5. Februar: Einführung in die Vipassanameditation

Beginn: 18:45 Uhr

Wie an jedem ersten Donnerstag eines Monats bieten wir heute ein Einführung in eine buddhistische Meditationspraxis an.

An diesem Abend geht es um die Vipassana Meditation, auch bekannt unter dem Begriff der Einsichtsmeditation.

Dabei geht es darum, die Dinge so zu sehen wie sie sind und nicht wie wir sie uns zurechtbasteln. Vor allem der intuitiven

Erkenntnis der Instabilität und Prozesshafthaftigkeit unseres Erlebens kommt in dieser Praxis eine zentrale Bedeutung zu.

Wir üben uns darin, einen offenen Geist zu kultivieren, der mit Achtsamkeit und Gewahrsein den inneren und äußeren Erfahrungen begegnet, ohne in die Reaktivität des Be- und Verurteilens zu verfallen. Mit ein wenig Übung erkennen wir unsere Muster und bemerken, wie schnell wir in Aversion oder Anhaftung geraten. Sobald wir erkennen, wie die Vedanas (Gefühlstönungen wie angenehm, unangenehm oder neutral) uns zu Reaktionen bringen, deren Ursache wir nicht wirklich bemerken, können wir aus der gewohnten Reaktivität aussteigen. So entsteht die Chance, nicht mehr auf uns selbst (ich mag dies oder mag jenes nicht), sondern auf die jeweilige Situation zu reagieren. Was für eine Befreiung!

Es sollte deutlich werden, dass buddhistische Praxis keine der Botmäßigkeit und Passivität sondern des bewussten Agierens ist. Ziel ist nicht, alles als gegeben hinzunehmen. Wir kultivieren eine innere Haltung, die es uns ermöglicht, ethisch und menschlich zu handeln, im persönlichen wie auch gesellschaftlichen Umfeld. Dass nationalistische, patriotische oder rassistische Haltungen einer buddhistischen Praxis nicht entsprechen, sollte schnell deutlich werden. Schließlich geht es auf dem buddhistischen Pfad um die Kultivierung von Freundlichkeit, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut – die sogenannten vier unermesslichen Geisteshaltungen.

In Form einer geführten Meditation versuchen wir, uns dem ein wenig anzunähern.

Wie immer ist dieser Abend für Neueinsteiger und Erfahrenere gleichermaßen ertragreich.

Anschließend besteht reichlich Gelegenheit, über die eigenen Erfahrungen zu sprechen und alle Fragen zu stellen, die man Buddhisten schon immer mal stellen wollte.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Von Gary Snyder:

Nach Bamyan
April 2001

Von einem Mann, der über Buddhismus schreibt.

Lieber Gary:
Nun ja, aber, das manifeste Dharma ist inner-samsarisch und wird vergehen.
– R.

– Ich schrieb zurück,
Ah, ja … Unbeständigkeit. Aber das ist niemals ein Grund, das Mitgefühl und die Ausrichtung schleifen zu lassen oder das Leiden anderer zu übergehen, weil sie nur unbeständige Wesen sind. Issas Haiku geht so:
„Diese Tautropfenwelt
ist nur eine Tautropfenwelt
und doch –“
Das „und doch“ ist unsere immerwährende Praxis. Und vielleicht die Wurzel des Dharma.
Aus: Gary Snyder: Gefahr auf den Gipfeln. Stadtlichterpresse, Berlin, 2006, S. 193

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