10. September 2026: Meditation ist Klarheit ohne Fixierung

Wir beginnen wieder pünktlich um 19:00 Uhr mit der Meditation. Bitte nicht auf den letzten Drücker kommen.
Wer früher kommt, kann noch beim Auslegen der Kissen helfen und hat Zeit, in Ruhe anzukommen.

Nach ein paar einführenden Worten über die Besonderheiten des buddhistischen Praxis- und Lebenswegs üben wir gemeinsam die Achtsamkeit auf den Atem und den Körper. Gedanken und andere Sinneseindrücke, die unweigerlich erscheinen werden, nehmen wir wahr aber nicht zu ernst. Es genügt, während der Meditation, zu wissen, dass sie gerade unsere Erfahrung sind. Wir versuchen, weder gegen sie zu kämpfen noch an ihnen zu klammern.

In seinem Gesang „Letztendliche Sicht, Meditation, Verhalten und Frucht“ fasst der indische Yogi Milarepa (ca. 1040-1123) buddhistische Meditation mit einem Satz zusammen:

Meditation ist strahlende Klarheit ohne Fixierung.*

Dem wollen wir uns heute Abend annähern.

Ajahn Sucitto, ein britischer Mönch aus der thailändischen Waldklostertradition, sagt dazu: „Die Übung besteht darin, unkompliziert zu werden. Lass dir so viel Zeit, wie du brauchst, um die Dinge zu vereinfachen – das allein kehrt schon die Tendenzen eines ganzen Lebens um. Und solltest du einmal den Fokus verlieren, mach kein Problem daraus. Nimm einfach wahr, dass du abgeschweift bist und greife im gleichen Moment die Frage auf: ‚Was passiert gerade mit meinem Atem?‘ Gehe anschließend auf die Empfindung ein, die sich im Zusammenhang mit der Atmung bemerkbar macht. Auf diese Weise wird dir die Übung leichter zugänglich.“**
Mit ein wenig Übung werden wir erkennen (strahlende Klarheit), dass alle Erfahrungen erscheinen, vielleicht kurz verweilen und sich von selbst wieder verabschieden. Von Moment zu Moment zu Moment. Es scheint nicht immer einfach zu sein, so einfach da zu sein (ohne Fixierung), aber der Versuch lohnt sich.

Wie stets richtet sich dieses Angebot gleichermaßen an Neulinge und erfahrenere Praktizierende.

Im Anschluss an die Meditation besteht wieder reichlich Gelegenheit zum Austausch über unsere Erfahrungen mit dieser Praxis sowie die vorgestellten Gedanken dazu.

Wir beschließen den Abend mit einer kurzen Phase der stillen Wertschätzung und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Natürlich ist die Teilnahme an unseren Abenden einer guten buddhistischen Tradition folgend kostenlos.
Gleichwohl freut sich unser Spendenschweinchen über Zuwendungen, um die Anschaffung neuer Praxismaterialien und den Zugang zum Dhamma in Marburg zu sichern.

* Zitiert nach Karl Brunnhölzl: Milarepas Kung-Fu. edition khordong im Wandel Verlag (erscheint am 21. September 2026)
** Ajahn Sucitto: Kamma und das Ende von Kamma. Dhammapala Verlag, 2024, S. 87

Metta-Meditationsretreat

Mit Irene Bumbacher & Fred von Allmen
im Landguet Ried, Niederwangen bei Bern vom 14. – 18. Oktober 2026

Liebevolle Güte – mitfühlende Verbundenheit

Durch die systematische Praxis der Metta-Meditation (liebevolle Güte) entfalten wir die uns innewohnenden Kräfte der Liebe und des Mitgefühls, und wir kultivieren eine altruistische Motivation zum Wohle allen Lebens. Auf diese Weise entwickeln wir eine Haltung von Offenheit, Wohlwollen und Respekt in der Beziehung zu uns selbst und zu allen Lebewesen. Je stärker wir uns in dieser Herzensoffenheit verankern, desto tiefer und unmittelbarer fühlen wir uns mit dem Leben in uns und um uns herum verbunden, und wir wünschen uns, in Harmonie damit zu leben.
Mit Ausnahme von Vorträgen, Anleitungen und Gesprächen mit den Lehrenden verläuft dieses Retreat im Schweigen (siehe auch das Zitat am Ende dieser Einladung zur Meditation), was auch den vollständigen Verzicht auf die Benützung aller elektronischen Kommunikationsgeräte beinhaltet.

Die Kursteilnahme setzt keine Identifikation mit buddhistischen Ideen oder Grundsätzen voraus. Wesentlich ist hingegen das Interesse an einer konsequenten Meditationspraxis. Da diese kontinuierliche Praxis im Schweigen anspruchsvoll sein kann, erfordert sie eine gewisse innere Stabilität und körperliche und psychische Gesundheit.

Weitere Informationen: Hier

Anmeldung: Hier

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7. Marburger Praxistag am 26. September

Am Samstag, den 26. September wird unser 7. Praxistag stattfinden. Ab sofort könnt ihr euch dafür anmelden. Schön wäre für die Orga, wenn ihr dies zeitnah tätet. Das erleichtert die Planung für das Mittagessen gewaltig. Aber auch kurzfristige Anmeldungen sind kein Problem.
Der Tag findet wie auch bei Vipassana oder Metta Retreats (s. o.) üblich im Schweigen statt. Zur Bedeutung des Schweigens siehe ebenfalls die Gedanken von Ursula Flückiger unten. Weitere Infos zum Ablauf findet ihr hier.

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Unsere Dharmabibliothek wächst weiter

Rose hat uns aus dem Nachlass Jochens einen Stapel Bücher gespendet. Die Auflistung findet ihr unten. Einige Doppelexemplare können bei ernsthaftem Interesse am Donnerstagabend mitgenommen werden. Die beiden Bücher von Ajahn Sucitto sind Mitbringsel vom Meditationszentrum Beatenberg.

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In der Stille

Im Schweigen, im Nach-Innen-Horchen, lassen wir uns vom Leben berühren. Die Stille macht uns von einem Handelnden zu einem Empfangenden. Stille hat auch etwas Entlarvendes, Verdrängungsmechanismen haben weniger Chancen. In der Stille ist es schwieriger, Kränkung nicht zu spüren, Ungeduld nicht wahrzunehmen, eine innere Rührung nicht zuzulassen oder einen Gedanken des Neides nicht mitzubekommen. Stille macht uns sensibler für die leidhaften, schmerzhaften Erfahrungen, aber sie macht uns auch empfänglicher für die beglückenden. Sie eröffnet uns Bereiche, von denen wir nicht wussten, dass es sie gibt. Stille macht uns hellhörig. Ich möchte diese Gedanken mit einem Gedicht abschließen, das ich sehr schätze. Es ist von Bashō (1644-1694):
„Die Tempelglocke ist verstummt,
doch der Klang kommt weiterhin aus den Blumen.“

– Ursula Flückiger in Tilmann Lhündrup, Ursula Flückiger, Fred von Allmen: Mahāmudrā & Vipassanā, Gewahr Sein – Retreat-Unterweisungen. Norbu Verlag, 2015, S. 90

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