18. September 2025: Metta-Meditation

Wir beginnen wieder um 18:45 Uhr mit Meditation im Sitzen und Gehen (ca. 20-10-20 Minuten).

Diesmal wird es eine Mischung aus Impulsen und geführter Meditation geben. Vorstellen wollen wir die „Metta-Bhavana“. Metta gehört zu den vier unermesslichen Geisteshaltungen oder Brahmaviharas (Freundlichkeit, Mitgefühl, Mitfreude, Gleichmut), die sehr zentral für die buddhistische Praxis der Befreiung von den quälenden Herzens- und Geisteszuständen sind.

„Die Metta Karaniya Sutta ist ein sehr alter Text aus dem Pali – Kanon mit sehr eigener Sichtweise. Buddha sagt darin: Es gibt keine bessere Achtsamkeit als diese. Der Weg zu Metta ist der Weg zum Erwachen. Das ist revolutionär, besonders im Vergleich mit den Traditionen, die – vor allem Theravada – die Weisheit (pañña) in den Vordergrund stellen. Ich verwende das Wort Erwachen (engl.: awakening) als Alternative zu Erleuchtung (engl.: enlightenment ). Dieses Wort kam im westlichen Denken im 18. Jahrhundert auf. Buddha sprach nicht darüber, sondern über Erwachen – die Alternative zum Schlafwandeln. Er sagt: Wach auf zu den drei Facetten der Existenz: Unbeständigkeit (anicca), Schmerz (dukkha) und Nicht-Ich (anatta). Und das kann Metta bewirken.
Metta bedeutet nicht ‚Liebende Güte‘ , sondern Freundlichkeit, grenzenlose Freundlichkeit gegenüber allen Dingen. Buddha verlangt von uns nicht, jedermann zu lieben, sondern zu jedermann freundlich und respektvoll zu sein, sich selbst eingeschlossen. Das ist für die meisten Menschen im Westen eine große Aufgabe, weil wir uns selbst das Leben so schwer machen.“
(John Peacock)

Dem Pragmatiker Buddha folgend, werden wir den Schwerpunkt auf die Praxis der Metta Bhavana (bhavana = kultivieren) legen und einmal in Ruhe und mit Präzision erspüren, was diese Übung bei uns auslöst. Selbstverständlich ist auch diese Praxis eine, die nicht auf das Meditationskissen beschränkt bleiben sollte. Denn allein durch philosophische Erörterungen (und sie sind immer wieder wichtig) werden wir dem „Erwachen“ nicht näher kommen, dies gelingt nur durch unsere Praxis auf dem Kissen und im Alltag.

Natürlich besteht wieder reichlich Gelegenheit über das Gehörte zu diskutieren und unsere Erfahrungen zu teilen.

Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.

Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.

Natürlich ist die Teilnahme an unseren Abenden wie stets kostenlos.

Wir freuen uns auf deine Teilnahme!

Nachfragen

Anlässlich eines Treffens einiger unserer Lehrerinnen und Lehrer im Meditationszentrum Beatenberg im Berner Oberland wurden diese gefragt, worum es im Buddhismus eigentlich geht. Herausgekommen sind sehr vielfältige persönliche Aussagen darüber, warum sie sich so sehr dieser Praxis widmen. Neben den Antworten gibt es auch noch einige Filmaufnahmen der traumhaft winterlichen Landschaft um das Zentrum herum. Sehr inspirierend!
Hier geht es zum Film.

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Nachspüren

Perfekt

Du kannst es nicht perfekt machen. 
Das Leben hat die Angewohnheit, 
aufzutauchen und dich an die Vergänglichkeit zu erinnern.

Sei gnädig beim Loslassen, 
beim Aufgeben dieses perfekten Traums. 
Lass dich sanft in die Realität zurückgleiten, 
wie sie wirklich ist und in den beständigen Wandel, 
der geschieht, was immer wir tun.

Stell deine Füße wieder auf den Boden
und lass dich mit der Drehung der Erde treiben. 
Es gibt keine Perfektion außer diesem Tanz 
mit all seinen Farben, 
und nichts zu tun, außer das Leben zu leben 
und jeden Moment loszulassen.

Aus Rachel Holstead: These are not my words (eigene Übersetzung)

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Nachlegen

Dank der freundlichen Spende einiger nicht mehr benötigter Sitzkissen durch das Marburger Shambhala Zentrum und der Bestellung eines Satzes neuer Unterlagen (dank der freundlichen Spenden unserer Teilnehmer:innen) können wir hoffentlich schon in dieser Woche wieder allen einen guten Sitz anbieten. Das war in der letzten Zeit ja nicht immer möglich. Danke für eure Geduld und dass ihr euch so zahlreich mit uns auf die Dharma-Forschungsreise begebt!

Sadhu sadhu sadhu!
(in Burma übliche Redewendung (Pali): wohlgetan wohlgetan wohlgetan!)

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