ein Ende setze.

Buddhadasa Bikkhu schreibt: „
Paṭiccasamuppāda ist ein Thema, das, wenn es verstanden wird, zur Beendigung des Leidens genutzt werden kann. In einem anderen Licht betrachtet, müssen wir es als unsere Pflicht ansehen, zu versuchen, die abhängige Entstehung zu begreifen und einander dabei zu helfen, sie ebenfalls zu begreifen. Das ist unsere Pflicht. Das ist Buddhas Wunsch. Wenn wir das schaffen, dann war Buddhas Erleuchtung nicht umsonst. […] Wenn jemand fragt: ‚Was ist paṭiccasamuppāda?‘, lautet die Antwort: ‚Paṭiccasamuppāda ist eine detaillierte Demonstration, wie Leiden entsteht und wie Leiden aufhört. Es zeigt auch, dass das Entstehen und Aufhören von Leiden eine Angelegenheit natürlicher Interdependenz ist. Es ist nicht notwendig, dass Engel oder heilige Dinge oder irgendetwas anderes helfen, Leiden entstehen oder vergehen zu lassen. Es handelt sich um mehrere Ebenen natürlicher Interdependenz. Wenn bestimmte Faktoren in gegenseitiger Abhängigkeit entstehen, entsteht oder endet das Leiden. Das Wort paṭicca bedeutet ‚beruhend auf, betreffend, weil‘ und das Wort samuppāda bedeutet ‚Ursprung, Entstehung, Genese, Entstehen, Produktion‘. Das, was mit den gleichzeitig entstehenden, voneinander abhängigen Dingen zu tun hat, wird paṭiccasamuppāda (abhängiges Entstehen) genannt.“(Buddhadasa Bikkhu: Paticcasamuppada: Practical Dependent Origination. Buddhadāsa Foundation, 2020, S. 27 f.)

Da alle Phänomene in Abhängigkeit verschiedenster Faktoren entstehen, sich wandeln und auch wieder vergehen, also ohne ein dauerhaftes Selbst sind, liegt im Verständnis dieser „Leerheit“ der Schlüssel zur Befreiung von Herz und Geist. Wir werden uns heute die 12 Glieder des bedingten Entstehens näher anschauen und wieder versuchen, kognitives und intuitives Begreifen zu verknüpfen.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Natürlich ist die Teilnahme an unseren Abenden wie stets kostenlos.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Retreatplanung

Vom 28. Mai bis 1. Juni leitet Ursula Flückiger wieder das Retreat „Vipassana und Karuna (Mitgefühl) an Himmelfahrt“ im Seminarhaus Engl in Niederbayern. Wir sind weiterhin in der Lage, Mitfahrgelegenheiten anzubieten. Interessenten können sich einfach per Email bei uns melden.

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Gedanken für die Woche

Meditation hilft und befähigt uns, in unseren Einstellungen und Wahrnehmungen flexibler zu werden und die passenden Gegenmittel für aufkommende Negativität anzuwenden. Je besser wir meditieren können, desto transparenter werden unsere eigenen Probleme und Schwierigkeiten. Es wird leicht für uns sein, mit unseren Sorgen umzugehen, wenn unser Geist scharf und klar genug ist, um von vornherein sehen zu können, wie Verwirrung aufgekommen ist. Durch diese verstärkte Klarheit, die durch meditative Erkenntnis entsteht, können wir verhindern, dass schwierige Situationen schlimmer werden und sicherstellen, dass unsere Verhaltensmuster sich nicht wiederholen. – Kyabje Chogye Trichen Rinpoche: Sich Lösen von den vier Anhaftungen. Ein Kommentar zu Djetsün Dragpa Gyaltsens Gesang der Verwirklichung über das Geistestraining und die Sicht. Tushita Verlag – Edition Tibet, 2007, S. 106

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13. März 2025: Shunyatā/Suññatā: Ein Versuch über Leerheit

Beginn: 18:45 Uhr

Meditation im Sitzen und Gehen

Vortrag und Austausch:

Der Begriff Shunyatā (Pali: suññatā) ist in den buddhistischen Traditionen von großer Bedeutung. Obwohl er, vor allem im Mahāyāna, einer der zentralen ist, fällt es immer wieder schwer, ihn mit Inhalt zu füllen. Traditionell wird er mit „Leerheit“ übersetzt. Dies führt schnell zu Assoziationen, die mit unserem Alltagsverständnis von Leere verknüpft sind, die aber nicht notwendigerweise den Kern der Sache treffen. Wir versuchen, etwas mit Worten zu beschreiben, was aber, um vollständig verstanden werden zu können, auch auf der intuitiven Ebene erfahrbar geworden sein muss. Kognition und Intuition müssen also angemessen zusammenfinden.

Der Vipassanalehrer Fred von Allmen beschreibt die Schwierigkeit, Shunyatā zu erklären, mit dem Problem, eine entwischte schwarze Katze in einem dunklen, fensterlosen Kohlenkeller zu finden – aber sie befindet sich gar nicht darin.

Verwirrt werden wir möglicherweise auch durch Formulierungen, wie sie sich im Herz Sūtra finden: 

„Form ist Leerheit. Leerheit ist Form. Leerheit ist nichts anderes als Form. Form ist nichts anderes als Leerheit.“ (Zitiert nach Khenpo Karl Brunnhölzl: Das Herzinfarktsutra. Ein neuer Kommentar zum Herzsutra. edition steinrich, 2014, S. 298)

Im Palikanon, der Sammlung der Lehrreden Buddhas des frühen Buddhismus, taucht der Begriff der Leerheit als auf diese Weise substantiviertes Adjektiv selten auf. Beispiele finden sich allerdings in der Cūlasuññatā Sutta (MN 121) und in der Mahasuññatā Sutta (MN 122).

Wir werden also versuchen, an diesem Abend etwas Licht in den dunklen Kohlenkeller zu bringen. Mal sehen, ob sich nicht doch eine Katze darin finden lässt.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Online

Fred von Allmen bietet in der nächsten Zeit zwei Vorträge an, bei denen es lohnenswert sein könnte, sich via Zoom zuzuschalten.

Bereits am Mittwoch, 12. März findet ein Abendvortrag im ZfB (Zentrum für Buddhismus) in Bern mit Fred von Allmen statt, vor Ort und online. Es gibt einen Flyer mit den nötigen Daten.

Am Dienstag, 15. April wird er zum Thema „Rechtes Bemühen – Die Triebkraft unserer Praxis“ für die Online-Meditationsgruppe www.onlinemeditation.info  sprechen. Neulinge sind dort herzlichst willkommen.

Da unsere Lehrenden nur von den Spenden leben, die wir ihnen zukommen lassen, sollte bei Teilnahme eine Überweisung erwogen werden. Die karmischen Folgen dieser Übung der Großzügigkeit sind unermesslich.

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Gedanken für die Woche

„Kein Töten und kein Stehlen,
Kein Missbrauch und kein Lügen,
Keine üble Nachrede, Schmähung, Klatsch,
Keine Gier, Übelwollen oder Fixierung:

Diese klaren Handlungen
Sind Wege der Praxis
Und reifen zu Schönheit und Freude,
Hier und anderswo.“

Nagarjuna (2. Jhdt.)

Aus: Stephen Batchelor: Nagarjuna – Verse aus der Mitte. Eine buddhistische Vision des Lebens. Theseus, 2002, S. 117

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