
Einladung zur Meditation
Wir beginnen wieder um 18:45 Uhr mit Meditation im Sitzen und Gehen (ca. 20-10-20 Min.).
Anschließend gibt es eine kommentierende Lesung:
Wer zum Teufel ist eigentlich Mara?
In vielen theistischen Religionen und Denkgebäuden spielen personifizierte Teufel oder Bösewichter eine wichtige Rolle. Meist verbreiten sie Angst und Schrecken. Wer in den Verdacht gerät, mit dieser „dunkeln Macht“ in Verbindung zu stehen, muss sich auf einiges gefasst machen. Nicht nur in der Vergangenheit war diese Unterstellung gefährlich, auch in der Gegenwart kann ein solcher Verdacht tödliche Folgen für die Bezichtigten haben.
Stephen Batchelor (Dharmalehrer und Mitgründer des Bodhi College) beschreibt bereits im Untertitel seines Buches „Mit dem Bösen leben“* ein Grunddilemma menschlicher Existenz: Warum kriegen wir es nicht immer hin, unseren „guten Absichten“ sinnvolle Taten folgen zu lassen?
Gehen wir freundlicherweise davon aus, dass niemand grundlegend böse ist, also ohne auch nur den klitzekleinsten Anteil von Freundlichkeit, Zuwendung, Liebe oder Wohlwollen anderen Lebewesen gegenüber, stellt sich doch die Frage, was uns hindert, stets den Weg des inneren Glücks (der Freundlichkeit, des Mitgefühls, der Mitfreude, des Gleichmuts) zu beschreiten.
Eine Antwort könnte man im Inneren oder im Äußeren suchen. In sehr vielen theistischen Traditionen gibt es die Figur des Verhinderers, der Kraft, die stets das Böse will: den Teufel, Satan, Scheitan, Ahriman, Namuci oder wie auch immer sie benannt werden mag. Auch in den überlieferten buddhistischen Schriften ist von einer solchen Figur die Rede: Mara.
An diesem Abend soll es um „Mara“ gehen. Wir untersuchen anhand eines Textes von Stephen Batchelor, welche Bedeutung er in der buddhistischen Lehre hat und wie mit den widerstrebenden Tendenzen umgegangen werden kann, um uns ein blühendes und erfüllteres Leben zu ermöglichen. Schließlich ist es (nicht nur) dem Buddha gelungen, Mara in seine Schranken zu weisen. Er sprach zu ihm: „Ich sehe deine Armeen rings um mich herum, Mara, aber ich werde mein Bemühen fortsetzen. Selbst wenn die ganze Welt deine Armeen nicht besiegen kann, werde ich sie durch die Kraft der Weisheit zerstören, so wie ein ungebrannter Steintopf von einem Stein zerschlagen wird.“ (Batchelor, S. 29)
Verraten sei an dieser Stelle schon einmal, dass Mara „eher metaphorisch gemeint“ (Lama Tilmann Lhündrup) ist.
* Stephen Batchelor: Mit dem Bösen leben – Warum wir das Gute wollen und immer wieder das Böse tun. Theseus, 2005
Natürlich besteht anschließend wieder reichlich Gelegenheit über das Geübte und Gehörte zu diskutieren und unsere Erfahrungen zu teilen.
Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.
Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.
Die Teilnahme an unseren Abenden ist einer guten buddhistischen Tradition folgend kostenlos.
Gleichwohl freut sich unser Spendenschweinchen über kleine Zuwendungen, um die Anschaffung neuer Praxismaterialien und anderer Notwendigkeiten zu erleichtern.
Ein Link zum Prinzip „Dāna“ (Die Übung der Großzügigkeit).
Wir freuen uns auf deine Teilnahme!
Außerdem…
Mara einhegen
Meditationswochenende „Herzensunterweisungen eines Mahamudrameisters“
Wochenendkurs mit Lama Tilmann in Freiburg

Am 28. und 29. März 2026 findet in Freiburg wieder ein Gewahrseinswochenende mit Lama Tilmann Lhündrup statt. Dies wird das erste Wochenende mit Unterweisungen zu den „Herzensunterweisungen“ von Gendün Rinpoche (1918-1997) sein. Eine gute Gelegenheit, Tilmann und den Freiburger Sangha kennenzulernen. Unter Umständen könnte eine Fahrgemeinschaft zustandekommen. Interessenten aus dem Marburger Raum melden sich bitte bei uns per Email.
Aus der Ankündigung des Buddhistischen Zentrums Freiburg:
An diesem Wochenende werden wir uns gemeinsam mit den essentiellen Belehrungen zur Mahamudra-Praxis beschäftigen – einer Tradition, die direkt auf die Natur des Geistes weist und uns hilft, unser volles menschliches Potential zu verwirklichen. Durch Meditation, Erklärungen und Austausch erkunden wir, wie sich diese zeitlosen Weisheiten auf natürliche Weise in unser westliches Leben integrieren lassen. […]
Lama Tilmann unterrichtet Meditationskurse in verschiedenen Ländern, übersetzt buddhistische Texte aus dem Tibetischen und widmet sich einem alltagsnahen buddhistischen Ansatz, der sich natürlich in unsere westliche Kultur integriert.
Hier der Link zum Buch, das die Grundlage für diesen Zyklus von Unterweisungen sein wird:
Herzensunterweisungen eines Mahamudrameisters
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Mara entgegenwirken
Schweigeretreat zu den buddhistischen Tugenden der Paramis
mit Raimund Hopf
Ort: Haus der Stille, Roseburg
Zeit: 5.-8. März 2026
Info und Anmeldung auf der Website des Hauses der Stille
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Einblick
Die Macht des Objekts ist die Macht des Geistes. Der Buddhismus ist keine materialistische Sichtweise. Wenn ich mir den Kopf an der Wand stoße, habe ich natürlich Schmerzen, aber das bedeutet nicht, dass die Wand wirklich existiert. Wir können einen Ziegelstein nehmen und mit einem Hammer draufschlagen. Ha! Na, wer ist jetzt groß und stark? Dann bringen wir den Ziegelstein in ein Labor und untersuchen dort ein Stück von ihm unter dem Mikroskop. Die Logik dahinter erkennbar: Untersuchen wir den Stein bis zu seiner atomaren oder gar subatomaren Struktur, stellen wir fest, dass er keine solide, substanzielle Realität besitzt. Die Festigkeit der Wand wird durch die Musterbildung von Energie erzeugt, und diese Energie kann eine Weile verdichtet gehalten oder freigesetzt werden. Im Ziegelstein selbst gibt es aber keine innewohnende Essenz. Er besteht aufgrund von Ursachen und Bedingungen. Ändern sich die Ursachen und Bedingungen, wird er nicht mehr in dieser Form hier sein.
Das heißt, der Ziegelstein ist nicht aus sich heraus definiert. Er besitzt keine innewohnende Eigennatur. Der Ziegelstein ist das Sich-Zeigen der Interaktion vieler kausaler Phänomene. Nach einiger Zeit verändern sich diese Faktoren und er beginnt zu zerfallen.
– James Low: Die heilende Kraft der Leerheit – Eine Anthologie von Dzogchen-Texten. Wandel Verlag, 2025, S. 60

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