
Einladung zur Meditation
Beginn: 18:45 Uhr
Meditation im Sitzen und Gehen – manchmal auch im Stehen. (ca. 20 – 10 – 20 Minuten)
Lesung und Gespräch:
Das Wesen des Daseins erkennen, so lautet die Überschrift, die Fred von Allmen seinem Abschnitt über die erste edle Wahrheit gegeben hat, die er in seinem Werk „Buddhismus. Lehren-Praxis-Meditation“ erörtert. Es handelt sich nicht um eine „ewige Wahrheit“, die im Besitz von Auserwählten ist, sondern um eine Aufgabe, die uns Gotama, der historische Buddha, stellt, um aus dem Kreislauf des Leidens herausfinden zu können. Stephen Batchelor nennt sie dementsprechend die erste edle Aufgabe.
Aus diesem Buch lesen wir heute einen Abschnitt vor und überlegen anschließend gemeinsam, was es mit „dukkha“ (das Paliwort, welches meist mit Leiden übersetzt wird) auf sich hat. Die Auseinandersetzung damit ist immer wieder lohnenswert. Nicht umsonst sind die vier edlen Wahrheiten (oder Aufgaben) von zentraler Bedeutung in der buddhistischen Lehre.
Zwei Appetithappen:
„Die erste edle Wahrheit weist also mit unübersehbarer Deutlichkeit auf unsere Situation hin: ‚Sabbe sańkhāra dukkhā’ti‘ – Das Dasein ist erfüllt von Dukkha. Das Wort Dukkha wird gewöhnlich mit Leiden übersetzt. Doch diese Bedeutung allein wird der Tragweite des Begriffs nicht gerecht. Dukkha umschreibt vielmehr die Tatsache, dass nichts unter den entstandenen, erschaffenen Dingen des Daseins eine immerwährende Befriedigung geben kann. Weder materielle Dinge noch Gedanken, noch Gefühle ermöglichen dies, und zwar deshalb, weil alles, was erschaffen worden ist, sich ständig wandelt und wieder vergeht. Die Belange dieser Welt lassen sich nur zu einem kleinen Teil kontrollieren und folgen ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten.“ (S. 78)
„Wollen wir die Tragweite der ersten edlen Wahrheit begreifen, so ist es wichtig, unsere täglichen kleinen Leiden zu betrachten. Wir müssen uns vor Augen halten, wie oft wir uns nicht wohlfühlen, weil wir mit etwas konfrontiert sind, das wir nicht möchten, aber nicht loswerden können.“ (S. 81)
Fred von Allmen: Buddhismus. Lehren – Praxis – Meditation. Bielefeld, 2007
Es wird wieder reichlich Gelegenheit geben, über das Thema und die eigenen Erfahrungen mit der Meditation, schöne wie auch schwierige, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Den Abend beenden wir mit einer kurzen Phase der wertschätzenden Stille und der Widmung.
Ende wird gegen 21:00 Uhr sein.
Natürlich ist die Teilnahme an unseren Abenden wie stets kostenlos.
Wir freuen uns auf deine Teilnahme!
Außerdem…
Dhamma studieren
Die Lehrreden aus der angereihten Sammlung sind seit Mai 2025 als Download verfügbar. Sie finden sich auf der Homepage der Suttanta Gemeinschaft. Die hier vorliegende Übersetzung wurde zuerst von dem ehrwürdigen Nyantiloka erstellt und dann von seinem Schüler, dem ehrwürdigen Nyanaponika, überarbeitet.
Wer lieber Papier in Händen hält, kann das gedruckte Buch beim Verlag Beyerlein & Steinschulte bestellen.
Großer Dank gebührt Raimund Hopf und seinen MitstreiterInnen.

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Dhamma anwenden
„Buddhas Lehren sind unvorstellbar tiefgründig und umfassend. Sie voll intellektuell auszuschöpfen, wäre für sich allein schon eine bemerkenswerte und ungewöhnliche Leistung. Aber selbst damit wäre nicht viel erreicht. Solange wir nicht zusätzlich innere Verwirklichung erlangen, indem wir die Lehren tatsächlich anwenden und einswerden lassen mit unserem Geist, wird alles Wissen, das wir erwerben, Theorie bleiben und nur dazu führen, dass unser Ich sich aufbläht.
Wir haben eine Menge Bücher gelesen und uns viele Belehrungen angehört, doch nichts hat wirklich dazu beigetragen, unser Sein zu verwandeln. Wenn man das Rezept des Arztes auf seinem Nachttisch liegen lässt, wird die Krankheit nicht kuriert. Wenden Sie also den Geist nach innen und erforschen Sie durch tiefes Nachsinnen das Wesen des Dharma, bis er Ihr ganzes Sein durchdringt.“
– Dilgo Khyentse Rinpoche: Das Herzjuwel der Erleuchteten. Berlin, 1996, S. 79

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