16. Juli 2026: Die zweite edle Wahrheit und das Loslassen der Reaktivität

Wir beginnen wieder um 18:45 Uhr. Wer etwas früher kommt, kann noch beim Auslegen der Kissen helfen.

An diesem Donnerstag setzen wir unsere kleine Reihe zu Gotamas vier edlen Wahrheiten fort. Diesmal geht es um die zweite edle Wahrheit bzw. die zweite veredelnde Aufgabe, wie Stephen Batchelor es nennt. Es geht um die Ursachen des Leidens. Wir werden untersuchen, ob es um eine ewige Wahrheit geht, an die zu glauben ist oder um das Verstehen, wie wir uns selbst in innere Leidenszustände bringen, die unseren eingeübten Reaktivitätsmustern geschuldet sind.

Zugleich soll es auch darum gehen, dass unser Leben nicht nur von Leiden geprägt ist oder geprägt sein muss. Menschliches Leben kennt viele glückliche und freudvolle Umstände, dies war auch dem Buddha sehr bewusst:

„Wenn dieses Leben, Mahāli, ausschließlich von Leiden durchtränkt wäre und wenn es nicht auch von Freude durchdrungen wäre, dann wären Wesen nicht hingezogen zu ihm.“ [Samyutta Nikaya 22:60]

In diesem Sinne soll es heute auch darum gehen, das Leben zu feiern und den Weg zu beleuchten, der uns trotz aller Widrigkeiten ein heiteres, beschwingtes Leben im Hier und Jetzt ermöglichen kann.

Im Anschluss an die Meditation besteht wieder reichlich Gelegenheit zum Austausch über unsere Erfahrungen sowie die entstandenen Schwierig- und Leichtigkeiten.

Wir beschließen den Abend mit einer kurzen Phase der stillen Wertschätzung und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Natürlich ist die Teilnahme an unseren Abenden einer guten buddhistischen Tradition folgend kostenlos.
Gleichwohl freut sich unser Spendenschweinchen über Zuwendungen, um die Anschaffung neuer Praxismaterialien und den Zugang zum Dhamma in Marburg zu sichern.

Der nächste Praxistag kommt bestimmt

Die Abstimmung für den Termin unseres nächsten Praxistages geht weiter. Wer Interesse hat, einen Tag (9:30 bis 17:30) der meditativen Praxis zu widmen, kann sich für die entsprechenden Termine hier eintragen.

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Irrtümer

Letzten Donnerstag hat Rona aus einem tollen Buch vorgelesen. Das daran anschließende Gespräch war inspiriert und tiefgründig. Es handelte sich um dieses Buch:

Björn Natthiko Lindeblad: Ich kann mich irren

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Achtsamkeitsbasiertes ethisches Leben

Die Buddhastiftung bietet einen Online-Kurs zu MBEL (Mindfulness Based Ethical Living, achsamkeitsbasiertes ethischen Leben) an. Er beginnt am Dienstag, 15. September 2026 und erstreckt sich über insgesamt acht aufeinananderfolgende Dienstage. Es lehren Jochen Weber (Gründer der Buddhastiftung) und Ulla König (Dharmalehrerin, z. B. im Seminarhaus Engl)

Aus der Ankündigung: „Es ist kein Kurs zur Selbstoptimierung und keine Entspannung um ihrer selbst willen; es ist eine Schulung in verantwortlicher Beteiligung an der Welt. Viele Achtsamkeitsansätze betonen zu Recht ein nicht wertendes Gewahrsein der inneren Erfahrung — den eigenen Gedanken und Gefühlen ohne harte Selbstkritik zu begegnen. MBEL bewahrt diese Sanftheit sich selbst gegenüber, fügt aber einen weiteren, bewussten Schritt hinzu: Es lehrt, zu unterscheiden und zu bewerten, so ehrlich wir können, was hilfreich ist und was schädlich. Die Haltung, die es kultiviert, ist daher keine wertfreie Aufmerksamkeit, sondern eine ethisch unterscheidende.“

Weitere Infos und Anmeldung auf der Website der Buddhastiftung.

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Wer findet eine weitere innovative und treffende Auflösung des Akronyms S.A.N.G.H.A.?

Schickt uns eure kreativen Vorschläge. Wie wir wissen, sind Gedanken kein Fehler. Unbestelltes reaktives Denken trägt allerdings wenig zum Erwachen bei, also strengt eure grauen Zellen zielgerichtet an. Dann wird es schon.

Die prachtvollste, radikalste, intelligenteste, mitfühlendste, anregendste Idee gewinnt einen noch unbekannten im Dharma begründeten Preis. 

Im Sinne des S.A.N.G.H.A. (Sehr Angenehme Nichtkommerzielle Gemeinschaft, Heilsames Anstrebend) Gedankens bitten wir dafür um stoffliche oder ideelle Spenden. Sollte mehr als ein Preis gespendet werden, sorgen wir dafür, dass sich der Segen der Großzügigkeit auf möglichst viele Akronymisten verteilen wird. Alles hat seinen Preis, wird behauptet. Aber warum soll es nur einen geben? Gar nicht einzusehen. Zack!

Einsendeschluss ist der  22. August.

Die feierliche Übergabe der Preise und die Lobpreisung der Gewinnerinnen und Gewinner könnte an einem sommerlich-geselligen Treffen der BGM-S.A.N.G.H.A. in der folgenden Woche stattfinden. Auch dafür werden noch vor allem räumliche Vorschläge gesucht.

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Gotama

Gotamas Lehrreden bezeugen seine Kunstfertigkeit in dialektischer Argumentation. Seine Autorität ist nicht die eines Gurus, der seinen Anhängerinnen und Anhängern seine Ansichten aufzwingt, weil diese an seine Erleuchtung glauben. Er diskutiert mit seinen Gesprächspartnern und überzeugt sie durch die konsequente Anwendung der Vernunft. Da es sein Anliegen ist, die Lebensweise der Menschen zu ändern, sind seine Argumente eher praktischer denn theoretischer Natur. Um anderen bei ihren Entscheidungen zu helfen, wie sie denken, sprechen und handeln können, benutzt er Argumente. Er hat kein Interesse daran, abstrakte Thesen zu verfolgen, um eine theoretische Wahrheit aufzuzeigen. Seine praktische Vernunft ist eine ethische.

– Stephen Batchelor: Jenseits des Buddhismus. Eine säkulare Vision des Dharma. Edition Steinrich, 2017, S. 92

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